Ravensbrück

Ravensbrück – Überlebende erzählen

Am 23. April jährt sich die Befreiung des KZ Ravensbrück zum 61. Mal. Von 1939 bis 1945 waren dort über 140.000 Frauen, Kinder und Männer inhaftiert. Zum Lager gehörte ein Frauen-KZ, eines der größten des NS-Regimes, ein abgetrenntes, kleineres Männerlager sowie in unmittelbarer Nähe das Jugend-KZ Uckermark. In das Frauen-KZ wurden Frauen aus über 20 Nationen deportiert und klassifiziert: "Politische", Jüdinnen, Sinti und Roma, Zeugen Jehovas, vermeintlich "Asoziale". Sie wurden ihrer gesellschaftlichen Position beraubt und gedemütigt, sie wurden geschlagen, gefoltert und ermordet. Zehntausende der Häftlinge - Frauen, Jugendliche, Kinder und Männer - haben die Befreiung des KZ im April 1945 nicht mehr erlebt. Sie starben in Ravensbrück. 16 Überlebende erzählen von ihrer Inhaftierung in Ravensbrück und Uckermark. Ihre Berichte sind Basis dieses audio-visuellen Projekts in Form eines Flash-Films: Eine "visuelle Interpretation" der Erinnerungen - ohne dokumentarischen Charakter, sondern eine Verdichtung des Erzählten. In Ergänzung finden Sie Essays, die den historischen Kontext bilden.

Ravensbrück - Überlebende erzählen: Flash-Film.

Film

Überlebende erzählen – Visuelle Interpretation

In den Jahren 2000 bis 2004 sind Audio-Interviews mit 16 Überlebenden des Frauen-KZ Ravensbrück und des Jugend-KZ Uckermark entstanden. Diese Berichte waren Anlass und sind Basis für eine visuelle Interpretation der grausamen Erinnerungen an die Qualen und das Morden in Ravensbrück. Weiter...

Die Straße zum Frauen-KZ Ravensbrück mit der SS-Kommandatur.

Nicola Wenge

Das System der nationalsozialistischen Konzentrationslager

An die sechs Millionen Menschen starben in den nationalsozialistischen Konzentrations- und Vernichtungslagern. Nicola Wenge zeichnet die Entwicklung der Konzentrationslager nach – Herrschaftsinstrument des NS-Regimes. Von den "frühen Lagern", über den Prozess der Institutionalisierung der KZ, der Radikalisierung der NS-Rassenpolitik bis hin zu den planmäßigen Massentötungen. Weiter...

Philomena Franz

"Das Blut stockte. Die Seele war kaputt."

Philomena wächst in einer renommierten Musikerfamilie auf, einer Sinti-Familie. Im März 1943 wird sie von der Gestapo verhaftet. Über Auschwitz kommt sie nach Ravensbrück, wo sie ihre Schwester trifft. Zurück in Auschwitz entkommt Philomena nur mit Glück dem Tod in der Gaskammer. Weiter...

Kató Gyulai

"Jeder Tag dort war wie die Unendlichkeit."

Kató wird 1919 in Budapest in einer jüdischen Familie geboren. Spätestens mit der deutschen Besetzung Ungarns 1944 ändert sich alles. Kató und ihre Schwester werden deportiert – sie kommen nach Ravensbrück. Als Kató zur Zwangsarbeit in Spandau selektiert wird, bleibt ihre Schwester zurück. Die beiden sehen sich nie mehr wieder. Weiter...

Ilse Heinrich

"Das hieß arbeitsscheu."

Ilse wird 1924 bei Wismar geboren. Schon früh muss sie bei der Feldarbeit mithelfen – die Stiefmutter hat nur wenig für Ilse übrig. Ilse reißt immer wieder aus und wird deshalb als "arbeitsscheu" klassifiziert. 1943 wird sie ins Arbeitshaus im Schloss Güstrow eingeliefert, im August 1944 wird Ilse nach Ravensbrück überstellt. Weiter...

Baugeschichte des Konzentrationslagers Ravensbrück. Das KZ im Jahr 1945, Rekonstruktionsversuch. Gesamtplan: Funktionen und Bauzeiten.

Frauen-KZ Ravensbrück und Jugend-KZ Uckermark

Lagepläne

1939 begann der Bau des KZ-Ravensbrück, das bis 1945 immer wieder erweitert wurde. Die Zahl der Baracken stieg. Hier finden Sie zwei Lagepläne – aus den Jahren 1945 und 2000. Weiter...

Zeichnung von Violette Lecoq

Violette Lecoq

Zeichnungen einer Häftlingsfrau

Die Französin Violette Lecoq hat in Zeichnungen die Grausamkeiten und das Morden des KZ-Ravensbrück festgehalten. Sie wurde 1912 in Frankreich geboren und gehörte zur "Resistance". 1943 wurde Violette Lecoq nach Ravensbrück deportiert. Weiter...

Elisabeth Kunesch

"Wir waren ja keine Menschen für die SS."

Die Eltern von Elisabeth gehören beide der KPD an, und auch Elisabeth ist politisch aktiv. Bei den Pionieren klebt sie Flugblätter und nimmt an Kundgebungen teil. Sie bringt zwei Kinder zur Welt, doch 1940 wird die 21-Jährige mitten in der Nacht abgeholt. Es folgen Verhöre und Haft, bevor sie 1941 nach Ravensbrück kommt. Weiter...

Gertrud Müller

"Du bist noch so jung. Du darfst noch nicht sterben."

Gertrud ist schon früh politisch aktiv: 1933 wird die 18-Jährige zum ersten Mal verhaftet. Doch Gertrud und ihr Mann Hans leisten weiterhin Widerstand gegen den Faschismus. Im Juni 1942 werden beide verhaftet. Nach verschiedenen Stationen, unter anderem 13 Monaten Einzelhaft, kommt Gertrud im Oktober 1943 nach Ravensbrück. Weiter...

Stella Nikiforova

"Frauen aller Nationalitäten haben mich versteckt."

Stella kommt mit vier Jahren ins KZ Ravensbrück – gemeinsam mit ihrer Mutter. Doch die Mutter wird im Lager ermordet. Die anderen Häftlingsfrauen kümmern sich um Stella, sie geben ihr Essen und verstecken sie. Stella überlebt und findet 1962 ihren Vater wieder. Weiter...

Der Erschießungsgang im Frauen-KZ Ravensbrück.

Constanze Jaiser

Frauenlager Ravensbrück – Selbstbehauptung zwischen Leben und Tod

Etwa 123.000 Frauen waren im Lager Ravensbrück inhaftiert. Nach ihrer Ankunft wurden ihnen die Haare geschoren, sie bekamen Häftlingsnummer und -kleidung. Constanze Jaiser beschreibt den Lageralltag: die Ankunft, das Appellstehen, den Hunger und die Krankheiten. Ebenso die medizinischen Experimente, die Folter und die Tötungen. Aber es gab auch die Versuche der Selbstbehauptung der gefangenen Frauen in Form von Gedichten. Weiter...

Der Eingang zum Jugend-KZ Uckermark. Nach 1945 wurde es von der sowjet. Armee als Fuhrpark benutzt. Von den Mauern und Baracken ist fast nichts geblieben.

Martin Guse

Jugend-KZ Uckermark

In unmittelbarer Nähe zum Frauenlager Ravensbrück wurde 1942 das Jugend-KZ Uckermark erbaut. Bis 1945 waren 1.200 Mädchen und junge Frauen dort inhaftiert. Martin Guse schildert die Verfolgtengruppen und die Haftgründe, ebenso die Bewachung, die Schikanen und das Strafsystem im Jugend-KZ Uckermark. Nach der Auflösung 1945 wurde Uckermark Sterbe- und Selektionslager für Frauen aus dem Lager Ravensbrück. Weiter...

Blick auf den Industriehof – ehemaliges Lagergelände Ravensbrück.

Illegaler Brief aus Ravensbrück von Zofia Pocilowska

Wir wollen versuchen, es näher zu beschreiben

Nur unter Lebensgefahr gelang es einigen wenigen Häftlingen Dokumente aus dem KZ zu schmuggeln. Hierzu zählt ein Brief der Polin Zofia Pocilowska. Ein Dokument von einzigartigem historischen Wert. Weiter...

Lisl Jäger

"Es gibt zwei Gerüche, die ich nie vergessen werde: Das ist Chlor und wie es riecht, wenn Fleisch brennt."

Nach dem "Anschluss" Österreichs an das Deutsche Reich leisten Lisl und ihre Familie Widerstand gegen den Faschismus. Lisl ist im Kommunistischen Jugendverband aktiv. Am 3. Juli 1941 wird sie von ihrem Arbeitsplatz von der Gestapo weggeholt. Sie ist 17 Jahre alt. Weiter...

Anita Köcke

"Die machen Dich mürbe. Das ist ja die Strafe, die wollen Dich mürbe machen."

1925 wird Anita als uneheliches Kind geboren – sie wächst bei Pflegeeltern, bei Onkel und Tante auf. Sie versucht auszureißen. Doch Anita kommt ins Mädchenheim, ins Gefängnis und wieder ins Mädchenheim. Im Frühjar 1943 wird sie in das "Jugendschutzlager" Uckermark gebracht. Weiter...

Irmgard Konrad

"Ich weiß nicht, wie viel Tausende Frauen wir waren."

Irmgard wächst in Breslau auf. Ihr Vater ist jüdischer Herkunft. Sie ist politisch aktiv und schließt sich dem Sozialistischen Jugendverband an. Ab 1941 muss Irmgard den Judenstern tragen und Zwangsarbeit leisten. Zwei Jahre später wird sie nach Ravensbrück deportiert und muss im April 1945 mit auf den "Todesmarsch" gehen. Weiter...

 

Dossier

"Stolpersteine" des Künstlers Gunter Demnig in dessen Atelier in Köln. Demnig erinnert an die Opfer der NS-Zeit, indem er vor ihrem letzten selbstgewählten Wohnort Gedenktafeln aus Messing in den Boden einläßt. Inzwischen liegen "Stolpersteine" in über 300 Orten Deutschlands, ebenso in Österreich, Ungarn und in den Niederlanden.

Nationalsozialismus und Zweiter Weltkrieg

Mit dem deutschen Überfall auf Polen begann am 1. September 1939 der Zweite Weltkrieg. Als er 1945 endete, lag Europa in Trümmern. Über 55 Millionen Menschen waren tot. Wie konnte es soweit kommen? Und wie sollte es weitergehen mit einem Land, das den größten Zivilisationsbruch der Geschichte begangen hatte? Weiter... 

Dossier

Hans und Sophie Scholl mit Christoph Probst (v.l.n.r.). Abschied vor der Abfahrt zur Ostfront, München Juli 1942.

Sophie Scholl und die "Weiße Rose"

Die Geschichte von Sophie Scholl und der "Weißen Rose" ist auch über 60 Jahre nach ihrem gewaltsamen Tod von Bedeutung. Sie ist ein Symbol für beispielhafte Zivilcourage und Widerstand gegen die Hitler-Diktatur. Weiter... 

Gedenkstätte Bergen-Belsen: gedenkstein auf dem ehemahligen Lagergelände

Gemeinsame Bezugsrahmen schaffen

Die Erinnerung an den Nationalsozialismus spielt in der kollektiven Erinnerung Deutschlands eine besondere Rolle. Felix Höninghoff, Mitarbeiter des Besuchsdienst Bergen-Belsen, erklärt auf werkstatt.bpb.de, wie er Jugendgruppen mit heterogenem historischem Bezugsrahmen bei Führungen durch die Gedenkstätte erreicht. Weiter... 

Dossier

Bei der Aufarbeitung der DDR - Vergangenheit sind die Archive der Bundesbeauftragten für die Unterlagen des Staatssicherheitsdienstes der ehemaligen Deutschen Demokratischen Republik (BStU) von grundlegender Bedeutung.

Geschichte und Erinnerung

Wird die DDR-Diktatur verharmlost? Und warum begann die intensive Auseinandersetzung mit der NS-Vergangenheit erst so spät? Die Deutung von Geschichte ist oft umstritten - und nicht selten ein Politikum. Weiter... 

Boykottaktion gegen jüdische Geschäfte am 1. April 1933. Die Herrschaft der Nationalsozialisten bedeutet für die deutschen Juden von Anfang an eine antisemitische  Politik der Diskriminierung und Verdrängung.Blog

4. Internationale Konferenz zur Holocaustforschung

Die 4. Internationale Konferenz zur Holocaustforschung widmete sich vom 27. bis 29. Januar dem Fokus "Volksgemeinschaft – Ausgrenzungsgemeinschaft. Die Radikalisierung Deutschlands ab 1933". Wir haben die Konferenz auf unserem Blog begleitet: Weiter...