kulturelle Bildung

Fachtagung "Demokratie und der Streit um Werte"

Die in den letzten Jahren zu verzeichnende enorme Nachfrage nach schulischen und außerschulischen Angeboten zum Philosophieren ist nicht zuletzt einem gestiegenen Bedürfnis nach Orientierung und nach neuer Diskussion, der unserer Gesellschaftsordnung zugrunde liegenden Werte geschuldet. Das war eines der zentralen Ergebnisse der ersten Fachtagung der Bundeszentrale für politische Bildung/bpb in Kooperation mit dem Verein zur Förderung der Philosophie phil e.V. im Mai 2016. Eine zweite Fachtagung sollte daher das Themenfeld "Demokratie und der Streit um Werte" eruieren. Die philosophische Debatte über Werte wurde u.a. mit der Frage verknüpft, welche Herausforderungen sich für Lehrerinnen und Lehrer stellen, wenn in der Schule sehr unterschiedliche Wertorientierungen aufeinanderprallen. Die Tagung präsentierte daher wissenschaftliche Forschung und deren Übersetzung in Praxis und Didaktik.

Rainer Osnowski/phil.cologne, Kölner Oberbürgermeisterin Henriette Reker und Thomas Krüger/bpb

Thematische Verortung in Politik und politischer Bildung

Am 7. Juni 2017 öffnete das COMEDIA Theater Köln seine Türen zum zweiten Mal für die über 350 Teilnehmerinnen und Teilnehmer der Fachtagung, die im Zuge der phil.cologne, dem Internationalen Festival der Philosophie, abgehalten wurde. Die Tagung, die im Rahmen einer Kooperation zwischen dem Verein zur Förderung der Philosophie phil e.V. und der Bundeszentrale für politische Bildung/bpb ausgerichtet wurde, trug den Titel "Demokratie und der Streit um die Werte" und verhandelte aktuelle gesellschaftliche Tendenzen aus einer philosophischen Perspektive. Weiter...

Julian Nida-Rümelin

Zur Theorie der Demokratie, Werte und Toleranz

Der Münchener Professor für Philosophie und politische Theorie, Kulturstaatsminister a.D., Julian Nida-Rümelin übernahm den theoretischen Auftakt mit einigen Verortungen und Überlegungen zu dem Thema Demokratie und Politik. Andreas Urs Sommer, Professor für Philosophie an der Universität Freiburg und Nietzsche- Spezialist, reflektierte die Begrifflichkeit der Werte und plädierte für einen Werterelativismus. Michael Quante, Professor für Philosophie und Mitherausgeber des Marx-Handbuchs, fragte nach den Grenzen der Toleranz. Susanne Boshammer ist Professorin an der Universität Osnabrück für das Fach Philosophie und fragte: Kann man sinnvoll über Werte streiten? Weiter...

Roland Henke

Über die Praxis

Roland Henke vom Zentrum für schulpraktische Lehrerausbildung in Bonn gab in seinem Vortrag einen Einblick in das neue, von ihm konzipierte Schulmaterial "Demokratie und der Streit um die Werte – Anregungen für Werte-Diskurse im Unterricht". Siamak Ahmadi und Hassan Asfour, Geschäftsführer der Dialog macht Schule gGmbH, stellten das 2011 bei der bpb gestartete gleichnamige Modellprojekt vor. Weiter...

Thomas Krüger/bpb und Wolfgang Merkel

Ein sozialwissenschaftlicher Abschluss

Wolfgang Merkel, Wissenschaftszentrum Berlin für Sozialforschung und Professor für Politikwissenschaft an der Humboldt-Universität zu Berlin, schloss die Tagung mit einem Vortrag, der sich der Thematik der Werte auf einer sozialwissenschaftlichen Ebene näherte. Im Anschluss an seinen Vortrag diskutierte Wolfgang Merkel mit Thomas Krüger etwa über die Unterschiede von Links- und Rechtspopulismus, die Volksparteien, die Repolitisierung und vieles mehr. Weiter...

Die Fachtagung in Bildern

 

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Film und Politik

Ungeachtet der Bedeutung neuer digitaler Entwicklungen spielt auch der Film als historisch gewachsene und nach wie vor sehr massenwirksame Kunstform eine zentrale Rolle für die Medienbildung. Die Frage nach dem Wie und Warum filmischer Darstellungformen ist dabei wesentlich für eine mündige Rezeption und sachkundige Einordnung der dargebotenen fiktionalen wie auch dokumentarischen Stoffe. Jeder Film spiegelt stets seine sozialen und kulturellen Kontexte wider. Daher ist es wichtig, das Medium nicht nur als mehr oder minder künstlerisch ambitioniertes Unterhaltsprodukt zu betrachten, sondern sich immer auch kritisch mit seinen offenen und verborgenen politisch-ideologischen Botschaften auseinanderzusetzen - und der Art und Weise, wie sie vermittelt werden. Weiter... 

„La Sarraz“ – Mediencollage von Lutz Dammbeck, Kulturhaus „Nationale Front“, Leipzig, 24. Juni 1984 (Szene, Ablaufplan, Regie: L. Dammbeck; Tanz: Fine; Filme: Teile von „Hommage à La Sarraz“, eine Collage alter deutscher Heimfilme, 16mm Fassung der Videoaufzeichnung der Herakles-Proben; Kamera: Thomas Plenert; Regie/Schnitt: L. Dammbeck; Diamaterial: L. Dammbeck; Musik: Life Jazz Lothar Fiedler, Hansi Noack, Gottfried Rößler, Thomas Hertel; Aufbau/Kaschur/Malaktion: Olaf Wegewitz, Hans Hendrik Grimmling, L. Dammbeck; Projektion: Dietrich Oltmanns, Norbert Wagenbrett), Foto: Karin Plessing
1982 hatte Lutz Dammbeck mit der Arbeit am Herkakles-Konzept als Szenarium für einen Experimentalfilm begonnen; nach der Ablehnung durch die DEFA entwarf er es als Rauminszenierung und Mediencollage neu. Mit seinen auf der Grundlage dieses Konzeptes entwickelten multimedialen Inszenierungen „La Sarraz“, „Herakles“ und „Realfilm“ näherte sich Dammbeck der deutschen Vergangenheit und der politischen und sozialen Realität in der DDR. Er wandte sich „dem Thema Faschismus“ zu, weil er für seine Generation die Möglichkeit sah, „unbelastet und scheinbar naiv nach beunruhigenden Phänomenen zu fragen. Fragen zum Beispiel nach Ursachen für die Fazination des Nazismus, nach der Wirkung der von ihm geweckten Bilder und Emotionen, bis in die Gegenwart hinein“. (L. D.)Dossier

Autonome Kunst in der DDR

Kaum eine Kunstentwicklung - die offizielle wie die unabhängige Ausstellungskultur - ist so ausführlich und gründlich dokumentiert worden wie die der DDR. Das Dossier widmet sich einigen wichtigen Ausstellungsräumen, Projekten und Initiativen sowie den Vermittlern und Protagonisten. Weiter...