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Menschen auf der sog. Windrose, Mosaik im Eingangsbereich des Padrão dos Descobrimentos (Denkmal der Entdeckungen) im Stadtteil Belém in Lissabon.

30.11.2017 | Von:
Samia Dinkelaker

Migrantinnen – Besonderheiten weiblicher Migration

Migration ist kein rein männliches Phänomen. Wanderungen von Frauen finden aber deutlich weniger Beachtung. Dabei sind weltweit immer mehr Frauen unterwegs. Ihre Migrationserfahrungen unterschieden sich zum Teil deutlich von denen männlicher Migranten.

In der Oranienstraße in Berlin-KreuzbergIn der Oranienstraße in Berlin-Kreuzberg (© Susanne Tessa Müller)

"Hallo. Ich bin Jacqueline. Ich lebe seit 11 Jahren in Holland. 2002 kam ich hierher: Ich habe zwei Töchter und bin mit einem Chilenen verheiratet. Ich arbeite viel."[1] So stellt sich Jacqueline vor der Kamera vor. "Und ich habe einen Hund. Der Hund ist legal. Sobald das möglich ist, heirate ich meinen Hund", sagt sie trocken und lacht. "Der hat einen europäischen Pass, unglaublich. Und ich nicht!" Und sie fügt hinzu: "Ich putze in privaten Haushalten". Jacquelines kurze Vorstellung ist die Anfangsszene der Dokumentation "Dringend Gesucht – Anerkennung nicht gefragt" von Anne Frisius über Haushaltsarbeiterinnen aus Lateinamerika und Asien und deren Blickwinkel auf Arbeit und Leben in Deutschland und den Niederlanden. Nicht nur in Europa arbeiten Migrantinnen aus dem globalen Süden sowie mittel- und osteuropäischen Ländern in privaten Haushalten. Mittlerweile gibt es einen 'Weltmarkt' für migrierte Haushaltsarbeiterinnen. Diese stehen symbolisch für weibliche Migration im Kontext der Globalisierung[2] im Kontext der Globalisierung. Allerdings ist die Arbeit von Migrantinnen in privaten Haushalten nur ein Aspekt der vielschichtigen Erfahrungen im Zusammenhang mit der grenzüberschreitenden Mobilität von Frauen.[3]

Bedingungen und Erfahrungen weiblicher Migration

Unterscheidet sich die Migration von Frauen eigentlich grundlegend von der männlicher Migranten? Viele der strukturellen Bedingungen, unter denen die Entscheidung zur Migration gefällt wird, betreffen Frauen gleichermaßen wie Männer. Krieg, Verfolgung und Gewaltverhältnisse stellen ebenso geschlechtsunabhängige Gründe für Migration dar wie die Suche nach besseren Ausbildungs-, Verdienst- oder privaten Lebensbedingungen. Es gibt aber auch geschlechtsspezifische Gründe: Frauen entscheiden sich beispielsweise zur Migration, weil sie Situationen verlassen wollen, in denen sie als Frauen grundsätzlich benachteiligt sind. Diese können auch geschlechtsspezifische Gewalt beinhalten.[4] Es gibt aber nicht den einen, einfach zuzuordnenden Grund der Migration. Sie ist vielmehr eine aktive Reaktion auf diese Bedingungen und kann Freiheiten ermöglichen, kann aber ebenso neue Entrechtungserfahrungen und Begrenzungen beinhalten:[5] Ein Migrationsprojekt kann zum Beispiel durch den Wunsch motiviert sein, eine gewaltvolle Ehe zu verlassen, gesellschaftlichen und geschlechtsspezifischen Rollenbildern zu entgehen, oder aus anderen Gründen mehr Selbstbestimmung zu suchen. In der Migration können Rechte vorenthalten werden, und Migrantinnen werden zum Teil auf ihre gering geschätzte, als niedrig qualifiziert definierte und prekäre Arbeit, z.B. als Haushaltsarbeiterin, reduziert, wenn etwa Hochschulabschlüsse und Ausbildungen nicht anerkannt werden. Gleichzeitig können Migrantinnen neue Selbstverständnisse oder Geschlechterrollen in ihren Migrationsprojekten leben, etwa als Haupternährerinnen der Familie. Die Erfahrungen von weiblichen Migrantinnen sind im Besonderen von 'vergeschlechtlichten' Arbeitssektoren – und damit verbundenen Bedingungen und Möglichkeiten – geprägt. Dies wird im Folgenden anhand der Beispiele von Haushaltsarbeit und Hochqualifizierten-Migration erläutert. [6]

Migration von Haushaltsarbeiterinnen – Symbol für weibliche Migration im 21. Jahrhundert

Ein Angebot für einen kostenlosen Deutschkurs für Frauen.Ein Angebot für einen kostenlosen Deutschkurs für Frauen. (© picture alliance / AP Images)
In privaten Haushalten verrichten immer mehr Migrantinnen Haus- bzw. Sorge- und Pflegearbeiten (in der Fachdiskussion meist Care-Arbeit genannt): Saubermachen, sich um die Kinder kümmern, Alte und Kranke pflegen. Diese Tätigkeiten wurden in der Bundesrepublik lange den 'Hausfrauen' zugewiesen. Während die Berufstätigkeit verheirateter Frauen bis in die 1970er Jahre unter gesetzlichem Vorbehalt stand, gilt es infolge gesellschaftlicher und ökonomischer Veränderungen mittlerweile nicht mehr als 'normal', dass Frauen in der Mittelschicht als Ehefrauen und Mütter (längere Zeit) zu Hause bleiben, um dort Haus- und Pflegearbeit zu leisten. Dagegen ist es heute üblich, dass alle Erwachsenen eines Haushalts einer Lohnarbeit nachgehen. Was sich nicht geändert hat: Haus- und Pflegearbeit gelten nach wie vor als 'private Arbeit' und als 'Frauenarbeit'. Diese Arbeit wird in Partnerschaften und Familien selten gleichmäßig aufgeteilt, sondern vielfach für wenig Geld an Migrantinnen[7] delegiert: Die Protagonistinnen in Frisius' Film verrichten Care-Arbeit in privaten Haushalten für sehr geringe Löhne und ohne Absicherung. Jacquelines ironischer Kommentar, dass in ihrer Familie nur ihr Hund einen "europäischen Pass" besitzt, verweist darauf, dass sie wie viele Frauen, die nicht aus den Mitgliedsländern der Europäischen Union (EU) kommen und in Privathaushalten beschäftigt sind, illegalisiert ist. Das heißt, sie lebt ohne Aufenthaltsrecht in Europa. Die legalen Zuwanderungsmöglichkeiten nach Europa sind sehr eingeschränkt, so dass Migrantinnen oft kein anderer Weg als der in die Illegalität und eine prekäre Existenz bleibt. Die irreguläre Haus- und Pflegearbeit stellt eine der wenigen Erwerbsmöglichkeiten für undokumentierte Migrantinnen dar.[8] Jacqueline hat nur wenige Möglichkeiten, einen legalen Status zu erhalten. Eine Ehe mit einem Partner oder einer Partnerin mit europäischer Staatsbürgerschaft zu schließen, ist eine davon.

Die Dokumentation zeigt ferner Migrantinnen, die ihre Rechte einfordern. "Eure Kinder wachsen mit uns auf", steht auf einem Schild der Organisation United Migrant Domestic Workers bei einer Kundgebung. Jacqueline und andere Haushaltsarbeiterinnen aus Lateinamerika und den Philippinen haben sie im Jahr 2006 gegründet. Sie fordern öffentlich gesellschaftliche Anerkennung, Arbeitsrechte und ihre Legalisierung.[9] Die Organisation beruft sich auf die im Jahr 2011 verabschiedete Konvention 189 der Internationalen Arbeitsorganisation für menschenwürdige Arbeit für Hausangestellte, die sicherstellen soll, dass für Haushaltsarbeiterinnen die gleichen Arbeitsrechte gelten wie für andere Arbeitnehmer_innen. Denn weltweit erhalten Haushaltsarbeiterinnen nur geringe Löhne, sie haben häufig unbegrenzte Arbeitszeiten, und sie erhalten keinen Arbeitsschutz. Aufgrund der Isolation an ihren Arbeitsplätzen in privaten Haushalten und ihres Status sind sie eher von Gewalt bedroht als ihre Kolleg_innen in anderen Arbeitsbereichen. "100.000 Familien vertrauen uns" steht auf einem anderen Schild United Migrant Domestic Workers, das auf das Ausmaß der Beschäftigung von migrierten Haushaltsarbeiterinnen in den Niederlanden aufmerksam macht.[10] Denn diese leisten für das Funktionieren der Gesellschaft einen wichtigen Beitrag, ohne dafür gesellschaftliche oder gar rechtliche Anerkennung zu erhalten.

Hochqualifizierte Fachkräfte? Geschlechtsspezifische Arbeitsmigrationspolitik

Die tatsächliche gesellschaftliche Bedeutung der migrierten Haushaltsarbeiterinnen und ihre fehlenden Rechte stehen im Kontrast zur erklärten Zielsetzung der deutschen und europäischen Migrationspolitik. Diese bevorzugt insbesondere 'hochqualifizierte' Migrant_innen im Hinblick auf Aufenthalts- und Arbeitsrechte, die als besonders 'nutzbringend' gelten. Das Zuwanderungsgesetz sieht einen sofortigen dauerhaften Aufenthaltstitel für Professor_innen und Wissenschaftler_innen in führenden Positionen an Hochschuleinrichtungen vor. Eine EU-Blue Card erhalten in Deutschland solche 'hochqualifizierten' Nicht-EU Bürger_innen mit Hochschulabschluss, die einen Arbeitsvertrag mit einem bestimmten Gehaltsniveau nachweisen können. Sie bekommen einen beschleunigten Aufenthaltsstatus und haben vereinfachte Möglichkeiten des Familiennachzugs. Aber weniger Frauen als Männer, die als 'hochqualifiziert' klassifiziert sind, wandern nach Deutschland ein.[11] Das heißt nicht, dass hochqualifizierte Frauen – z.B. Wissenschaftlerinnen, Ärztinnen, Ingenieurinnen, Lehrerinnen – nicht ebenso migrieren. In Statistiken sind sie aber weniger sichtbar, weil sie seltener als Männer im Rahmen der Anwerbung 'Hochqualifizierter' einwandern, sondern häufig als (Ehe-)partnerinnen.[12] Besonders gefragte 'Hochqualifizierte' sind Mathematiker_innen, Naturwissenschaftler_innen, Ingenieur_innen, Fachkräfte der Informations- und Technologie und Ärzt_innen – das sind zum Großteil von Männern dominierte Berufe.[13] Die Zuwanderung in Berufe wie der professionellen Pflege, in denen Frauen häufiger vertreten sind und die schlechter bezahlt werden, gilt hingegen nicht als 'hochqualifiziert'. Im Jahr 2013 wurden in Deutschland Abkommen zur Migration von philippinischen[14] und vietnamesischen Krankenschwestern unterzeichnet, als eine Maßnahme bezüglich des enormen Bedarfs im professionellen Pflegesektor. Sie sind aber nicht Teil der EU-Blue Card für Hochqualifizierte und erhalten deshalb keinen beschleunigten Zugang zu einem Daueraufenthaltstitel, obwohl Krankenschwestern in den Philippinen einen Hochschulabschluss erwerben, und obwohl Pflegearbeit eine Reihe spezifischer Qualifikationen erfordert: etwa psychologische, interkulturelle und technische Fähigkeiten.[15]

Sichtweisen auf weibliche Migration

Gesellschaftliche Rollenbilder und Diskurse prägen die Sichtweisen auf weibliche Migration. So wird in manchen Herkunftsräumen die Frage zurückbleibender Kinder im Falle der weiblichen Migration diskutiert, während sie im Falle der Migration von Männern nicht thematisiert wird.[16] Die Migrationsforschung zeigt, dass Darstellungen weiblicher Migration lange Zeit aufgrund eines Blickwinkels, der von der Erfahrung männlicher Migranten als Norm ausgeht, verzerrt waren: Migrantinnen wurden in der Geschichte der Bundesrepublik beispielsweise häufig lediglich als abhängige und begleitende (Ehe-)partnerinnen der männlichen sogenannten 'Gastarbeiter' wahrgenommen, ungeachtet dessen, dass 1970 ein Drittel der ca. zwei Millionen registrierten 'Gastarbeiter_innen' Frauen und mehr als die Hälfte aller Ausländerinnen in der BRD erwerbstätig waren.[17]

Zudem werden in gesellschaftlichen Diskursen Migrantinnen oft pauschal als Opfer von Unterdrückung oder Zwang dargestellt, etwa ihrer als etwa ihrer als ‚traditionell‘ dargestellten ‚Kultur‘, ohne die Handlungsmacht von Migrantinnen sowie deren Bedingungen und Begrenzungen in den Blick zu nehmen.[18] Solche Pauschalisierungen können vereinfachende Gegenüberstellungen zwischen einem vermeintlich homogenen, fortschrittlichen Europa und einem fremden ‚Anderen‘ nähren, die der Realität von Migrationsgesellschaften nicht entsprechen. Pauschalisierende Zuschreibungen können ein diskursives Mittel sein, um Menschen auszugrenzen.[19] Allzuschnell verallgemeinernde Darstellungen sollten im Umgang mit dem Thema weiblicher – ebenso wie männlicher – Migration daher hinterfragt werden. Stattdessen sollten die jeweils spezifischen Phänomene und Erfahrungen von Migrantinnen in den Blick genommen werden.[20] Denn ein angemessenes Verständnis erfordert die Analyse von Geschlechterordnungen und spezifischen politischen Rahmenbedingungen wie der Migrations-, Arbeitsmarkts- und Wohlfahrtspolitik ebenso wie von Erfahrungen, die aufgrund des Geschlechts, des rechtlichen Status, von rassistischen und kulturalisierenden Zuschreibungen gemacht werden. Zudem ermöglicht die Beschäftigung mit den Perspektiven und vielseitigen Handlungsstrategien der Migrantinnen einen differenzierten Zugang zum Thema Migration.

Fußnoten

1.
Die folgenden wörtlichen Zitate stammen aus dem Film "Dringend Gesucht – Anerkennung nicht vorgesehen" (2014).
2.
Vgl. Lutz (2007), S. 30.
3.
Die Thematisierung von Geschlechterverhältnissen beinhaltet auch die Erfahrungen von Menschen, die nicht heteronormativ leben (lesbische, schwule, bisexuelle, trans* sowie inter* Menschen und andere). Auf diese wird hier nicht näher eingegangen. Vgl. Castro-Varela; Dhawan (2009). Siehe auch APuZ-Artikel: http://www.bpb.de/apuz/150624/heteronormativitaet-und-schule
4.
Geschlechtsspezifische Verfolgung ist mittlerweile als Fluchtgrund durch das Zuwanderungsgesetz sowie die EU-Qualifikationsrichtlinie anerkannt. Allerdings ist der Nachweis für die Betroffenen mit besonderen Schwierigkeiten verbunden. Markard (2007) Zur geschlechtsspezifischen Verfolgung gibt es auch einen bpb-Beitrag: http://www.bpb.de/internationales/weltweit/menschenrechte/38734/interview-fluchtursachen
5.
Vgl. Gutiérrez-Rodríguez (1999); Benz; Schwenken (2005); Morkokvasic (2009).
6.
Geschlechtsspezifische Erfahrungen in der Migration betreffen aber auch den Bereich von Flucht und Asyl, der hier nicht tiefer behandelt wird. So erfahren geflüchtete Frauen unter den Bedingungen vollständiger Abhängigkeit in Asylheimen zusätzliche Gewalt – strukturell wie auch physisch. Gegen diese doppelten Erfahrung der Diskriminierung kämpft und organisiert sich die Gruppe Women in Exile . Vgl. Gürsel (2015)
7.
Ein Großteil der in der Haushalts- und Pflegearbeit beschäftigten Migrant_innen in Deutschland sind Frauen, aber es gibt auch eine keineswegs zu vernachlässigende Anzahl männlicher Migranten, die in diesem 'feminisierten' Sektor arbeiten. Lutz (2007), S. 49.
8.
In Deutschland arbeiten nicht nur undokumentierte Migrantinnen in der Haus- und Pflegearbeit: Vor dem Hintergrund, dass das deutsche Pflegesystem Haushalten mit pflegedürftigen älteren Menschen kaum praktikable Lösungen anbietet, nehmen Pendelmigrantinnen aus den mittel- und osteuropäischen EU-Mitgliedstaaten eine Schlüsselrolle in der Pflege von älteren Menschen ein. Der Aufenthaltsstatus dieser Migrantinnen ist legal, ein Großteil der 24-Stunden-Beschäftigungsarrangements, in denen mittel- und osteuropäischen Migrantinnen angestellt sind, sind irregulär. Prekarität und entgrenzte Arbeit sind auch in diesen Arbeitsverhältnissen Realität. Die Situation von undokumentierten Migrantinnen ist jedoch im Besonderen von der Schwierigkeit des Zugangs zu Grund- und Arbeitsrechten geprägt.
9.
In Deutschland engagiert sich beispielsweise die Organisation Respect für die Rechte von migrierten Haushaltsarbeiterinnen und unterstützt Frauen ohne Aufenthaltsstatus.
10.
Für Deutschland gibt es keine aussagekräftigen Schätzungen über das Ausmaß irregulärer Haushaltsarbeiter_innen. Europaweit wird die Zahl irregulärer Migrant_innen in der Care-Arbeit auf etwa eine Million geschätzt. Schwenken; Heimeshoff (2011), S. 9.
11.
Im März 2015 lag der Frauenanteil bei den EU Blue Card-Inhaber_innen bei 23,5%; Auskunft des Bundesamts für Migration und Flüchtlinge (BAMF) an die Autorin.
12.
Migrierte Frauen mit Hochschulabschluss und hohen Qualifikationen finden sich aber auch vielfach in Berufen, für die sie überqualifiziert sind.
13.
Bei Blue Card-Inhaber_innen aus bestimmten Ländern wie Serbien und Iran liegt der Frauenanteil in diesen 'Mangelberufen' vergleichsweise hoch (40% bei den im Jahr 2014 eingereisten Blue Card-Inhaber_innen aus diesen Ländern und in diesen Berufen), die absoluten Zahlen sind allerdings gering; Auskunft des BAMF an die Autorin.
14.
Bisweilen ist die Emigration weiblicher Arbeitskräfte auch Teil nationaler Entwicklungsstrategien, etwa der Philippinen, die auf private Rücküberweisungen als alternative Einnahmequellen bauen.
15.
Vgl. Kofman (2013); Shinozaki (2014).
16.
Über Distanzen hinweg entstehen dabei neue, "transnationale" Formen der Kindererziehung und -versorgung: Hausaufgaben werden über Skype betreut, und was die Kinder beschäftigt, teilen diese per Telefon mit. In der Diskussion um feminisierte Migration wird von "transnationaler Mutterschaft" (z.B. Parreñas 2001) gesprochen.
17.
Gegenüber knapp einem Drittel deutscher Frauen. Mattes (2005), Gutiérrez-Rodríguez (1999).
18.
Vgl. Castro-Varela; Dhawan (2016)
19.
Vgl. Attia (2009)
20.
Für eine weitergehende Beschäftigung mit dem Thema sei das Kapitel 5 in Helen Schwenkens Einführung ‘Globale Migration‘ (2018) empfohlen.
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Dieser Text ist unter der Creative Commons Lizenz "CC BY-NC-ND 3.0 DE - Namensnennung - Nicht-kommerziell - Keine Bearbeitung 3.0 Deutschland" veröffentlicht. Autor/-in: Samia Dinkelaker für bpb.de

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