Baracke im KZ Ravensbrück

27.4.2005

Chronik

1944 bis 1948

1944

70.000 Häftlinge werden aus Ravensbrück zum Arbeitseinsatz an verschiedene Produktionsorte überstellt, darunter 10.000 bis 13.000 Polinnen und Jüdinnen aus Auschwitz-Birkenau.

September 1944

Im Sommer 1944 war das Lager so überfüllt, dass die SS ein etwa 50 Meter großes Militärzelt aufstellen ließ. Bis Ende Februar 1945 wurden hier vor allem ungarische Jüdinnen und Häftlinge, die mit Transporten aus Auschwitz kamen, untergebracht. Teilweise bis zu 4.000 Häftlinge wurden hier auch im extrem kalten Winter 1944/45 ohne Heizung, ohne Decken auf dem nur mit Stroh bedeckten Boden zusammengepfercht.

Oktober 1944

Nach der Zerschlagung des Warschauer Aufstandes werden 12.000 polnische Frauen und Kinder nach Ravensbrück deportiert.

Dezember 1944

Neben den Siemens-Hallen werden sechs Wohnbaracken errichtet, in denen etwa 2.000 Frauen, die bisher in den Siemens-Werkstätten arbeiten mussten, untergebracht werden.

Ab Dezember 1944 wird das Jugend-KZ Uckermark schrittweise geräumt und die Mädchen und jungen Frauen zum großen Teil in das KZ Ravensbrück überstellt. Etwa 15 bis 20 Mädchen und junge Frauen bleiben mit der Lagerleitung bis März/April 1945 zurück.

1945

Zwangssterilisation von Roma- und Sinti-Mädchen sowie -Frauen durch SS-Ärzte. Viele Frauen sterben nach dem brutalen Eingriff.

Januar bis Anfang April 1945

Das Jugend-KZ Uckermark wird als Vernichtungslager genutzt. In das fast vollständig geräumte Lager Uckermark werden alte, kranke und nicht arbeitsfähige Frauen von Ravensbrück überstellt und "selektiert". Systematisch werden von den etwa 8.500 Häftlingen bis April 1945 5.000 bis 6.000 vergast, vergiftet oder erschossen.

Januar 1945

In Ravensbrück wird eine provisorische Gaskammer eingerichtet und in Betrieb genommen. Es handelt sich um eine Holzbaracke in unmittelbarer Nähe des Krematoriums, in der 150 bis 180 Menschen gleichzeitig getötet werden konnten.

15. Januar 1945

Dem KZ Ravensbrück unterstehen 46.070 weibliche und 7.858 männliche Häftlinge, die zur Hälfte in Außenlagern inhaftiert sind. Sie werden von etwa 1.000 SS-Männern und 546 Aufseherinnen bewacht. Im Januar und Februar kommen noch etwa 11.000 Häftlinge aus geräumten KZs und Außenlagern hinzu.

5. bis 26. April 1945

Dem Internationalen und Schwedischen Roten Kreuz gelingt es, 7.500 Frauen über Dänemark nach Schweden zu evakuieren.

27./28. April 1945

Bis auf etwa 3.000 schwerkranke Frauen, Kinder und Männer werden alle Häftlinge in westlicher Richtung aus dem Lager auf den "Todesmarsch" getrieben.

30. April 1945

Einheiten der Roten Armee befreien etwa 3.000 kranke Frauen sowie Häftlingspflegepersonal im KZ Ravensbrück.

1946 bis 1948

In Hamburg finden die ersten Prozesse gegen Angehörige des SS-Personals des Frauen-KZ Ravensbrück und Funktionshäftlinge statt. Unter anderem werden 16 Todesurteile ausgesprochen.


Europäische Union - Bund - Land

Öffentliche Fördermöglichkeiten

Neben dem Bund fördern die Länder Fahrten zu Gedenkstätten durch teils sehr unterschiedliche Strukturen und Programme. Internationale Begegnungsprojekte werden vorrangig durch die internationalen Jugendwerke gefördert, aber auch eine Förderung durch die Europäische Union ist im Kontext größerer Projekte möglich.

Mehr lesen

Dossier

Sophie Scholl und die "Weiße Rose"

Die Geschichte von Sophie Scholl und der "Weißen Rose" ist auch über 75 Jahre nach ihrem gewaltsamen Tod von Bedeutung. Sie ist ein Symbol für beispielhafte Zivilcourage und Widerstand gegen die Hitler-Diktatur.

Mehr lesen

Dossier

Nationalsozialismus und Zweiter Weltkrieg

Mit dem deutschen Überfall auf Polen begann am 1. September 1939 der Zweite Weltkrieg. Als er 1945 endete, lag Europa in Trümmern. Über 60 Millionen Menschen waren tot. Wie konnte es soweit kommen? Und wie sollte es weitergehen mit einem Land, das den größten Zivilisationsbruch der Geschichte begangen hatte?

Mehr lesen

Gemeinsame Bezugsrahmen schaffen

Die Erinnerung an den Nationalsozialismus spielt in der kollektiven Erinnerung Deutschlands eine besondere Rolle. Felix Höninghoff, Mitarbeiter des Besuchsdienst Bergen-Belsen, erklärt auf werkstatt.bpb.de, wie er Jugendgruppen mit heterogenem historischem Bezugsrahmen bei Führungen durch die Gedenkstätte erreicht.

Mehr lesen auf werkstatt.bpb.de

Dossier

Geschichte und Erinnerung

Wird die DDR-Diktatur verharmlost? Und warum begann die intensive Auseinandersetzung mit der NS-Vergangenheit erst so spät? Die Deutung von Geschichte ist oft umstritten - und nicht selten ein Politikum.

Mehr lesen

Juni 1944: Transport ins Frauen-Konzentrationslager Ravensbrück, inhaftiert als "asoziale Halbjüdin".

Mehr lesen

Auschwitz heute
Mediathek

Auschwitz heute

Auschwitz – Ort und Symbol der nationalsozialistischen Vernichtungsmaschinerie. Der Name der südpolnischen Stadt steht für den millionenfachen Mord an Juden, Sinti und Roma und Menschen, die nach der NS-Rassenideologie nicht zur „Volksgemeinschaft“ gehörten. Der Bombay Flying Club hat dazu eine Webdocumentary für die bpb umgesetzt. Grundlage sind Fotos von Martin Blume.

Jetzt ansehen