Schülerinnen und Schüler bei der Eröffnung der SchulKinoWoche Hessen 2011

Filmkanon

35 ausgewählte Filme

18.7.2003
Die 35 ausgewählten Filme des Film-Symposiums der bpb: Der Kanon reicht von "Die Brücke" über "Taxi Driver" bis "Blade Runner".

  • Nosferatu – Sinfonie des Grauens
    Regie: F. W. Murnau; 1922; Deutschland

    Murnaus schaurig schöne (inoffizielle) Verfilmung des Vampir-Romans "Dracula" von Bram Stocker ist eines der hervorragendsten Werke des deutschen Stummfilm-Expressionismus.

  • Goldrausch
    Regie: Charles Chaplin; 1925; USA

    Vom Goldrausch in Alaska lässt sich auch der arme Charlie anstecken. Bis zum Happyend muss er eine Reihe von Schwierigkeiten und Entbehrungen erdulden (zum Beispiel seinen Schuh essen, weil sonst nichts da ist), die er aber mit Humor trägt. Nicht nur Chaplin hielt diesen Film für seinen besten: Ein Meisterwerk.

  • Panzerkreuzer Potemkin
    Regie: Sergej M. Eisenstein; 1925; UdSSR

    Berühmter Revolutionsfilm zum 20. Jahrestag der Meuterei auf einem Kriegsschiff vor dem Hafen von Odessa. Dieser Meilenstein der Filmgeschichte, von Eisenstein nach dem klassischen Tragödien-Prinzip inszeniert, hat auch heute noch Vorbild-Charakter. Einige besonders eindringliche Szenen dieses Stummfilms werden von modernen Regisseuren nach wie vor kopiert oder geschickt weitergeführt.

  • Emil und die Detektive
    Regie: Gerhard Lamprecht; 1930; Deutschland

    Ein Junge, dem auf der Reise nach Berlin das für die Großmutter bestimmte Geld gestohlen wird, findet in der großen Stadt gleichaltrige Freunde, mit denen er die Verbrecher verfolgt und schließlich stellt. Die Kästner-Verfilmung macht Werte wie Demokratie und Solidarität einsichtig. Fesselnde Unterhaltung, die in Dramaturgie und Bildgestaltung noch ganz dem Stummfilm verhaftet ist.

  • M
    Regie: Fritz Lang; 1931; Deutschland

    Klassisches Meisterwerk über einen Kindermörder, der nicht nur von der Polizei, sondern auch von der Unterwelt gejagt wird, die ihn in einem makaberen Tribunal unter dem Vorsitz von Gustaf Gründgens zum Tode verurteilt. Mit einem hervorragenden Peter Lorre und zahlreichen Verweisen auf das gesellschaftliche Klima in der Zeit des aufkommenden Nationalsozialismus.

  • Stagecoach
    Regie: John Ford; 1939; USA

    Fünf Reisende, ein Sheriff und ein Postkutscher werden von Indianern verfolgt. Ringo ist zudem in einer Rachemission unterwegs. Einer der besten Western, mit geringem Budget gedreht, besticht durch herrliche Naturaufnahmen und wurde zum Kultfilm.

  • Der Zauberer von Oz
    Regie: Victor Fleming; 1939; USA

    Im Fiebertraum findet sich Dorothy im Zauberland Oz wieder, wo sie im Verein mit putzigen Weggefährten eine böse Hexe besiegen muss. Klassischer Fantasy Film mit Musik ("Somewhere over the Rainbow") nach dem Roman von L. Frank Baum.

  • Laurel & Hardy: Der beleidigte Bläser
    Regie: Edgar Livingston Kennedy; 1928; USA

    "Ihr erster Versuch als Orchestermusiker ist ein glatter Reinfall, also probieren Laurel & Hardy ihr Glück als Straßenmusikanten - ohne Erfolg." (DVD & Video Report) - Kurzfilm.

  • Citizen Kane
    Regie: Orson Welles; 1941; USA

    Die Geschichte eines amerikanischen Multimillionärs, dem es durch Zielstrebigkeit und politischen Opportunismus gelingt, ein allumfassendes mächtiges Wirtschaftsimperium aufzubauen, bevor er einsam in seiner Luxusvilla stirbt. Äußerst ausdruckstarkes und innovatives Debüt von Orson Welles, in dem er sich souverän aller verfügbaren filmischen Mittel bedient. Einer der besten Filme aller Zeiten.

  • Sein oder Nichtsein
    Regie: Ernst Lubitsch; 1942; USA

    Die Mitglieder eines Warschauer Theaters spielen in einem Komplott gegen die deutschen Besatzungstruppen gefährliche Rollen. Eine wundervolle, menschliche Komödie über eine Zeit des Grauens. Lubitsch gelang der abenteuerlichste Drahtseilakt der Filmgeschichte.

  • Deutschland im Jahre Null
    Regie: Roberto Rossellini; 1948; Italien/ Deutschland

    Düsteres Nachkriegsdrama über die Absurdität der Nazi-Ideologie: In den Kriegsruinen von Berlin bringt der Protagonist erst seinen Vater und dann sich selbst um, um seinen schwulen Nazi-Professor zu beeindrucken.

  • Rashomon – Das Lustwäldchen
    Regie: Akira Kurosawa; 1950; Japan

    Eine Vergewaltigung und ein Mord im Japan des 12. Jahrhunderts. Der Tathergang stellt sich in Rückblenden aus der jeweiligen subjektiven Sicht von vier Beteiligten in vier unterschiedlichen Versionen dar. Hervorragend gespielter und besonders durch seinen virtuosen Schnittrhythmus äußerst kraftvoller und eindringlicher Film, der elementare Einsichten in die Natur des Menschen vermittelt. Ein echter Klassiker, oft kopiert.

  • La Strada
    Regie: Federico Fellini; 1954; Italien

    Ein proletenhaft-brutaler Jahrmarktsartist, dem scheinbar jede gefühlsmäßige menschliche Bindung fremd ist, nimmt ein naives Dorfmädchen als billige und willfährige Assistentin mit auf Reisen. Erst nachdem er sie verlassen hat, offenbart sich seine tiefe Zuneigung für sie auf drastische Weise. Zeitloses, melodramatisches Meisterwerk Fellinis.

  • Nacht und Nebel
    Regie: Alain Resnais; 1955; Frankreich

    Höchst eindringlicher Film über die Vernichtungsmaschinerie der nationalsozialistischen Konzentrationslager. Anhand der heutigen Bilder von Auschwitz und Birkenau, ergänzt von Wochenschaumaterial, wird das bewusst nicht direkt gezeigte Grauen durch die eindringlichen Texte von Jean Cayrol (in der deutschen Fassung von Paul Celan) in seinem ganzen schrecklichen Ausmaß nachvollziehbar.

  • Vertigo
    Regie: Alfred Hitchcock; 1958; USA

    Wegen seiner Höhenangst muss James Stewart seinen Job als Polizist aufgeben. Als er für einen Freund dessen Frau beschattet, muss er tatenlos mit ansehen, wie sie sich von einem Turm stürzt. Später trifft er eine Frau von großer Ähnlichkeit mit der Toten und beginnt, einen teuflischen Plan aufzudecken. Unbestritten eines von Hitchcocks Meisterwerken, komplex und raffiniert in der Handlung, unerreicht in Kameraführung und Suspense. Ein Film, der nie altert.

  • Die Brücke
    Regie: Bernhard Wicki; 1959; Bundesrepublik Deutschland

    Eine Gruppe deutscher Jungen wird in den letzten Tagen des Zweiten Weltkrieges bei der Verteidigung einer absolut unwichtigen Brücke gegen die Amerikaner sinnlos aufgerieben. Meisterhaft, schnörkellos, unspektakulär, erschütternd zeigt Regisseur Bernhard Wicki das wahre Gesicht des Krieges. Für Generationen der deutsche Antikriegsfilm.

  • Das Apartment
    Regie: Billy Wilder; 1960; USA

    Tragikomödie um einen New Yorker Angestellten, der seinen Vorgesetzten sein Appartement für deren amourösen Eskapaden zur Verfügung stellt, um so seine Karriere zu sichern. Eine bitterböse Satire auf die Moral der Büro-Gesellschaft, den Opportunismus einer modernen Hierarchie, voll scharf-kritischer Detailskizzen.

  • Außer Atem
    Regie: Jean-Luc Godard; 1960; Frankreich

    Der wichtigste Film der "Nouvelle Vague" ein Klassiker der Moderne. Belmondo als halbstarker und krimineller Außenseiter, der von seiner Freundin an die Polizei verraten wird. Eine Hommage an das alte Hollywood-Kino und seinen wichtigsten Darsteller Humphrey Bogart. Das Drehbuch stammt von Truffaut. Chabrol fungierte als technischer Berater, Musik von Martial Solal.

  • Dr. Seltsam – oder wie ich lernte die Bombe zu lieben
    Regie: Stanley Kubrick; 1964; USA

    Ein US-General dreht durch und trifft alle Vorbereitungen für das Ende der Welt. Satire auf die in den USA herrschende Kommunistenangst, mit mehreren Paraderollen für Peter Sellers, bei der einem das Lachen im Hals stecken bleibt.

  • Blow up
    Regie: Michelangelo Antonioni; 1966; Großbritannien

    Durch Zufall entdeckt ein Starfotograf auf einer seiner Aufnahmen einen Killer mit schussbereiter Waffe und gerät bei seinen Nachforschungen selbst auf die Todesliste. Zum Kultfilm gewordener, vielschichtiger und intelligent konstruierter Thriller, der zwischen Realität und Irrealität schwankt. Symbolreiche, provokative und farbenprächtige Parabel auf die Popkultur der 60er.

  • Das Dschungelbuch
    Regie: Wolfgang Reitherman; 1967; USA

    Populärer Klassiker des Animationsfilms nach Rudyard Kipling. Die Abenteuer des Dschungelkindes Mogli und seiner tierischen Freunde werden zum mitreißenden Musical, das Kinder jeden Alters begeistert. Der letzte Film, an dem Walt Disney noch selbst mitgewirkt hat.

  • Ich war neunzehn
    Regie: Konrad Wolf; 1969; DDR

    Der neunzehnjährige Gregor begegnet im Nachkriegsdeutschland Menschen, die auf unterschiedlichste Weise auf die Situation reagieren. Verbindung von Fiktion und Dokumentation, die jenseits aller Klischees die Wahrheit über die Zeit sucht.

  • Der Wolfsjunge
    Regie: François Truffaut; 1969; Frankreich

    Das Aufwachsen eines etwa 12-jährigen Wolfskindes, nach authentischen Aufzeichnungen aus dem Jahre 1798, von Truffaut in asketischem und verinnerlichtem Stil gestaltet. Meisterwerk.

  • Alice in den Städten
    Regie: Wim Wenders; 1973; Bundesrepublik Deutschland

    Ein gescheiterter Reporter und die alleingelassene 9jährige Alice auf einer aussichtslosen Suche nach Alices Großmutter. Die Irrfahrt wird zum Inhalt des Films über die Leere der zwischenmenschlichen Beziehungen.

  • Taxi Driver
    Regie: Martin Scorcese; 1975; USA

    In einem kontaktunfähigen New Yorker Taxifahrer wächst das Gefühl, etwas gegen Gewalt, Schmutz und menschlichen Abschaum in der Stadt unternehmen zu müssen. Dies endet damit, dass er einige Personen brutal erschießt, als er einer jungen Prostituierten helfen will. Brillant inszenierte und gespielte Studie einer Persönlichkeitsstörung, die auch die im sozialen Umfeld liegenden Gründe analysiert.

  • Die Ehe der Maria Braun
    Regie: R.W. Fassbinder; 1978; Bundesrepublik Deutschland

    Die Geschichte einer ebenso schönen wie ehrgeizigen Frau, die in den ersten Nachkriegsjahren mit Skrupellosigkeit und Gefühlskälte den sozialen Aufstieg schafft, ihre Träume von Liebe und Ehe aber nicht verwirklichen kann. Der Film verknüpft das Einzelschicksal mit der frühen Geschichte der Bundesrepublik Deutschland und ihre Entwicklung zur egoistischen und mitleidlosen Gesellschaft.

  • Stalker
    Regie: Andrej Tarkowski; 1979; UdSSR

    Ein Physiker und ein Schriftsteller lassen sich von einem Führer in eine geheimnisvolle Zone bringen, in der die Naturgesetze außer Kraft gesetzt sind. Faszinierend. Nach dem Roman der Brüder Strugatzki.

  • Blade Runner
    Ridley Scott; 1981; USA

    Im L.A. des 21. Jahrhunderts sucht ein ausgebrannter Privatdetektiv nach entlaufenen Androiden, die ihren Schöpfer finden wollen, da sie Rechenschaft von ihm fordern. Ein SF-Film, der seinesgleichen sucht.

  • Sans Soleil - Unsichtbare Sonne
    Regie: Chris Marker; 1982; Frankreich

    Philosophischer Film-Essay, der Dokumentationen einer Reise durch Japan, Guinea und die Kapverdischen Inseln mit Computer Bildern des japanischen Künstlers Yamenko verbindet und dem engagierten Zuschauer Augen und Ohren für neue Zusammenhänge öffnet. Ein Meisterwerk des Genres.

  • Shoah
    Regie: Claude Lanzman, 1985; Frankreich

    Zweiteilige Dokumentation über die systematische Verfolgung der osteuropäischen Juden durch die Nazis. Der Film zeigt kein historisches Material, sondern die Reaktionen von Überlebenden, die bis an die Grenze des Erträglichen zu dem befragt werden, was sich auf den Transporten und in den Todesfabriken des Dritten Reiches abgespielt hat.

  • Ein kurzer Film über das Töten
    Regie: Krzyszof Kieslowski; 1987; Polen

    Das eigentlich Provozierende an diesem Film, der über die Ermordung eines Taxichauffeurs und die Hinrichtung des Täters berichtet, ist, dass er die gesetzlich geförderte und staatlich vollzogene Hinrichtung in punkto Brutalität und entsetzlicher Endgültigkeit dem Mord gleichsetzt. Dieses Werk ist auch einer der konsequentesten und härtesten Filme gegen die Todesstrafe.

  • Wo ist das Haus meines Freundes
    Regie: Abbas Kiarostami; 1988; Iran

    Eine kleine, liebevolle Geschichte über einen Jungen, der sich den Verboten seiner Eltern widersetzt, um seinen Schulkameraden aus der Patsche zu helfen. Unprätentiös und mit großer Schlichtheit auf die Leinwand gebracht, ermöglicht der Film auch einen Einblick in die Gesellschaftsstrukturen und Alltagsbewältigung in einem iranischen Dorf.

  • Der Eissturm
    Regie: Ang Lee; 1997; USA

    Ein Gesellschaftsbild, dass das Auseinanderfallen einer amerikanischen Mittelstandsfamilie in den 70er Jahren und deren Sehnsucht nach Liebe, Harmonie und Geborgenheit beschreibt.

  • Das süße Jenseits
    Atom Egoyan; 1997; Kanada

    Bei einem Busunglück sterben viele Schüler. Ein Anwalt versucht, das Leid der Eltern in bare Münze zu verwandeln und scheitert an der Lüge eines überlebenden Mädchens. Ein intensiver, eindringlicher Film über Verlust und Leid, der als Lehrbuch in Sachen überlebenswichtiger Trauerarbeit verstanden werden kann.

  • Alles über meine Mutter
    Pedro Almodovar; 1999; Spanien

    Nach dem tödlichen Unfall ihres 17jährigen Sohnes bricht seine Mutter zu einer Reise in ihre Vergangenheit auf. In Barcelona trifft sie alte Freundinnen wieder, die ebenfalls alle von nicht geringeren existenzielle Nöten geplagt sind, und sucht Kontakt zum Vater ihres Kindes, der inzwischen als weibliche Prostituierte arbeitet.

    Aus: Heyne Filmlexikon, Hrsg. Lothar R. Just, Wilhelm Heyne Verlag GmbH & Co KG, München, 1996. Mit freundlicher Genehmigung des Herausgebers.



 
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