kulturelle Bildung

24.7.2009 | Von:
Gerda Sieben

Das Leben jenseits der 50 beflügelt die Fantasie

Demografischer Wandel

Veränderungen durch den demografischen Wandel wurden bisher vor allem im Zusammenhang mit den sozialen Sicherungssystemen diskutiert. Es ist aber auch eine kulturelle Frage, wie die Lebensspanne "Alter" aussehen kann.

Kulturelle Bildung ist auch für das Alter jenseits der 50 spannend.Kulturelle Bildung ist auch für das Alter jenseits der 50 spannend. (© Dirk Vogel / VISUM)

Einleitung

Der "Demografische Wandel" ist in der öffentlichen Diskussion angekommen. Medien formulieren an prominenter Stelle Fragen rund um das Älterwerden der Gesellschaft. Die Antworten sind meist spekulativ und polarisiert, da wir erst am Anfang der Auseinandersetzung stehen. Während z.B. Frank Schirrmacher in seinem Buch "Das Methusalem-Komplott" die Altersdiskriminierung als subtile kulturelle Waffe der Jüngeren gegen die Älteren geißelt, liefern andere Untersuchungen Argumente für eine gegenteilige Vision: "Die Zeit" bringt das so auf den Punkt: "Über die Jungen scheint alles gesagt: doch die Lebensphase jenseits der 50 beflügelt die Fantasie." Stoff bekommen diese z.T. hochfliegenden Erwartungen durch zahlreiche positive Entwicklungen: Menschen werden nicht nur älter, sie bleiben auch für viele Jahre gesünder, beweglicher und neugieriger.


Viele der jetzt alternden Generation haben ihr Leben lang Neues geschaffen und eigene Lebens- und Kulturformen entwickelt. Viele verfügen über eine, im historischen Vergleich hervorragende Bildung und ein überdurchschnittliches Einkommen und sind dadurch auch eine interessante Kundengruppe. Soweit das erfreuliche Bild der Mehrheit. Andere kommen tatsächlich in einer Lebenssituation an, in der sich die Probleme des Alt-Seins manifestieren: sie sind allein, nicht mehr mobil, verarmt oder pflegebedürftig. Doch selbst bei den über 80-jährigen leben mehr als 90 Prozent selbstständig im eigenen Haushalt.

Kultivierung der dritten Lebensphase

Veränderungen durch den demografischen Wandel wurden bisher vor allem im Zusammenhang mit den sozialen Sicherungssystemen, der Pflege- und Gesundheitsvorsorge oder der Städteplanung diskutiert. Es ist jedoch im großen Maße eine kulturelle Frage, wie die auf mehr als 30 Jahre angewachsene Lebensspanne "Alter" mit ihren verschiedenen Entwicklungsphasen mit Sinn erfüllt werden kann. Wie verändert sich die Ausprägung von Lebenszielen und -stilen, Altersbildern und Normen? Verschiebt sich die Bedeutung der verschiedenen Lebensphasen, z.B. die primäre Orientierung auf das Berufsleben?


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