20. April 2005: Ein Plakat zeigt überlebende des Völkermords.

Der Genozid an den Armeniern

Armenische Schreiner (marangoz) in ihrer Werkstatt, im Zentrum: Garabed Nadjarian.

Elke Hartmann

Armenisches Leben im Osmanischen Reich vor 1915

Weite Teile Armeniens gehörten seit dem 16. Jahrhundert zum Osmanischen Reich. In seiner Spätzeit lebten die Armenier in einem Spannungsfeld zwischen Hoffnung und Gefährdung. Nach den Massakern am Ende des 19. Jahrhunderts und der fortschreitenden Marginalisierung zwang europäischer Druck im Februar 1914 den Osmanischen Staat zu Reformen – die aber durch den Kriegseintritt nie umgesetzt wurden. Für die Armenier begann die Katastrophe: durch Deportation, Ermordung und die Überführung ihres Besitzes und ihrer Wirtschaftsbetriebe in sunnitsch-türkische Hand. Weiter...

Armenische Massakeropfer in der Provinz Ankara.

Hans-Lukas Kieser

Der jungtürkische Genozid im Ersten Weltkrieg

1915/16 kam mehr als die Hälfte der 1,5-2 Millionen osmanischen Armenier Kleinasiens als Opfer einer Innenpolitik ums Leben, die sich frontal gegen sie richtete. An der Spitze des Osmanischen Reichs stand 1913–18 eine diktatorische jungtürkische Komiteeregierung, die im Ersten Weltkrieg ihre eigene Macht und das wankende Großreich sichern wollte. Im Innern verfolgte sie eine Politik, die nach der neuen Ideologie des Türkismus darauf abzielte, in Kleinasien ein Nationalheim für Türken (Türk Yurdu) zu schaffen. Weiter...

Die Postkarte aus dem Ersten Weltkrieg zeigt die Anführer der Mittelmächte (von links): Kaiser Wilhelm II. (Deutsches Reich), Kaiser Franz Joseph I (Österreich-Ungarn), Sultan Mehmed V. (Osmanisches Reich), Zar Ferdinand I. (Bulgarien).

Jürgen Gottschlich

Die Deutschen und der Völkermord

Nicht nur für die Türken, auch für die entscheidenden deutschen Militärs waren die Armenier potentielle Kollaborateure mit dem Feind, schreibt Jürgen Gottschlich. Deshalb glaubte beispielsweise Marineattaché Hans Humann wie sein Freund Enver Pascha, die Armenier würden die Türkei auf Dauer schwächen. Und hielt den Massenmord für "hart, aber nützlich". Schließlich wollte die Reichsregierung keinen Ärger mit der türkischen Führung. Weiter...

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Wolfgang Gust

Der Völkermord an den Armeniern 1915/16 in deutschen Akten

Der Völkermord an den Armeniern 1915/16 war das wohl schwerste Verbrechen des Ersten Weltkriegs. Und ein unheimlicher Vorläufer der Shoah. Schon deshalb müsste er die Deutschen interessieren, tut es aber kaum, meint Wolfgang Gust. Wegen des Kriegsbündnisses hielten viele Türken schon damals die Vernichtung der Armenier für eine deutsche Idee, was sie nicht war. Weiter...

Johannes Lepsius auf einer armenischen Briefmarke von 2013.

Rolf Hosfeld

Johannes Lepsius - eine deutsche Ausnahme

Johannes Lepsius war die prägende Figur der proarmenischen Bewegung im Deutschland der 1890er Jahre. Im Sommer 1916 veröffentlichte Lepsius seinen berühmten dreihundertseitigen Bericht über die Lage des Armenischen Volkes in der Türkei. Darin beschreibt er deutlich, was ab Frühjahr 1915 vor allem in Anatolien geschah: eine staatlich geplante ethnische Säuberung, die unmittelbar, exekutiert von Organen eines jungtürkischen "tiefen Staats", in genozidale Maßnahmen umschlug. Weiter...

 

Mihran Dabag

Der Genozid an den Armeniern

Wie viele Menschen dem Völkermord an den Armeniern während des Ersten Weltkriegs zum Opfer fielen, ist bis heute nicht eindeutig geklärt - ebenso wenig ist der Genozid in der Türkei aufgearbeitet worden. Gegenstand kritischer Wissenschaft und zivilgesellschaftlicher Aufarbeitung wurden die Ereignisse der Jahre 1915 und 1916 in der Türkei erst in jüngster Zeit. Weiter... 

Zerfall des osmanischen Reiches

Die zweite Belagerung Wiens im Jahr 1683 leitete den Zerfall des Osmanischen Reiches ein. Bis zum Beginn des Ersten Weltkrieges sollte es beinahe alle seine Einflussgebiete verlieren. Im Krieg sah die osmanische Regierung dann die Chance auf eine Rückeroberung. Das Reich verlor den Krieg aber, an seine Stelle trat die Republik Türkei. Weiter... 

Publikation zum Thema

Coverbild Beihilfe zum Völkermord

Beihilfe zum Völkermord

Welche Rolle spielte das Deutsche Reich beim Völkermord an den Armeniern? Jürgen Gottschlich arbeitet auf der Grundlage von Archivalien und schriftlichen Nachlässen in deutschen und türkischen Archiven heraus, wie und in welcher Weise deutsche Offiziere, Politiker und Diplomaten in die Tragödie verstrickt waren.Weiter...

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