Gladbach Fans auf der voll besetzten Tribüne des Bökelbergstadions am 2. Mai 1965

Bundesliga: Spielfeld der Gesellschaft

Fußball ist heute ein ‚Massenphänomen’, seine Emotionalität ergreift alle sozialen Schichten. Im Fußball geht es um Milliardenumsätze. Gleichzeitig ist das Stadion für jugendliche Fankulturen vorrangig ein Ort gelebter Identifikation. Konflikte zwischen einer fortschreitenden Kommerzialisierung der Ligen und der Forderung von Fans nach Mitspracherechten bei der Gestaltung des Fußballs bleiben nicht aus. Im Fokus der Öffentlichkeit steht dabei vor allem das Thema Gewalt, während sich organisierte Fans seit langem gegen Vorurteile und Ausgrenzung engagieren. Die Autoren und Interviewpartner dieses Dossiers beleuchten aus verschiedenen Blickwinkeln die Bundesliga als gesellschaftlichen Raum, in dem Akteure mit unterschiedlichen Interessen und Erwartungen aufeinandertreffen: Welche historische Entwicklung nahm der Fußball in Deutschland? Welche Verbindungen bestehen zwischen Politik, Wirtschaft und Fußball? Kann Fußball einen Beitrag zur Integration und Inklusion leisten? Wie wird der Mediensport Fußball inszeniert? Was zeichnet Fankulturen aus und wie steht es um die Gleichberechtigung weiblicher Fans in den Kurven und im Fußballbusiness?

Das undatierte Foto zeigt einen Torwart in Aktion während eines Fußballspiels in den 1920er Jahren.

Dietrich Schulze-Marmeling

Der lange Weg zum Profi

Warum beschritt Deutschland bei der Professionalisierung des Fußballs einen Sonderweg? Welche Vereine konkurrierten neben dem FC Bayern um die Spitze? Wie veränderte die Strahlkraft Italiens den deutschen Fußball und wie wurde Fußball zu dem, was er heute ist?

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Dresdner Fans im Sonderzug nach Berlin.

Frank Willmann

"Die Mauer muss weg!"

Die Politik griff in der DDR massiv in den Spielbetrieb ein, um Vereine zu fördern oder unliebsame Sportler abzustrafen. Heute dritt- oder viertklassige Vereine errangen europäische Erfolge und eine bunte Fanszene nutzte trotz staatlicher Kontrolle die Stadien, um zu protestieren.

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Deutsche Fußball-Nationalmannschaft 2012: Jerome Boateng, Sami Khedira und Mesut Özil

Diethelm Blecking

"Ethnisch gemischte Teams funktionieren besser"

Der erste türkische Vertragsspieler in Deutschland war Coşkun Taş. Er spielte 1960 erfolgreich in allen Endrunden für den 1. FC Köln. Im Finale um die deutsche Meisterschaft durfte er nicht auflaufen. Welchen Beitrag leistet die Bundesliga heute für Integration und interkulturelle Verständigung?

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"Zu diskriminierenden Einstellungen im Fußball gibt es kaum gesicherte empirische Daten, sodass Aussagen über die Ausprägung etc. spekulativ sind."

Martin Winands

"Wir und die Anderen" - Fußball als Diskriminierungsagent

Fan-Initiativen haben maßgeblich zu einer gemeinschaftlichen Positionierung gegen Diskriminierung im Fussball beigetragen. Warum bleiben kritische Äußerungen im Stadion immer noch ein Thema und welche Rolle spielt das männlich geprägte Freund-Feind-Schema des Fußballs?

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53 Jahre Bundesliga – 53 Meister: Die Meistermannschaften in Bildern