Dossierbild Geschichte im Fluss

Flüsse in der Geschichte

Wenn in Europa von Flüssen die Rede ist, dann meist im Zusammenhang mit Umweltthemen oder Hochwasserkatastrophen. Mit der zunehmenden touristischen Nutzung und der Wiederentdeckung der Flussufer in den Städten wächst aber auch das Interesse an ihrer Geschichte. Schon in der Antike waren Flüsse ein Symbol für das Werden und Vergehen und damit des menschlichen Lebens. Seit dem Fall des Eisernen Vorhangs stehen sie auch für das Zusammenwachsen Europas.

Die Donau bei Bukarest in der Nähe von Constanta. Hier war Ovid im Exil.

Uwe Rada

Die besten Botschafter Europas

Lange Zeit waren Flüsse in Europa Symbole für Grenzen. Doch das waren sie nicht immer. Um ihre Rolle als verbindendes Band wieder in den Vordergrund zu rücken, braucht es aber gemeinsame, grenzüberschreitende Erinnerungsorte. Weiter...

Flüsse symbolisieren unser Wissen von der Welt. Berninis Vierströmebrunnen in Rom.

Guido Hausmann

Flüsse als europäische Erinnerungsorte

Dass Flüsse ein hohes metaphorisches Potential haben, wissen wir aus der Antike. Dass sie politisch und national aufgeladen werden können, hat das 19. Jahrhundert gezeigt. Seit dem Ende des Kommunismus stehen sie aber auch für das Zusammenwachsen Europas. Weiter...

Menschen am Fluss. Lange Zeit spielte Nationalität keine Rolle.

Eva-Maria Stolberg

Heimat Fluss

Das Leben am Fluss hat die Menschen im östlichen Mitteleuropa geprägt. Oder, Weichsel und Memel waren Lebensader und Handelsraum für Deutsche, Polen und Litauer. Im gemeinsamen Europa knüpft man wieder an das unmittelbare Verhältnis von Mensch und Fluss an. Weiter...

Der Petersdom in Rom

Adolf Stock

Flüsse als religiöse Symbole

Die Elbe protestantisch, der Rhein katholisch? So einfach ist es nicht. Europas religiöse Landkarte ist so fließend wie der Lauf der Flüsse. Dennoch markieren die Dome, Kirchen, Kathedralen und Moscheen an ihren Ufern, welche symbolische Bedeutung Flüsse für Katholiken, Protestanten, Orthodoxe und Muslime haben. Weiter...

Der Dnjepr in Kiew. Er teilt die Ukraine in einen europäischen Westen und einen als rückständig empfundenen Osten.

Hans-Christian Trepte

Flüsse in den slawischen Literaturen

Seit Anbeginn haben die Slawen an und mit dem Wasser gesiedelt. Deshalb haben sie auch eine besonders innige Beziehung zu den Flüssen. Sie haben Einzug gehalten in die Literatur, werden als nationale Flüsse verehrt, geben Identität und Trost. Allerdings sind sie auch Schauplatz großer Tragödien. Weiter...

Keine Langeweile, sondern großes Flusskino: Das Elbsandsteingebirge.

Karl Schlögel

Enzyklopädien des Lebens

Kann man Flüsse lesen? Ja, denn sie sind ein Spiegel der Geschichte – die der Natur ebenso wie die der menschlichen Arbeit, der Kultur und der Geschichte von Krieg und Frieden Weiter...

Das Eiserne Tor an der Donau hat schön zu römischen Zeiten eine Rolle gespielt.

René Nehring

Flüsse als Wegmarken der Geschichte

Flüsse können alles Mögliche sein: natürliche Wasserstraßen wie der Rhein und die Donau oder Kulturlandschaften wie das Dresdner Elbtal. Sie können Lebensadern ganzer Länder sein wie der Nil in Ägypten oder die Themse in England. Mitunter werden Flüsse auch zu Wegmarken der Geschichte. Weiter...

Kriegsgräber im slowenischen Bovec

Uwe Rada

Kriegsflüsse, Friedensflüsse: das Beispiel Isonzo

Zwölf Schlachten wurden im Ersten Weltkrieg am Isonzo geschlagen, der auf Slowenisch Soča heißt. Hunderttausende verloren in diesem italienisch-österreichischen Bergkrieg ihr Leben. In Slowenien wurden die Orte des Schreckens zu einem "Weg des Friedens" verbunden Weiter...

Die Elbe mit dem Panorama der Hamburger Innenstadt. Am rechten Rand die größte Bismarckstatue Deutschlands.

Bildergalerie: Flüsse in der Geschichte

Flüsse haben in der Geschichte schon immer eine wichtige Rolle gespielt. Und sie dienten als Symbole der Repräsentation wie der Vierströmebrunnen in Rom oder der Neptunbrunnen in Berlin zeigen. Aber auch für die Menschen sind sie, wie an Moldau und Elbe, historische Erinnerungsorte. Weiter...

 
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Flüsse in der Geschichte

  • Claudio Magris: Die Donau. Biografie eines Flusses. Zsolnay Verlag (1996). Eine intellektuelle Reise durch die Geistesgeschichte an der Donau von der Quelle bis zur Mündung. Der Klassiker unter den Flussgeschichten.

  • Guido Hausmann: Mütterchen Wolga. Ein Fluss als Erinnerungsort vom 16. bis ins frühe 20. Jahrhundert. Campus Verlag (2009). Am Beispiel des größten Europäischen Flusses schreibt Hausmann mehr als nur eine russische Geschichte. "Guido Hausmann ist ein großer Wurf gelungen." (Sehepunkte)

  • Peter Ackroyd: Die Themse. Biografie eines Flusses. Knaus Verlag (2009). Am Beispiel der Themse beschreibt Ackroyd die Geschichte des britischen Imperiums und entwirft die Grundzüge einer 'liquid history'. "Ackroyd erzählt Geschichte, und wie gerne er erzählt." (Die Zeit)

  • Christof Mauch/Thomas Zeller (Hg.): Rivers in History. University of Pittsburgh Press (2008). Eine Anthologie in englischer Sprache von Beiträgen einer Konferenz am Deutschen Historischen Institut in Washington, die eine Brücke zwischen der europäischen und der amerikanischen Flussdebatte schlagen. "Ein wichtiger und lesenswerter Beitrag zur Geschichte von Menschen und Flüssen diesseits und jenseits des Atlantiks". (Sehepunkte)