Schülerinnen und Schüler bei der Eröffnung der SchulKinoWoche Hessen 2011

Filmkanon

Ein Symposium der Bundeszentrale für politische Bildung

18.7.2003
Das Medium Film als wesentliches Element unserer Kultur soll stärker als bisher im Schulunterricht verankert werden. Dazu diskutierten und erstellten Experten und Expertinnen der Medienbranche einen Filmkanon. Mit dabei waren zum Beispiel die Regisseure Tom Tykwer, Dominik Graf und Volker Schlöndorff.

Film ist in unserer von Medien dominierten Welt ständig präsent. Gerade für Jugendliche ist ein bewusster Umgang mit Film unverzichtbar. Die Vermittlung von Filmkompetenz an Schulen war bereits Thema des Kongresses "Kino macht Schule", den die Bundeszentrale für politische Bildung/bpb in Kooperation mit der Filmförderungsanstalt (FFA) im März 2003 ausrichtete. Zum Abschluss des Kongresses wurde die Filmkompetenzerklärung verabschiedet, sie enthielt nicht nur einen Katalog mit konstruktiven Forderungen an die Bildungspolitik, sondern auch konkrete Angebote. Das wichtigste Angebot wurde am 16. Juli eingelöst: Ein Filmkanon entstand.

Mit dem Kanon von 35 Filmen sollen die verantwortlichen Bildungspolitikerinnen und -politiker sowie die interessierten Pädagoginnen und Pädagogen zu einer konstruktiven Diskussion um ein filmschulisches Kerncurriculum eingeladen werden. Dieser Filmkanon soll als repräsentative Basis für die Auseinandersetzung mit dem Medium Film in den Schulen dienen.

Der Präsident der bpb, Thomas Krüger, stellte mit Unterstützung des Journalisten und Berlinale-Kurators Alfred Holighaus ("Perspektive Deutsches Kino") eine 19-köpfige Expertenkommission zusammen. Sie setzt sich zusammen aus Filmemacherinnen und -machern, Filmhistorikerinnen und -historikern, Medienpädagoginnen und -pädagogen, Journalistinnen und Journalisten, Filmpublizistinnen und -publizisten, Filmwissenschaftlerinnen und -wissenschaftlern, Autorinnen und Autoren, Festivalmacherinnen und -machern sowie Vertreterinnen und Vertretern von Verbänden und Archiven.

Vorab reichten die Kommissionsmitglieder schriftlich ihre Vorschläge ein und einigten sich dann auf dem Symposium "Filmkanon" in Berlin auf einen Katalog von 35 Filmen aus den über hundert Jahren Filmgeschichte. In die Diskussion brachten die Kommissionsmitglieder die unterschiedlichsten Kriterien für die Auswahl des Filmkanons ein. Die ausgesuchten Filme sind nach Meinung der Kommission besonders geeignet, Schülerinnen und Schülern Ästhetik und Inhalt des Mediums zu vermitteln.

"Obwohl das bewegte Bild das Leitmedium des 20. Jahrhunderts ist", erklärte Thomas Krüger die Hintergründe der Initiative Filmkanon, "findet es in den Schulen noch immer nicht die ihm angemessene Bedeutung im Gegensatz zur Literatur". Die Initiative Filmkanon ist eine der zahlreichen Aktivitäten der bpb, die darauf abzielen, Filmkompetenz an Schulen zu fördern. Der Filmkanon versteht sich als ein ergebnisoffenes und konstruktives Diskussionsangebot an die pädagogische Praxis.

Um Film in deutschen Lehrplänen zu implementieren muss sich die Kultusministerkonferenz auf die curriculare Verankerung des Themas Film – seine Geschichte, seine Sprache, seine Wirkung - in den Schulen, den Universitäten und den Fortbildungsstätten einigen. Deshalb wird ausdrücklich begrüßt, dass sich die Kultusministerkonferenz des Themas annehmen will, wie der in der Sache engagierte brandenburgische Bildungsminister Steffen Reiche ankündigte. Im Nachgang des Symposiums sind folgende Maßnahmen geplant:

Alle Interessierten sind eingeladen, den "Filmkanon" als Basis für die Auseinandersetzung mit dem Medium Film in den Schulen zu diskutieren. Hierzu hat die bpb auf ihrer Website ein »Diskussionsforum« eingerichtet. Die Beiträge werden gesammelt und in der Anhörung berücksichtigt. Der Filmkanon soll der Kultusministerkonferenz vorgelegt werden.

Ab Frühjahr 2004 wird die bpb Unterrichtsmaterial in Form von Filmheften zu den ausgewählten Filmen herausgeben. Hier werden auch Empfehlungen zur Eignung der jeweiligen Filme für die verschiedenen Klassenstufen gegeben. Geplant ist darüber hinaus die Veröffentlichung eines Buches zu den Filmen mit Beiträgen der Kommissionsmitglieder.

In Zusammenarbeit mit den Filmarchiven sowie den Verleiher- und AV-Verbänden soll gewährleistet werden, dass die Filme des Kanons in verschiedenen Formaten zur Verfügung stehen. Wichtig ist dabei besonders die Verfügbarkeit als 35mm-Film, um den "Lernort Kino" nutzen zu können. Hierfür ist auch die Kooperation mit den Kinoverbänden wichtig. Politische Unterstützung für diesen praktischen Teil der Initiative wurde bereits von der Schirmherrin des Filmkanons, Dr. Christina Weiss, signalisiert.

Kino im Schulunterricht, Schulunterricht im Kino: Mit Hilfe des Filmkanons soll und kann ein Medium, mit dem gerade die Schülergeneration vorrangig Spaß, Ablenkung, Freizeit verbindet, zu einem pädagogischen und gesellschaftlichen Gewinn werden. Thomas Krüger abschließend: "Nur ein geschultes, kritisches und medienkompetentes Auge wird die Gestaltungskraft des Kinofilms wirklich durchschauen und damit qualitativere Filme herausfordern, die als Teil eines jeweiligen Kulturgutes wahrgenommen werden können."

Kontakt


Bundeszentrale für politische Bildung
Katrin Willmann
Multimedia
Adenauerallee 86
53113 Bonn
filmkanon@bpb.de



 
zum Fragebogen >

Ihre Meinung ist uns wichtig


Vielen Dank für Ihren Besuch von bpb.de!

Wir wollen unseren Internetauftritt verbessern - und zwar mit Ihrer Hilfe. Dazu laden wir Sie herzlich zu einer kurzen Befragung ein. Sie dauert etwa 10 Minuten. Die Befragung führt das unabhängige Marktforschungsinstitut SKOPOS für uns durch.

Bitte unterstützen Sie uns mit Ihrer Teilnahme. Ihre Meinung ist uns sehr wichtig!

Ihre Bundeszentrale für politische Bildung

Information zum Datenschutz und zur Datensicherheit


Als unabhängiges Marktforschungsinstitut führt SKOPOS Institut für Markt- und Kommunikationsforschung GmbH & Co. KG im Auftrag der Bundeszentrale für politische Bildung diese Befragung durch.

Zur Durchführung der Befragung erhebt SKOPOS Ihre IP-Adresse. Diese wird umgehend anonymisiert und getrennt von den Befragungsdaten verarbeitet, deshalb ist eine Identifizierung von Personen nicht möglich. Weitere personenbeziehbare oder personenbezogene Daten werden nicht erhoben.

Die Befragung entspricht den gesetzlichen Bestimmungen zum Datenschutz und den Richtlinien des Berufsverbandes Deutscher Markt- und Sozialforscher e.V. sowie der Europäischen Gesellschaft für Meinungs- und Marketingforschung. Es erfolgt keine Weitergabe an Dritte.

Weitere Informationen und Kontaktdaten finden Sie hier.