Koffer

28.1.2014

Glossar

(Bevölkerungs-) Alterung: Verschiebung der unterschiedlichen Altersgruppen der Bevölkerung hin zu den älteren Jahrgängen. Dies geht auch mit einer Erhöhung des Durchschnittsalters einer Bevölkerung einher.

Bestandserhaltungsniveau: Zahl an Geburten, die erforderlich ist, die Generation der Eltern vollständig zu ersetzen. Für jede Mutter ist hierfür im Durchschnitt die Geburt einer Tochter erforderlich. Da nicht alle Neugeborenen das Erwachsenenalter erreichen beträgt das Bestandserhaltungsniveau, in Abhängigkeit von der Sterblichkeit, mehr als eine Tochter. Bezogen auf die zusammengefasste Geburtenziffer liegt das Bestandserhaltungsniveau in modernen Industrieländern im Durchschnitt bei rund 2,1 Geburten (Jungen und Mädchen zusammengefasst).

Bevölkerungsprozesse: Bevölkerungen verändern sich durch Geburten und Sterbefälle sowie Zu- und Abwanderung. Diese Ereignisse stehen miteinander in einer Wechselbeziehung und weisen kurz- wie langfristige Trends auf, die auf Veränderungen von Rahmenbedingungen reagieren.

Bevölkerungssaldo: Summe aus natürlichem und Wanderungssaldo. Entspricht der Bevölkerungsgrundgleichung: Bevölkerung im Folgejahr = Bevölkerung im Ausgangsjahr plus Geburten, minus Sterbefälle, plus Zuwanderung, minus Abwanderung.

Demografische Trägheit: Die Folgen sich ändernder demografischer Prozesse, z.B. der Rückgang der Fertilität, äußern sich erst mit einer zeitlichen Verzögerung. So hat der Rückgang der Fertilität erst mit einer Verzögerung von 20 Jahren Einfluss auf das Erwerbspersonenpotential, wenn die kleineren Geburtsjahrgänge in die entsprechende Altersgruppe hineinwachsen.

Demografischer Übergang: Modellannahme einer typischen historischen Abfolge des Übergangs von hohen Geburten- und Sterbeziffern zu niedrigen Geburten- und Sterbeziffern. Während des Übergangs steigt das Bevölkerungswachstum zunächst an und geht anschließend auf einen niedrigen Wert zurück. Das vereinfachende Modell geht auf Beobachtungen zurück, die in der Vergangenheit in den heutigen Industrieländern gemacht wurden.

Demografischer Wandel: Sammelbezeichnung demografischer Folgen, die auf Veränderungen der Geburten- und Sterbeverhältnisse zurückzuführen sind. In den Industrieländern werden darunter die Alterung einer Bevölkerung und gegebenenfalls auch ein Bevölkerungsrückgang verstanden, die aus niedriger Fertilität und hoher Lebenserwartung resultieren.

Fertilität: Geburtenverhältnisse einer Bevölkerung. Die Höhe der Fertilität kann z.B. in Geburten je 1.000 Einwohner (Geburtenziffer) oder der Anzahl der Kinder je Frau (zusammengefasste Geburtenziffer) ausgedrückt werden.

Geburtenziffer: Geburten je 1.000 Einwohner. Aus der Summe mit der Sterbeziffer ergibt sich der natürliche Saldo je 1.000 Einwohner.

Kohorte: Bevölkerung, die im gleichen Geburtsjahr oder in den gleichen Geburtsjahren geboren wurde.

Lebenserwartung (bei der Geburt): Hypothetische Maßzahl, die angibt, wie lange ein Mensch bei der Geburt noch leben wird, wenn für ihn in Zukunft in jedem Alter die Wahrscheinlichkeit zu sterben gilt, die heute Menschen im gleichen Alter aufweisen.

Migrationshintergrund: Alle nach 1949 auf das heutige Gebiet der Bundesrepublik Deutschland Zugewanderten sowie alle in Deutschland geborenen Ausländer und alle in Deutschland als Deutsche Geborenen mit zumindest einem zugewanderten oder als Ausländer in Deutschland geborenen Elternteil (Definition des Statistischen Bundesamtes für Auswertungen des Mikrozensus).

Natürlicher Bevölkerungssaldo: Differenz aus Geburten und Sterbefällen.

Selektive Wanderung: Höhere Wahrscheinlichkeit der Wanderung bestimmter Bevölkerungsgruppen. Junge und gebildete Menschen wandern in der Regel häufiger.

Sterbeziffer: Sterbefälle je 1.000 Einwohner. Aus der Summe mit der Geburtenziffer ergibt sich der natürliche Saldo je 1.000 Einwohner.

Wanderungssaldo: Differenz aus Zu- und Abwanderung.

Zusammengefasste Geburtenziffer (TFR): Hypothetische Maßzahl, die angibt, wie viele Kinder eine Frau während ihrer reproduktiven Phase haben wird, wenn für sie in Zukunft in jedem Alter die Wahrscheinlichkeit ein Kind zu bekommen gilt, die heute Frauen im gleichen Alter aufweisen.

Dieser Text ist Teil des Kurzdossiers "Demografischer Wandel und Migration in Europa".

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