Dossierbild Geschichte im Fluss

Die Elbe

Konrad Adenauer hat einst gescherzt, hinter der Elbe beginne die "asiatische Steppe". Tatsächlich ist die Elbe bis heute als Trennlinie bekannt. Auf 94 Kilometern bildete sie bis 1989 die innerdeutsche Grenze. Damit ist sie wie die Mauer in Berlin ein Symbol der europäischen Teilung. Doch in ihrer Geschichte hat sie immer auch verbunden, berichten unsere Autoren aus Tschechien und Deutschland. Böhmen lag und liegt, mit der Elbe, tatsächlich am Meer.

Die ElbeBitte klicken Sie auf das Bild, um die interaktive Karte zu öffnen. (bpb) Lizenz: cc by-nc-nd/2.0/de

Lauf der Geschichte

Der Marktplatz von Wittenberg mit Luther und Melanchton.

Hubert Glaser

Geschichtsraum Elbe

Der Elbe fehlt das römische Element und auch sonst ist sie erst spät in den deutschen Geschichtsraum eingetreten. Dann aber hat sie aufgeholt und wurde zu einem Fluss, in dem sich deutsche und europäische Geschichte spiegeln. Um sie zu verstehen, braucht es aber den panoramatischen Blick. Weiter...

Über dem Zusammenfluss von Elbe und Moldau in Mělník.

Uwe Rada

Deutscher Fluss, tschechischer Fluss

Viele Tschechen, die in Mělník zusehen, wie Elbe und Moldau zusammenfließen, fragen sich, warum der Strom im weiteren Verlauf Elbe heißt und nicht Moldau. Bis heute nämlich hält sich in Tschechien die Vorstellung des 19. Jahrhunderts von der Moldau als dem nationalen Fluss der Tschechen und der Elbe als "deutschem Fluss". Davor allerdings war ganz selbstverständlich die Elbe der große Strom Böhmens. Weiter...

Hier wurde die Asche der Toten aufbewahrt.

Uwe Rada

Theresienstadt sucht seine Zukunft

Nach dem Abzug des tschechischen Militärs kämpft Terezín an der Mündung der Eger in die Elbe mit der Frage: Darf ein ehemaliges NS-Konzentrationslager eine ganz normale Stadt sein? Weiter...

Hüben und drüben

Bernardo Belotto, genannt Canaletto (um 1750): Ansicht Dresdens vom rechten Elbufer.

Uwe Rada

Warum Friedrich II. Dresden zerstörte

Dresden, das war für den jungen Kronprinzen das Gegenteil von Preußen. Als 16-Jähriger erlebte er hier seine erste Liebe. Mehr als dreißig Jahre später kehrte er zurück – und zerstörte mit der Elbestadt auch das andere in ihm, das ihm Dresden aufgezeigt hatte. Weiter...

Blick auf die Elbe in Ústí nad Labem/Aussig

Kristina Kaiserova

Erinnern an die Deutschen

Seit der Wende ist in Ústí nad Labem die Geschichte von Aussig an der Elbe kein Tabu mehr. Mit dem Collegium Bohemicum soll es in der Elbestadt nun auch ein Museum geben, das sich der Geschichte der Deutschen in Böhmen widmet. Eine Bilanz. Weiter...

Eine Mischung aus Historismus und Moderne.

Axel Kahrs

Literaturort Dömitzer Brücke

Einst war die Dömitzer Eisenbahnbrücke Bindeglied zwischen dem Hannoverschen Wendland und dem Großherzogtum Mecklenburg-Schwerin. Nach dem Krieg wurde sie zum Torso – und zum Faszinosum für Schriftsteller aus Ost und West. Weiter...

Sandstrände, Auenwiesen und -wälder bestimmen das Bild der mittleren Elbe.

Ernst-Paul Dörfler

Das Glück der Elbe

Die jahrzehntelange politische Unfreiheit hat der Elbe eine Freiheit geschenkt, die für Flüsse in Deutschland inzwischen einzigartig ist. Die Elbe ist der letzte noch frei fließende Strom in Deutschland. Und das soll auch so bleiben. Ein Plädoyer Weiter...

An die Ufer

Ein historischer Raddampfer der Dresdner Flotte vor dem Terrassenufer.

Michael Bartsch

Elbfahrt vor Erinnerungslandschaft

Manchmal ist Schwärmen nicht verkehrt. Und auch nicht das Schwelgen in der Vergangenheit. Besonders wenn man auf einem alten Raddampfer der Dresdner Flotte unterwegs ist. Weiter...

Skyline von der Elbinsel aus betrachtet.

Sabine Rheinhold

Hamburgs Sprung über die Elbe

Lange Zeit bildete die Norderelbe den "gelernten Graben" zwischen Hamburg und dem Stadtteil Wilhelmsburg auf der Elbinsel. Mit der Internationalen Bauausstellung 2013 soll diese Grenze überwunden werden. Wer profitiert davon? Weiter...

Der Magdeburger Dom von der Elbinsel betrachtet.

Ludwig Krause

Happy End an der Elbe

Magdeburgs Verhältnis zum Fluss war nie einfach. Die Stadt Ottos des Großen entstand auf den Plateaus hoch über der Elbe. Dann verhinderten die Festungsbauten ein Heranrücken ans Wasser. Der Wiederaufbau nach dem Krieg tat ein übriges. Erst nach der Wende konnte sich Magdeburg mit der Elbe versöhnen. Weiter...

Blick vom Weinberg auf Hitzacker und die Elbe.

Ruth Johanna Benrath

Brücke oder Fähre?

Auf 94 Kilometern bildete die Elbe bis 1989 die innerdeutsche Grenze. Ein Schicksalsfluss war sie, sagen viele. Doch die Mauer in den Köpfen ist bis heute vorhanden. Auch zwischen Hitzacker und Amt Neuhaus. Die Ossis wollen eine Brücke, die Wessis sind dagegen. Dabei leben sie seit 1993 in einem Bundesland – in Niedersachsen. Weiter...

Das Blaue Wunder in Dresden ist auch zu einer Marke geworden.

Uwe Rada

Die Erfindung der Elbe

Die Erfindung der Sächsischen Schweiz ist ein Werk des 18. Jahrhunderts. Das gleiche gilt für die Elbedarstellung vor Altona. Andere Landschaften an der Elbe haben es nicht in den Kanon deutscher Landschaften gebracht. Warum eigentlich nicht? Warum nicht die mittlere Elbe als deutschen Amazonas feiern? Weiter...

Mediathek

Flucht auf der Elbe

Im April 1948 ist die Elbe Schauplatz einer ungewöhnlichen Flucht. Der tschechische Binnenschiffer Josef Novák bringt den nach dem kommunistischen Februarputsch in Ungnade gefallenen Politiker Ladislav Feierabend auf seinem Elbkahn in den Westen. Eine bisher unbekannte Geschichte aus dem Europa des Kalten Krieges. Und eine tschechisch-deutsche Heimatgeschichte: Der Fluchthelfer ist der Großonkel der Filmemacher. Weiter...

Nováks Elbkahn ČSPL 346 vor dem Schreckenstein in Aussig

Martin Tichý

Auf dem Wasser in die Freiheit

Nach dem kommunistischen Februarputsch 1948 brachte der Elbschiffer Josef Novák den ehemaligen Finanzminister Ladislav Feierabend auf seinem Elbkahn ČSPL 346 in den Westen. Die Fluchtfahrt ihres Großonkels, von der Holger und Uwe Rada in ihrem Film "Flucht auf der Elbe" berichten, war auch im Visier des tschechoslowakischen Geheimdienstes STB. Weiter...

Europakarte "Europa als Reichskönigin" von 1588: Die Elbe verbindet Prag, das Herz des Reiches, mit der Nordsee. © Wikimedia

Die Elbe: Chronologie

Die Elbe im Lauf der Geschichte

Bis heute ist die Elbe ein Symbol für Grenze. Unter Karl dem Großen trennte sie das Frankreich von den Slawen, bei Adenauer begann östlich der Elbe die "asiatische Steppe". Doch die Elbe hat im Lauf ihrer Geschichte immer auch gemeinsame Räume hervorgebracht. Das Hamburger Rathaus wurde aus Sandstein aus dem Elbsandsteingebirge gebaut, und böhmische Elbschiffer brachten das Ahoj als Gruß in die Tschechoslowakei. Weiter...

Toskanaflair an der Mittleren Elbe.

Bildergalerie: Mittlere Elbe

Die Elbe hat Glück gehabt. Nicht zuletzt wegen ihrer Grenzlage durfte sie frei fließen. Auf 400 Kilometern erstreckt sich das länderübergreifende Biosphärenreservat Mittlere Elbe von Wittenberg bis nach Lauenburg. Schiffe sieht man selten, Auenwälder, Vögel und Naturliebhaber umso mehr. Weiter...

Der Hafen in Hamburg verzeichnet Jahr für Jahr neue Rekorde.

Bildergalerie: Hamburg

In Hamburg sagt man scherzhaft, die Elbe komme vom Meer. Tatsächlich sind es die Containerriesen, die das Bild vom Strom in der Elbmetropole prägen. Lange Zeit hat Hamburg der Elbe den Rücken zugekehrt. Doch nun entdeckt es wieder den Fluss, an dem seine Geschichte einst begann. Weiter...

 
Zum Weiterlesen

Die Elbe

  • Uwe Rada: Die Elbe. Europas Geschichte im Fluss. Siedler Verlag (2013). Konrad Adenauer hat einst behauptet, hinter der Elbe beginne Asien. Tatsächlich treffen an der Elbe das barocke, sinnesfreudige und das preußisch-nüchterne Europa aufeinander. "Uwe Rada versteht es, vergessene Geschichte wieder zum Leben zu erwecken." (Deutschland Radio Kultur)

  • Sabine Tacke/Eckart W. Peters (Hg.): Kulturlandschaft Elbe. Anlässlich der Internationalen Bauausstellung 2010 in Sachsen Anhalt hat der Verlag Janos Stekowics diesen opulente Anthologie herausgegeben. Eine wahre Fundgrube.

  • Hansjörg Küster: Die Elbe. Landschaft und Geschichte. Verlag C.H. Beck (2007). Nach seinen Büchern über die Geschichte der Landschaft in Mitteleuropa, die Ostsee und den Wald, widmet sich Küster nun den Landschaften an der Elbe.

  • Karen Nölle-Fischer: Die Elbe. Ein literarischer Reiseführer von der Mündung bis zum Riesengebirge. Klett Cotta (1999). Ein ungewöhnliches Reisebuch, das "gegen den Strom" schwimmt.

  • Deutsches Historisches Museum (Hg.): Die Elbe. Ein Lebenslauf/ Labe. Život řeky. Der Katalog zur deutsch-tschechischen Ausstellung zur Elbe im DHM 1992 und dem Nationalmuseum in Prag.