kulturelle Bildung

Creative sustainability tours berlin – gesellschaftliche Teilhabe anregen


25.7.2012
Während der Touren werden Kindern, Jugendlichen und Erwachsenen urbane Orte gesellschaftlicher Teilhabe und sozialen Miteinanders vorgestellt, um ihnen Möglichkeiten des persönlichen Engagements und der kreativen Gestaltung in der privaten wie öffentlichen Lebenswelt aufzuzeigen. Dabei wird Berlin als ein Laboratorium experimenteller und innovativer Nachhaltigkeitskultur vorgestellt. Die Auseinandersetzung mit den Erfahrungen der – auch internationalen – Teilnehmenden ermöglicht es, Unterschiede, aber auch Übertragbares ausmachen zu können. Die Touren sollen inspirieren und ermutigen, eigene Ideen und Visionen umzusetzen oder Vorgestelltes nachzuahmen.

Link zum Praxisbeispiel "Creative sustainability tours berlin"
Stadtführung mit creative sustainability tours Berlin.Stadtführung mit creative sustainability tours Berlin. (© creative sustainability tours berlin)

Der Reichtum, den Berlin an kreativen Initiativen zu bieten hat, soll an Menschen aller Generationen und sozialer Kontexte vermittelt werden. Je nach Alter, Vorwissen oder Interessensschwerpunkten werden Touren konzipiert, die jeweils eine interessierte internationale oder auch lokale Öffentlichkeit, Experten/-innen aus dem Bereich nachhaltiger und partizipativer Stadtentwicklung, Kulturschaffende oder Studierende und Schüler/-innen ansprechen. Die Touren ziehen eine Verbindung zwischen Wohnprojekten von Bauwagenplätzen bis Baugemeinschaften und Passivhäusern, urbanen Gärten, nachhaltiger Mobilität, Kunstprojekten, fairem Handel und engagierten Kiezinitiativen. Die Trennung dieser Bereiche wird damit aufgehoben, und Akteure unterschiedlicher Disziplinen werden miteinander vernetzt.

Neben der Vorstellung der Projekte und ihres selbstorganisierten Charakters wird ein Fokus auf die Diskussion der Tourteilnehmenden untereinander, mit Experten vor Ort und den Guides gelegt. So werden verschiedene Sichtweisen diskutiert, Wissen ausgetauscht, neue Beziehungen geknüpft und Potenziale gebündelt. Die Diskussionen finden bei den Projekten vor Ort statt oder in einem angemessenen Rahmen als Vor- oder Nachbereitung. Workshops leiten etwa dazu an, mit kreativen Mitteln wie Fotografie oder Collagen aus Fundsachen das Gesehene bewusster wahrzunehmen und zu dokumentieren, um an einzelnen Stationen die Inhalte praktisch oder theoretisch zu vertiefen und im Anschluss aufzuarbeiten und zu diskutieren. Kleine Aktionen, wie das Anlegen eines Mini-Beets für Zuhause, kreatives Basteln aus Recyclingmaterialien, selbstgestaltete Schablonenkunst für künstlerische Interventionen in den Straßen oder ein vegetarisches Essen in einer mongolischen Jurte verschaffen auch jüngeren Teilnehmenden einen praktischen Zugang und ein Bewusstsein für einen ökologisch und sozial orientierten Lebensstil.

Das Projekt sensibilisiert für das Thema Nachhaltigkeit und soll dazu ermutigen, selbst zu aktiv Mitgestaltenden im Sinne nachhaltiger Entwicklung zu werden. Der Begriff Nachhaltigkeit soll je nach Altersstufe konkret reflektiert, vor allem aber praktisch anschaulich gemacht werden. Bei der gemeinsamen Entdeckungstour wird das eigene bzw. lokale Lebensumfeld räumlich erkundet. Dieses Spurenlesen in den jeweiligen städtischen Nachbarschaften findet nicht nur auf der Beobachtungsebene statt, sondern auch durch intensive Gespräche untereinander und mit Experten. Man lernt geschichtliche Zusammenhänge, lokale Akteure und Mitmach-Möglichkeiten kennen. Die Stationen der Tour vermitteln die vielfältigen Zusammenhänge und Ansätze nachhaltigen Handelns. Sie zeigen, welche Handlungsmöglichkeiten jede und jeder hat, ihre und seine Umgebung kreativ zu gestalten und zu verändern. Ziel ist es, Kindern, Jugendlichen und Erwachsenen urbane Orte gesellschaftlicher Teilhabe und sozialen Miteinanders vorzustellen, um ihnen Möglichkeiten des persönlichen Engagements und der kreativen Gestaltung in der privaten wie öffentlichen Lebenswelt aufzuzeigen.

Die Touren sind selbst ein sich immer weiter entwickelndes Konzept. Seit Gründung der Tours wurden bereits mit unterschiedlichsten Gruppen Führungen und Workshops realisiert. Die Zusammenarbeit mit unterschiedlichen Akteuren/-innen entwickelt sich ebenfalls stetig. Durch die Ergänzung von neuen Stationen im Kiez und in weiteren Stadtteilen wird die Netzwerkarbeit mit und unter den Partnern intensiviert, neue Kooperationen mit lokalen Akteuren initiiert und so die Gemeinschafts- und Nachbarschaftsentwicklung ihrerseits durch die Touren gestärkt. Neue Interessengruppen werden angesprochen und aktuelle Entwicklungen aufgegriffen. Die Auswahl der Stationen ergibt sich oftmals aus der sonstigen Vereinsarbeit, so dass aus den Verbindungen immer wieder anderweitige Unternehmungen entstehen. id22 ist besonders an langfristigen Partnerschaften interessiert, um an gemeinsamen Formaten und Inhalten zu arbeiten. So können sich interessierte Projekte jederzeit mit dem Verein in Verbindung setzen, um mögliche Kooperationen zu besprechen.

Die Touren sind als Spaziergänge zu Fuß, aber auch per Fahrrad, Rikscha oder Solarboot möglich. Neben den Standardtouren in Mitte/Prenzlauer Berg und Kreuzberg gibt es die Kombinationsmöglichkeiten, beispielsweise eine Spreetour mit Wasser- und Landperspektive. Außerdem werden Stadtspaziergänge mit unterschiedlichen Themenschwerpunkten wie "selbstorganisiertes, gemeinschaftliches Wohnen" oder "der grüne Kiez" mit anschließender Gruppendiskussion organisiert. Das Team stellt gerne auf Wunsch und in Absprache eine individuelle Tour zusammen. Diese kann in einer Nachbarschaft der Wahl oder zu einem bestimmten thematischen Schwerpunkt gestaltet werden.



 
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