Neoklassische Statue des antiken griechischen Philosophen Platon vor der Kunstakademie von Athen, Griechenland.

Deutsch-griechische Beziehungen

Die Bilder vom Anderen haben die deutsch-griechischen Beziehungen in den vergangenen Jahren bestimmt. Und mitunter auch vergiftet, obwohl das Land früher verehrt wurde wegen seines kulturellen Vermächtnisses. So wurde die Euro-Krise zur Griechenland-Krise und "die Griechen" zu "faulen Südeuropäern, die ein arbeitsarmes Leben" führen. Umgekehrt stilisierten griechische Medien "die Deutschen" zu "ewigen Besatzern", die da anknüpfen, wo sie 1945 aufhörten. Die Beziehungen sind aber nicht nur beschränkt auf Fragen über Schulden und Schuld. Kunst, Kultur, Literatur, Migration und Tourismus verbinden beide Länder. Hunderttausende Menschen mit griechischen Wurzeln leben heute in Deutschland, viele Deutsche wollten und wollen noch heute als Touristen in Griechenland eine ideale Gegenwelt erfahren. Welche Geschichte verbindet Griechen und Deutsche? Welche Spannungen und Probleme lasten auf den aktuellen Beziehungen? Und wie können wir den Anderen besser verstehen?

     
Athen im Februar 2014: Eine ältere Frau geht an einem Graffito vorbei, das einen Mann in Business-Anzug und Spartaner-Helm zeigt.

Cerstin Gammelin

Ist in Griechenland die Normalität wiederhergestellt?

Zwar hat Griechenland wieder begonnen, sich am Markt zu finanzieren. Normalität ist aber noch nicht eingekehrt, meint Cerstin Gammelin. Die vergangenen Jahre hätten noch einmal gelehrt, dass es falsch war, eine gemeinsame Währung einzuführen, ohne zugleich eine Politische Union zu bilden. Weiter...

Im Mai 2012 wählt das politische Magazin "Crash" ein Titelbild, auf dem die Venus von Milo der Bundeskanzlerin den hochgestreckten Mittelfinger zeigt.

Georg Tzogopoulos

Schwarz-Weiß-Malerei – Stereotypen und ihre Hinterfragung im griechisch-deutschen Mediendialog

Georg Tzogopoulos meint, dass griechische Politiker wohl unfähig oder unwillig seien, eine effiziente Reformpolitik durchzuführen. Sie interpretierten die Politik der Reformen als Forderung aus dem Ausland und übernähmen damit keine Eigenverantwortung. Die griechischen Medien hätten diese Logik der Politiker nicht nur ungenügend kritisiert, sondern auch akzeptiert und reproduziert. Weiter...

Griechische Gastarbeiter im "Sonderzug“ von Thessaloniki nach München, Anfang der 1960er Jahre.

Manuel Gogos

Das Feuer hinter den Bildern

Lange Zeit waren die deutsch-griechischen Beziehungen von Verehrung getragen, dann plötzlich von Verachtung. Das Land, das Generationen großer deutscher Geister in Erregung versetzte: Für viele ist es heute nur noch der "kranke Mann" Europas. Weiter...

Der Empfang Lord Byrons in Messolongi, 1823. Gemälde von Theodoros Vryzakis, 1861 (heute in der griechischen Nationalgalerie).

Die Entstehung des griechischen Staates und der Geist des Philhellenismus

Der Philhellenismus ist eine geistige und ideologische Bewegung vor allem westeuropäischer Bürger. Er kämpft für die Anerkennung der Errungenschaften der (griechischen) klassischen Antike und ihre Aneignung in der Zeit der Aufklärung. Er war aber auch eine politische Bewegung zur Befreiung Griechenlands von der osmanischen Herrschaft. Weiter...

1-G33-C1786-12 (291122) Johann Wolfgang Goethe / Aqu.v.Tischbein Goethe, Johann Wolfgang von Frankfurt a.M. 28.8.1749 - Weimar 22.3. 1832. - 'Johann Wolfgang Goethe'.- Aquarell, 1786/87, von Johann Heinrich Wilhelm Tischbein (1751-1829). 49,2 x 37,1 cm. Vorstudie für das Gemälde 'Goethe in der Campagna' von 1787. E: J.W.v.Goethe/ W'colour/ Tischbein/1786-7 Goethe, Johann Wolfgang von Frankfurt a.M. 28.8.1749 - Weimar 22.3. 1832. - 'Johann Wolfgang Goethe'.- Watercolour, 1786/87, by Johann Heinrich Wilhelm Tischbein (1751-1829). 49,2 x 37,1 cm. Preliminary sketch for the painting 'Goethe in the Campagna' of 1787.

"Die Griechen waren niemals, was die Deutschen von ihnen dachten"

"Griechenland" war lange Zeit Projektionsfläche idealisierter Vorstellungen. Was aber machte die Philhellenen aus? Und wie steht es um den Philhellenismus heute? Weiter...

Alexis Sorbas: Roman-Verfilmung von Michalis Kakojannis von 1964 mit Anthony Quinn in der Hauptrolle.

"Lernt Griechenland durch seine Literatur kennen!"

Die deutsch-griechischen Literaturbeziehungen beginnen nicht erst mit dem von Nikos Kasantzakis 1946 verfassten "Alexis Zorbas". Einem Roman, der es auch wegen seiner Verfilmung zu weltweitem Ruhm gebracht hat. Dennoch: Die griechische Literatur ist in Deutschland eine schöne Unbekannte geblieben. Weiter...

Wehrmachtssoldaten posieren vor der Akropolis, Mai 1941.

Hagen Fleischer

"Wenn ihr euch erinnert, können wir vergessen"

Im April 1941 eilt die Wehrmacht dem Achsenpartner Italien zu Hilfe, der sich vergeblich um die Einnahme Griechenlands bemüht hatte. Den griechischen Widerstand während der folgenden Besatzungszeit schlagen die Deutschen mit einer Brutalität gegen die Zivilbevölkerung zurück, die in nicht-slawischen Ländern unerreicht bleibt. Weiter...

"Juden unerwünscht": Thessaloniki 1941

Manuel Gogos

"Mutter Israels"

Es waren sephardische Juden, durch die sich Saloniki zum zentralen Knotenpunkt des Balkan-Handels entwickelte. Über Jahrhunderte ist die Stadt jüdisch geprägt. Mit der deutschen Besatzung endet all das. Ihr Antlitz wird bis zur Unkenntlichkeit verwüstet, am 15. März 1943 fährt der erste Zug zu den Todeslagern der Nazis. 46.000 Juden bringen die Züge bis August 1943 in die Vernichtungslager Auschwitz-Birkenau und Treblinka. Heute leben nur noch 1200 Juden hier. Weiter...

Arbeit auf den Tabakfeldern Mazedoniens, Anfang der 1960er Jahre.

"So leben bei uns nur die Aristokraten"

Am 30. März 1960 wird das Anwerbeabkommen zwischen Deutschland und Griechenland unterzeichnet. Händeringend sucht das Wirtschaftswunderland Deutschland nach Arbeitskräften. In Athen entsteht die "Germaniki Epitropi": eine Außenstelle des deutschen Arbeitsministeriums, welche die berufliche und besonders die gesundheitliche Eignung der Anwärter prüfen soll. Weiter...

Basil Mathiopoulos bei seinem ersten Treffen mit Willy Brandt als frisch gewähltem Bürgermeister von Berlin 12. November 1957.

"Solidarität ist die Zärtlichkeit der Völker"

Mit dem Staatsstreich vom 21.4.1967 übernimmt der Generalstabschef der Armee Papadopoulos die Macht in Griechenland. Tausende Demokraten werde binnen kürzester Zeit verhaftet. Die Putschregierung wird dafür vom Westen heftig kritisiert. Und Oppositionelle, die aus Griechenland ausgebürgert werden, bekommen in Deutschland aus Solidarität Fremdenpässe. Weiter...

Deutsches Urlauberpaar auf der griechischen Insel Thassos, 1958.
Kalives (Steinhaüser) auf dem Isthmus an der Westbucht Aliki (1958)

"Das wahre Leben ist anderswo"

Arbeitsmigration und Tourismus: Das sind die beiden großen Wanderungsbewegungen des 20. Jahrhunderts, und beide suchen sie nach dem wahren Leben anderswo. Während die Militärjunta regiert, beginnt die erste Hochphase des deutschen Griechenlandtourismus. Die ideale Gegenweltlichkeit Griechenlands konnte auch der Massentourismus nicht gänzlich auflösen. Weiter...

Ein Graffiti an einer Geschäftswand in Athen.

Anestis Azas

So lange das Theater noch steht

Die kreative Szene in Griechenland ist von der Krise ebenso in Mitleidenschaft gezogen worden wie alle anderen Bereiche des gesellschaftlichen Lebens. Wie ist es, in einer solch "dramatischen" Situation Theater zu produzieren? Was will das Publikum sehen? Was muss man ihm zumuten? Weiter...

Serie "Athener Straßenszenen“, 2012

Maria Topali

Athener Straßenbilder

Seit mehr als drei Jahren durchleben die Griechen, vor allem in Athen, den Zusammenbruch alltäglicher Routinen und die Entfremdung von dem, was einst das "normale Leben" ausmachte. Allein die Arbeitslosigkeit stieg zwischen 2008 und 2013 von 7% auf 27%. Unter jungen Frauen beträgt sie 50%, unter Männern 23%. Weiter...

Polizisten einer Anti-Terror-Einheit verhaften Nikos Michaloliakos, den Anführer der ultrarechten "Goldenen Morgenröte" am 2. Oktober 2013 in Athen.

Stavros und Georgios Tsiakalos

Der Aufstieg der Rechtsextremen in Griechenland

Mit der offen nationalsozialistischen Partei Chrysi Avgi ("Goldene Morgenröte") ist Griechenland ein starker Feind im Inneren gewachsen. Antidemokratische Strömungen und Parteien haben hier zwar eine lange Tradition. Dennoch überrascht der Zuspruch in einem Land, das massiv unter der nationalsozialistischen Besatzung gelitten hat. Weiter...

"Stummer Protest" für die Anerkennung auf politisches Asyl: Ein Flüchtling in Athen am 27. Dezember 2010.

Petros Markaris

Meinung: Das Zeitalter der Opfer

In der aktuellen Krise denkt kaum einer an die Migranten in Griechenland, meint der Schriftsteller Petros Makaris. Sie treffe die Wirtschaftskrise am härtesten. Die EU-Flüchtlingspolitik hält er für reine Heuchelei. Weiter...

Hafen von Elafonisos.

Manuel Gogos

"Geb ich dir was zu essen, musst du mir auch was musizieren"

Die deutsch-griechischen Beziehungen haben unter der Wirtschaftskrise massiv gelitten. Denn die Bilder, die deutsche und griechische Medien vom anderen Volk zeichnen, waren sehr wirkmächtig. Mit der Realität hatten und haben sie allerdings nur wenig zu tun. Manuel Gogos fasst zusammen. Weiter...

 

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Europa kontrovers

Was ist Europa? Wo soll es enden? Wie kann die EU ihre Position in der Welt festigen? Und wie soll Europa mit den Herausforderungen der Zukunft umgehen? Europa kontrovers sucht Antworten auf Grundfragen der europäischen Politik. Weiter... 

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Euro am Scheideweg?

Der Euro ist in Bedrängnis. Das Heft stellt die Entstehung der Krise dar, die Maßnahmen zu ihrer B...

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Griechenland

Die Parlamentswahlen in Griechenland im Mai und Juni 2012 erregten europaweit Aufmerksamkeit. Im Mit...

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Europa und der Euro

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Für viele ist die EU ein fremdes Gebilde. Dabei wird sie immer wichtiger. Das Dossier bietet einen lexikalischen Überblick: Warum gibt es die Union der 28? Wer macht was in der EU? Und wie sieht die Zukunft aus? Weiter... 

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