Dossierbild Geschichte im Fluss

Die Donau

Zu Zeiten des Habsburgerreichs war die Donau das blaue Band, das die verschiedenen Kronländer miteinander zur "Donaumonarchie" verband. Ende des zwanzigsten Jahrhunderts fanden dort die jüngsten Kriege in Europa statt. Aus Nachbarn waren Feinde geworden. Dennoch gibt die Donau wieder Anlass zur Hoffnung. Für unsere Autoren aus Österreich, Kroatien, Serbien, Bosnien, Bulgarien, Polen und Deutschland ist sie sogar "der Fluss Europas".

Die DonauBitte klicken Sie auf das Bild, um die interaktive Karte zu öffnen. (bpb) Lizenz: cc by-nc-nd/2.0/de/

Lauf der Geschichte

Die Donau in Vukovar

Andrzej Stasiuk

Der Donau entkommt man nicht

Natürlich fließt die Donau durch Passau, Wien und Budapest. Aber wer dort auf den Brücken steht, sollte auch an das Blut denken, das die Donau im letzten Krieg mit sich führte. Die Donau verbindet die Mitte mit dem Rand, darum ist sie der europäischste aller Flüsse – und die tiefsinnigste, klügste Erzählung, die uns die Geografie unseres Kontinents bietet. Weiter...

Flucht von Donauschwaben mit deutschen und rumänischen Soldaten aus Rumänien im Juli 1944. © Wikimedia

Karl-Markus Gauß

Das kurze Glück der Donauschwaben

Sie bestiegen die Ulmer Schachteln in der Hoffnung auf ein besseres Leben im Osten. Den Nationalismus lernten sie erst spät kennen. Dennoch wurden sie nach dem Zweiten Weltkrieg aus der Batschka, aus Slawonien, Syrmien und dem Banat vertrieben. Heute leben sie in aller Welt verstreut. Weiter...

Die Donau mit der neuen Freiheitsbrücke in Novi Sad

Ivan Ivanji

Meine Donau

Ich bin ein Donauanrainer. Schon als Kind habe ich Europas Karten nach den Flüssen gezeichnet. Der Badestrand von Novi Sad war der schönste, den es gab. Nur waren meine Eltern so ungeschickt, als Juden auf die Welt zu kommen. Weiter...

Zerstörte Brücke über die Donau in Novi Sad.

Andrej Ivanji

Brücken der Erinnerung

Ich denke an die Donau. Ich denke an meine Töchter. Vor nicht allzu langer Zeit war hier noch Krieg. Nun herrscht Frieden. Vorübergehend? Oder für alle Zeiten? Ich will, das Brücken der Erinnerung gebaut werden. Brücken, die in die Zukunft reichen. Weiter...

Der Basar auf der Ada Kaleh

Momir Turudić

Ein versunkenes Paradies

Die Ada Kaleh war eine Insel in der Donau, auf der Christen und Moslems friedlich zusammenlebten. Sie lag am Eisernen Tor an der Grenze zwischen Serbien und Rumänien, war aber bis 1912 eine Exklave des Osmanischen Reiches. Als Rumänien und Jugoslawien 1968 den Djerdap-Stausee und das Kraftwerk am Eisernen Tor bauten, verschwand die Insel in den Fluten der Donau. Weiter...

Die Miljacka in Sarajewo. Hier wurde Österreichs Thronfolger Franz Ferdinand 1914 ermordet. Die Milkjacka verbindet Bosnien mit der Donau

Muharem Bazdulji

Donauland Bosnien

1914 wurde der österreichische Thronfolger Franz Ferdinand an der Miljacka in Sarajewo erschossen. Die Miljacka mündet in die Bosna, diese über die Save in die Donau. Das ist der Grund, warum sich Bosnien bis heute eher Mitteleuropa zugehörig fühlt und weniger dem Adriatischen Meer. Ganz anders sieht es in der Herzegowina aus. Weiter...

Schon von weitem sichtbar: Die Brücke des Slowakischen Nationalaufstands

Michal Hvorecky

Die Brücke von Bratislava

Als Jugendlicher träumte ich davon, im Café Bystrica über der Donau einer Österreicherin zu begegnen. Heute gibt es das Café nicht mehr, nur noch ein luxuriöses Restaurant. Doch die Brücke erzählt weiter ihre Geschichten. Weiter...

Hüben und drüben

Der zerschossene Wasserturm ist das Wahrzeichen des Krieges in Vukovar.

Dragan Velikić

Vukovar und die Serben

Die Belagerung des kroatischen Vukovar war der Anfang vom Ende Jugoslawiens. Im kollektiven Gedächtnis der Serben ist die Stadt an der Donau bis heute ein weißer Fleck. Weiter...

Ein Denkmal in Vukovar.

Miljenko Jergovic

Der kroatische Kampf um Vukovar

Offiziell bekennt sich Kroatien zu den Minderheitenrechten der Europäischen Union. Tatsächlich aber kämpfen Nationalisten für ein Kroatien der Kroaten. Vor allem in Vukovar, wo nach dem Krieg wieder 35 Prozent Serben leben, wird der Kampf gegen das Kyrillische zu einem neuen Kreuzzug. Einzig die Donau macht Hoffnung. Weiter...

Die Kettenbrücke und Pest von Buda aus betrachtet.

Sebastian Garthoff

Ein Fluss und seine Stadt

Budapest schwankte immer zwischen den Extremen. Großstadt, Repräsentation und Moderne standen Melancholie, Zukunftsangst und Todessehnsucht gegenüber. Und mittendrin war und ist die Donau. Weiter...

Am Straßenrand wird gegrillt.

Svetlana Kirova

Die Donaubrücke zwischen Giurgiu und Ruse

Sie ist die einzige Brücke zwischen Bulgarien und Rumänien. Als sie in den fünfziger Jahren gebaut wurde, hieß sie Brücke der Freundschaft. Später kehrten beide Länder einander den Rücken zu. Erst seit ihrem Beitritt zur Europäischen Union proben Bulgarien und Rumänien wieder ein Stück Normalität. Weiter...

An die Ufer

Das osmanische Rustschuk von der Donau betrachtet. Ein Gemälde von 1824.

Penka Angelova

Elias Canetti und Ruse

Die Stadt, in der er geboren wurde, hieß Rustschuck, Rousse oder Ruse. Für Elias Canetti, den späteren Literaturnobelpreisträger, war die Stadt an der Donau die bestmögliche aller Heimaten: vielsprachig, vielschichtig, europäisch. Das hat auch seine Literatur geprägt. Weiter...

Ulm, Das Münster und die Donau von der Neu-Ulmer Seite betrachtet.

Uwe Rada

Ulmer Donaugeschichten

Vor dreihundert Jahren zogen die Schwaben auf ihren Ulmer Schachteln die Donau hinunter. Heute sind die Nachfahren der Donauschwaben überzeugte Europäer. Dennoch tun sich Ulm und Neu-Ulm noch ein wenig schwer mit ihrem Fluss. Weiter...

Das Naturschutzgebiet Kopački Rit am Zusammenfluss von Drau und Donau.

Rüdiger Schacht

Amazonas an der Donau

An den Nebenflüssen der Donau haben sich europaweit einmalige Flusslandschaften erhalten, die kurz vor ihrer Zerstörung stehen. Doch es gibt noch Hoffnung. Inzwischen gibt es Pläne zur Einrichtung eines länderübergreifenden Biosphärenreservats. Weiter...

Die Belagerung Belgrads durch Österreich 1717: Im Vordergrund der Zusammenfluss von Save und Donau. © Wikimedia

Die Donau: Chronologie

Die Donau im Lauf der Geschichte

Wer die Donau beherrscht, beherrscht Europa. Die Griechen segelten vom Schwarzen Meer stromaufwärts. Rom siedelte donaubwärts. Lange Zeit bildete die Eiserne Pforte das größte Hindernis. Vom 15. bis zum 19. Jahrhundert kämpften Österreich und das Osmanische Reich um die Vorherrschaft an der Donau. Die letzten Kriege fanden nach dem Zerfall Jugoslawiens statt. Und dennoch gibt die Donau Anlass zu Optimismus. Mehr und mehr wird sie zu einem Strom, der Europa verbindet und nicht nur teilt. Weiter...

Blick von Belgrad auf die Save. Im Hintergrund Neu-Belgrad.

Geschichte Im Fluss: Die Donau

Bildergalerie: Donau in Belgrad

Belgrad, das ist nicht nur die ehemalige Hauptstadt Jugoslawiens und heute Serbiens. In Belgrad fließen auch die Save und die Donau zusammen. Oberhalb des Zusammenflusses thront die einst türkische Festung Kalemegdan. Belgrad verdankt seine Lebendigkeit nicht zuletzt den beiden Flüssen. Weiter...

Landwirtschaft und Vogelgebiet müssen kein Gegensatz sein.

Geschichte Im Fluss: Die Donau

Bildergalerie: Europäisches Amazonien

Die Drau und die Save, zwei rechte Nebenflüsse der Donau, sind bis heute noch weitgehend naturbelassen. Die Drau mäandert ohne menschliche Eingriffe durch die Baranja-Ebene, an der Save leben die Menschen am und mit dem Fluss. Doch diese intakten Flusslandschaften sind bedroht. Weiter...

 
Zum Weiterlesen

Die Donau

  • Claudio Magris: Die Donau. Biografie eines Flusses. Zsolnay Verlag (1996). Eine intellektuelle Reise durch die Geistesgeschichte an der Donau von der Quelle bis zur Mündung. Der Klassiker unter den Flussgeschichten.

  • Michael W. Weithmann: Die Donau. Geschichte eines europäischen Flusses. Böhlau Verlag (2012). Eine fundierte Geschichte des Donauraums von der Antike bis zur Gegenwart. "Die wohl beste Neuerscheinung der letzten Jahre zur Geschichte und Gegenwart des Donauraums." (Siebenbürger Zeitung)

  • Frank Gauditz: Warten auf Europa. Begegnungen an der Donau. Deutsches Kulturforum östliches Europa (2006). Der Fotograf Frank Gauditz reiste die Donau entlang und legt ein biografisches Porträt der Donau am Beispiel ihrer Menschen vor.

  • Christian Fridrich (Hg.): Europa Erlesen. Donau. Wieser Verlag (2012). Auch der Wieser-Verlag hat sich der Donau angenommen. Auf mehr als 600 Seiten bietet die Anthologie bekannte und unbekannte Texte über die Donau.

  • Michal Hvorecky: Tod auf der Donau. Tropen Verlag (2010). Der Thriller des slowakischen Autors spielt auf einem Kreuzfahrtsschiff auf einer Fahrt von Regensburg zum Schwarzen Meer. "Porträt und Chronik eines paneuropäischen Flusses" (Frankfurter Allgemeine Zeitung)