Dossierbild Geschichte im Fluss

29.8.2012

Der Rhein im Lauf der Geschichte

Einst bildete der Rhein die Grenze zwischen den Römern und den Germanen, später dann rangen Deutsche und Franzosen um die Vorherrschaft am Rhein. Doch der Transport von Waren und Ideen, wie Victor Hugo einst sagte, hat ihn zum europäischen Strom gemacht.

Die allegorische Darstellung des Rheins (mit Weinreben) am Neptunbrunnen in Berlin.Die allegorische Darstellung des Rheins (mit Weinreben) am Neptunbrunnen in Berlin. (© Wikimedia)

5. Jahrhundert vor Christus: Die Kelten siedeln am Rheinknie auf dem Gebiet des heutigen Basel.

58-50 vor Christus: Caesar erobert im Gallischen Krieg die Gebiete westlich des Rheins, die heute zu Belgien und Frankreich gehören.

55 vor Christus: Bau der ersten Brücke über den Rhein durch die Römer. Erster Vorstoß nach Germanien. Der Rhein wird bald als Grenze zwischen „Zivilisation“ und „Barbarei“ betrachtet.

12 vor Christus: Straßburg wird von den Römern in der Provinz Germania Superior gegründet.

9 vor Christus: Augustus verfolgt den Plan, die Rheingrenze nach Osten an die Elbe zu verlegen.

9 nach Christus: Varusschlacht am Teutoburger Wald. Die Germanen unter Arminius besiegen das römische Heer.

11: Die Römer gründen am Rhein ein Kastell, aus dem sich mit der Zeit eine zivile Siedlung, der vicus bonensis, entwickelt – das spätere Bonn.

15: Agrippina die Jüngere, die Mutter des späteren Kaisers Nero, wird am Rhein geboren. Nach ihr wird später die Stadt „Colonia Claudia Ara Agrippinensium“ benannt, das heutige Köln.

16: Der römische Kaiser Tiberius verzichtet auf die ursprünglichen Pläne, das Römische Reich bis zur Elbe nach Osten auszudehnen. Stattdessen werden Rhein, Limes und Donau zur Ostgrenze des Römischen Reichs ausgebaut.

455: Während der Völkerwanderung erobern die Franken Köln. Die romanische Bevölkerung lebt weiter in der Stadt.

476: Ende des Weströmischen Kaiserreichs.

511: Tod Chlodwigs I. Aufteilung seines Reichs. Gründung des Stifts Sankt Goar.

782: Mainz wird Erzbistum und ein wichtiger Ausgangspunkt zur Eroberung der Sachsen im Osten.

800: Karl der Große wird in Rom zum Kaiser gekrönt und begründet das Römische Kaisertum und Reich neu.

843: Teilung des Karolingerreichs in das westfränkische, das ostfränkische und das lotharingische Reich. Der Rhein mäandert zwischen den beiden letztgenannten Reichen.

873: Einweihung des Kölner Doms, des Vorgängerbaus des heutigen Doms.


Zum Weiterlesen

Der Rhein

  • Lucien Febvre: Der Rhein und seine Geschichte. Campus Verlag (2006): Der Klassiker der Rheinliteratur. Febvre beschreibt den Rhein erstmals aus einer übernationalen Perspektive. "Lucien Febvre ist der Aufklärung verpflichtet." (Die Zeit)

  • Horst Johannes Tümmers: Der Rhein. Ein europäischer Fluss und seine Geschichte. Beck Verlag München (1994). Tümmers hat sich die Geschichte des Stromes zu Fuß erlaufen. Noch immer ein Standardwerk. "Ein generalistisches, im besten Sinne gelehrtes, informatives und nicht zuletzt aufrüttelndes Buch." (Sehepunkte)

  • Gertrude Cepl-Kaufmann/Antje Johanning: Mythos Rhein. Kulturgeschichte eines Stromes. Primus Verlag (2003). Die Geschichte des Rheins als literarische Geschichte. "Ein origineller Ansatz zu einer Kulturgeschichte." (NZZ)

  • Karen Denni: Rheinüberschreitungen. Grenzüberwindungen. UVK-Verlag (2008). Karen Denni schreibt die Geschichte der Brücken zwischen Straßburg und Kehl und mit ihr ein Stück deutsch-französische Geschichte.