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Dossierbild Afrikanische Diaspora

Geschichte und Bildung

Kolonial-Briefmarke "Deutsch-Ostafrika"Deutsche Kolonial-Briefmarke. (© Public Domain, Deutsche Reichspost)
Die Geschichte Schwarzer Menschen und ihre historische Wahrnehmung sind geprägt von der kolonialen Vergangenheit Europas und Deutschlands. Eine Aufarbeitung der geistes- und kulturgeschichtlichen Folgen, die ungebrochen bis in die Gegenwart reichen, ist bislang ausgeblieben. Umso wichtiger ist es, eine klare Unterscheidung zu treffen zwischen den realen Erfahrungen Schwarzer Menschen und ihrer diskursiven Missrepräsentation, in der sie klischeehaft und stereotyp abgebildet wurden und werden.
Welche Auswirkungen hatte die dominante Fremdwahrnehmung auf eine politische Praxis, die Schwarze Menschen insbesondere im Verlauf der ersten Hälfte des zwanzigsten Jahrhunderts zunehmend ausgrenzte und im Nationalsozialismus schließlich verfolgte? Welche kolonial-rassistischen Bilder in den Diskursen der Gegenwart werden immer wieder neu belebt?

Eine sächsische Bäckerei aus Gröditz hat eine Woche lang mit einem dunkelhäutigen Baby für eine Schoko-Vanille-Schnitte geworben und damit massiven Protest ihrer Kunden ausgelöst (aufgenommen am 29.03.2011 in einer Dresdner Backwaren-Filiale). Auf dem Werbefoto für die "Schokotraum»-Schnitte ist das Kind im Gras sitzend zu sehen, daneben steht der Slogan "Aktion" - und kleingedruckt: «Nur solange der Vorrat reicht. Änderungen und Irrtümer vorbehalten. Abbildung nur Serviervorschlag."

Grada Kilomba

Das N-Wort

Schwarze Deutsche werden alltäglich mit dem N-Wort beschimpft. Es hinterlässt psychologische Narben, die Ängste und Albträume verursachen. Sie fühlen sich zutiefst verletzt, weil sie das Opfer rassistischer Unterdrückung geworden sind. Wo liegen die psychologischen Ursachen für diese emotionale Reaktion? Weiter...

Reichsfinanzminister Dernburg auf Besuch in den deutschen Kolonien (1907).

Paulette Reed-Anderson

"Ein Platz an der afrikanischen Sonne"

Ein ausführlicher Einblick in die deutsche Kolonialgeschichte ist bis heute ausgeblieben. Dabei besteht ein Zusammenhang zwischen diesem historischen Zeitabschnitt von 1847 bis 1945 und dem Rassismus, den Schwarze Deutsche hier zu Lande alltäglich erleben. Mit einer detaillierten Chronologie aller wichtigen Daten. Weiter...

Martin Dibobe als Zugführer am U-Bahnhof Schlesisches Tor, ca. 1908.

Katharina Oguntoye

Afrikanische Zuwanderung nach Deutschland zwischen 1884 und 1945

Wie haben die Menschen afrikanischer Herkunft bis 1945 in Deutschland gelebt? Wer waren sie und unter welchen Bedingungen meisterten sie das Leben in einer Gesellschaft, die sie als 'das Fremde' betrachtete? Eine Analyse von Originaldokumenten und Fotografien. Weiter...

Angelus Solimanus, 2.Hälfte im 18. Jhdt., Mezzotinto

Angelo Soliman und seine Freunde im Adel und in der geistigen Elite

Wer immer den berühmten Afrikaner Angelo Soliman kennt – ein Detail ist ihm mit Sicherheit bewusst: Soliman stand von 1796 bis 1806 ausgestopft mit Federrock und Federkrone im Naturalienkabinett von Wien. Vielleicht hat er seine Haut deshalb zur Präparierung überlassen, weil er voraussah, dass man sich später an ihn erinnern würde. Weiter...

Eltern des Zeitzeugen Theodor Wonja Michael, 1914.

Schwarze Menschen im Nationalsozialismus

Die Geschichte Schwarzer Menschen während des Nationalsozialismus könnte sehr einfach dargestellt werden: als Geschichte der damaligen Rassenpolitik, die physische Vernichtung zur Folge hatte. Aber diese Sichtweise ist zu einfach. Sie wird den vielschichtigen Lebenswegen von Kolonialmigranten, Rheinlandkindern oder Einzelfamilien kaum gerecht. Weiter...

Ein "Stolperstein", gesetzt vom Künstler Gunter Demnig, erinnert an Bayume Mohamed Husen.

Schwarze Häftlinge und Kriegshäftlinge in deutschen Konzentrationslagern

Über die Geschichte schwarzer Kriegshäftlinge in deutschen Konzentrationslagern ist nur wenig bekannt. Viele von ihnen wurden ausgenutzt, misshandelt oder umgebracht. Wie haben sich diese Menschen ihren Lebensalltag hinter Gittern und Stacheldrahtzaun gestaltet? Weiter...

 

Dossier - Afrika

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Rund 885 Millionen Menschen leben in 54 afrikanischen Staaten. Auf dem Kontinent gibt es über 3.000 Bevölkerungsgruppen und mehr als 2.000 Sprachen. Das Dossier präsentiert Afrika gestern und heute und beleuchtet die Perspektiven zukünftiger Entwicklungen. Weiter... 

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Kein anderer Erdteil scheint im Bewusstsein der Deutschen weiter entfernt zu sein als Afrika - der "vergessene" Kontinent. Neben Elend und Schatten gibt es auch Positives. Weiter...

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Heinrich Hoffmanns Geschichte von den schwarzen Buben aus dem "Struwwelpeter" (1917).Susan Arndt

Kolonialismus, Rassismus und Sprache

Um das politische Konzept der Sklaverei und des Kolonialismus moralisch "zu legitimieren", erfand Europa sein eigenes Afrika. Der Kontinent sei das homogene und unterlegene "Andere" und bedürfe daher der "Zivilisierung". In diesem Prozess war Sprache ein wichtiges Kriterium. Weiter...