kulturelle Bildung

Erzählen und Literatur

Das Erzählen von Geschichten ist eine zutiefst menschliche Eigenschaft mit langer Tradition. Wir alle lieben es, Geschichten zu hören, uns von ihnen unterhalten und fesseln zu lassen und etwas dabei zu lernen. Um Geschichten zu bewahren und zu verbreiten, werden sie seit vielen Jahrhunderten aufgeschrieben und bildlich festgehalten. Dieser Themenschwerpunkt handelt vom Wert der Geschichten, der Texte, der Bücher, der Sprache, der Bilder und des Lesens für die kulturelle und politische Bildung.

Bildungsarbeit mit Literatur und Geschichten findet in der Schule statt, in Bibliotheken, in Hochschulen, Vereinen, Workshops, Kindergruppen, aber auch zu Hause, ganz privat und in der Familie. Erfundene Geschichten oder poetische Sätze können uns manchmal politische oder historische Sachverhalte näher bringen als Sachtexte oder Nachrichten. Wir fiebern mit den Figuren mit, versetzen uns in ihre Lage und können so Blickwinkel einnehmen, die uns selbst möglicherweise fremd, möglicherweise aber auch vertraut sind. Wir erleben ihre Zeit, ihre Umgebung, ihre Nöte, Konflikte und Freuden mit und machen uns ein ganz eigenes Bild vom Thema. In der Bildungsarbeit sind Hintergrundwissen, eine Kontextualisierung und fundierte Diskussion der Inhalte wichtig, im informellen Lernen findet eine solche Auseinandersetzung oft ganz nebenbei statt.

Bei unseren Projektbeispielen geht es bei den Buchkindern Leipzig e.V. und Loesje e.V. vor allem um das Selbermachen. Das Erfinden von Texten, Geschichten, Szenarien und Bildern, die Herstellung eigener Bücher, sind Ausdruck unserer Meinungsbildung, unserer Sichtweise der Welt. Sie machen einen Prozess und eine Position sichtbar und zeigen so Teilhabe am gesellschaftlichen Leben. Diese produktiven Prozesse spielen eine wichtige Rolle in der kulturellen und politischen Bildungsarbeit.

Buchstaben

Vanessa-Isabelle Reinwand

Literaturvermittlung als kulturelle Bildung

Die Kompetenz Lesen und ein Verständnis von Literatur sind wichtige Schlüssel zum gesellschaftlichen und kulturellen Miteinander. Zahlreiche Akteure in Deutschland befassen sich mit der Vermittlung von Literatur und mit Leseförderung in verschiedensten Formaten und mit einer großen Methodenvielfalt. Weiter...

Aufgeschlagenes Buch

Susann Gessner

Kinder- und Jugendliteratur im Kontext politischer Bildung

Literatur stellt im Kontext kultureller Bildung ein traditionelles Medium dar. Im Kontext politischer Bildung allerdings ist das Literarische als Prinzip der Vermittlung auf den ersten Blick eher bemerkenswert. Im Text wird darüber nachgedacht, welche politischen Bildungsprozesse durch Kinder- und Jugendliteratur eröffnet werden können. Weiter...

Was uns wichtig ist, erzählen wir in Form von Geschichten.

Sascha Meinert

Narrative für eine Nachhaltige Entwicklung

Menschen lieben Geschichten – Wir hören sie an, erzählen sie selbst und erfahren dabei viel über uns, andere und die Welt, in der wir leben. Methoden, in denen Geschichten im Mittelpunkt stehen, bieten auch für die politische Bildung und das Thema Nachhaltige Entwicklung ein großes Potenzial. Weiter...

Die Welt mit anderen Augen sehen

Interview mit Manfred Theisen

"Empathie macht Demokratie erst möglich“

Der Kinder- und Jugendbuchautor Manfred Theisen schreibt Romane zu politisch-gesellschaftlichen Themen, um Jugendliche zum kritischen Denken anzuregen. Beim Lesen sehen Kinder die Welt durch die Augen von anderen und lernen Empathie. Weiter...

Abb. 2: Die Sache mit Sorge, S. 127, P. 1

René Mounajed

Comics und historisch-politische Bildung

Comics als Medium eignen sich sehr gut für den Einsatz in der historisch-politischen Bildungsarbeit. Dabei lassen sich Geschichts-Comics in verschiedene Kategorien einteilen, die sich unterschiedlich stark an historischen Fakten und Zahlen orientieren. Weiter...

Ideen aufs Papier bringen

Erzählen und Literatur

Methoden

Kinder machen Bücher selbst, von der ersten Idee bis zum gebundenen Exemplar, beim Geschichten-Erzählen können Jugendliche sich als Held oder Opfer inszenieren, anhand von Comics kann man sich mit Geschichte auseinandersetzen – Die Vielfalt der Methoden im Bereich der Literatur und des Erzählens an der Schnittstelle zur politischen Bildung ist groß. Weiter...

Buchkind in Aktion beim Drucken

Erzählen und Literatur

Praxisbeispiele

Wie sieht die Praxis politischer und kultureller Bildungsarbeit aus, die sich mit Literatur und Geschichten befasst? Hier werden drei aktuelle Beispiele vorgestellt. Die Bandbreite reicht von den Buchkindern, die ihre eigenen literarisch-künstlerischen Buchprojekte umsetzen über Workshops, in denen poetisch-politische Plakate entworfen werden bis hin zu einem interkulturellen Bibliotheks-Projekt. Weiter...

Linkliste

Erzählen und Literatur

Links

Hier finden Sie eine kommentierte Linkliste zum Schwerpunkt "Erzählen und Literatur". Weiter...

Erzählen und Literatur

Literaturliste Literatur /Lesen und Kulturelle Bildung

Hier finden Sie Literatur zum Schwerpunkt "Erzählen und Literatur". Weiter...

 

Publikationen zum Thema

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Stadt

Städte sind Orte gelebter sozialer Komplexität. Hier finden sich Raum gewordene Geschichte und Zuk...

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Dreimal anziehen, weg damit

Kleidung muss nicht nur (zu uns) passen. Sie ist für viele Menschen Werbeträger in eigener Sache, ...

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Kultur

Kultur ist vielfältig! Nicht nur Film, Malerei, Literatur und Musik sind wichtige Bestandteile in u...

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Mode

Konformität und Distinktion – diese beiden zentralen Funktionen schrieb der Soziologe Georg Simme...

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Frühkindliche Bildung

Wenn Kinder eingeschult werden, haben sie einen wichtigen Teil ihrer Bildungskarriere bereits hinter...

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Projekte in der politischen Bildung

Der Sammelband versucht die getrennten Diskurse der schulischen und der außerschulischen politische...

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Musik und Politik

Der Umgang mit Musik im Rahmen politischer Bildung ist Gegenstand des vorliegenden Bandes. Er bietet...

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Kamerafrau Anna Maria Hora bei den Dreharbeiten zu "Nachtwandler" von Markus Adrian, Copyright: Jaroslaw GodlewskiKultur

Film und Politik

Ungeachtet der Bedeutung neuer digitaler Entwicklungen spielt auch der Film als historisch gewachsene und nach wie vor sehr massenwirksame Kunstform eine zentrale Rolle für die Medienbildung. Die Frage nach dem Wie und Warum filmischer Darstellungformen ist dabei wesentlich für eine mündige Rezeption und sachkundige Einordnung der dargebotenen fiktionalen wie auch dokumentarischen Stoffe. Jeder Film spiegelt stets seine sozialen und kulturellen Kontexte wider. Daher ist es wichtig, das Medium nicht nur als mehr oder minder künstlerisch ambitioniertes Unterhaltsprodukt zu betrachten, sondern sich immer auch kritisch mit seinen offenen und verborgenen politisch-ideologischen Botschaften auseinanderzusetzen - und der Art und Weise, wie sie vermittelt werden. Weiter... 

„La Sarraz“ – Mediencollage von Lutz Dammbeck, Kulturhaus „Nationale Front“, Leipzig, 24. Juni 1984 (Szene, Ablaufplan, Regie: L. Dammbeck; Tanz: Fine; Filme: Teile von „Hommage à La Sarraz“, eine Collage alter deutscher Heimfilme, 16mm Fassung der Videoaufzeichnung der Herakles-Proben; Kamera: Thomas Plenert; Regie/Schnitt: L. Dammbeck; Diamaterial: L. Dammbeck; Musik: Life Jazz Lothar Fiedler, Hansi Noack, Gottfried Rößler, Thomas Hertel; Aufbau/Kaschur/Malaktion: Olaf Wegewitz, Hans Hendrik Grimmling, L. Dammbeck; Projektion: Dietrich Oltmanns, Norbert Wagenbrett), Foto: Karin Plessing
1982 hatte Lutz Dammbeck mit der Arbeit am Herkakles-Konzept als Szenarium für einen Experimentalfilm begonnen; nach der Ablehnung durch die DEFA entwarf er es als Rauminszenierung und Mediencollage neu. Mit seinen auf der Grundlage dieses Konzeptes entwickelten multimedialen Inszenierungen „La Sarraz“, „Herakles“ und „Realfilm“ näherte sich Dammbeck der deutschen Vergangenheit und der politischen und sozialen Realität in der DDR. Er wandte sich „dem Thema Faschismus“ zu, weil er für seine Generation die Möglichkeit sah, „unbelastet und scheinbar naiv nach beunruhigenden Phänomenen zu fragen. Fragen zum Beispiel nach Ursachen für die Fazination des Nazismus, nach der Wirkung der von ihm geweckten Bilder und Emotionen, bis in die Gegenwart hinein“. (L. D.)Dossier

Autonome Kunst in der DDR

Kaum eine Kunstentwicklung - die offizielle wie die unabhängige Ausstellungskultur - ist so ausführlich und gründlich dokumentiert worden wie die der DDR. Das Dossier widmet sich einigen wichtigen Ausstellungsräumen, Projekten und Initiativen sowie den Vermittlern und Protagonisten. Weiter...