20. April 2005: Ein Plakat zeigt überlebende des Völkermords.

Erinnerungspolitik

Mitglieder der türkischen Community New Yorks bei einer Gegendemonstration gegen eine Gedächtnisveranstaltung der armenischen Diaspora.

Burak Çopur

100 Jahre türkische Völkermordleugnung

Burak Çopur setzt sich mit den Hauptfaktoren für den jungtürkischen Genozid an den Armeniern auseinander. Von der Türkei fordert er in seinem Essay: Sie muss ihren Gründungsmythos infrage stellen und ihr Nationen- und Minderheitenverständnis überdenken. Nur so könne sie ihre Geschichte aufarbeiten und den Völkermord irgendwann anerkennen. Weiter...

Deir ez-Zor (heutiges Syrien) wurde 1915/16 zum Schauplatz von Massakern an den Armeniern

Wolfgang Benz

Aghet und Holocaust

Öffentliche Erinnerung ist Teil der politischen Kultur zivilisierter Gesellschaften. Dazu gehört auch das Erinnern an schlimme Ereignisse – und das Eingeständnis historischer Schuld. Ob Völkermorde vergleichbar sind nach ideologischen Kriterien und phänomenologischen Kategorien, ist allerdings in Deutschland umstritten. Nicht zuletzt aus Gründen einer politischen Ethik. Weiter...

Die Genozid-Gedenkstätte auf dem Jerewaner Hügel "Schwalbenburg", der zentrale Gedenkort für den Völkermord an den Armeniern.

Tessa Hofmann

Armenien und der osmanische Genozid

Wie erinnert Armenien heute den Genozid? Wie die armenische Diaspora? Tessa Hofmann zeichnet ein Bild der Erinnerungskultur, in der sie auch Parallelen zum Holocaustgedenken in Israel sieht. Weiter...

Opfergedenken

Martin Stupperich

Der Völkermord an den Armeniern im Schulunterricht

Der Völkermord an den Armeniern ist in keinem bundesrepublikanischen Lehrplan explizit als verpflichtendes Thema enthalten. Es liegt am Engagement der Lehrer, das Thema trotzdem im Unterricht zu setzen. Dabei stoßen sie laut Martin Stupperich allerdings immer wieder auf massiven Widerstand türkischer Eltern. Wie kann eine schulische Bearbeitung des Themas funktionieren? Weiter...

Demonstranten legen am 19. Januar 2012 in Erinnerung an den fünften Jahrestag der Ermordung Hrant Dinks vor dem Agos-Gebäude Schilder und Blumen nieder

Fethiye Çetin

Sie haben Hrant erschossen!

Die Rechtsanwältin, Schriftstellerin und Menschenrechtsaktivistin Fethiye Çetin war eine gute Freundin von Hrant Dink. Mit ihrem Text erinnert sie nicht nur an den großen Aktivisten, der Opfer eines feigen Mordes wurde. Sie zeigt auch, womit all jene, die seinen Tod wohlwollend hinnahmen, nicht gerechnet hatten: Mit einer Öffentlichkeit, die ein "Jetzt reicht es!" formulierte. Und die begann, die offizielle Erzählung der Geschichte des Genozids und die Diskriminierungspolitik des Staates in Frage zu stellen. Weiter...

 

Mihran Dabag

Der Genozid an den Armeniern

Wie viele Menschen dem Völkermord an den Armeniern während des Ersten Weltkriegs zum Opfer fielen, ist bis heute nicht eindeutig geklärt - ebenso wenig ist der Genozid in der Türkei aufgearbeitet worden. Gegenstand kritischer Wissenschaft und zivilgesellschaftlicher Aufarbeitung wurden die Ereignisse der Jahre 1915 und 1916 in der Türkei erst in jüngster Zeit. Weiter... 

Hintergrund aktuell (12.10.2007)

US-Ausschuss spricht von Völkermord an Armeniern

Der Auswärtige Ausschuss des US-Kongresses hat eine Resolution verabschiedet, in der die Ermordung der Armenier während des ersten Weltkrieges als Völkermord verurteilt wird. Die türkische Regierung reagierte verärgert und rief ihren Botschafter vorübergehend nach Ankara zurück. Weiter...