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Menschen auf der sog. Windrose, Mosaik im Eingangsbereich des Padrão dos Descobrimentos (Denkmal der Entdeckungen) im Stadtteil Belém in Lissabon.

30.11.2017 | Von:
Maureen Maisha Auma

Rassismus

Rassismus lässt sich als ein Diskriminierungsmuster und Ausdruck gesellschaftlicher Machtverhältnisse beschreiben. In modernen Gesellschaften sind es vor allem kulturelle Merkmale, über die Menschen abgewertet und ausgeschlossen werden. Das hat Auswirkungen auf die Wahrnehmung von Chancen und die Möglichkeiten der gesellschaftlichen Integration der Betroffenen. Ein Überblick darüber, was Rassismus ist und welche Funktionen er erfüllt.

Demonstration des Aktionsbündnisses gegen Rassismus in Kandel/Rheinland Pfalz am 28.01.2018.Demonstration gegen Rassismus: Rassismus ist ein Diskriminierungsmuster und Ausdruck gesellschaftlicher Machtverhältnisse. (© dpa)

Rassismus ist ein eingeschliffenes Wahrnehmungssystem

Rassismus lenkt unsere Wahrnehmung, unsere Interpretation und unsere Verarbeitung sozialer Informationen.[1] Er ist damit nicht nur Ausdruck individueller Einstellungen und Handlungen oder eine Ideologie vermeintlich überzeitlicher Strukturen.[2] Rassismus als System besteht aus alltäglichen Wahrnehmungshilfen, aus Wahrnehmungsfiltern, die unsere Einschätzung sozialer Gehalte und Situationen lenken und somit strukturieren. Video-Icon Rassismus basiert auf sozialem Wissen zu Angehörigen gesellschaftlicher Gruppen. Diesen Gruppen wird ein Set von Eigenschaften (Differenzen) zugeschrieben. Die positiven oder negativen Eigenschaften (sie trinken viel, sie können gut tanzen, sie sind sparsam), werden zum Wesen der Gruppenangehörigen erklärt. Die dominante Gruppe sichert sich ein Set von Eigenschaften, welches ihre Dominanzposition unterstreicht. Problematische Eigenschaften (Differenzen) werden hingegen auf die dominierten Gruppen abgewälzt. Die Eigenschaften der dominanten Gruppe werden als flexibel konzipiert. Sollte daher eine Angehörige der dominanten Gruppe auf eine Weise handeln, welche dem positiven Selbstbild der Gruppe widerspricht, dann rächt sich diese Handlungsweise nicht gleich für die gesamte Gruppe. Dominierte Positionen hingegen sind einer starren Zuschreibung ausgesetzt.

Zeigen Angehörige von dominierten Gruppen negative Eigenschaften, werden diese als Bestätigung für die Unterlegenheit, des Wesens ihrer Gruppe in ihrer Gesamtheit interpretiert und dargestellt. Durchgesetzt wird diese ungleiche Bewertungspraxis über Wissensstrukturen (Differenzwissen). Die dominierten Gruppen geraten durch diese beständige negative Darstellung in eine exponierte Position. Sie müssen sich daher bspw. von Handlungen einzelner Angehöriger abgrenzen oder gar entschuldigen ("nicht alle ... sind Terroristen", "nicht alle ... sind kriminell", "nicht alle ... sind fundamentalistisch"). Berichterstattung, die die Gruppenzugehörigkeit von Tätern hervorhebt, wenn diese zu dominierten Gruppen gehören oder im Gegenzug die Gruppenzugehörigkeit von Opfern betont, wenn diese zur dominanten Gruppe gehören, verschärft diese Schieflage in der Wahrnehmung rassifizierter, also rassistisch markierter Gruppen. Es erscheint dann so, als seien Angehörige der dominierten Gruppen häufiger kriminell. Diese hervorgehobene, negative Position gleicht einer Brandmarkung, weshalb es hier Sinn macht von durch Rassismus markierten Gruppen oder von rassistisch markierten Personen und Gruppen zu sprechen.

Rassismus schützt das Selbstbild und die gesellschaftliche Stellung der dominanten Gruppe

Video-Icon Rassismus erfüllt eine zentrale Funktion. Durch Differenzierung (Eigenschaftspakete) und Markierung (Festlegung auf negative Hervorhebungen) trägt Rassismus zur Legitimation einer systematischen Besserbehandlung (soziale Hierarchien) bei: Uns erscheinen dadurch Handlungen von rassistisch unmarkierten Akteur_innen (Angehörigen der dominanten Gruppe) als eher neutral, harmlos oder fortschrittlich. Die Handlungsweisen rassistisch markierter Akteur_innen hingehen, erscheinen uns eher suspekt, zwielichtig, ungerechtfertigt. Ein Beispiel: In einer Testsituation (Bike Theft Test) sollen nacheinander ein weißer männlicher Akteur, ein schwarzer männlicher Akteur und eine weiße Akteurin ein Fahrradschloss in einem öffentlichen Park mit den gleichen Werkzeugen aufbrechen. Die Reaktionen der Parkbesucher_innen fallen bei der weißen Frau eher wohlwollend aus. Den weißen Mann lässt man vorwiegend gewähren, dem schwarzen Mann gegenüber reagieren Besucher_innen hingegen gereizt, eingreifend und repressiv.

Eine ähnliche, durch rassistische Wahrnehmungen eingeschliffene, systematische Besserbewertung wird in einem zweiten Beispiel, dem Projective Doll Interviews deutlich, in dem Kinder Puppen oder Figuren unterschiedlicher Hautfarbe Eigenschaften zuordnen sollen. Die rassistisch un/markierten Puppen oder Figuren bilden hier die festgelegten und gesellschaftlich erkennbaren Gruppen. Ihre Eigenschaften (Differenzen) werden in Interviews mit Kindern erschlossen. Die negativen Zuschreibungen, die mit rassistischer Markierung verknüpft werden, sind im Gehalt der Interviewgespräche erkennbar (böse, dumm, hässlich). Die automatische positive Wahrnehmung weißer Subjekte (gütig, hilfsbereit, schön), ist offenbar als gesellschaftliches Wissen im Kindesalter bereits eingeprägt. Rassismus zahlt sich also aus als positives Selbstbild (Doll Test) und als positive Deutung der Handlungen weißer Akteur_innen (Bike Theft Test). Weißsein bildet somit eine unsichtbar herrschende Normalität.[3] Rassistisch markierte Andere müssen sich hingegen daran gewöhnen, dass ihre Handlungen systematisch rassistisch bewertet werden.[4] Rassismus ist infolgedessen ein Diskriminierungsmuster.[5]

Moderner Rassismus: Die Gleichzeitigkeit von Rassismus und egalitären Menschenrechten

Eine Mitarbeiterin eines Reinigungs-Service mit Kopftuch, Handschuhen und Arbeitskleidung säubert einen Abfallcontainer im  Flughafen Frankfurt am 11.08.2016,Eine Mitarbeiterin eines Reinigungs-Service mit Kopftuch säubert einen Abfallcontainer im Flughafen Frankfurt am 11.08.2016, (© picture-alliance)
Rassismus hat eine sehr lange, weitreichende Geschichte.[6] Rassistisch begründete Ausschlüsse und hierarchische Bilder finden sich in Gesellschaftsformen weit vor dem Zeitalter der Aufklärung. Die Form von Rassismus, mit der unsere heutigen Gesellschaften (die Moderne oder die Spätmoderne) zu kämpfen haben, hat allerdings ihre Wurzeln in der Zeit der Aufklärung (Ende des 18. Jh).[7] Rassistisch und auch sexistisch begründete Ungleichheiten und Ausbeutungsbestrebungen sind keine Nebenprodukte sondern eigentlich Säulen unserer modernen Gesellschaftsform.[8] Sie können als die Kehrseite oder als die manifest gewordenen Widersprüche der Gleichheitsideologie der Aufklärung verstanden werden: Die Aufklärung etablierte eine Wissenschaftsmaschine – auf der Grundlage von diagnostizierten Ungleichheiten in moralischer Erziehbarkeit und der fehlenden Begabung zur Vernunft. Sowohl die Rassentheorien als auch die Weiblichkeitstheorien begründeten eine natürliche, besondere Begabung (Differenz) weißer, bürgerlicher Männer zur Führung und zur Erziehung unterlegener Gruppen und ganzer Gesellschaften. Philosophien der Aufklärung lieferten damit eine wissenschaftliche Begründung für die Natürlichkeit und Unhinterfragbarkeit eines weißen Zivilisierungsauftrags.

Kultur als Platzhalter für "Rasse":

[9]

Von biologistischen zu kulturalistischen Differenzmarkierungen

Die seit der Zeit der Aufklärung bis ins 20. Jahrhundert vorherrschende Idee, Menschen ließen sich nach biologischen Kriterien in klar voneinander abgegrenzte Rassen unterteilen, wurde wissenschaftlich konsequent zurückgewiesen.[10] Damit hat sich aber das Aussagesystem des Rassismus keineswegs erübrigt. Der Gegenstand rassistischer Markierung hat sich lediglich verschoben von biologisch begründeten Differenzen zu kulturalistisch begründeten Differenzen (Kulturdifferenz).[11] Kulturelle Differenzen unterliegen ebenfalls einem Ranking, in dem das der dominanten Kultur zugeschriebene Eigenschaftsset ganz oben und die den rassistisch markierten Kulturen zugeschriebenen Eigenschaftssets in untergeordneter Position eingeordnet werden. Die 'Kultur' von Menschen gilt nunmehr als Wesensmerkmal, als Sozialcharakter. Aspekte kultureller Identität (Sprache, Kleidung, Auftreten) geraten in den Fokus der Differenzmarkierung und werden stilisiert zum neuen Unterscheidungskriterium. Diese Aspekte gelten jetzt als Zeichnen der Unzulänglichkeit. Kulturdifferenz wird zur neuen rassifizierten Konfliktlinie und zum Ort der Herstellung sozialer Grenzziehungen und sozialer Hierarchien.

Kulturrassismus basiert zudem auf Vorstellungen einer Unvereinbarkeit von als kulturell unterschiedlich konstruierten gesellschaftlichen Gruppen. Es geht also nicht darum, eine gleichberechtigte Pluralität kultureller Lebenskonzeptionen, eine gleichberechtigte Koexistenz zu fördern. Es geht vielmehr darum, 'Kultur' als Differenzmarkierung zu etablieren und als hergestellte Grenze oder soziale Hierarchie wirksam werden zu lassen. Kulturelle Praxisformen (religiöse Praktiken, Formen der Erziehung, Geschlechterarrangements) werden als unvereinbare Gegensätze konzipiert. Das hat den Nutzen, dass eine kulturelle Hegemonie entsteht, mit der dominanten Kultur an ihrer Spitze. Dieses Arrangement schützt wiederum das positive Selbstbild der Angehörigen der Dominanzkultur, deren Handlungsweisen wohlwollender ausgelegt und bei Fehltritten nicht folgenreich auf die Gesamtheit ihrer Gruppe als Negativeigenschaft projiziert werden. Rassistisch markierte Akteur_innen werden dagegen als nicht-integrationsfähige Belastung für die Dominanzgesellschaft dargestellt. Konkrete Beispiele dieser kulturalisierenden Dominanzperspektive sind die Leitkulturdebatte des Jahres 2000 und die Thesen des ehemaligen SPD Politikers Thilo Sarrazin (2010).[12]

Die systematische Schlechterbewertung von rassistisch markierten sozialen Gruppen und Akteur_innen birgt folgenreiche Einschränkungen für ihren Alltag, da sich diese Diskriminierungsmuster auf ihre Chancenstruktur auswirken. Zu gängigen kulturalisierenden Praxisformen des Alltags gehören zum Beispiel rassistische Türpolitiken oder der ambivalente Umgang mit weiblichen Beschäftigten, die eine Kopfbedeckung tragen[13]: Zahlreiche Clubs und Diskos verweigern rassistisch markierten Männern den Zutritt. Der Ausschluss basiert auf der Zuschreibung eines negativen Eigenschaftssets (kriminell, hypersexuell, gewalttätig). Diese Differenzmarkierung ist für die Wahrnehmung Schwarzer Männer und Männer of Color und ihre Freizeitgestaltung in öffentlichen Räumen folgenreich. Kulturalisierende Argumentationsmuster sind ebenfalls Grundlage für die Wahrnehmung von weiblichen Beschäftigten, die als Kopfbedeckung ein Kopftuch tragen. Ihre Arbeitsmarktsituation ist von einer Doppelmoral geprägt. Es stellt offenbar keine Störung dar, wenn beim Reinigungspersonal Akteurinnen eine Kopfbedeckung tragen. Es wird hingegen als höchst problematisch eingeschätzt, wenn Beschäftigte (der gleichen Institution) in einflussreichen Positionen arbeiten und eine Kopfbedeckung tragen. Das gilt als gesellschaftliches Problem, als eine nicht hinnehmbare kulturelle Differenz.[14] Diese Wahrnehmung basiert auf einer Zuschreibung eines negativen Eigenschaftssets (passiv, fundamentalistisch, unterdrückt). Die systematische Verweigerung eines Zugangs zu einem einflussreichen Segment des Arbeitsmarktes wirkt sich negativ auf die Chancenstruktur rassistisch markierter Akteurinnen aus. Namen, die als Hinweis auf einen Migrationshintergrund gelesen werden, werden kulturalistisch wahrgenommen und markiert. Das führt zu Benachteiligungen in Bewerbungs- und Auswahlverfahren sowie auf den Wohnungsmarkt. Kulturalisierende Markierungen schränken also faktisch Arbeits- und Ausbildungsmöglichkeiten und auch Wohnmöglichkeiten ein. Diese Beispiele sind Konkretisierungen einer systematischen Kulturalisierung rassistisch markierter Akteur_innen und der damit zusammenhängenden Ungleichbehandlung.

Zusammenfassung

Rassismus kann als eine Infrastruktur, als ein vielschichtiges System verstanden werden. Er gewinnt seine Stabilität aus einem komplexen Ineinandergreifen intersubjektiver Wahrnehmungen und Handlungen (soziale Praxis), instituierter Ungleichheiten (soziale Strukturen) und der Produktion von Bildern hierarchisierter Differenz (symbolische Ordnung). Rassismus ist nicht umkehrbar. Soziale Experimente (z.B. "Dunkles, rätselhaftes Österreich"[15]), die die dominante Herstellung von Differenz umdrehen, sind aufschlussreich, um die Mechanismen von rassistischer Markierung nachzuvollziehen. Sie setzen sich aber nicht als rassistisches Wissen durch, da ihnen instituierte Strukturen fehlen. Rassismus ist kein individuelles Vorurteil, sondern ein gesellschaftliches Verhältnis, ein Ausdruck gesellschaftlicher Machtbeziehungen. Rassismus äußert sich nicht unabhängig von gesellschaftlichen Machtstrukturen, er ist auf einen Verstärkungsraum angewiesen, nämlich auf die Einheit von Wissen und Institution.[16] Rassismus ist zudem schwer greifbar, weil er in gleichstellungsorientierten Gesellschaften illegitim ist. Er wird daher oft in öffentlichen Debatten mit Ausweichbegriffen (Xenophobie, Ethnozentrismus) ersetzt. Solche Begriffe erschweren eine Thematisierung von Machtdimensionen und Dominanzen. Mit dem Begriffsfeld Rassismus lassen sich schließlich spezifische Rassismen gegen Schwarze Menschen, gegen jüdische Menschen, gegen Sinti und Roma und gegen muslimische Menschen erfassen. Diese Rassismen basieren auf verwandten Prozessen der Erfindung und Herstellung von Differenz, der Markierung, der Hierarchisierung und der sozialen Grenzziehung.

Fußnoten

1.
Ich nehme hier zwei soziale Situationen (sozialpsychologische Testsituationen) als Ausgangspunkt, um zu verdeutlichen, wie rassistisches Wissen menschliche Interaktionen im Alltag prägt. Erstens die ‚Bike Theft Situation’ und zweites das Projective Doll Interview.
2.
In der Wissenschaft gibt es unterschiedliche Erklärmuster für Rassismus, die mal das Individuum, mal Machtstrukturen in den Mittelpunkt stellen. Ein dritter Ansatz, dem der vorliegende Beitrag folgt, verbindet beide Perspektiven und untersucht den Zusammenhang zwischen gesellschaftlich wirksamen Herrschaftsstrukturen und individuellen Alltagsrassismen.
3.
Wachendorfer, 2001.
4.
Vgl. Morrison, 1993.
5.
Arndt, 2011.
6.
Ebd.
7.
Profilierte Aufklärungsphilosophen wie Kant und Hegel gelten als Gründungsväter der Moderne und gleichzeitig als Gründungsväter des modernen Rassismus. Vgl. ihre Ausführungen zur Inferiorität und mangelnde Begabung zur Vernunft mit Bezug auf Schwarze Menschen und Gesellschaften. Farr; 2009 Mills, 1999.
8.
Mills, 1999.
9.
Kalpaka, 2005.
10.
Balibar 1990, 28; sowie Kalpaka, 2005.
11.
Kulturell bezeichnet hier die kulturellen Praktiken von Gesellschaften, ihre Art, den Alltag zu organisieren, gemeinsame Bedeutungen zu schaffen und zu erhalten, diese Bedeutungen als Handlungsgrundlage zu kommunizieren. Kulturalistisch bezeichnet eine automatisierte, eingeengte Wahrnehmung eine stereotype Auslegung und Deutung vorgefasster Differenzen in Alltagspraktiken (Kleidungstile, religiöse Praktiken etc).
12.
Kalpaka, 2005 sowie Rommelspacher, 2011.
13.
Barskanmaz, 2009.
14.
Ebd.
15.
Der im Stil ethnographischer Dokumentationen produzierte Film (Mocumentary, eine überzeichnete Persiflage) gibt vor, mitteleuropäische kulturelle Praktiken aus afrikanischer Analyseperspektive zu porträtieren.
16.
Terkessidis, 1998.
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