Beleuchteter Reichstag

12.7.2013 | Von:
Matthias Judt

"Bananen, gute Apfelsinen, Erdnüsse u.a. sind doch keine kapitalistischen Privilegien"*

Alltäglicher Mangel am Ende der 1980er Jahre in der DDR

Reaktionen der Bevölkerung

Familien stehen vor dem Schaufenster eines Kaufhauses. Im Schaufenster ist Kinderspielzeug ausgestellt.Schaufenster des Berliner Centrum-Warenhauses am Alexanderplatz, 1973. (© Bundesarchiv, Bild 183-M1216-0014, Foto: Sigrid Kutscher)
Temporäre Versorgungsschwierigkeiten waren für DDR-Bürger nichts Ungewöhnliches. Vor dem Hintergrund der gestiegenen Einkommen rückten sie in den 1980er Jahren allerdings zunehmend in den Mittelpunkt der Bewertung der SED-Politik insgesamt. Die Bereitschaft, die dauernden Versorgungsengpässe stoisch hinzunehmen, nahm ab: "Bei uns geht die Entwicklung nicht vorwärts, sondern zurück", erklärte im Herbst 1987 ein Kunde im Dresdner "HO-Kinderkaufhaus", und im "Magnetkaufhaus Lübbenau" im Bezirk Cottbus war das Urteil kaum anders: "So ein katastrophales Angebot, das kann man doch nicht begreifen, daß man wegen so selbstverständlichen Dingen so viel Probleme hat."[33]

DDR-Bürger waren nach Einschätzungen des MfS zwar bereit, "wertintensive Importe" – also Waren mit zum Teil sehr hohen Preisen – "ohne Diskussion" sofort zu kaufen, doch die ausgeprägten Angebotslücken in Geschäften, die nicht zu "Exquisit" oder "delikat" gehörten, ließen ihnen auch kaum eine andere Wahl. Genau das verstärkte die Verärgerung.[34] Im Herbst 1987 übermittelte der Generaldirektor des "volkseigenen Einzelhandels (HO)", Zacher, an den für Handel und Versorgung zuständigen ZK-Sekretär Jarowinsky eine Information über Stimmungen und Meinungen von DDR-Konsumenten zur Versorgung mit Textilien und anderen Konsumgütern in den Bezirken Dresden und Cottbus. Die Befragung von Verkaufsstellenleitern und die Einsicht in Kundenbücher in 20 Verkaufseinrichtungen in Dresden, Cottbus und weiteren kleineren Orten ergab ein düsteres Bild: "Aufgrund der unbefriedigenden Angebotssituation in den o. g. Sortimenten, insbesondere bei Kinderbekleidung […] kommt es in allen befragten Verkaufseinrichtungen zu kritischen bis zu aggressiven Meinungsäußerungen der Kunden."[35] Eher selten würden diese auch schriftlich niedergelegt, doch die Eintragung einer Dresdner Bürgerin im Kundenbuch des dortigen HO-Kinderkaufhauses war es Zacher wert, sie in seinem Bericht für Jarowinsky zu zitieren: "Seit vielen Wochen komme ich fast täglich, um eine Hose in der Größe 98/110 für meinen Sohn zu bekommen. Für ein Kaufhaus ist es ein völlig untragbarer Zustand, daß nicht eine Hose in dieser Größe zu bekommen ist. […] Ich erwarte eine Stellungnahme zu diesen unmöglichen Zuständen, denn meine Zeit ist auch kostbar und der Winter steht vor der Tür."[36]

Die Verärgerung der Kundin war verständlich, auch wenn sie den Grund für die Misere in der Verkaufseinrichtung selbst suchte ("Der Verantwortliche für Warenbeschaffung in diesem Kaufhaus wird seinen Aufgaben nur teilweise gerecht."[37]). Tatsächlich litt nicht nur das HO-Kinderkaufhaus in Dresden darunter, dass die Textilproduzenten der DDR ihre Liefer- und Vertragsverpflichtungen gegenüber dem Handel zugunsten des Exports regelmäßig verletzten.

Kleidungsabteilung in einem Kaufhaus.Berliner Centrum-Warenhaus am Alexanderplatz,1975. (© Bundesarchiv, Bild 183-P1124-016, Foto: Sigrid Kutscher)
Im Januar 1988 beschrieb Jarowinsky dem SED-Generalsekretär Honecker diese Situation exemplarisch für den Bereich der Lieferungen an Kinderhosen im Jahr davor.[38]In einigen Monaten seien jeweils über 1,1 Millionen Kinderhosen geliefert worden, in anderen hingegen nur etwa die Hälfte, just auch vor Beginn der kalten Jahreszeit.[39] Honeckers Kommentar dazu – nach einem negativen Erlebnis seines eigenen Enkels, für den zeitweilig keine passende Knabenhose erworben werden konnte – war drastisch: "Ich bin nicht dafür, daß unsere Leute nackt laufen und dafür exportiert wird."[40] Tabelle 5 belegt, dass sich das Versorgungsniveau bei Textilien 1988 gegenüber 1987 insgesamt zwar verbesserte, doch just bei Oberbekleidung für Kinder verschlechterte sich die Lage weiter. Das blieb nicht ohne Folgen.

Das MfS schätzte bereits im Januar 1988 ein, dass "in der Hauptstadt und allen Bezirken der DDR Meinungsäußerungen breitester Kreise der Bevölkerung zu Fragen des Handels und der Versorgung an Umfang und Intensität ständig" zunähmen. Sie seien "vorherrschendes Thema zahlreicher Diskussionen in Arbeitskollektiven," würden "aber auch zunehmend in Versammlungen gesellschaftlicher Organisationen in Betrieben und Wohngebieten angesprochen. Diesbezügliche Meinungsäußerungen" seien "schärfer und in der Aussage kritischer geworden." Sie widerspiegelten "in wachsendem Maße Unmut und Unverständnis, insbesondere unter Hinweis auf immer offener zutage tretende Angebots- und Sortimentslücken bei Waren unterschiedlichster Erzeugnisgruppen, Qualitätsmängel bei Industriewaren und hochwertigen Konsumgütern, diskontinuierliche Warenlieferungen, auch bei Grundnahrungsmitteln, fehlende Ersatzteile und unvertretbar lange Wartezeiten in den Dienstleistungs- und Serviceeinrichtungen, besonders im Kfz-Reparaturbereich," und "die als ungerechtfertigt bezeichneten Preisrelationen im Delikat- und Exquisithandel."[41]

Sie scheuten sich nun nicht mehr, in Briefen an das MHV die schlechte Versorgungslage mit direkter Kritik an der SED-Politik zu verbinden. Eine Dresdnerin fragte 1989 in einer Eingabe: "kann das heutige Angebot [an Obst und Gemüse] im Sinne der Politik zum Wohle des Volkes sein?" Sie griff damit eine vielfach gebrauchte Propagandaformel der SED direkt auf und verband das mit der Klage, sie empfinde "es als äußerst unwürdig, wenn" sie ihren "Kindern chemische Präparate, wie Sumavit-forte oder Traverdin" (zwei Vitaminersatzmittel) verabreichen müsse, "um wenigstens etwas das Gefühl zu besitzen, daß meine Kinder auch Vitamine zu sich nehmen." Diese wüssten nicht mehr, "wie eine Aprikose aussieht". Noch Anfang der1970er Jahre sei es möglich gewesen, "Aprikosen und Pfirsiche stiegenweise zu kaufen." Es habe Ananasfrüchte, Mandarinen, Apfelsinen, Bananen, Feigen gegeben "und verschiedene Sorten Äpfel." Das Obstangebot 1989 beschränke sich indes im Wesentlichen auf den "Apfel ‚Gelber Köstlicher‘, der alles andere als köstlich ist und im Volksmund ‚Gelbes Elend‘" hieße.[42] Ein anderer Bürger fragte sich, "wofür ich gute Arbeit leiste, was ich als Soldat der NVA verteidige", weil er das Gefühl habe, "daß es Ihnen in Ihrem Ministerialsessel so gut geht, daß die Probleme der Bevölkerung ihnen ziemlich gleichgültig sind."[43]

Kritik an Versorgungsengpässen schlug in generelle Kritik am politischen System um

Die Versorgungsengpässe und die hohen Preise erreichten nun eine für das SED-Regime gefährliche politische Dimension. DDR-Bürger verwiesen in ihren Schreiben an das MHV auf die weitaus bessere Versorgungslage in der Bundesrepublik und zweifelten deshalb ganz generell die Attraktivität des Sozialismus an: "Bananen, gute Apfelsinen, Erdnüsse u. a. sind doch keine kapitalistischen Privilegien. Wenn so kleine Länder wie die Schweiz oder Österreich Südfrüchte in großer Auswahl anbieten können, müßte das doch in unserem Land, einem führenden Industrieland, möglich sein. Wir alten Menschen, wie unsere Kinder und Enkelkinder möchten Südfrüchte nicht nur als ‚milde Gaben‘ von Verwandten aus der BRD geschenkt bekommen, sondern in unseren Geschäften selbst kaufen können."[44]

Das MfS registrierte im August 1989 Ähnliches: Die Diskussionen in der Bevölkerung zu Versorgungsfragen würden "zunehmend von Personen beeinflusst, die nach erfolgten Reisen in die BRD/Westberlin in ihren Arbeitskollektiven ausführlich über das dort vorgefundene ‚überwältigende‘ Warenangebot, über die große Sauberkeit und Ordnung in den Geschäften und Orten, über pünktliches sowie bequemes Reisen mit der Bundesbahn berichten und dabei Vergleiche mit der Lage auf diesen Gebieten in der DDR anstellen." Die Berichterstatter vom MfS betonten, wenn "sich bei uns [in der DDR] nicht bald etwas [ändere]", seien "die Menschen nicht mehr für den Sozialismus [zu] begeistern." Da zudem die DDR-Medien "ständig ein rosa-rot gefärbtes Bild der Entwicklung der Volkswirtschaft" präsentierten, "das im krassen Widerspruch zum täglichen Erlebten stehe", bestehe "die Gefahr, dass bei Fortsetzung derartiger Veröffentlichungen die Partei, bezogen auf ihre Wirtschaftspolitik, erheblich an Vertrauen und Glaubwürdigkeit bei den Werktätigen einbüße." [45]

Das MfS berichtete zudem über eine abnehmende Bereitschaft in der Bevölkerung, durch zusätzliches Engagement (wie Sonderschichten in der Produktion) oder die Übernahme von Führungsaufgaben zur Behebung der Versorgungsschwierigkeiten beizutragen. "Anlassbezogen" käme "es in unterschiedlichen gesellschaftlichen Bereichen zu spontanen Austrittserklärungen aus der SED und aus Massenorganisationen."[46] Unter den Gründen, die SED-Mitglieder für ihren Austritt angaben, rangierte der Vertrauensverlust gegenüber der Parteispitze – auch wegen der Versorgungslage – an vorderster Stelle.[47]

SED-Führung verkannte den Ernst der Lage

Man könnte meinen, die SED-Führung hätte aus der Dramatik solcher Berichte ihre Schlüsse ziehen und gegensteuern müssen. Indes waren nicht alle Mitglieder des Politbüros gleichmäßig über die reale Versorgungslage in der DDR und die Reaktionen der Bevölkerung darauf informiert. Sie wohnten in einer abgeschotteten Siedlung in Wandlitz nördlich von Berlin mit eigener Versorgung, erlebten den Alltag in den Betrieben der DDR nur bei sorgsam vorbereiteten Besuchen und erhielten zudem nicht unbedingt Kenntnis vom Inhalt der Berichte des MfS oder des MHV.[48] Von 1972 bis 1989 wurden Stimmungsberichte des MfS nicht an das gesamte Politbüro übermittelt.[49]

Selbst von dem seit Sommer 1989 anschwellenden Flüchtlingsstrom von DDR-Bürgern über diplomatische Vertretungen der Bundesrepublik in Warschau und Prag sowie Flüchtlingslager in Ungarn ließ sich die SED-Spitze nicht beirren. Am 29. August 1989 meinte Politbüromitglied Schabowski angesichts der drohenden Massenflucht über Ungarn, der "Gegner" (die Bundesrepublik) habe "doch ein großes Konzept, er" wolle "bei uns alles zerschlagen." Zwar solle die SED-Spitze "auch die Versorgungsfrage beachten", doch "den Verrat müssen wir auch als solchen brandmarken."[50]

Fünf Wochen später veröffentlichte das SED-Zentralorgan "Neues Deutschland" einen Kommentar zur nunmehr laufenden Fluchtwelle. Unter der Überschrift "Sich selbst aus unserer Gesellschaft ausgegrenzt" wurde den Flüchtlingen vorgehalten, sie hätten "durch ihr Verhalten die moralischen Werte" des Sozialismus "mit Füßen getreten." Deshalb solle man "ihnen keine Träne nachweinen."[51] Einige Tage später nahm das Politbüro in einer Erklärung diese harsche Bewertung der Fluchtbewegung nach heftigen Protesten in der DDR zwar zurück. Es ließe die SED-Führung "nicht gleichgültig, wenn sich Menschen, die hier arbeiteten und lebten, von unserer Deutschen Demokratischen Republik losgesagt haben". Man werde die "Ursachen für ihren Schritt" auch bei sich selbst suchen.[52] Für die Bevölkerung kam diese Erklärung jedoch "zu spät". Sie sei "lediglich unter dem Druck der Ereignisse in der DDR abgegeben worden", zitierte das MfS am 16. Oktober 1989 Aussagen aus der Bevölkerung und verwies erneut "auf nachdrückliche Forderungen bezüglich der unverzüglichen Verbesserung des Warenangebots und des Dienstleistungsniveaus." Bereits seit dem VIII. Parteitag der SED im Jahre 1971 (bei dem Erich Honeckers kurz zuvor im SED-Zentralkomitee erfolgte Wahl zum Parteichef bestätigt worden war) sei "über grundlegende Veränderungen zu diesen Problemen […] gesprochen […] und Aufgabenstellungen abgeleitet" worden, "die nicht gelöst wurden."[53]

Honeckers Rücktritt am 18. Oktober 1989 beruhigte die Bevölkerung nicht mehr. Als in der Nacht vom 9. zum 10. November 1989 die innerdeutschen Grenzen geöffnet wurden, konnten sich nunmehr alle DDR-Bürger einen eigenen Eindruck vom Warenangebot im Westen machen. Innerhalb weniger Wochen reisten Millionen von ihnen nach Berlin-West bzw. in das grenznahe Bundesgebiet. Die politische und wirtschaftliche Systemauseinandersetzung hatte ihr Land zu diesem Zeitpunkt indes längst verloren – nicht zuletzt wegen seines Scheiterns beim Erfüllen der Konsumwünsche seiner Einwohner.

Zitierweise: Matthias Judt, "Bananen, gute Apfelsinen, Erdnüsse u.a. sind doch keine kapitalistischen Privilegien", Alltäglicher Mangel am Ende der 1980er Jahre in der DDR, in: Deutschland Archiv Online, 12.07.2013, http://www.bpb.de/163470


* Überschrift zitiert nach: Ministerium für Handel und Versorgung (MHV), Auskunftsbericht zur gegenwärtigen Lage und Vorausschau auf dem Gebiet der Bereitstellung von Obst, Gemüse und Speisekartoffeln mit Stand vom 20. August 1989, in: Stiftung Archiv der Parteien und Massenorganisationen der DDR im Bundesarchiv (SAPMO-BA), Bestand SED, Zentralkomitee (DY 30), hier Büro Jarowinsky, Nr. 9021, Bl. 338-370, hier Bl. 365.

Fußnoten

33.
Generaldirektion des volkseigenen Einzelhandels (HO), Information über Stimmungen und Meinungen der Bevölkerung zur Angebotssituation bei Kinderbekleidung, Jugendmode, Haushaltswaren sowie Ersatzteile und Zubehör in den Sortimenten Elektroakustik einschließlich Elektromaterial vom 3. November 1987, übermittelt von Generaldirektor Zacher an ZK-Sekretär Werner Jarowinsky, in: SAPMO-BA, DY 30, hier Büro Jarowinsky, Nr. 9028, Bl. 316-327, hier Bl. 318 und 321.
34.
Ebd., Bl. 319.
35.
Ebd., Bl. 317; Vgl. auch Rebecca Menzel, Jeans in der DDR. Vom tieferen Sinn einer Freizeithose, Berlin 2004, S. 174.
36.
HO, Information über Stimmungen und Meinungen (Anm. 33), Bl. 318. Hervorhebung im Original.
37.
Ebd.
38.
Information von Jarowinsky an Honecker vom 19. Januar 1988, Zur Versorgung mit Kinderhosen, in: SAPMO-BA, DY 30, hier Büro Jarowinsky, Nr. 9028, Bl. 341.
39.
Ebd.
40.
Heinz Klopfer, Persönliche Niederschrift über die Beratung im Politbüro, 19. Januar 1988, in: SAPMO-BA, DY 30/3755. Quellenangabe und Zitat nach: Steiner, Von Plan zu Plan (Anm. 4), S. 247.
41.
Hinweise über einige beachtenswerte Aspekte der Reaktion der Bevölkerung zu Problemen des Handels und der Versorgung, Bericht O/1996a – Langfassung vom 12. Januar 1988, in: Der Bundesbeauftragte für die Unterlagen des Staatssicherheitsdienstes der ehemaligen DDR (BStU, MfS), Zentrale Auswertungs- und Informationsgruppe ( ZAIG), Nr. 4165, Bl. 74-79, zitiert nach:www.ddr-im-blick.de, aufgerufen am 14. Februar 2013.
42.
MHV, Auskunftsbericht vom 20. August 1989 (Anm. 10), Bl. 365.
43.
Ebd., Bl. 366f.
44.
Ebd., Bl. 365.
45.
Zitiert nach: ZAIG, Hinweise über einige beachtenswerte Aspekte (Anm. 41).
46.
Ebd.
47.
Hinweise auf beachtenswerte Reaktionen von Mitgliedern und Funktionären der SED zu einigen aktuellen Aspekten der Lage in der DDR und zum innerparteilichen Leben vom 11. September 1989, in: BStU, MfS, ZAIG, 0/223, abgedruckt in: Armin Mitter und Stefan Wolle, Ich liebe euch doch alle! Befehle und Lageberichte des MfS Januar - November 1989, Berlin 1990, S. 148-150, hier S. 149.
48.
Matthias Judt, Der Bereich Kommerzielle Koordinierung (Anm. 18), S. 11 und 255.
49.
Der letzte, 1972 versandte Stimmungsbericht befasste sich mit Reaktionen der DDR-Bürger auf das Ergebnis der Bundestagswahl vom 19. November 1972, die von großer Sympathie für den damals im Amt bestätigten Bundeskanzler Willy Brandt geprägt war. Erst im September 1989 nutzten die anderen Politbüromitglieder die krankheitsbedingte Abwesenheit von Erich Honecker dafür, vom MfS Berichte zur Stimmungslage in der Bevölkerung einzuholen. Der Verfasser dankt Jens Gieseke (Potsdam) für diese Information.
50.
Protokoll der Sitzung des Politbüros vom 29. August 1989, in: SAPMO-BA, Bestand Büro Krenz (DY 30/IV 2/2029), Nr. 76, o. Bl., zitiert nach: Matthias Judt, Deutschland- und Außenpolitik, in: Ders. 1997, S. 493-558, hier S. 529.
51.
Neues Deutschland, 2. Oktober 1989.
52.
Erklärung des Politbüros des Zentralkomitees der Sozialistischen Einheitspartei Deutschlands, in: Neues Deutschland, 12. Oktober 1989.
53.
Weitere Hinweise auf Reaktionen der Bevölkerung zur Erklärung des Politbüros des ZK der SED (Ergänzung der Information vom 13 Oktober 1989) vom 16. Oktober 1989, in BStU, MfS, ZAIG, 0/228, abgedruckt in: Mitter und Wolle, Ich liebe euch doch alle! (Anm. 47), S. 225f.
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