Junge mit Megafon vor Tafel

Politische Bildung in der Schule

Wie jeder einzelne seinen Weg in die Gesellschaft und die Welt findet, wird wesentlich durch die Schule mit bestimmt. Gehört Politik als Teil unserer Welt in die Schule? Und wenn ja, in welcher Form? Ein Blick in die Geschichte lässt unterschiedliche Antworten erkennen: von der ideologischen Erziehung bis zum Anspruch der Kontroversität, von politischer Bildung als Unterrichtsprinzip bis zum eigenständigen Unterrichtsfach.

Studierende im Protestzug mit transparent gegen Bildungsnotstand

Wolfgang Sander

1945 bis heute: Von Anfang bis PISA

Politische Bildung kam nach 1945 als Mittel zur Transformation von Staat und Gesellschaft in die Schulen der BRD und der DDR. Während im Westen parallel zur Etablierung einer wissenschaftlichen Politikdidaktik Debatten über die Ziele schulischer politischer Bildung geführt wurden, war die "Staatsbürgerkunde" in der DDR auf die Weltanschauung der SED festgelegt. Aktuelle Debatten drehen sich u.a. um Konsequenzen aus der PISA-Studie.

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Porträt von Theodor Wilhelm

Tilman Grammes

Porträt: Theodor Wilhelm

Theodor Wilhelm (1906 – 2005) hat mit seinem 1951 erschienen berühmten Werk "Wendepunkt der politischen Erziehung – Partnerschaft als pädagogische Aufgabe" die Didaktik der politischen Bildung nach 1945 wesentlich geprägt. Sein Ansatz orientierte sich an der Philosophie des amerikanischen Pragmatismus. Er gilt als sperriger und skeptischer "Klassiker".

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Porträt von Theodor Litt

Joachim Detjen

Porträt: Theodor Litt

Theodor Litt (1880 – 1962) gilt als liberal-konservativer Denker. Er war 1925 als Vertreter der geisteswissenschaftlichen Pädagogik Mitbegründer der Zeitschrift "Die Erziehung". Seine Schrift "Die politische Selbsterziehung des deutschen Volkes", in der er die Position Theodor Wilhelms kritisierte, war 1954 Band 1 in der Schriftenreihe der Bundeszentrale für politische Bildung.

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Porträt von Kurt Gerhard Fischer

Wolfgang Sander

Porträt: Kurt Gerhard Fischer

Kurt Gerhard Fischer (1928 – 2001) war einer der ersten Wissenschaftler, die an Universitäten einen Lehrstuhl für Didaktik der politischen Bildung erhielten. Er gilt als Mitinitiator der sogenannten "didaktischen Wende" in der politischen Bildung und setzte wichtige Impulse unter anderem zu Fragen interkulturellen Lernens und zur Europäisierung politischer Bildung.

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Porträt von Wolfgang Hilligen

Sibylle Reinhardt

Porträt: Wolfgang Hilligen

Hunger, Unterdrückung und Vernichtung als existenzielle Erfahrungen können als Beweggrund für die Didaktik Wolfgang Hilligens (1916 – 2003) verstanden werden. Aus seiner Sicht beginnt politisches Lernen bei der Auseinandersetzung mit fundamentalen Problemen menschlichen Daseins. Hilligen gilt entsprechend als Stichwortgeber für das didaktische Prinzip der Problemorientierung.

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Porträt von Herrmann Giesecke

Ingo Juchler

Porträt: Hermann Giesecke

Hermann Giesecke (geb. 1932) setzte mit seiner 1965 veröffentlichten "Didaktik der politischen Bildung" den Impuls zur "sozialwissenschaftlichen Wende" in der Politikdidaktik. Das Buch gilt bis heute als das am weitesten verbreitete politikdidaktische Werk und war die erste Monografie ihrer Art in Deutschland. Giesecke geht darin von der Prämisse aus, dass Politik in politischen Konflikten konkret werde.

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Porträt von Rolf Schmiederer

Kerstin Pohl

Porträt: Rolf Schmiederer

Rolf Schmiederers (1928-1979) Name steht in der politischen Bildung für die zentrale Bedeutung der Schülerinteressen im Bildungsprozess und für einen gesellschaftskritischen Ansatz, bei dem die Emanzipation der Lernenden im Zentrum steht.

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Joachim Detjen

Porträt: Bernhard Sutor

Bernhard Sutor (geb. 1930) formulierte eine dem freiheitlichen Verfassungsstaat verpflichtete politische Bildung. Aufbauend auf einer personalen Anthropologie hat Sutor das rationale politische Urteil und die kritische Identifikation mit dem freiheitlichen Verfassungsstaat als didaktisches Ziel vor Augen. Entsprechend war er einer derjenigen, die in den 1970er-Jahren gegen eine marxistisch inspirierte und – aus seiner Sicht – zu weitgehend emanzipatorisch orientierte Politikdidaktik Position bezog.

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Tilman Grammes

Porträt: Wolfgang Feige

Wolfgang Feige (geb. 1931) zählt zu den wichtigsten Theoretikern der Staatsbürgerkunde in der DDR. In seinen Veröffentlichungen äußerte er sich zu Stoffauswahl und Methodik der Staatsbürgerkunde auf Grundlage des Marxismus-Leninismus. Seiner Auffassung nach war es Aufgabe der Lehrkraft, den Lernenden im gesellschaftswissenschaftlichen Unterricht die "Weltanschauung der Arbeiterklasse" als "akzeptierbar" zu vermitteln. Seine Konzeption wurde als "offene Parteilichkeit" umschrieben.

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Die bpb

Beutelsbacher Konsens

Die bpb orientiert sich in ihrer Arbeit an den anerkannten fachlichen Prinzipien politischer Bildung. Eine wichtige Referenz ist dabei der "Beutelsbacher Konsens", der in den 1970er Jahren formuliert wurde, und seither besonders für die formale politische Bildung auf drei zentrale didaktische Leitgedanken verweist.

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Spezial

Geschichte der Bundeszentrale für politische Bildung

Hier erfahren Sie mehr über die bald 65-jährige Geschichte der Bundeszentrale für politische Bildung, die anfangs noch Bundeszentrale für Heimatdienst hieß und vor allem das Demokratiebewusstsein in der jungen Republik verankern sollte.

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Coverbild Politische Bildung in Deutschland
Schriftenreihe (Bd. 1449)

Politische Bildung in Deutschland

Die politische Bildung steht nach wie vor vor der Herausforderung, gesellschaftliche Wandlungsprozesse zu gestalten. Das Buch beleuchtet Geschichte, Akteure und Strukturen der politischen Bildung in Deutschland und informiert über Grundlagen, Trendwenden, Kontroversen und Zukunftsfähigkeit politischer Bildung.

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