kulturelle Bildung

Theater und Tanz in der kulturellen Bildung

In diesem und den folgenden Schwerpunkten wird das Dossier einzelne Sparten der kulturellen Bildung genauer unter die Lupe nehmen.

Im aktuellen Schwerpunkt heißt es Bühne frei für Theater und Tanz, denen in der kulturellen Bildung eine besondere Bedeutung zukommt. In beiden Bereichen steht die Arbeit mit dem Körper, beim Theater auch mit der Stimme, im Mittelpunkt. Sie ermöglichen somit unmittelbare Bildungserlebnisse, die die Beteiligten am eigenen Leib erfahren. Theater- und Tanzprojekte, Arbeitsgemeinschaften und Kooperationen erleben seit einigen Jahren großen Zulauf, die großen Potenziale dieser Formen der Bildungsarbeit wurden erkannt. Der Zusammenhang mit politischer Bildung erschließt sich nicht nur über die Inhalte von Theaterstücken oder historische Bezüge, sondern auch durch die Arbeitsweisen von Tanz und Theater an sich – Grenzen werden ausgelotet und überschritten, Hierarchien hinterfragt, Partizipation, Entscheidungsprozesse und Gemeinschaftssinn spielen eine wichtige Rolle.

Die Vorstellung von Praxisbeispielen und Theater- und Tanzmethoden, die auch im Bereich der politischen Bildung eingesetzt werden können, soll motivieren, Theater und Tanz nicht nur aus der Rezeptionsperspektive wahrzunehmen, sondern selbst auszuprobieren.

Theater und Tanz eröffnen neue Räume, hinterfragen Grenzen und bieten hautnahe, körperliche Bildungserlebnisse. Foto: Andreas Hartmann

Ole Hruschka und Florian Vaßen

Theaterpraxis in der kulturellen Bildung

Neben vielfältigen und originellen Angeboten in der außerschulischen kulturellen Bildung wird die Theaterpraxis auch in Schulen immer wichtiger: 11 Bundesländer haben "Theater" als Schulfach eingeführt. Das gemeinsame Improvisieren und Üben in einem möglichst hierarchiefreien Raum birgt großes Potenzial, selbstbestimmt zu lernen - abseits von Routine und Entfremdung in Alltag und Politik. Weiter...

Inszenierungen sind Teil von Politik - und Inhalt und Methode politischer Bildung. Foto: puntjes/ photocase.com

Interview mit Dirk Lange

Szenisches Spiel als Methode und Inhalt politischer Bildung

Dirk Lange, Professor für Politikdidaktik an der Universität Hannover, hat gute Erfahrungen mit dem Einsatz theaterpädagogischer Methoden in der politischen Bildung gemacht. Er erklärt, welche Methoden sich besonders gut eignen und warum es sich lohnt, sie anzuwenden. Weiter...

Der Tanz ist ein Gemeinschaftserlebnis und fördert zugleich das Bewusstsein für die eigene Körperlichkeit.

Antje Klinge

Kulturelle Bildung und Tanz

Tanz als Teil kultureller Bildung erlebt derzeit einen Boom. Die Körperlichkeit der Erfahrungen macht das Besondere von Tanz aus, das Bildungserlebnis ist hautnah und unmittelbar. Tanz liefert vielfältige Gelegenheiten für die Entgrenzung bestehender Ordnungen, die Erprobung neuer, individueller Möglichkeitsräume und die Entdeckung verborgener Themen. Weiter...

Der Geist der 1968er lebt wieder auf, wenn Hildesheimer Studierende eine Demonstration gegen den Springer-Verlag nachstellen. Foto: Andreas Hartmann

Dossier Kulturelle Bildung: Theater und Tanz

Methoden

Ein historisches Ereignis nachstellen, um sich hineinzufühlen? Politische Themen tanzen? Mit Theatermethoden Lösungen für gesellschaftliche Probleme suchen? Aus der Vielzahl von Methoden für die praktische kulturelle und politische Bildungsarbeit in Tanz und Theater werden hier einige Beispiele vorgestellt. Wie sie konkret umgesetzt wurden und werden, erfahren Sie in den dazugehörigen Praxisbeispielen. Die Linklisten verweisen auf weitere konkrete Anregungen für die Bildungsarbeit. Weiter...

Hildesheimer Studierende spielen den Tomatenwurf von Sigrid Rüger nach, der 1968 die Initialzündung zur Frauenbewegung wurde. Foto: Andreas Hartmann

Dossier Kulturelle Bildung: Theater und Tanz

Praxisbeispiele

Wie kann die gelungene Verknüpfung politischer und kultureller Bildungsarbeit aussehen, die im Bereich Theater und Tanz stattfindet? Hier werden einige aktuelle Beispiele vorgestellt. Die eingesetzten Methoden werden hier genauer beschrieben und regen zur Nachahmung und Weiterentwicklung an. Weiter...

Linkliste

Dossier Kulturelle Bildung: Theater und Tanz

Kommentierte Linkliste

Hier finden Sie eine kommentierte Linkliste zum Schwerpunkt "Theater und Tanz" des bpb-Dossiers "Kulturelle Bildung". Weiter...

Dossier Kulturelle Bildung: Theater und Tanz

Literaturliste Theater und Tanz

Hier finden Sie Literatur zu Theater und Tanz. Weiter...

 

Publikationen zum Thema

Coverbild fluter Stadt

Stadt

Städte sind Orte gelebter sozialer Komplexität. Hier finden sich Raum gewordene Geschichte und Zuk...

Coverbild Dreimal anziehen, weg damit

Dreimal anziehen, weg damit

Kleidung muss nicht nur (zu uns) passen. Sie ist für viele Menschen Werbeträger in eigener Sache, ...

Pocket Kultur

Kultur

Kultur ist vielfältig! Nicht nur Film, Malerei, Literatur und Musik sind wichtige Bestandteile in u...

Coverbild APuZ 1-3/2015 Mode

Mode

Konformität und Distinktion – diese beiden zentralen Funktionen schrieb der Soziologe Georg Simme...

Coverbild Frühkindliche Bildung

Frühkindliche Bildung

Wenn Kinder eingeschult werden, haben sie einen wichtigen Teil ihrer Bildungskarriere bereits hinter...

Coverbild Projekte in der politischen Bildung

Projekte in der politischen Bildung

Der Sammelband versucht die getrennten Diskurse der schulischen und der außerschulischen politische...

Coverbild Musik und Politik

Musik und Politik

Der Umgang mit Musik im Rahmen politischer Bildung ist Gegenstand des vorliegenden Bandes. Er bietet...

WeiterZurück

Zum Shop

Kamerafrau Anna Maria Hora bei den Dreharbeiten zu "Nachtwandler" von Markus Adrian, Copyright: Jaroslaw GodlewskiKultur

Film und Politik

Ungeachtet der Bedeutung neuer digitaler Entwicklungen spielt auch der Film als historisch gewachsene und nach wie vor sehr massenwirksame Kunstform eine zentrale Rolle für die Medienbildung. Die Frage nach dem Wie und Warum filmischer Darstellungformen ist dabei wesentlich für eine mündige Rezeption und sachkundige Einordnung der dargebotenen fiktionalen wie auch dokumentarischen Stoffe. Jeder Film spiegelt stets seine sozialen und kulturellen Kontexte wider. Daher ist es wichtig, das Medium nicht nur als mehr oder minder künstlerisch ambitioniertes Unterhaltsprodukt zu betrachten, sondern sich immer auch kritisch mit seinen offenen und verborgenen politisch-ideologischen Botschaften auseinanderzusetzen - und der Art und Weise, wie sie vermittelt werden. Weiter... 

„La Sarraz“ – Mediencollage von Lutz Dammbeck, Kulturhaus „Nationale Front“, Leipzig, 24. Juni 1984 (Szene, Ablaufplan, Regie: L. Dammbeck; Tanz: Fine; Filme: Teile von „Hommage à La Sarraz“, eine Collage alter deutscher Heimfilme, 16mm Fassung der Videoaufzeichnung der Herakles-Proben; Kamera: Thomas Plenert; Regie/Schnitt: L. Dammbeck; Diamaterial: L. Dammbeck; Musik: Life Jazz Lothar Fiedler, Hansi Noack, Gottfried Rößler, Thomas Hertel; Aufbau/Kaschur/Malaktion: Olaf Wegewitz, Hans Hendrik Grimmling, L. Dammbeck; Projektion: Dietrich Oltmanns, Norbert Wagenbrett), Foto: Karin Plessing
1982 hatte Lutz Dammbeck mit der Arbeit am Herkakles-Konzept als Szenarium für einen Experimentalfilm begonnen; nach der Ablehnung durch die DEFA entwarf er es als Rauminszenierung und Mediencollage neu. Mit seinen auf der Grundlage dieses Konzeptes entwickelten multimedialen Inszenierungen „La Sarraz“, „Herakles“ und „Realfilm“ näherte sich Dammbeck der deutschen Vergangenheit und der politischen und sozialen Realität in der DDR. Er wandte sich „dem Thema Faschismus“ zu, weil er für seine Generation die Möglichkeit sah, „unbelastet und scheinbar naiv nach beunruhigenden Phänomenen zu fragen. Fragen zum Beispiel nach Ursachen für die Fazination des Nazismus, nach der Wirkung der von ihm geweckten Bilder und Emotionen, bis in die Gegenwart hinein“. (L. D.)Dossier

Autonome Kunst in der DDR

Kaum eine Kunstentwicklung - die offizielle wie die unabhängige Ausstellungskultur - ist so ausführlich und gründlich dokumentiert worden wie die der DDR. Das Dossier widmet sich einigen wichtigen Ausstellungsräumen, Projekten und Initiativen sowie den Vermittlern und Protagonisten. Weiter...