Schwarz-Weiß-Foto: Der west-deutsche Bundeskanzler Willy Brandt bei seinem berühmten Kniefall vor dem Denkmal für die Helden des Aufstandes im Warschauer Ghetto am 7. Dezember 1970. Der Geste, die in Westdeutschland für Kontroversen sorgte, wird von der Forschung mittlerweile eine wichtige Rolle bei der Entspannung zwischen den Blöcken zuerkannt.
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Das Ende des Zweiten Weltkriegs


28.12.2005
Der Zweite Weltkrieg ist der erste fotografisch umfassend dokumentierte Krieg der Geschichte. Ob professioneller Kriegsberichterstatter oder einfacher Soldat: Ihre Bilder halten nicht nur bestimmte Momente fest; sie bezeugen auch, wie diese aus Sicht der Beteiligten gesehen werden sollten. Horst Pötzsch zeichnet ein Panorama der Posen und des Elends.

Am 8. Mai 1945 endete der Zweite Weltkrieg auf dem europäischen Kriegsschauplatz. Hitler und sein Regime hatten mit dem von ihnen angezettelten Krieg Deutschland in die schlimmste Niederlage seiner Geschichte geführt. Der Krieg hatte unermessliches Leid, Tod und Zerstörung über weite Teile Europas gebracht. 55 Millionen Tote waren zu beklagen, davon 5,5 Millionen Deutsche und 50 Millionen Angehörige zahlreicher anderer Völker. Ein Viertel der Toten waren Zivilisten, unter ihnen sechs Millionen Juden, die dem rassenideologischen Wahn zum Opfer gefallen waren. Deutschland war dreifach geschlagen: militärisch, politisch und moralisch.

Der Zweite Weltkrieg ist der erste fotografisch umfassend dokumentierte Krieg der Geschichte. Das Medium der Fotografie war zwischen den Kriegen immer weiter perfektioniert worden und die Kamera dank der Massenproduktion zum Gebrauchsgegenstand von vielen Millionen Menschen, natürlich auch der Soldaten, die ihre Eindrücke vom Krieg im Bild festhielten. Man schätzt, dass im Zweiten Weltkrieg zwischen 30 und 40 Millionen Fotos entstanden sind.

Die Fotografie hatte sich zum wohl wirksamsten Mittel der Propaganda entwickelt. Die Wehrmacht hatte schon vor dem Krieg begonnen, Journalisten, Berufsfotografen, Kameramänner zu rekrutieren. Zu Beginn des Krieges wurden sie in eine Uniform gesteckt und bildeten eine eigene Waffengattung, die Propagandakompanien (PK). Ihre Waffe war die Kamera. Zwei Millionen Negative der PK-Männer sind erhalten geblieben. Auf der Seite der Alliierten waren natürlich ebenfalls zehntausende Kriegsberichter tätig. In Großbritannien werden drei Millionen Fotos aus dem Zweiten Weltkrieg aufbewahrt.

Im Krieg der Bilder gelten strenge Regeln. Das Bild muss der eigenen Sache nützen, es muss den Kampfgeist der eigenen Truppe stärken und muss die Moral in der Heimat heben. Bilder dokumentieren die Niederlagen des Feindes und die Siege der eigenen Soldaten. Der Feind muss negativ dargestellt werden, als Geschlagener, gar als Unmensch. Der eigene Soldat erscheint als sieggewohnter Held. Damit die Regeln eingehalten wurden, wurde eine strenge Zensur ausgeübt. Sie manifestierte sich schon als Selbstzensur in den Köpfen. Die Fotografen wussten, welche Bilder gedruckt wurden und welche unerwünscht waren. Zensurbehörden wachten darüber, dass es keine Ausrutscher gab.

Eines konnten die Bildberichter nicht beeinflussen, die Kriegslage, von der sie doch so abhängig waren. Es ist einfach, Fotos von einer siegreichen Armee und von dem geschlagenen Feind zu machen, aber zurückflutende eigene Truppen oder ein Himmel voller feindlicher Flugzeuge sind wenig erfreuliche Motive. Überdies bestimmen die Sieger das Gesetz des Handelns, die wichtigen Ereignisse finden auf ihrer Seite statt. Es kommt daher nicht von ungefähr, dass von den zehn Motiven zum Komplex Kriegsende acht von Fotografen der Alliierten stammen.

Bilder werden selbstverständlich auch gefälscht, unerwünschte Details wegretuschiert, erwünschte hineinkopiert. Bilder können umdatiert und die von den eigenen Gräueltaten als Bilder feindlicher Gräueltaten ausgegeben werden. Interessanter noch ist die Inszenierung von Bildern. Gerade Bilder von markanten Ereignissen, die als Symbol gedacht sind oder später einen hohen Symbolwert erhalten haben, sind häufig inszeniert. Der Fotograf überlässt nichts dem Zufall, sondern arrangiert die Szene sorgfältig, um die symbolmächtige Aufnahme zu erhalten oder auch eine ganze Serie zum Auswählen. Die Begegnung von Torgau oder auch die Rote Fahne auf dem Reichstag in dieser Reihe sind Beispiele für inszenierte Bilder.

Die mit diesem Artikel vorgestellte Auswahl der Bilder vom Kriegsende ist natürlich auch subjektiv. Einige dieser Fotos, etwa die von der Unterzeichnung der Kapitulation in Reims und in Karlshorst oder die Konferenzen von Jalta und Potsdam gehören zwingend zu einer Dokumentation des Kriegsendes. Einige hätten auch durch andere Motive ersetzt werden können.

Um die Bilder des Kriegsendes gewissermaßen in einen historischen Zusammenhang zu stellen, sind zwei Fotos hinzugefügt worden. Es ist das Bild "Der Schlagbaum", das zeigt, wie alles begann, das zweite ist "Der Staatsstreich". Der Staatsstreich vom 20. Juli 1944 war der einzige fast gelungene Versuch, den Wahnsinn noch in letzter Minute zu beenden. Für dieses Thema hätte auch ein anderes Foto stehen können, beispielsweise das von Hitler und Mussolini vor den Trümmern der Lagebaracke. Das ausgewählte zeigt die brutale und zugleich kleinliche Rache des Regimes.

Der Schlagbaum



Das Bild wurde am 1. September 1939 aufgenommen. Zu sehen sind deutsche Soldaten, die einen Schlagbaum wegbrechen. Es ist ein polnischer Schlagbaum, an der damaligen Grenze zwischen Deutschland und Polen. Das Bild ist, wie mehrere Bilder dieser Reihe, gestellt, das heißt, es ist nicht spontan entstanden, es ist kein Schnappschuss. Bilder wie dieses dienen als Symbole, als Sinnbilder, die ausdruckskräftig ein bedeutendes Ereignis anschaulich machen.

Dieses Bild steht für den deutschen Überfall auf Polen und damit für die Entfesselung des Zweiten Weltkrieges. Der Historiker Guido Knoop ist den Spuren des Bildes nachgegangen. Es gelang ihm, einen der Beteiligten aufzuspüren, Hermann Rausch, den nach rechts schauenden Soldaten hinter dem polnischen Adler. Hermann Rausch berichtet, wie das Bild entstanden ist: Seine Einheit habe erst Stunden nach dem Beginn des deutschen Einmarsches die polnische Grenzstation erreicht. Der Schlagbaum habe schon abgebrochen neben dem Bock gelegen. Der Kriegsberichterstatter, der seiner Einheit zugeteilt war, habe gerufen: "Nehmt doch mal diesen Schlagbaum und tut so, als ob ihr ihn abbrecht!"

Die heitere Stimmung, die die Soldaten an den Tag legen, sei dadurch zu erklären, dass das Foto gestellt und die Soldaten außer Gefahr waren. Wären sie als erste an die Grenze gelangt, so wäre die Atmosphäre sehr viel ernster gewesen. Rausch kann auch eine weitere Frage beantworten. Die beiden Männer mit Schirmmützen sind keine SS-Leute, wie manchmal angenommen, sondern polnische Grenzbeamte, die sich seltsamerweise eifrig an der Beseitigung ihrer Berufsgrundlage beteiligen.

Es wäre grundfalsch, wenn man aus der fröhlichen Stimmung, die das Bild vermittelt, Rückschlüsse auf die Einstellung des deutschen Volkes oder auch der anderen kriegführenden Völker ziehen wollte. Anders als zu Beginn des Ersten Weltkrieges, als überall patriotische Begeisterung herrschte, war die Stimmung gedrückt. Alle Menschen über dreißig hatten den Ersten Weltkrieg bewusst erlebt, als Soldaten an der Front die Hölle der Materialschlachten, als Zivilisten den Hunger und die Entbehrungen in der Heimat.

Der Bombenkrieg



Die drei Menschen, eine Frau, ein Mann und ein Kind, sehen aus, als seien sie der Hölle entkommen. Die Frau steht unter Schock, ein uniformierter Helfer stützt sie. Der Mann trägt das traumatisierte Kind. Ist es eine Familie? Männer in diesem Alter waren an der Front. Vielleicht ist er gerade auf Heimaturlaub.

Die Hölle, das ist eine deutsche Stadt, in diesem Falle Mannheim, die soeben das Ziel eines Angriffs der RAF, der britischen Luftwaffe gewesen ist. Die Angriffe wurden immer weiter perfektioniert. Sie erzeugten schließlich Feuerstürme, die die Städte in eine Flammenhölle verwandelten. 500.000 Menschen, weit überwiegend Frauen und Kinder, fielen ihnen zum Opfer.

Den Angriffen lag die Vorstellung zugrunde, man könne die Bevölkerung so demoralisieren, dass Deutschland schließlich zur Kapitulation gezwungen werde. Die Briten hätten es besser wissen müssen. Die deutschen Luftangriffe auf London 1940 hatten ihren Durchhaltewillen nur gestärkt.

Das Kriegsrecht verbot die gezielte Bombardierung der Zivilbevölkerung. Die Angriffe waren auch militärisch sinnlos, wie sich nach dem Krieg herausstellte. Die deutsche Rüstungsproduktion, die allerdings nicht das Ziel der Bombardierungen gewesen ist, erreichte im September 1944 ihren Höchststand. Sie wurde erst massiv beeinträchtigt, als die Amerikaner bei Tag Ölraffinerien und Verkehrsanlagen bombardierten.

So war unter Kosten-/Nutzen-Aspekten der Bombenkrieg sinnlos. Man hat errechnet, dass ein Viertel der britischen Kriegsausgaben dafür aufgewendet worden ist. Die Besatzungen der Bomber erlitten enorme Verluste; zwischen einem Drittel und der Hälfte, die Angaben sind unterschiedlich, kam ums Leben. Der Befehlshaber des Bomber-Kommandos, Luftmarschall Arthur Harris, wurde deshalb "Schlächter" Harris genannt.

Der Staatsstreich



Erwin von Witzleben am 7. August 1944 vor dem VolksgerichtshofErwin von Witzleben am 7. August 1944 vor dem Volksgerichtshof
Im Mittelpunkt des Bildes steht ein alter Mann in einem zu weiten Anzug. Mit der rechten Hand gestikuliert er, mit der linken hält er anscheinend seine Hose fest. Hinter ihm sitzen Polizisten in Uniformen, die vor 1945 üblich waren. Das Bild zeigt den Generalfeldmarschall Erwin von Witzleben am 7. August 1944 vor dem Volksgerichtshof, dessen Präsident Roland Freisler war.

Witzleben sollte nach dem versuchten Staatsstreich der Verschwörergruppe um Oberst Claus Schenk Graf von Stauffenberg den Oberbefehl über die Wehrmacht übernehmen. Voraussetzung für das Gelingen des Staatsstreichs war der Tod Hitlers. Nur sein Tod hätte die Soldaten der Wehrmacht von dem Eid entbunden, den sie auf den "Führer" geschworen hatten. Niemand weiß, was geschehen wäre, wenn der Staatsstreich gelungen wäre. Die Alliierten hätten auf der bedingungslosen Kapitulation bestanden, Deutschland wäre geteilt, die deutschen Ostgebiete wären abgetrennt, ihre Bewohner vertrieben worden. Die Verschwörer wussten, dass sie auf keine Konzessionen der Feindmächte hoffen konnten. Sie hielten dennoch an Attentat und Staatsstreich fest. Wie es einer der aktivsten Männer des Widerstands, der Generalmajor Henning von Tresckow (1901-1944), ausgedrückt hat: "Das Attentat muss kommen, koste es, was es wolle. Denn es kommt nicht mehr auf einen praktischen Zweck an, sondern darauf, dass die deutsche Widerstandsbewegung vor der Welt und vor der Geschichte den entscheidenden Wurf gewagt hat."

Einen praktischen Zweck hätte das Gelingen des Staatsstreichs dennoch gehabt. Der am 1. September 1939 begonnene wahnwitzige Krieg wäre wohl bald beendet worden. In den 9 Monaten vom 20. Juli 1944 bis zum 8. Mai 1945 haben mehr als die Hälfte der 4,75 Millionen gefallenen deutschen Soldaten ihr Leben verloren, dazu Millionen Soldaten auf der gegnerischen Seite. Der Bombenkrieg wäre ebenfalls bald beendet worden. Dresden, Hildesheim, Würzburg, Pforzheim, Dessau, Potsdam und zahlreiche andere deutsche Städte wären nicht zerstört worden. 200.000 Ziviltote in diesen Städten wären am Leben geblieben.

Freisler, ein fanatischer Nationalsozialist, führte die Verhandlung gegen die Widerstandskämpfer mit äußerster Brutalität. Er erniedrigte die Angeklagten, brüllte sie an und ließ sie nicht zu Worte kommen. Alle Angeklagten hatten mehrere Tage, Wochen oder Monate währende Verhöre der Gestapo hinter sich, die vielfach mit schweren Folterungen einhergingen.

Generalfeldmarschall von Witzleben war durch die vorausgegangenen Verhöre schwer gezeichnet. Er hält in der Tat die Hose fest, weil man ihm Hosenträger und Gürtel abgenommen hatte. Freisler benutzte das, um sein Opfer zu demütigen: "Sie schmutziger alter Mann, was fummeln Sie dauernd an Ihrer Hose herum." Witzlebens Schlusswort, an Freisler gerichtet, war: "Sie können uns dem Henker überantworten. In drei Monaten zieht das empörte und gequälte Volk Sie zur Rechenschaft."

Dazu sollte es nicht kommen. Freisler wurde bei einem alliierten Bombenangriff von einem Balken des zusammenstürzenden Gerichtsgebäudes erschlagen.

Witzleben wurde am 8. August 1944 mit vier Mitverschworenen gehenkt.

Das letzte Aufgebot



Am 19. März 1945 empfing Hitler im Hof der Reichskanzlei eine Abordnung von Hitlerjungen, die mit dem Eisernen Kreuz ausgezeichnet worden waren. Im Bild ist der zweite von rechts der zwölfjährige Alfred Czech, der dritte von rechts der sechzehnjährige Wilhelm Hübner. Der Führer war nur noch ein Schatten seiner selbst. Gezeichnet durch die ständigen Niederlagen und die Folgen des Attentats vom 20. Juli 1944 wirkte er greisenhaft; Er ging in gebeugter Haltung mit schleppendem Gang, die linke Hand hinter dem Rücken haltend, um das Zittern zu verbergen. Er gab den Jugendlichen die Hand, tätschelte ihre Wangen, hörte sich ihre Erlebnisberichte an und verschwand bald wieder in seinem Bunker.

Am 25. September 1944 hatte ein Erlass Hitlers befohlen, "aus allen waffenfähigen Männern im Alter von 16 bis 60 Jahren den Deutschen Volkssturm zu bilden." Jugendliche, Alte, Kranke, Schwache sollten "den Heimatboden mit allen Waffen und Mitteln verteidigen." An Waffen stand ein Sammelsurium von Beutegewehren aus dem Fundus einst besiegter Armeen zur Verfügung, oft ohne ausreichende Munition.

Das KZ Bergen-Belsen



Das Bild zeigt eine flache Grube, deren Boden mit einem wirren Durcheinander von Gebilden bedeckt ist. Bei näherem Hinsehen sind sie als Leichen zu identifizieren. Man erkennt menschliche Arme und Beine, Oberkörper, einige wenige Köpfe. Die Körper sind mehr oder weniger unbekleidet. Es fällt auf, dass unter den sichtbaren Kleidungsstücken viele ein Streifenmuster aufweisen. In der Grube stehen zwei lebende Personen, Männer, die Stiefel anhaben. Oben links sieht man einen Mann mit einem Gewehr.

Das Bild zeigt ein Massengrab im Konzentrationslager Bergen-Belsen. Es hätte auch in irgendeinem anderen KZ aufgenommen werden können, die Bilder gleichen sich. Britische Truppen hatten am 15. April das KZ befreit. Ihnen boten sich Bilder unvorstellbaren Grauens. In dem Lager befanden sich noch 60.000 lebende Häftlinge, Elendsgestalten, abgemagert bis auf die Knochen, dem Tode näher als dem Leben. Von ihnen sollten bis Juni 1945 noch 14.000 sterben.

Angesichts der herannahenden Front hatte die SS Ende 1944 begonnen, die Lager im Osten aufzulösen und die Häftlinge in das Innere des Reiches in Marsch zu setzen. Auf diesen Elendsmärschen starben unzählige Häftlinge an Entkräftung, wurden erschossen oder gingen in den Aufnahmelagern zugrunde. Ziel zahlreicher Transporte war Bergen-Belsen. Im Oktober/November 1944 trafen 8.000 Frauen aus dem KZ Auschwitz-Birkenau ein. Im März/April kamen mehrere zehntausend aus den KZs Sachsenhausen, Neuengamme, Dora und anderen. Das Lager war für die Aufnahme einer solch riesigen Anzahl von Menschen in keiner Weise vorbereitet. Die Unterkünfte waren mehrfach überbelegt, die sanitären und hygienischen Verhältnisse verheerend, die Verpflegung war völlig unzureichend und blieb schließlich ganz aus. Seuchen führten zu Massensterben. Zwischen Januar und April 1945 kamen 35.000 Menschen um, unter ihnen im März Anne Frank. Das Lager war übersäht mit Leichen. Sie waren an vielen Stellen in Stapeln aufgeschichtet, überall verstreut lagen verwesende menschliche Körper, in den Baracken lagen Tote neben den noch Lebenden.

Die Engländer befahlen den gefangenen Wachmannschaften, unter ihnen der Lagerkommandant SS-Hauptsturmführer Josef Kramer, die Toten in Massengräbern zu bestatten, Die Männer mit den Stiefeln sind SS-Leute, der Mann links oben ein englischer Soldat. Im Herbst 1945 fand in Lüneburg ein Prozess statt, in dem eine Reihe von SS-Leuten zum Tode verurteilt wurden. Sie wurden gehenkt.

Die Konferenzen



Konferenz von Jalta, von links Winston Churchill, Franklin D. Roosevelt, Joseph StalinKonferenz von Jalta, von links Winston Churchill, Franklin D. Roosevelt, Joseph Stalin (© Army Signal Corps Collection im U.S. National Archives)
Das obere Bild zeigt die drei damals mächtigsten Männer der Welt, Churchill, Roosevelt und Stalin, während der Konferenz von Jalta im Februar 1945. Auf dem unteren Bild sind die drei mächtigsten Männer während der Konferenz von Potsdam im Juli/August 1945 zu sehen. Die gängige Bezeichnung für sie ist "Die Großen Drei". Offensichtlich sind es insgesamt fünf. Roosevelt war im April 1945 gestorben. Statt seiner nahm der neue Präsident Truman an der Potsdamer Konferenz teil. Churchills Konservative Partei verlor daheim die Wahlen, und so wurde er während der Konferenz von seinem Nachfolger in der Rolle des Premierministers, Attlee, abgelöst. Einzig Stalin repräsentierte die Kontinuität.

Die Männer hätten unterschiedlicher nicht sein können. Zwei waren gewählte Regierungschefs, zwei gewählte Präsidenten alter Demokratien. Stalin war Autokrat und einer der großen Massenmörder der Weltgeschichte. Er trägt als einziger eine Uniform, obwohl er nie Soldat gewesen ist.

Konferenz von Potsdam, von links Clemens Atlee, Hary S. Truman, Joseph StalinKonferenz von Potsdam, von links Clemens Atlee, Hary S. Truman, Joseph Stalin (© Army Signal Corps Collection im U.S. National Archives)
Die erste der Konferenzen zur Neuordnung Deutschlands und auch Europas hatte im November 1943 in Teheran stattgefunden. Grundlegende Beschlüsse wurden, angesichts des bevorstehenden Sieges, in Jalta gefaßt. Deutschlands Nationalsozialismus und Militarismus sollten ausgerottet, das Land selbst in Besatzungszonen aufgeteilt werden. Eine alliierte Kontrollkommission sollte die Besatzungszonen zentral verwalten. Schließlich wurde die "Westverschiebung" Polens festgelegt: Die Sowjetunion sollte Ostpolen (und das nördliche Ostpreußen mit Königsberg) erhalten, dafür sollte Polen mit deutschem Gebiet bis zur Oder-Neiße-Linie entschädigt werden.

Die Potsdamer Konferenz diente dazu, die Beschlüsse von Jalta zu präzisieren und zu konkretisieren. Unumstritten waren die "politischen Grundsätze" zur Behandlung Deutschlands: Abrüstung und Entmilitarisierung, Auflösung aller nationalsozialistischen Organisationen, Aufbau einer Verwaltung von der Gemeinde- bis zur Länderebene. Die in Teheran beschlossene und in Jalta noch von Roosevelt und Stalin betriebene Zerstückelung Deutschlands war vom Tisch.

In den deutschen Gebieten jenseits von Oder und Neiße hatten die Sowjets polnische Verwaltungen eingesetzt und damit vollendete Tatsachen geschaffen. Jetzt wurde beschlossen, dass die "Überführung der deutschen Bevölkerung" in "ordnungsgemäßer und humaner Weise" geschehen sollte. Die endgültige Festlegung der Grenze sollte in einem Friedensvertrag erfolgen.

In der umstrittenen Reparationsfrage lehnten die Westmächte eine internationale Kontrolle des Ruhrgebietes ab. Jede Besatzungsmacht sollte Reparationen aus der eigenen Zone entnehmen. Die Teilung Deutschlands in zwei Reparationsgebiete leitete die Teilung in zwei Wirtschaftsgebiete ein.

Die Beschlüsse von Potsdam sind in vielerlei Hinsicht unbestimmt und vage, was später zu endlosen Streitigkeiten führte. Der neue amerikanische Präsident Truman teilte nicht die illusionistischen Vorstellungen Roosevelts, man könne mit dem "guten Onkel Joe" (Stalin) gemeinsam die Geschicke der Welt bestimmen. Er betrieb nüchterne Realpolitik. Die USA und Großbritannien zogen nun an einem gemeinsamen Strang. Der Kalte Krieg warf seine Schatten voraus.



 

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