Lokaljournalismus

30.4.2013

Aufklärung im Fall Enver Simsek

Auseinandersetzung mit dem rechtem Terror

Er war das erste Opfer des rechtsextremen Terrorgruppe NSU: Am 9. September 2000 wurde der türkischstämmige Familienvater und Unternehmer Enver Simsek an einer Straße in Nürnberg erschossen. Im Interview sprechen zwei Lokaljournalisten, die sich auf unterschiedliche Weise mit dem Fall befasst haben über Versäumnisse, die persönliche und mediale Aufarbeitung und den Umgang mit den Opfern.

Zahlreiche Personen nehmen an der Einweihung eines Mahnmals zur Erinnerung an die Opfer der NSU-Terrorzelle am 21.03.2013 in Nürnberg (Bayern) teil. Ein Gedenktafel zeigt die Worte "Neonazistische Verbrecher haben zwischen 2000 und 2007 zehn Menschen in sieben deutschen Städten ermordet: Neun Mitbürger, die mti ihren Familien in Deutschland eine neue Heimat fanden, und eine Polizistin.Wir sind bestürzt und beschämt, dass diese terroristischen Gewalttaten lange nicht als das erkannt wurden, was sie waren: Morde aus Menschenverachtung. Wir sagen "Nie wieder!" -  Gemeinsame Erklärung der Städte Nürnberg, Hamburg, München, Rostock, Dortmund, Kassel und Heilbronn, April 2012.Eine Gedenktafel in Nürnberg erinnert an die Opfer der NSU-Mordserie. Die Aufarbeitung des rechtsextremistischen Terrors und vor allem der Umgang vor der Aufdeckung des Tathintergrundes dauert an. (© dpa)

Die Morde des sogenannten Nationalsozialistischen Untergrunds (NSU) passierten in deutschen Städten - mitten unter den Menschen. Die Lokalzeitungen in München, Nürnberg, Hamburg, Dortmund, Rostock, Kassel und Heilbronn berichteten zunächst über eine unaufgeklärte Mordserie. Enver Simsek war das erste Opfer der rechtsextremen Gewalttäter: Der Familienvater wurde im Jahr 2000 an seinem Blumenstand in Nürnberg erschossen. Die drehscheibe, das Magazin der Bundeszentrale für politische Bildung für Lokaljournalisten, sprach mit zwei Lokaljournalisten, die sich auf unterschiedliche Weise mit dem Fall Simsek befassten.



Peter Schwarz ist Reporter in der Kreisredaktion der Waiblinger KreiszeitungPeter Schwarz ist Reporter in der Kreisredaktion der Waiblinger Kreiszeitung

„Die Opfer wollen wissen, was passiert ist“


Peter Schwarz, Journalist der Waiblinger Kreiszeitung, hat zusammen mit Semyia Simsek, deren Vater ermordet wurde, als sie 14 Jahre alt war, ein Buch veröffentlicht. In "Schmerzliche Heimat“ erzählt sie davon, wie die Tat ihr Leben und das ihrer Familie veränderte. Die drehscheibe sprach mit Peter Schwarz über das Buch und wie es entstand.

Das Interview mit Peter Schwarz







Stefan Kläsener ist Chefredakteur der Westfalenpost (Hagen)Stefan Kläsener ist Chefredakteur der Westfalenpost (Hagen)

„Wir haben keine journalistischen Heldentaten vollbracht“


Stefan Kläsener war im Jahr 2000 Redaktionsleiter der Kinzigtal-Nachrichten, einer Lokalausgabe der Fuldaer Zeitung. Ganz in der Nähe im hessischen Schlüchtern betrieb Enver Simsek seinen Blumengroßhandel. Die drehscheibe sprach mit dem heutigen Chefredakteur der Westfalenpost über die journalistische Herausforderung in jenen Tagen, über Vermutungen und Versäumnisse.

Das Interview mit Stefan Kläsener.


Informationen zur politischen Bildung Nr. 309/2010

Wer Journalisten sind und wie sie arbeiten

Sie nennen sich Redakteure, Reporter, Kritiker oder Journalisten und arbeiten für Zeitungen, Zeitschriften, Nachrichtenagenturen, Rundfunksender oder Internet. Dazu recherchieren sie Quellen, bewerten Informationen und machen daraus Nachrichten für die Öffentlichkeit.

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Massenmedien

Angebot und Vielfalt der Medien haben in den vergangenen Jahrzehnten einen dramatischen Wandel erfahren. Die Fülle an Informationen und die Schnelligkeit, mit der sie sich verbreiten, haben durch das Internet stark zugenommen. Dies hat auch Auswirkungen auf den Journalismus. Er muss sich wie die Nutzerinnen und Nutzer des Medienangebots neuen Herausforderungen stellen.

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