Dossierbild Geschichte im Fluss
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11.5.2012 | Von:
Gerd Krumeich

Die Rheinlandbesetzung

Im deutsch-französischen Krieg 1871 annektierte Deutschland Elsass-Lothringen. Nach dem Ersten Weltkrieg schlug das Pendel zurück: Frankreich und Belgien führten nun die alliierte Besetzung des Rheinlandes an. Französische Willkür und deutsche Propaganda schufen ein Klima der Feindschaft, aus dem später Hitler Kapital schlagen konnte.
Der deutsche Reichspräsident Paul Hindenburg (Mitte) bei den Feiern der so genannten Befreiung von der französischen Rheinlandbesetzung am Deutschen Eck in KoblenzDer deutsche Reichspräsident Paul Hindenburg (Mitte) bei den Feiern der so genannten Befreiung von der französischen Rheinlandbesetzung am Deutschen Eck in Koblenz (© Bundesarchiv, Bild 102-10168 vom 22. Juli 1930 / Fotograf: Georg Pahl, Quelle: Wikipedia)

Ein schwieriges Kapitel

Die französische (und belgische) Besetzung des Rheinlandes nach dem Ersten Weltkrieg ist ein besonders schwieriges Kapitel der deutsch-französischen Beziehungen. Das hat zunächst historische Gründe. Die Geschichte der Rheinlande als eines Grenzlandes zwischen Deutschland und Frankreich ist geprägt von Übergriffen, Aneignungen und Phobien auf beiden Seiten, die sich bis in das 17. Jahrhundert zurückverfolgen lassen.

"Sie sollen ihn nicht haben, den freien, deutschen Rhein": Dieses Gesangsgedicht von Nikolaus Becker aus dem Jahre 1840 war ein außenpolitisches Fanal mit der bissigen Antwort von Gérard de Nerval : "Nous l´avons eu, votre Rhin allemand…"

Alphonse de Lamartines Vermittlungsversuch: "Roule libre et superbe entre tes larges rives, Rhin, Nil de l’Occident, coupe des nations" konnte die Gemüter nicht auf Dauer beruhigen. Auch für das Rheinland galt, was man an der Geschichte Elsass-Lothringens ablesen kann, nämlich die Tatsache, dass die Militärs beider Seiten die Grenzregion Rheinland in erster Linie als "übergriffiges" Gebiet ansahen, als Basis für Angriffs- und Verteidigungsmanöver. Politiker folgten ihnen dabei, beispielsweise Bismarck, der 1871 die Annexion Elsaß-Lothringes allein aus militärischen Gründen betrieb.

„Für die Nacktheit des verengten Rheinufers unterhalb Bingen erhält der Landschaftskenner keine Entschädigung. Die Hügel zu beiden Seiten haben nicht jene stolze, imposante Höhe, die den Beobachter mit einem mächtigen Eindruck verstummen heißt; ihre Einförmigkeit ermüdet endlich, und wenngleich die Spuren von künstlichem Anbau an ihrem jähen Gehänge zuweilen einen verwegenen Fleiß verraten, so erwecken sie doch immer auch die Vorstellung von kindischer Kleinfügigkeit. Das Gemäuer verfallener Ritterfesten ist eine prachtvolle Verzierung dieser Szene; allein es liegt im Geschmack ihrer Bauart eine gewisse Ähnlichkeit mit den verwitterten Felsspitzen, wobei man den so unentbehrlichen Kontrast der Formen sehr vermisst.“

Georg Forster, 1790

„Ja, mein Freund, der Rhein ist ein edler Fluss: aristokratisch, republikanisch, kaiserlich, würdig, sowohl Frankreich als auch Deutschland anzugehören.“

Victor Hugo, 1842

„Wo heute noch der laute und wirre Jahrmarkt der Eitelkeiten tummelt, kann morgen der Garten der deutsch-französischen Freundschaft im Licht stehen. Nur hier.“

René Schickele, 1932

„Geboren bin ich in Köln, wo der Rhein, seiner mittelrheinischen Lieblichkeit überdrüssig, breit wird, in die totale Ebene hinein auf die Nebel der Nordsee zufließt.“

Heinrich Böll, 1959

Puffer zwischen Deutschland und Frankreich

Die Besetzung des Rheinlandes nach dem Ersten Weltkrieg folgte genau dieser alten Mechanik. Wenn die Deutschen die Besetzung als ein typisches Beispiel für "napoleonischen" Imperialismus deuteten, so wurde sie in Frankreich ganz überwiegend als eine zwingende militärische Notwendigkeit zum Schutze der französischen Grenzen angesehen - angesichts eines zwar im Kriege unterlegenen, bevölkerungsmäßig und wirtschaftlich aber auf Dauer doch übermächtigen Nachbarn.

Während des Ersten Weltkrieges war eine dauernde Okkupation des Rheinlandes durch Frankreich nur eine zeitweilige und recht vage formulierte Möglichkeit gewesen. Nach dem Krieg aber rückte sie infolge der militärischen Optionen in das Zentrum des Interesses. Engländer und Amerikaner hatten ursprünglich nur verlangt, dass die deutschen Truppen Frankreich und Belgien vollständig räumten. General Foch, der Oberkommandierende der alliierten Truppen, setzte im Waffenstillstandsabkommen vom 11. November 1918 zusätzlich die Demilitarisierung des Rheinlandes durch. Das Rheinland sollte zu einem echten Puffer zwischen Rest-Deutschland und Frankreich werden.

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Kilometer lang ist der Rhein. Er ist damit nach der Wolga, der Donau, dem Dnepr, dem Don und dem Dnestr der sechstlängste Fluss in Europa.



Es folgten schwierige Verhandlungen zwischen den Alliierten, weil große Teile der französischen politischen Klasse und Öffentlichkeit der Meinung waren, dass das Rheinland und das Saargebiet definitiv vom Deutschen Reich abgetrennt und als unabhängige Staaten unter die Kontrolle der Vereinten Nationen oder Frankreichs gestellt werden sollten. Wegen des entschiedenen amerikanischen und britischen Widerstandes gegen eine solche Verkleinerung Deutschlands – die ja zwingend ein Übergewicht Frankreichs im künftigen Europa zur Folge haben musste – wurde im Versailler Vertrag vom 28. Juni 1919 schließlich nur eine zeitweilige "Friedensbesetzung" durch alliierte Truppen und zudem eine endgültige Entmilitarisierung des Rheinlandes festgelegt: Laut Artikel 42 und 43 des Vertrages war es Deutschland untersagt, "auf dem linken Ufer des Rheines und auf dem rechten Ufer westlich einer 50 km östlich des Stroms verlaufenden Linie Befestigungen beizubehalten oder anzulegen" und in diesem Gebiet Truppen zu stationieren.

Der Hohe Ausschuss

Zusätzlich enthielt der Vertrag noch als Anhang eine spezielle „Vereinbarung“ zwischen den USA, Belgien, Großbritannien und Frankreich einerseits und dem Deutschen Reich andererseits. Hier wurden die Modalitäten der "Friedensbesetzung" des Rheinlandes festgelegt. Insbesondere wurde eine "Haute commission interalliée des territoires rhenans" als zentrale Legislative und (!) Exekutive der Alliierten im Rheinland geschaffen. Als deren Vorsitzender wurde der französische Diplomat Paul Tirard eingesetzt. Über die Kompetenzen dieser Haute Commission hieß es in Artikel 3 der "Vereinbarung" nur lapidar: "Der Hohe Ausschuss ist befugt, Verordnungen zu erlassen, soweit dies für die Gewährleistung des Unterhalts, der Sicherheit und der Bedürfnisse der Streitkräfte der alliierten und assoziierten Mächte nötig ist (…). Diese Verordnungen haben Gesetzeskraft."

Weiterhin wurden in dieser "Vereinbarung" das Verhältnis der weiter bestehenden deutschen Behörden des Rheinlands zu den Organen der Haute Commission sowie die Unterbringung und der Unterhalt der Besatzungsarmee geregelt. Auch eine abschließende Verschärfungsmöglichkeit dieser "Friedensbesetzung" im völkerrechtlichen Sinne mussten die Deutschen unterschreiben. So beinhaltete Artikel 13 die Maßgabe, dass der Hohe Ausschuss befugt sei "so fern er es für nötig hält, den Belagerungszustand über das ganze Gebiet oder einen Teil davon zu verhängen".

Französische Willkür...

Diese ganz ungewöhnliche Maßgabe öffnete natürlich jeder Besatzungswillkür Tür und Tor. Dies um so mehr, als die ursprünglich vorgesehene amerikanische Beteiligung an der Rheinlandbesatzung wegen der Nicht-Unterzeichnung des Versailler Vertrages durch den Senat der USA unterblieb. Auch die Engländer zogen sich ab 1920 weitestgehend aus der Besatzungspolitik und überhaupt aus der Zusammenarbeit mit Frankreich zurück. So blieben als Besatzungsmächte am Rhein nur noch Belgien und Frankreich, was sicherlich auch der Grund dafür war, dass die Besetzungspraktiken sehr viel härter wurden, als sie es bei einer Vierer-Besatzung (unter Einschluss der westlichen Demokratien) geworden wäre. Denn tatsächlich wurde die Besatzung jetzt ja nur noch von den beiden Ländern ausgeübt – Belgien und Frankreich –, die selber so sehr unter der Kriegsbesatzung durch die Deutschen gelitten hatten.

Im Grunde verfolgten die französischen und belgischen Rheinlandbehörden die Strategie, nahezu alle Beschwerden der Deutschen über Schikanen, Fehlgriffe, Misshandlungen als unbegründet abzulehnen, gleichgültig, ob schließlich doch hinter den Kulissen Remedur geschaffen wurde. Ein besonders wichtiges Beispiel hierfür sind die zahlreichen Anzeigen sexueller Gewaltverbrechen durch französischer Soldaten. Diese wurden von den französischen Behörden auch als unbegründet zurückgewiesen, wenn die Beschuldigten militärintern bestraft wurden.

…und deutsche Propaganda

Es war für die deutschen Nationalisten und Rechtsradikalen deshalb ein leichtes Spiel, ihre Propaganda auf der Schutzlosigkeit von Frauen und Kinder aufzubauen. Das zeigte sich vor allem bei der geradezu explosionsartigen Verbreitung von Pamphleten und Schriften über die so genannte "Schwarze Schmach".

Bereits im 1870er Krieg hatte die deutsche Propaganda sich auf die Tatsache eingeschossen, dass die Franzosen "Senegalesen" gegen Deutsche kämpfen ließen, dass also eine zivilisierte Macht es zuließ, dass ein Weißer von schwarzen "Untermenschen" getötet werden konnte. Den schwarzen Soldaten wurden auch besonders barbarische Methoden im Kampf unterstellt. Im Ersten Weltkrieg hatten sich diese Gerüchte ebenfalls in der Propaganda niedergeschlagen. Nach 1918, im "Krieg nach dem Krieg", brachen sie zu voller Kraft auf, waren doch jetzt die Frauen und Mädchen "Freiwild am Rhein", so der Titel einer besonders infamen Hetzschrift.

Düsseldorfer Blutsonntag

Ein weiteres Problem war die Unterstützung separatistischer Bewegungen durch die Besatzungsmächte. Dies lag in erster Linie daran, dass Paul Tirard, genauso wie die meisten französischen Militärs, Politiker, Journalisten und Intellektuellen, der Meinung war, dass die Rheinländer sich am liebsten vom "preußischen Joch" lösen und unter dem Schutz Frankreichs ein selbständiges Land sein wollten. Diese Überzeugung war auch der Hebelpunkt für die "pénétration pacifique", die im besetzten Rheinland an vielen Orten beispielsweise durch die betonte Pflege französischer Feier- und Gedenktage, etwa des "14 Juillet" gefördert werden sollte, aber in Wirklichkeit kaum einen Rheinländer zu überzeugen vermochte.

Gleichwohl stand diese "kulturpolitische" Überzeugung weiterhin im Mittelpunkt einer Politik der Unterstützung separatistischer Aktivitäten. Am schlimmsten davon ist im Rheinland der "Düsseldorfer Blutsonntag" vom 30. September 1923 in Erinnerung geblieben. Damals versuchten separatistische Gruppen, die Macht zu übernehmen und wurden dabei von den französischen Militärs massiv unterstützt. Und das, obwohl sich die Bevölkerung ganz eindeutig gegen diese separatistischen Aktivitäten wendete.

Das quantitativ größte Problem der Rheinland-Besetzung aber waren die im "Rheinlandstatut" des Versailler Vertrages nicht direkt vorgesehenen, von den französischen und belgischen Militärbehörden aber häufig angewandten "Ausweisungen" von missliebigen Personen aus dem Besatzungsgebiet. Das bedeutete konkret, dass jemand, der etwa eine der vielen verbotenen Zeitungen verbreitet hatte, ohne weitere Umstände entweder alleine oder mit seiner Familie aus dem Besetzungsgebiet abtransportiert und tatsächlich jenseits der Grenze auf offener Straße ausgesetzt werden konnte.

Der Ruhrkampf

Solche Ausweisungen fanden vor allem im so genannten "Ruhrkampf" statt, in der Zeit vom Januar bis September 1923, in der Franzosen und Belgier die Rheinlandbesetzung ausdehnten und auch weite Teile des Ruhrgebietes militärisch besetzten, um Deutschland zur Erfüllung seiner Reparationspflichten zu zwingen.

Tatsächlich hatte die deutsche Regierung im Dezember 1922 ihre Zahlungen und Sachlieferungen mit der provokativen Begründung eingestellt, man habe selber eine zu große Not zu bewältigen und wolle nur noch nach dem Maße des vorhandenen "Überschusses" bezahlen. Diese Erklärung erfolgte in einer Situation, in der die Folgen der Kriegszerstörungen und der räuberischen deutschen Besatzungspolitik in Frankreich zu einer großen Finanz- und Wirtschaftskrise geführt hatten.

Auch mussten die Franzosen zusätzlich die Schulden begleichen, die sie während des Krieges vor allem in Amerika aufgenommen hatten. Nicht zuletzt deshalb zeigte die französische Propaganda in ihren Filmen und Fotos die "rauchenden Schornsteine" an Rhein und Ruhr. Sie waren ein Symbol des – trotz der grassierenden Inflation – vorgeblichen Wohlstands der Deutschen.

Von den Problemen in Frankreich hatten die Deutschen, die sich von einem brutalen und unnahbar arroganten Sieger ausgebeutet und misshandelt fühlen, nicht die geringste Vorstellung. Umso extremer verlief diese wichtigste und abschließende Phase der Rheinlandbesetzung. Jetzt wurde, im Fall Schlageter, auch zum ersten Mal ein Todesurteil wegen Sabotage einer Eisenbahnbrücke vollstreckt. Und über Generationen hinweg ist der heftigste Zusammenstoß zwischen Besatzern und Zivilbevölkerung in Erinnerung geblieben, nämlich der „blutige Karsamstag“ 1923 bei Krupp, als eine französische Militärpatrouille in das Gelände der Krupp-Fabrik eindrang, um dort Konfiszierungen durchzuführen. Dabei kam es zu Auseinandersetzungen mit herbei geströmten Arbeitern, die sich diesen Wegnahmen erregt widersetzen wollten. Der kommandierende Offizier dieses Trupps ließ daraufhin das Feuer eröffnen – zehn Tote waren die Folge. Dieser Zusammenprall erschien den Deutschen als emblematisch für die Brutalität der Besatzer, zumal die Franzosen auch hier jegliche Verantwortung von sich wiesen und im Gegenzug sogar die Direktoren von Krupp verhaften und zu längeren Gefängnisstrafen verurteilen ließen.

An der Ruhr war also, stärker noch als im "friedensbesetzten" Rheinland, ein wirklicher "Krieg nach dem Krieg" ausgebrochen, der seinen deutlichsten Ausdruck fand in der Vielzahl antifranzösischer Schriften und Plakate, die interessanterweise genau den Bildern entsprachen, welche die Franzosen während des Weltkriegs von der deutschen Besatzung gezeichnet und gemalt hatten.

Ende der Besatzung



Nach der Einwilligung der Deutschen in den Young-Plan nach der Locarno-Konferenz und der von Stresemann und Briand eingeleiteten Politik des Friedens zwischen den beiden Nachbarn endete die Rheinlandbesetzung am 30. Juni 1930 mit dem Abzug der französischen und belgischen Truppen. Dennoch blieb das Rheinland weiterhin entmilitarisiertes Gebiet, behielt also einen Sonderstatus gegenüber dem übrigen Deutschen Reich.

Auch das war ein Punkt, aus dem Hitler später Kapital schlagen konnte, als er 1936 mit dem Einmarsch ins entmilitarisierte Rheinland die Franzosen und ihre Alliierten vor die Entscheidung stellte, ob sie den Machthaber gewähren lassen wollten oder nicht. Leider – von heute her gesehen – ließen sie diesen ersten Schritt zur gewaltsamen "Neuordnung Europas" durch die Nationalsozialisten ungestraft geschehen. Zu stark war in Frankreich inzwischen die Friedenssehnsucht aller politischen Lager und gesellschaftlichen Schichten geworden.

Francois Seydoux, der in Berlin geborene und später langjährige französische Botschafter in Bonn, hat in seinen Lebenserinnerungen über seine Jugendzeit in jenen Jahren Folgendes geschrieben.

"Ich verbrachte die Ferien des Sommers 1925 im französischen Hochkommissariat für das Rheinland mit Sitz in Koblenz (…). Nirgends hätte man sich ein zugleich glanzvolleres wie unzutreffenderes Bild von der Situation Frankreichs machen können, das siegreich an den Ufern des Rheins und der Mosel eine große Tradition wiederbelebte. Nirgends fühlten wir uns von den Deutschen weiter entfernt als in diesen uns geographisch und auch aufgrund eines gemeinsamen Erbes so nahe gelegenen Gebieten. Franzosen und Deutsche lebten nebeneinander, ohne sich anzublicken, die einen bestrebt, sich an eine Situation zu gewöhnen, die man sich zwangloser gewünscht hätte, die anderen düster verschlossen in ihrer Demütigung. Die brave Frau, bei der ich logierte, hatte nur wenige Minuten für ein paar Worte mit mir übrig; wir hatten nicht die gleiche Wellenlänge; das Besatzungsregime war böse für sie, und ich armer Junge gehörte zu den Besatzern. Ein separatistisches Rheinland, das in den vergangenen Jahren einmal eine Chance gehabt hatte, kam nicht mehr in Frage. Von Wiederversöhnung aber sprach kein Mensch."

Eine wirklich dauerhafte Aussöhnung zwischen Deutschland und Frankreich konnte erst Wirklichkeit werden, als ein weiterer und unermesslich grausamerer Krieg gezeigt hatte, dass es keine Alternative mehr geben konnte zu einer Zusammenarbeit Frankreichs und Deutschlands für ein vereintes und friedliches Europa.

Chronologie

1793: Unter dem Einfluss der französischen Revolution gründet sich in Mainz die Mainzer Republik

1806: Nach der Auflösung des Heiligen Römischen Reiches Deutscher Nation bildete Napoleon den Rheinbund, ein Staatenbündnis, das neben den westrheinischen auch einige ostrheinische deutsche Territorialstaaten einschloss. Der Code Napoleon bringt Freiheits- und Menschenrechte.

1813: Die deutschen Befreiungskriege beenden den Rheinbund.

1815: Auf dem Wiener Kongress verliert Frankreich die linksrheinischen Gebiete, behält aber das Elsass. Das Rheinland kommt zu Preußen.

1840: Während der Rheinkrise beansprucht Frankreich den Rhein als natürliche Grenze. Es beginnt die Propagandaschlacht um den Rhein.

1871: Im deutsch-französischen Krieg annektiert das Deutsche Reich Elsass und Lothringen.

1918: Im Waffenstillstand vom 11. November wird die Demilitarisierung des Rheinlandes festgelegt.

1919: Der Versailler Vertrag regelt eine "Friedensbesetzung" des Rheinlands.

1923: Düsseldorfer Blutsonntag und Blutiger Karsamstag bei Krupp. Ruhrkampf.

1925: Antifranzösische so genannte Jahrtausendfeiern im Rheinland anlässlich des 1.000sten Jahrestags der Einverleibung des mittelfränkischen Lotharingen in das ostfränkische Reich Heinrichs I.

1930: Am 30. Juni beenden die französischen und belgischen Truppen die Rheinlandbesetzung.

1936: Hitler marschiert ins entmilitarisierte Rheinland ein.
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Zum Weiterlesen

Der Rhein

  • Lucien Febvre: Der Rhein und seine Geschichte. Campus Verlag (2006): Der Klassiker der Rheinliteratur. Febvre beschreibt den Rhein erstmals aus einer übernationalen Perspektive. "Lucien Febvre ist der Aufklärung verpflichtet." (Die Zeit)

  • Horst Johannes Tümmers: Der Rhein. Ein europäischer Fluss und seine Geschichte. Beck Verlag München (1994). Tümmers hat sich die Geschichte des Stromes zu Fuß erlaufen. Noch immer ein Standardwerk. "Ein generalistisches, im besten Sinne gelehrtes, informatives und nicht zuletzt aufrüttelndes Buch." (Sehepunkte)

  • Gertrude Cepl-Kaufmann/Antje Johanning: Mythos Rhein. Kulturgeschichte eines Stromes. Primus Verlag (2003). Die Geschichte des Rheins als literarische Geschichte. "Ein origineller Ansatz zu einer Kulturgeschichte." (NZZ)

  • Karen Denni: Rheinüberschreitungen. Grenzüberwindungen. UVK-Verlag (2008). Karen Denni schreibt die Geschichte der Brücken zwischen Straßburg und Kehl und mit ihr ein Stück deutsch-französische Geschichte.