Dossierbild Geschichte im Fluss

Die Wolga

Mit einer Länge von 3530 Kilometern ist die Wolga der größte Strom Europas. Und sie ist ein Mythos, hervorgebracht in zahlreichen Liedern oder Gemälden wie von Ilja Repin über die Wolgatreidler. Bevor die Wolga im 16. Jahrhundert zum Strom des Russischen Reiches wurde, war sie ein Vielvölkerstrom. Bis zu ihrer Deportation unter Stalin war die Wolga auch die Heimat der Wolgadeutschen, die auf Einladung der Zarin Katharina II. an der Wolga siedelten.

Die WolgaBitte klicken Sie auf das Bild, um die interaktive Karte zu öffnen. (bpb) Lizenz: cc by-nc-nd/3.0/de/

Lauf der Geschichte

Eine alte Postkarte zeigt Wolgafischer in Astrachan

Joseph Roth

Auf der Wolga bis Astrachan

3.500 Kilometer lang ist die Wolga, der drittgrößte Strom Europas. Als der österreichische Schriftsteller Joseph Roth 1926 in Nischnij Nowgorod einen Wolgadampfer besteigt, hat er eine Reise vor sich, die ihn in die wichtigsten Städte des Vielvölkerstroms bringen wird. Seine Reportage ist eine Momentaufnahme des Stroms und seiner Menschen, die noch heute aktuell ist. Sie wird hier in der Originalfassung veröffentlicht. Weiter...

Das Ipatievsky-Kloster in Kostroma am Goldenen Ring

Nuria Fatykhova

Russlands mythischer Fluss

Heute heißt es, die Wolga sei ein russischer Mythos. Das wurde sie aber erst spät in ihrer Geschichte. Zuvor lebten an ihren Ufern zahlreiche Völker, wie man an den Namen der Städte am Fluss ablesen kann. Als die Wolgaregion im 16. Jahrhundert russisch wurde, wurde der Strom zur Grenze zwischen Unterdrückung und Freiheit. Mit der Schreckensherrschaft Stalins begannen dann die Deportationen aus der Wolgaregion nach Sibirien oder Kasachstan. Weiter...

Die Wolgatreidler von Ilja Repin 1873, Russisches Museum Sankt Petersburg (c) Wikimedia

Guido Hausmann

Treidler an der Wolga

Die Schiffszieher an der Wolga, auf Russisch Burlaki, waren im Handel zwischen Moskau und dem Kaspischen Meer eine nicht wegzudenkende Größe. Fernab der großen Städte führten sie ein beschwerliches, aber manchmal auch freies Leben. Bis heute wissen wir wenig über sie. Dass sie berühmt geworden sind, verdanken wir dem Gemälde von Ilja Repin aus dem Jahre 1873. Weiter...

Medaille zu Ehren des Baus des Moskwa-Wolga-Kanals.

Wassili Golowanow

Moskaus Weg zur Wolga

128 Kilometer lang ist der Moskau-Wolga-Kanal, der die Moskwa mit Europas größtem Strom verbindet. Er war neben dem Belomor-Kanal das zweite Prestigeprojekt der Stalin-Ära. In seiner Geschichte verbinden sich Terror und Fortschritt. Weiter...

Hüben und drüben

Die Wolga in Saratow

Alexander Reiser

Zurück an der Wolga

Der Autor Alexander Reiser wurde in Sibirien geboren. Studiert hat er in Wladiwostok, doch seine Familie stammt von der Wolga. Seine Großmutter hat ihm immer wieder von diesem Fluss erzählt. 2011 unternahm er eine Reise in die Dörfer der Wolgadeutschen. Von dem, was die Deutschen bis zu ihrer Deportation durch Stalin dort hervorgebracht haben, ist seiner Aussage nach nicht mehr viel zu sehen. Weiter...

Die Siedlung Steckerau an der Wolga (heute Nowokamenka) 1920

Merle Hilbk

Die andere Heimat

Vor über 250 Jahren wanderten deutsche Siedler an die Wolga aus. Sie gründeten Städte und Dörfer, bauten Höfe und Fabriken. Die meisten ihrer Nachkommen leben inzwischen wieder in Deutschland – weil sie in ihrer alten Heimat nicht mehr willkommen waren. Weiter...

An die Ufer

Blick vom linken Wolgaufer auf die Mariä-Entschlafens-Kathedrale in Jaroslawl.

Uwe Rada

Welterbe an der Wolga

Jaroslawl ist die älteste russische Stadt an der Wolga. Ihre heutige Gestalt bekam sie von Katharina der Großen. Junge Russen setzen sich für den Erhalt der Unesco-Welterbestadt ein – nicht immer zur Freude der Behörden. Weiter...

Der Sieg der Roten Armee in der Schlacht von Stalingrad wurde siebzig Jahre später feierlich begangen

Christian Litz

Ach, Germanski

Vor mehr als fünfzig Jahren wurde Stalingrad 1961 in Wolgograd umbenannt. Die Stadt an der Wolga, in der vom November 1942 bis März 1943 700.000 Menschen starben, sollte endlich eine ganz normale Großstadt sein dürfen. Doch die Erinnerung an die Entscheidungsschlacht im Zweiten Weltkrieg ist so präsent wie eh und je. Stalingrad lebt in Wolgograd weiter. Weiter...

Alexei Bogoljubov: Eine Kreuzprozession in Jaroslawl 1863

Die Wolga: Chronologie

Die Wolga im Lauf der Geschichte

Europas längster Strom gilt als russischer Mythos. Bevor das Wolgagebiet im 16. Jahrhundert von Russland erobert wurde, lebten dort vor allem turksprachige und finno-ugrische Stämme. Unter Katharina der Großen wurde die Wolga auch zur Heimat für deutsche Siedler. Unter Stalin wurden sie nach Sibirien und Kasachstan deportiert. Im Zweiten Weltkrieg wurde Stalingrad zum Symbol der beginnenden Niederlage von Hitler-Deutschland. Weiter...

 
Zum Weiterlesen

Die Wolga

  • Guido Hausmann: Mütterchen Wolga. Ein Fluss als Erinnerungsort vom 16. bis ins frühe 20. Jahrhundert. Campus Verlag 2009. "Guido Hausmann ist eine großartige 'Flussgeschichte' gelungen, die auf viele Jahre Bestand haben wird." (hsozkult.de)

  • Karl Schlögel: Auf der Wolga, in: ders., Go East oder die zweite Entdeckung des Ostens, Siedler Verlag 1995, S. 101-116. Ein einführender Essay in die Geschichte der Wolga des 20. Jahrhunderts

  • Wassilij Rosanow/Friedrich Gorenstein: Abschied von der Wolga. Rowohlt Verlag 1992. Zwei zeitgenössische Texte mit einer Einführung von Sonja Margolina

  • Merle Hilbk: Das schönste Dorf am schönsten Fluss der Erde. Erscheint im Herbst 2015. Eine abenteuerliche Geschichte einer Familie, die nach Russland auswandert und 200 Jahre später nach Deutschland zurückkehrt.