Szenenfoto aus "For Eyes Only – Streng geheim".

9.9.2011

"The Celluloid Curtain" - Spionagefilme aus der Ära des Kalten Krieges

Vom 1. bis 22. Juni 2011 präsentierte die Bundeszentrale für politische Bildung gemeinsam mit dem Zeughauskino und dem Goethe-Institut London die internationale Spionage-Filmreihe "The Celluloid Curtain" in Berlin.
Spähende Blicke durch den Vorhang.Spähende Blicke durch den Vorhang. (© Poster zur Filmreihe)

Das von den Filmexperten Oliver Baumgarten und Nikolaj Nikitin zusammengestellte zwölfteilige Programm umfasst neben populären auch einige weniger bekannte Genrefilme, die zwischen 1960 und 1974 auf beiden Seiten des Eisernen Vorhangs entstanden. Darunter finden sich Klassiker wie die Leinwand-Adaption von John le Carrés The Spy Who Came in from the Cold mit Richard Burton, aber auch schwer zugängliche Raritäten wie der russische Film Skvorets i Lira / Starling and Lyre von 1974; bis zum Jahr 2011 war er noch nie im Ausland und nur ein einziges Mal im Fernsehen der Sowjetunion zu sehen.

Der Handel mit Informationen zählt zum Tagesgeschäft des Spions: Szenenfoto aus dem britischen Agentenfilm-Klassiker "The Spy Who Came in from the Cold".Szenenfoto (© The Kiss Kiss Kill Kill Archive)
Der Handel mit Informationen zählt zum Tagesgeschäft des Spions: Szenenfoto aus dem britischen Agentenfilm-Klassiker "The Spy Who Came in from the Cold".

In der Hochphase des Kalten Krieges erfreuten sich die Kino-Geschichten aus der Welt der Geheimdienste großer Beliebtheit, boten sie doch den Ängsten der Bevölkerung ein unterhaltsames und spannendes Auffangbecken. Hüben wie drüben politisch und ideologisch aufgeladen, liefern die Filme aus heutiger Sicht einen hohen sozialgeschichtlichen Erkenntnisgewinn. Stereotype Selbst- und Feindbilder, aber auch ironische Brechungen derselben ermöglichen Rückschlüsse auf gesellschaftliche Befindlichkeiten und eine künstlerisch-kritische Auseinandersetzung mit ihnen.

Die im Rahmen von "The Celluloid Curtain" gezeigten Filme wurden in Bulgarien, der Sowjetunion, der BRD, der DDR, Großbritannien, Frankreich, Ungarn, Rumänien, der Tschechoslowakei, Spanien und Polen gedreht und thematisieren die geteilte Welt mal als Actionfilm, mal als Psychostudie, inszenierte Ideologie oder subversive Parodie. Die einzelnen Vorführungen wurden von namhaften Film- und Kulturwissenschaftlern eingeführt. Begleitend dazu gab es eine prominent besetzte Podiumsveranstaltung sowie ein filmpädagogisch aufbereitetes Schulprogramm.

"The Celluloid Curtain" geht zurück auf eine Initiative des Goethe-Instituts London, in Berlin veranstaltet vom Zeughauskino und der Bundeszentrale für politische Bildung/bpb in Kooperation mit EUNIC Berlin. Die Filmreihe wurde aus Anlass des 50. Jahrestages des Berliner Mauerbaus im Zeughauskino präsentiert.


Dossier

Der Filmkanon

Auf Initiative der Bundeszentrale für politische Bildung wurden 35 bedeutende Werke der Filmgeschichte zusammengestellt. Ziel war es, für das Medium Film zu sensibilisieren und der filmschulischen Bildung in Deutschland Auftrieb zu geben.

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Film als Teil schulischer Bildung

Programm

Die Tagung gliederte sich in drei Sektionen, die in thematisch verbundenen Vorträgen und Workshops jeweils einen Aspekt der Filmbildung in der Schule im Detail behandelten. Im Mittelpunkt der ersten Sektion stand die Auseinandersetzung mit dem Filmkanon der Bundeszentrale für politische Bildung sowie Möglichkeiten, mittels der Kanonfilme Filmgeschichte im Unterricht zu vermitteln. Die zweite Sektion fragte nach Methoden, filmische Techniken zu behandeln. Die dritte Sektion schließlich konzentrierte sich auf Filmästhetik und wie diese in verschiedene Fächer eingebunden werden kann.

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Wird die DDR-Diktatur verharmlost? Und warum begann die intensive Auseinandersetzung mit der NS-Vergangenheit erst so spät? Die Deutung von Geschichte ist oft umstritten - und nicht selten ein Politikum.

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