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"Eine Peer-to-Peer-Gesellschaft ist möglich"


5.1.2007
Für Claudio Prado ist Open Source das Leitmodell der Zukunft – eine ethische Welt der Kooperation, die ganz anders ist als die Ökonomie des 20. Jahrhunderts.

Claudio PradoClaudio Prado Lizenz: cc by/2.0/de (galeriaconverse)

In einem Satz: Was ist Open Source?



Open Source ist die Möglichkeit, technisch autonom zu werden. Das ist der Kern der Sache: autonom zu sein, frei, eine eigene Sicht besitzen zu können, die Möglichkeit zu besitzen, auf alles zuzugreifen, für das man sich interessiert.

Wenn man sich die Produzenten von Open Source-Software anschaut: Was treibt sie an, etwas kostenlos wegzugeben? Was ziehen sie daraus?



Hinter jeder Idee, jedem Lied, jedem Projekt – woran immer man denken mag – steckt eine Software. Und proprietäre Software wird nie die Software sein, die man braucht, die exakt den eigenen Bedürfnissen und Zielen entspricht. Das kann nur Offene Software, weil man sie entweder selber machen oder die Software von jemand anderem anpassen kann, sodass es am Ende exakt die Software ist, die man für das braucht, was immer man tun möchte. Ich denke daher, dass in einiger Zeit – ich weiß es nicht genau, aber ich glaube nicht, dass es noch lang dauern wird –, proprietäre Software nicht mehr existieren wird; denn sie ist einfach eine sehr dumme Sache, verglichen mit Open Source Software.

  • zum Interview auf Englisch

  • Warum sollte ich als Konsument auf Open-Source-Software umsteigen, wenn ich proprietäre wenn ich proprietäre praktisch kostenlos bekommen kann?



    Wenn man kein technisch orientierter Mensch ist, sollte man vielleicht noch ein wenig warten, bis man sich freie Software holt; vielleicht ist das jetzt noch keine gute Idee. Wir haben festgestellt, dass es die falsche Strategie ist, Menschen zur Verwendung freier Software zu überreden, bevor sie wirklich nutzerfreundlich ist.

    Aber was meinen sie mit kostenloser proprietärer Software? Piraterie? In Brasilien benutzt jeder illegal kopierte Software. Der Grund zu wechseln ist nicht, weil freie Software frei von einem Preis ist, sondern weil sie Freiheit ermöglicht. Und diesen Schritt – von Raubkopien zu freier Software – sollte man gehen, sobald man verstanden hat, was hinter der Idee der Freiheit steckt. Es ist eine philosophische und ethische Wahl, die es zu treffen gilt – auch eine politische. Man muss diese Dinge verstehen, und dann geht man weiter.

    Aber die Geschwindigkeit, mit der dieses Verständnis wächst, ist enorm. Wenn man heute in einen Internetladen geht, um einen Server zu kaufen, dann wird der mit freier Software geliefert, weil sie besser ist. Die NASA benutzt freie Software, weil sie besser ist. Um Bin Laden zu finden, benutzen sie freie Software – wenn sie ihn denn finden wollen, da bin ich mir nicht sicher. Er ist ein besserer Verbündeter für Herrn Bush, wenn er einfach irgendwo ist.


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