Wordle für Open Data Dossier
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Wem nutzen offene Daten?


26.10.2011
Was dürfen offene Daten den Anwender kosten? Welche Preismodelle soll die öffentliche Hand für die Herausgabe ihrer Datenbestände entwickeln?

Tree Map des Bundeshaltes - Anders als viele Geo-Daten standen die Haushaltszahlen des Bundes kostenfrei zur VerfügungAnders als viele Geo-Daten standen die Haushaltszahlen des Bundes kostenfrei zur Verfügung (© offenerhaushalt.de)

Anders als viele Geo-Daten standen die Haushaltszahlen des Bundes kostenfrei zur Verfügung (Screenshot: bund.offenerhaushalt.de) Zugang zu Informationen ist eine wesentliche Voraussetzung für gesellschaftliche Teilhabe, für Innovationen und wirtschaftliches Wachstum und eine nachhaltige Entwicklung der Wissensgesellschaft insgesamt. Entscheidunsgträger auf allen Ebenen, im Privatleben, in Politik, Verwaltung und Wirtschaft können ihre Entscheidungen immer nur auf Grundlage der Informationen treffen, die ihnen zu einem gegebenen Zeitpunkt zugänglich waren. Durch den verbesserten Zugang zu Informationen steigen die Chancen für qualifizierte Entscheidungen, für effizientes Verwaltungshandeln und für gute Regierungsführung (englisch "Good Governance").

Natürlich lässt sich der gesellschaftliche Nutzen von Kategorien wie "Transparenz, Vertrauen und Beteiligung" nicht quantifizieren. Die Frage nach dem konkreten Nutzen von guter Regierungsführung lässt sich nicht ökonomisch im Sinne eines "Return of Investment" (ROI) beantworten. Dennoch ist seit langem bekannt, dass sich gute Regierungsführung sehr konkret auf die politische, soziale und wirtschaftliche Lage eines Gemeinwesens auswirkt. Die Weltbank hat in einer internationalen Studie Indikatoren für gute Regierungsführung untersucht.

Zu den Indikatoren zählen: Verwaltungstransparenz und -effizienz, Partizipation, Verantwortlichkeit, Marktwirtschaft, Gerechtigkeit, Rechtsstaatlichkeit und Korruptionskontrolle. Ein gutes Ranking bei diesen Indikatoren wird in einen direkten Zusammenhang mit der wirtschaftlichen Entwicklung und Stabilität der Länder gebracht.

Das Potential für eine nachhaltige demokratische Entwicklung einerseits sowie für soziale und ökonomische Innovationen andererseits hört natürlich nicht beim Zugang zu großen Datenmengen aus öffentlicher Verwaltung, Wissenschaft und Wirtschaft auf. Der Zugang zu diesen Daten bildet vielmehr die Voraussetzung für darauf aufbauende Innovationen, Prozessketten und Anwendungen. Dabei spielt die Digitalisierung von Informationen und der Einsatz von Web2.0-Technologien eine entscheidende Rolle. Der Zugang zu offenen Daten ist der erste Schritt. In weiteren Schritten können diese Daten nun analysiert und ausgewertet, in Anwendungen und Mashups aufgearbeitet und veredelt sowie durch Visualisierungen oder auf Karten dargestellt werden. Oft erfahren die Daten erst durch diese Weiterverarbeitung einen konkreten Nutzwert für Zivilgesellschaft, Wirtschaft, Wissenschaft ebenso wie für die interne Verwendung durch Verwaltung und Regierung selbst. Hier liegt ein enormes Potential für die Öffnung der Verwaltungen nach innen und nach außen und für eine verstärkte Zusammenarbeit der Verwaltungen über Behördengrenzen hinweg.


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Autor: Daniel Dietrich für bpb.de
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