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14.9.2008

Der Film: Good Copy Bad Copy

Entstehung

Der Film GOOD COPY BAD COPY berichtet nicht nur über die neuen Möglichkeiten der digitalen Kultur, sondern führt diese gleich selbst vor – mit allen Zwiespältigkeiten. Gedreht wurde der Film vom dänischen Filmemacherkollektiv rosforth, das aus Andreas Johnsen, Ralf Christensen und Henrik Moltke besteht.. 2007 reisten die drei quer über den Globus, drehten Stunden Interviewmaterial und stellten die fertige Schnittversion anschließend zum freien Herunterladen über BitTorrent auf goodcopybadcopy.net ins Netz. Auf Nachfrage konnte man per Mail erfahren, dass der Film unter einer Creative Commons-Lizenz steht.

Die Dokumentation zog in der gut vernetzten Open-Source- und Digitalkultur-Szene rasch weite Kreise, nachdem Science-Fiction-Autor Cory Doctorow sie im Juni 2007 auf BoingBoing.net rezensierte, einem wichtigen offenen Blog für Technik- und Internetnachrichten. Zitat: "eine ganze Meisterklasse über die Copyright-Kriege, auf 58 Minuten Video komprimiert". Doctorow ist selbst einer der prominentesten Verfechter und Pioniere freier digitaler Kulturgüter. Neben seiner Blogger-Tätigkeit wurde er dadurch bekannt, vermutlich als erster Autor überhaupt seine bei "normalen" Verlagen erscheinenden Romane und Kurzgeschichten zeitgleich unter Creative-Commons-Lizenz kostenlos ins Netz zu stellen. Dahinter steckt die Annahme, dass wir Literatur noch immer am liebsten gedruckt lesen und die freie Verbreitung von digitalen 'Appetithappen' den Buchabsatz eines Autors daher eher steigert: "Das größte Problem für Autoren ist nicht Piraterie, sondern Unbekanntheit. (...) Ebooks verkaufen gedruckte Bücher."

Für Filme scheint dieses Prinzip nicht zu gelten:.Geld verdient haben die drei Macher von GOOD COPY BAD COPY nach eigenen Angaben bislang nicht. Bis heute (August 2008) findet sich die Datei zum kostenlosen Download auf ihrer Webseite, samt einem "Spenden"-Button des Online-Bezahldienstes PayPal und einem Hinweistext, das dänische Fernsehen habe die Rechte für eine Fernsehausstrahlung angekauft. Damit seien "etwa ein Viertel der gesamten Produktionskosten" gedeckt worden- man möge also spenden oder den Fernsehsender seines Vertrauens bitten, ebenfalls die Rechte anzukaufen.

Auch die deutsche Lizenzfassung des Films erscheint unter einer Creative-Commons-Lizenz. Als öffentlicher Bildungsanbieter hat sich die Bundeszentrale für politische Bildung/bpb 2007 entschlossen, Angebote, wo möglich, sukzessive unter Creative-Commons-Lizenzen zu veröffentlichen: Einmal von öffentlichen Mitteln bezahlte Inhalte sollen der Öffentlichkeit auch so weit als möglich zu Verfügung stehen. Schulen, Hochschulen und andere Bildungseinrichtungen sollen die Materialien der bpb speichern, kopieren, verbreiten und vorführen können.

Creative Commons License

Dieser Text ist unter der Creative Commons Lizenz "CC BY-NC-ND 2.0 DE - Namensnennung - Nicht-kommerziell - Keine Bearbeitung 2.0 Deutschland" veröffentlicht.
Urheberrechtliche Angaben zu Bildern / Grafiken / Videos finden sich direkt bei den Abbildungen.


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