Dossierbild Geschichte und Erinnerung

Geschichte und Erinnerung

Debatten wie beispielsweise um das Denkmal für die ermordeten Juden Europas zeigen, wie gegenwärtig die Vergangenheit ist. Der Umgang mit der deutschen Geschichte wird auch in Zukunft Thema in Politik und Gesellschaft sein, wird Wissenschaft und Unterricht beschäftigen und auch in den Familien immer wieder diskutiert werden – denn Geschichte wird in jeder Generation neu erzählt.

Und dies geschieht zunehmend auch als Medienereignis und lockt Millionen vor die Fernseher. Aber können Dokudramen und historische Spielfilme den Geschichtsunterricht ersetzen? Wie verändern die neuen Medien unser Bild von der Vergangenheit? Und wie vermittelt man Geschichte an die kommenden Generationen und an Jugendliche z.B mit polnischen oder türkischen Wurzeln?

Das Dossier bietet einen Überblick über die Geschichte der Erinnerungsultur in beiden deutschen Staaten, blickt zurück auf vergangene Kontroversen und sucht nach Antworten, wie die Erinnerung in Zukunft aussehen könnte. Dabei geht es auch um die Frage, inwieweit nationale kollektive Erinnerungen von einem gemeinsamen europäischen oder transnationalen Gedächtnis abgelöst werden können.

Das Hermannsdenkmal wurde von 1838 bis 1875 zur Erinnerung an die "Schlacht im Teutoburger Wald" erbaut, mit der der Führer der Germanen, Hermann der Cherusker, ein weiteres Vordringen der Römer verhinderte. Inzwischen besuchen Jahr für Jahr mehr als eine Million Menschen das Monument.

Herfried Münkler

Geschichtsmythen und Nationenbildung

Mythen sind mehr als Erzählungen, denn sie stiften politische Bedeutung. Sie strukturieren die Vergangenheit und haben Einfluss auf die Gegenwart. Welchen Zusammenhang gibt es zwischen Mythen und Nationenbildung? Weiter...

Wendepunkt in der kollektiven Erinnerung: Am 40. Jahrestag des 8. Mai bezeichnet Bundespräsident Richard von Weizsäcker in seiner Ansprache im Bundestag 1985 den Tag als "Tag der Befreiung".

Peter Steinbach

Politik mit Geschichte – Geschichtspolitik?

Die mitunter heftigen Auseinandersetzungen um Denkmäler, Museen und Gedenktage zeigen: Deutungen der Vergangenheit sind immer auch ein Politikum. Geschichtspolitik lässt sich nicht abschaffen. Aber sie lässt sich durchdringen und durchschauen. Weiter...

Als erster deutscher Regierungschef überhaupt spricht Bundeskanzlerin Angela Merkel am 18. März 2008 vor der Knesset.

Gunter Hofmann

Regieren nach Auschwitz

Von Konrad Adenauer bis Angela Merkel: Jeder Kanzler musste sich dem deutschen Verbrechen stellen. Am 18. März 2008 sprach die Bundeskanzlerin vor der Knesset. Dort hob sie hervor, dass für sie als deutsche Kanzlerin Israels Sicherheit "niemals verhandelbar" sei. Weiter...

Das Speichergedächtnis sammelt und bewahrt Quellen, Objekte und Daten. Doch es wird in der elektronischen Medienkultur immer schlechter. Heute verlassen wir uns auf unser Google-Gedächtnis. Der schnelle Zugriff auf Wissen ist uns wichtiger als der Besitz von Wissen.

Aleida Assmann

Gedächtnis-Formen

Unser Gedächtnis ist eine gigantische Sammlung von Daten. An manches erinnern wir uns ein Leben lang, anderes vergessen wir wieder. Woran liegt das? Wird unser Gedächtnis in Zeiten der Medienkultur schlechter? Haben wir alle ein Google-Gedächtnis? Weiter...

Das Massaker von Nanking von 1937 wird auf der englischsprachigen Seite der chinesischen Gedenkstätte mit dem Holocaust in Verbindung gebracht. Dabei geht es jedoch weniger um die Erinnerung an die ermordeten Juden als um die internationale Aufmerksamkeit.

Dossier Geschichte und Erinnerung

Erinnern global

Der Holocaust ist Bestandteil der Agenda der internationalen Politik. Aber welche Rolle spielt er im transnationalen Gedächtnis? Wie wird er erinnert, welche Unterschiede gibt es in den Erinnerungskulturen? Weiter...

Eine Zuschauerin geht in die Ausstellung  "Drüben. Deutsche Blickwechsel" im Haus der Geschichte in Bonn. Die Ausstellung, die vom 8. Dezember 2006 bis zum 9.April 2007 für die Öffentlichkeit geöffnet ist, zeigt über tausend Exponate der zwei Lebenswelten Bundesrepublik und DDR.

Dossier Geschichte und Erinnerung

Geschichte der Erinnerungskultur in der DDR und BRD

Während in der Bundesrepublik die "Vergangenheitsbewältigung" ein ständiger Prozess war, erklärte die SED diese mit der "antifaschistisch-demokratischen Umwälzung" für beendet. Wie unterschied sich die Erinnerung in Ost und West und wo stehen wir heute? Edgar Wolfrum mit einem Überblick. Weiter...

Ein Zweitklässler meldet sich in Berlin an einer Neuköllner Grundschule im Unterricht. Im internationalen Schülerleistungsvergleich PISA haben sich deutsche Schüler angeblich nur marginal verbessert.

Juliane Wetzel

Erinnern unter Migranten

Die Holocaust-Erziehung steht heute vor neuen Herausforderungen: Welche Bedeutung hat der Holocaust für Jugendliche mit türkischen oder polnischen Wurzeln? Und welche Folgen hat das für die Vermittlung in Schule und Unterricht? Weiter...

Eine Festplatte ist ein magnetisches Speichermedium der Computertechnik.

Dossier Geschichte und Erinnerung

Medien und Erinnerung

Die Formen der Erinnerung haben sich in den vergangenen Jahren durch die Massenmedien gewandelt. Seit der Medienrevolution besteht geradezu ein "Erinnerungsboom", meint Christoh Classen. Aber wie beeinflussen moderne Medien die Erinnerung? Weiter...

 

Mediathek

Erinnern, aber wie?

Was kann an historischen Orten gelernt werden, was können Gedenkstätten leisten und wo liegen die Grenzen? Der Filmbeitrag lässt vielfältige Positionen zu Wort kommen, die Idee ist es, dass dieser Film in der Bildungsarbeit als Einstieg und/oder Vorbereitung auf einen Gedenkstättenbesuch eingesetzt werden kann Weiter... 

Dossier

Nationalsozialismus und Zweiter Weltkrieg

Mit dem deutschen Überfall auf Polen begann am 1. September 1939 der Zweite Weltkrieg. Als er 1945 endete, lag Europa in Trümmern. Über 55 Millionen Menschen waren tot. Wie konnte es soweit kommen? Und wie sollte es weitergehen mit einem Land, das den größten Zivilisationsbruch der Geschichte begangen hatte? Weiter... 

Boykottaktion gegen jüdische Geschäfte am 1. April 1933. Die Herrschaft der Nationalsozialisten bedeutet für die deutschen Juden von Anfang an eine antisemitische  Politik der Diskriminierung und Verdrängung.Blog

4. Internationale Konferenz zur Holocaustforschung

Die 4. Internationale Konferenz zur Holocaustforschung widmete sich vom 27. bis 29. Januar dem Fokus "Volksgemeinschaft – Ausgrenzungsgemeinschaft. Die Radikalisierung Deutschlands ab 1933". Hier finden Sie die Veranstaltungsdokumentation. Weiter... 

Online-Angebot

Kinofenster.de: Waltz with Bashir

Nachdem ihm ein Freund einen Albtraum erzählt, der aus den Ereignissen im Libanonkrieg 1982 herrührt, beschließt Regisseur Ari Folman, seinen eigenen Erinnerungen nachzuspüren. Kinofenster.de bietet passende filmpädagogische Begleitmaterialien für den Schulunterricht. Weiter...