Junge mit Megafon vor Tafel

Politische Erwachsenenbildung

Politische Erwachsenenbildung war und ist Spiegel des jeweiligen Zeitgeschehens. Sie ist zugleich ein Motor politischer Prozesse, als Arbeiterbildung, als parteinahe Bildung, als humanistische oder kirchlich organisierte Bildung. Die gegenwärtige Vielfalt an Institutionen und Formen politischer Erwachsenenbildung ist das Ergebnis eines langen historischen Prozesses, geprägt durch unterschiedlichen Konjunkturen, Personen und Leitbilder.

Frauen in Schulungsraum bei einer Bildungsveranstaltung, sitzend und sich meldend.

Klaus-Peter Hufer

Seit 1945: Von Re-Education bis Effizienz

Während nach 1945 im Westen eine plurale Trägerlandschaft politischer Erwachsenenbildung entstand, wurde diese in der DDR auf die Linie des Marxismus-Leninismus verpflichtet. In der BRD dominierte Ende der 1950er-Jahre zunächst die Anpassung an gesellschaftliche und wirtschaftliche Erfordernisse. Die Konfrontation mit der NS-Vergangenheit bewirkte jedoch bald eine Politisierung der Erwachsenenbildung.

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Fritz Borinski

Klaus-Peter Hufer

Porträt: Fritz Borinski

Fritz Borinski (1903 – 1988) wirkte nach 1945 am Aufbau eines neuen Bildungswesens in Westdeutschland mit. In seinem 1954 erschienen Buch "Der Weg zum Mitbürger" distanzierte er sich von der in der Weimarer Republik dominierenden "Staatsbürgerkunde" und plädierte für eine "mitbürgerliche Bildung", die auf den "ganzen Menschen" und das "ganze Leben" zielen und immer auch politische Bildung sein sollte.

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Klaus-Peter Hufer

Porträt: Paul Röhrig

Paul Röhrig (1925 – 2007) hat als Professor für Pädagogik und als Praktiker die Entwicklung der Erwachsenenbildung grundsätzlich beeinflusst. Dabei hob er die Bedeutung der politischen Bildung in der Erwachsenenbildung hervor und plädierte für einen politisch-emanzipatorischen Bildungsgedanken. Aus dieser Warte kritisierte er die sogenannte "funktionalistische Wende" in der Erwachsenenbildung seit Ende der 1950erJahre und stand den zunehmenden Anstrengungen um Evaluation und Wirkungsforschung skeptisch gegenüber.

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Christine Zeuner

Porträt: Hans Tietgens

Hans Tietgens (1922 – 2009) war langjähriger Leiter der Pädagogischen Arbeitsstelle des Deutschen Volkshochschul-Verbandes. Seinem Anspruch nach verfolgte er in der politischen Erwachsenenbildung einen "dritten Weg". Politische Bildung sollte ausgehend von einer gesellschaftlichen Perspektive und den Interessen des einzelnen Autonomie und Mitbestimmung fördern. Er plädierte für die Einhaltung des Kontroversitätsgebots in der Erwachsenenbildung und lehnte eine parteipolitische oder parteiische politische Bildung ab.

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Oskar Negt

Klaus-Peter Hufer

Porträt: Oskar Negt

Oskar Negt (geb. 1933) gilt als einer der einflussreichsten Soziologen in der Bundesrepublik und ist zugleich einer der profiliertesten politischen Erwachsenenbildner. Sein Ausgangspunkt war in den 1960ern die Arbeiterbildung, für die er das Prinzip des exemplarischen Lernens in die politische Bildung übertrug. Negt plädiert für einen emanzipatorischen und systemkritischen Ansatz.

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Coverbild Politische Erwachsenenbildung
Schriftenreihe (Bd. 1787)

Politische Erwachsenenbildung

Partizipation in der Politik braucht Wissen, Urteilsfähigkeit, Empathie. In einer sich wandelnden Gesellschaft bleiben auch Erwachsene Adressaten politischer Bildung. Klaus-Peter Hufer stellt in diesem Buch Begriffe, Geschichte, Rahmenbedingungen und Praxis politischer Erwachsenenbildung vor.

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Coverbild Politische Bildung in Deutschland
Schriftenreihe (Bd. 1449)

Politische Bildung in Deutschland

Die politische Bildung steht nach wie vor vor der Herausforderung, gesellschaftliche Wandlungsprozesse zu gestalten. Das Buch beleuchtet Geschichte, Akteure und Strukturen der politischen Bildung in Deutschland und informiert über Grundlagen, Trendwenden, Kontroversen und Zukunftsfähigkeit politischer Bildung.

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