kulturelle Bildung

Interkulturelle kulturelle Bildung

Kulturelle Bildung, hier verstanden als künstlerisch-ästhetisch-musische Bildung, hat immer mit der Vielfalt von Blickwinkeln zu tun. Künstlerische Zugänge helfen uns, die Welt mit anderen Augen zu sehen. Somit bietet die kulturelle Bildung ein großes Potenzial zur interkulturellen Verständigung, wenn Menschen mit verschiedenen kulturellen Hintergründen aufeinander treffen, wie etwa bei internationalen Jugendbegegnungen.

Besonders wichtig ist es, die Rolle der kulturellen Bildung vor der Tatsache zu betrachten, dass Deutschland eine Einwanderungsgesellschaft ist, in der Menschen mit vielfältigsten kulturellen und sozialen Hintergründen zusammenleben. Die deutschen Kulturinstitutionen öffnen sich eher schwerfällig für ein kulturell heterogenes Publikum. Sind den Kulturanbietern wie etwa Theatern, Museen oder Philharmonien diese vielfältigen Blickwinkel und Hintergründe bei Kulturschaffenden wie auch im Publikum bewusst? Was muss passieren, damit sich ein vielfältiger zusammengesetztes Publikum von den Institutionen angesprochen fühlt? Diesen Fragen gehen die Autorinnen und Autoren unseres Schwerpunkts nach.

Der Blick in die Praxis zeigt, dass trotz – oder gerade wegen - vieler kritischer Stimmen immer mehr Institutionen auf kreative Projekte setzen, die die kulturelle Vielfalt der Gesellschaft als Chance nutzen und fördern.

Wer bin ich, und wo gehöre ich hin? Identitätsfragen geraten bei interkulturellen Begegnungen in den Fokus. Kulturelle Bildung kann bei der Suche nach Antworten neue Blickwinkel eröffnen.

Olaf Zimmermann

Interkulturelle Bildung – eigentlich eine Selbstverständlichkeit?

Deutschland ist Exportnation und Einwanderungsgesellschaft – deshalb ist interkulturelle Bildung für alle hier Lebenden relevant. In Einrichtungen der kulturellen Bildung und Kulturverbänden spielen interkulturelle Themen, laut Umfrageergebnissen des Deutschen Kulturrats, eine immer wichtigere Rolle. Weiter...

Kulturinstitutionen in Deutschland: Transparent und offen für andere Blickwinkel oder hermetisch abgeriegelt? (Hier: die Oper Leipzig gespiegelt und reflektiert) Foto: Uwe Steinbrich / pixelio

Mark Terkessidis

Elefant im Giraffenhaus

Die deutschen Kulturinstitutionen scheinen kaum auf Bedürfnisse einer multikulturell zusammengesetzten Bevölkerung einzugehen. Trotzdem wird Kultur immer wieder als Allheilmittel zur Lösung gesellschaftlicher Probleme dargestellt. Eine wirkliche interkulturelle Öffnung ginge der urwüchsigen deutschen Kultur und dem Selbstverständnis ihrer Institutionen "ans Eingemachte". Weiter...

Bunte Hände, JockScott/photocase.com

Tina Jerman, Meral Cerci

Interkulturelle Öffnung der kulturellen Bildung

Was können Kulturinstitutionen tun, um sich zunehmend für Migranten zu öffnen? Aktuelle Forschungsergebnisse zeigen, dass es weniger von der Herkunftskultur als vielmehr vom Bildungsstand, vom Einkommen und den Wertorientierungen abhängt, ob Migranten Angebote der kulturellen Bildung nutzen und welche sie bevorzugen. Weiter...

Beim internationalen Kinder- und Jugendcircus Rambazotti e.V. lernt man neben Jonglage, Akrobatik und Clownerie auch interkulturelle Verständigung.
Foto: Circus Rambazotti

Rolf Witte

Kulturelle Vielfalt erleben: Internationale Jugend-Kultur-Begegnungen

Wer in seiner Jugend an Austauschprojekten teilnimmt, den lässt das Thema Interkulturalität oft nicht mehr los: Jugend-Kultur-Begegnungen bieten vielfältige Möglichkeiten, Fragen nach der eigenen Identität und nach Gemeinsamkeiten und Unterschieden mit anderen Teilnehmenden intensiv und nachhaltig zu erforschen. Weiter...

Szenenbild aus "Einfach kompliziert", Darsteller: Gert Voss. Christian Marquardt / drama-berlin.de

Mely Kiyak

Was für ein Theater!

Warum finden sich im deutschen Gegenwartstheater keine Gegenwartsthemen auf den Hauptbühnen? Warum arbeiten in deutschen Theatern so gut wie keine Künstlerinnen und Künstler mit Zuwanderungsgeschichte? Die Journalistin Mely Kiyak notiert in ihrem Diskussionsbeitrag die Abgrenzung der großen deutschen Bühnen gegenüber der multiethnischen Bevölkerung. Weiter...

Im Rahmen der "Akademie der Autodidakten" spielen Jugendliche aus dem Kiez "Ferienlager – Die 3. Generation" im Ballhaus Naunynstraße in Kreuzberg. Die Texte für das Stück, das zu Gastspielen in München, Hamburg und New York war, haben sie selbst geschrieben.

Interview mit Shermin Langhoff

Die Herkunft spielt keine Rolle - "Postmigrantisches" Theater im Ballhaus Naunynstraße

Das Berliner Ballhaus Naunynstraße macht seit 2008 erfolgreich "postmigrantisches" Theater. Was es damit auf sich hat und wie kulturelle Bildung langfristig zur Veränderung der Wahrnehmungen einer Gesellschaft beitragen kann, erklärt die künstlerische Leiterin Shermin Langhoff. Weiter...

Bunt und kreativ gestalten Schülerinnen und Schüler der Rosa-Parks-Gesamtschule "Kunstwege zur Integration". Foto: Ursula Zacher-Renz

Anja Herzberg

"Integration ist bei uns Alltag"

Der Kunstbereich der Rosa-Parks-Schule engagiert sich seit vielen Jahren dafür, über gemeinsames künstlerisches Schaffen Barrieren zwischen den aus unterschiedlichen Kulturen stammenden Schülerinnen und Schülern abzubauen. Diese kreative Öffnung setzt sich in einer langfristig angelegten kulturellen Schulentwicklung fort. Weiter...

(c) Berliner Philharmoniker, Foto: A. Knapp

Interkulturelle kulturelle Bildung

Blick in die Praxis: Projekte interkultureller kultureller Bildung

Wie können erfolgreiche interkulturelle Kultur-Projekte aussehen? Sieben sehr unterschiedliche Kulturinstitutionen haben uns je sechs Fragen zu ihren Vermittlungs-Projekten mit interkulturellem Fokus beantwortet. Es ergeben sich spannende Einblicke in die Bildungs-Praxis von Museen, Theatern, Philharmonien, Bibliotheken, Musikschulen und soziokulturellen Zentren, die sich mit der Vielfalt der Menschen in unserer Gesellschaft beschäftigen. Weiter...

Linkliste

Interkulturelle kulturelle Bildung

Kommentierte Linkliste

Hier finden Sie eine kommentierte Linkliste zum Schwerpunkt "Interkulturelle kulturelle Bildung" des bpb-Dossiers "Kulturelle Bildung". Weiter...

Interkulturelle kulturelle Bildung

Literaturliste interkulturelle kulturelle Bildung

Hier finden Sie Literatur zu interkultureller kultureller Bildung des bpb-Dossiers Kulturelle Bildung. Weiter...

 

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Kamerafrau Anna Maria Hora bei den Dreharbeiten zu "Nachtwandler" von Markus Adrian, Copyright: Jaroslaw GodlewskiKultur

Film und Politik

Ungeachtet der Bedeutung neuer digitaler Entwicklungen spielt auch der Film als historisch gewachsene und nach wie vor sehr massenwirksame Kunstform eine zentrale Rolle für die Medienbildung. Die Frage nach dem Wie und Warum filmischer Darstellungformen ist dabei wesentlich für eine mündige Rezeption und sachkundige Einordnung der dargebotenen fiktionalen wie auch dokumentarischen Stoffe. Jeder Film spiegelt stets seine sozialen und kulturellen Kontexte wider. Daher ist es wichtig, das Medium nicht nur als mehr oder minder künstlerisch ambitioniertes Unterhaltsprodukt zu betrachten, sondern sich immer auch kritisch mit seinen offenen und verborgenen politisch-ideologischen Botschaften auseinanderzusetzen - und der Art und Weise, wie sie vermittelt werden. Weiter... 

„La Sarraz“ – Mediencollage von Lutz Dammbeck, Kulturhaus „Nationale Front“, Leipzig, 24. Juni 1984 (Szene, Ablaufplan, Regie: L. Dammbeck; Tanz: Fine; Filme: Teile von „Hommage à La Sarraz“, eine Collage alter deutscher Heimfilme, 16mm Fassung der Videoaufzeichnung der Herakles-Proben; Kamera: Thomas Plenert; Regie/Schnitt: L. Dammbeck; Diamaterial: L. Dammbeck; Musik: Life Jazz Lothar Fiedler, Hansi Noack, Gottfried Rößler, Thomas Hertel; Aufbau/Kaschur/Malaktion: Olaf Wegewitz, Hans Hendrik Grimmling, L. Dammbeck; Projektion: Dietrich Oltmanns, Norbert Wagenbrett), Foto: Karin Plessing
1982 hatte Lutz Dammbeck mit der Arbeit am Herkakles-Konzept als Szenarium für einen Experimentalfilm begonnen; nach der Ablehnung durch die DEFA entwarf er es als Rauminszenierung und Mediencollage neu. Mit seinen auf der Grundlage dieses Konzeptes entwickelten multimedialen Inszenierungen „La Sarraz“, „Herakles“ und „Realfilm“ näherte sich Dammbeck der deutschen Vergangenheit und der politischen und sozialen Realität in der DDR. Er wandte sich „dem Thema Faschismus“ zu, weil er für seine Generation die Möglichkeit sah, „unbelastet und scheinbar naiv nach beunruhigenden Phänomenen zu fragen. Fragen zum Beispiel nach Ursachen für die Fazination des Nazismus, nach der Wirkung der von ihm geweckten Bilder und Emotionen, bis in die Gegenwart hinein“. (L. D.)Dossier

Autonome Kunst in der DDR

Kaum eine Kunstentwicklung - die offizielle wie die unabhängige Ausstellungskultur - ist so ausführlich und gründlich dokumentiert worden wie die der DDR. Das Dossier widmet sich einigen wichtigen Ausstellungsräumen, Projekten und Initiativen sowie den Vermittlern und Protagonisten. Weiter... 

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