kulturelle Bildung

Politische trifft kulturelle Bildung: Der Stadtraum als Bildungsort

ExpertInnenworkshop an der Bundesakademie für kulturelle Bildung Wolfenbüttel am 9. und 10. November 2015

Kann der öffentliche Stadtraum ein Ort sein, an dem politische und kulturelle Bildungspraxis besonders gut miteinander wirken können? Wie können solche Projekte an der Schnittstelle beider Bereiche aussehen? Diesen Fragen gingen die Teilnehmenden des Fachworkshops in Wolfenbüttel am 9. und 10. Oktober gemeinsam nach.

Der öffentliche Stadtraum ist elementarer Bestandteil des täglichen Lebens. In der praktischen Bildungsarbeit wird er jedoch als solcher noch wenig in den Blick genommen, da er sich außerhalb der gängigen institutionellen Rahmungen befindet. Doch birgt er – verstanden als Kultur- und Sozialraum – viele Potenziale, um Zielstellungen der politischen wie der kulturellen Bildung zu realisieren: Von einer bewussten und kritischen Wahrnehmung bis hin zum Verständnis des Stadtraums als Handlungsraum.

Die Veranstalter des Workshops (Bundesakademie für Kulturelle Bildung Wolfenbüttel, Bundeszentrale für politische Bildung, DG Bildungswerk, Klassik Stiftung Weimar) stellten zu Beginn drei Thesen in den Raum, die sie mit den Teilnehmenden während des Workshops diskutieren wollten:

  1. Es gibt Bedarf, dass kulturelle und politische Bildung zusammengehen, ohne dass es bislang entsprechende Strukturen gibt.
  2. Es gibt Überschneidungen beider Bereiche, die aber noch nicht definiert sind.
  3. Die Zusammenarbeit zwischen kultureller und politischer Bildung ergibt einen Mehrwert.
Der Workshop war eine Folgeveranstaltung einer Tagung, die im Herbst 2014 in Hattingen stattgefunden hatte. Dort waren VertreterInnen verschiedener Institutionen der politischen und kulturellen Bildung zusammengekommen, um sich über Überschneidungen ihrer Arbeitsbereiche und sinnvolle Kooperationen auszutauschen. Am Ende der Tagung, so Dr. Sabine Dengel von der bpb, "seien die zwei Teilnehmendengruppen sich eher fremder geworden als dass sie sich einander angenähert hätten." Es sei deutlich geworden, dass man häufig die gleichen Worte benutze, aber etwas anderes damit meine. Dennoch sei das Interesse aneinander sehr stark gewesen, daher hätten die Veranstalter diese zweite Tagung geplant, bei der anhand konkreter Beispielprojekte die Schnittmengen und Potenziale der beiden Bereiche herausgearbeitet werden könnten.

Berichterstattung: Katharina Reinhold

Projekt Collini Social Club

ExpertInnenworkshop: Der Stadtraum als Bildungsort

Projekte

Verschiedene Projektbeispiele unterschiedlichster Träger veranschaulichten die mögliche Bandbreite der Bildungsarbeit im Stadtraum. Sie wurden im kurzweiligen Pecha Kucha Format (20 x 20: 20 Bilder à 20 Sekunden) präsentiert und mit Stellungnahmen zu Aspekten wie "Perspektivwechsel, Kontroversität, Partizipation oder Utopiefähigkeit" in den Projekten ergänzt. Weiter...

Arbeitsmaterialien

ExpertInnenworkshop: Der Stadtraum als Bildungsort

Der Stadtraum als Bildungsort: Spiegelungen

Drei Referentinnen spiegelten im Anschluss die Projektbeispiele theoretisch. Sie arbeiteten zentrale Fragestellungen, Gemeinsamkeiten und Unterschiede heraus. Weiter...

Setzung der Thesen

ExpertInnenworkshop: Der Stadtraum als Bildungsort

Der Stadtraum als Bildungsort: Workshops in Kleingruppen

Die Teilnehmenden setzten sich anschließend in 3 Kleingruppen mit der Frage auseinander, wie ein Projekt aussehen müsste, das den Anforderungen politischer und kultureller Bildung gerecht wird. Die Diskussionen in den verschiedenen Gruppen verliefen zum Teil sehr unterschiedlich, in allen spielte jedoch eine Klärung dessen, was die politische Bildung ausmacht und dessen, was die kulturelle Bildung ausmacht, sowie die Klärung von Gemeinsamkeiten und Unterschieden eine wichtige Rolle. Weiter...

Impressionen

Bildergalerie

Bildergalerie

Impressionen des Workshops "Der Stadtraum als Bildungsort" vom 9. und 10. November 2015 in Wolfenbüttel. Weiter...

 

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„La Sarraz“ – Mediencollage von Lutz Dammbeck, Kulturhaus „Nationale Front“, Leipzig, 24. Juni 1984 (Szene, Ablaufplan, Regie: L. Dammbeck; Tanz: Fine; Filme: Teile von „Hommage à La Sarraz“, eine Collage alter deutscher Heimfilme, 16mm Fassung der Videoaufzeichnung der Herakles-Proben; Kamera: Thomas Plenert; Regie/Schnitt: L. Dammbeck; Diamaterial: L. Dammbeck; Musik: Life Jazz Lothar Fiedler, Hansi Noack, Gottfried Rößler, Thomas Hertel; Aufbau/Kaschur/Malaktion: Olaf Wegewitz, Hans Hendrik Grimmling, L. Dammbeck; Projektion: Dietrich Oltmanns, Norbert Wagenbrett), Foto: Karin Plessing
1982 hatte Lutz Dammbeck mit der Arbeit am Herkakles-Konzept als Szenarium für einen Experimentalfilm begonnen; nach der Ablehnung durch die DEFA entwarf er es als Rauminszenierung und Mediencollage neu. Mit seinen auf der Grundlage dieses Konzeptes entwickelten multimedialen Inszenierungen „La Sarraz“, „Herakles“ und „Realfilm“ näherte sich Dammbeck der deutschen Vergangenheit und der politischen und sozialen Realität in der DDR. Er wandte sich „dem Thema Faschismus“ zu, weil er für seine Generation die Möglichkeit sah, „unbelastet und scheinbar naiv nach beunruhigenden Phänomenen zu fragen. Fragen zum Beispiel nach Ursachen für die Fazination des Nazismus, nach der Wirkung der von ihm geweckten Bilder und Emotionen, bis in die Gegenwart hinein“. (L. D.)Dossier

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