Eine Frau geht an einer Weltkarte, die aus Kinderporträts besteht, am Freitag (18.06.2010) im JuniorMuseum in Köln vorbei.

Schweiz

Die Schweiz ist ein Einwanderungsland. Diese Tatsache wurde trotz früh einsetzender grenzüberschreitender Arbeitsmigration lange Zeit nicht anerkannt. Bereits Ende des 19. und Anfang des 20. Jahrhunderts gewann die Zuwanderung im Zusammenhang mit der Industrialisierung an Gewicht. Diese Zeit war von einer liberalen Migrationspolitik geprägt. Mit dem Ausbruch des Ersten Weltkriegs veränderte sich jedoch das politische Klima und es wurden Maßnahmen zur Kontrolle der Einwanderung eingeführt. Mit dem starken wirtschaftlichen Aufschwung nach dem Zweiten Weltkrieg begann die gezielte Rekrutierung von Arbeitskräften, welche in besonderem Maße die zweite Hälfte des 20. Jahrhunderts prägte.

Schweiz

Noemi Carrel

Hintergrundinformationen

Die Schweiz ist ein Einwanderungsland. Diese Tatsache wurde trotz früh einsetzender grenzüberschreitender Arbeitsmigration lange Zeit nicht anerkannt. Bereits Ende des 19. und Anfang des 20. Jahrhunderts gewann die Zuwanderung im Zusammenhang mit der Industrialisierung an Gewicht. Diese Zeit war von einer liberalen Migrationspolitik geprägt. Mit dem Ausbruch des Ersten Weltkriegs veränderte sich jedoch das politische Klima und es wurden Maßnahmen zur Kontrolle der Einwanderung eingeführt. Mit dem starken wirtschaftlichen Aufschwung nach dem Zweiten Weltkrieg begann die gezielte Rekrutierung von Arbeitskräften, welche in besonderem Maße die zweite Hälfte des 20. Jahrhunderts prägte.

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Noemi Carrel

Migrationspolitik

Mit der Gründung des Schweizer Bundesstaats 1848 begann eine Phase liberaler Migrationspolitik. Die Schweizer/-innen erhielten das Recht, sich überall im Land niederzulassen. Zur Regelung der grenzüberschreitenden Migration schloss die Schweiz bis 1914 mit 21 Staaten Niederlassungsverträge ab. Jedem/jeder Angehörigen der Vertragsstaaten wurde auf der Basis der Gegenseitigkeit Freizügigkeit zugestanden. Obwohl diese Verträge zu Beginn insbesondere der rechtlichen Absicherung des Status der Schweizer Auswanderinnen und Auswanderer dienen sollten, schufen sie schließlich den gesetzlichen Rahmen für die einsetzende Zuwanderung im 20. Jahrhundert.

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Asylgesuche und Personen im Asylprozess, 1995-2012.

Noemi Carrel

Flucht und Asyl

In Zusammenhang mit den Themen Flucht und Asyl wird häufig auf die humanitäre Tradition der Schweiz verwiesen, die sich insbesondere in der Aufnahme der Hugenotten im 17. Jahrhundert und politischer Flüchtlinge aus ganz Europa im 18. Jahrhundert und 19. Jahrhundert manifestierte. Tendenzen der Schließung sind der Schweizer Asylpolitik allerdings ebenfalls zu eigen. Das wird deutlich in Anbetracht der Schließung der Grenzen im Jahr 1942 gegenüber jüdischen Flüchtlingen wie auch hinsichtlich des restriktiven Charakters der jüngeren Asylpolitik.

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Noemi Carrel

Irreguläre Migration

Erst gegen Ende des 20. Jahrhunderts und insbesondere seit der Jahrhundertwende rückte die Anwesenheit von Personen ohne Aufenthaltsberechtigung, den Sans-Papiers, verstärkt in den Fokus der Aufmerksamkeit und gewann in der schweizerischen Migrationspolitik an Bedeutung. Insbesondere Möglichkeiten zur Bekämpfung illegaler Migration standen seither im Vordergrund migrationspolitischer Bestrebungen.

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Noemi Carrel

Staatsbürgerschaft

Die Staatsbürgerschaft wird in der Schweiz an erster Stelle vererbt. Entsprechend erhalten Personen, deren Eltern über das Bürgerrecht verfügen, die Schweizer Staatsangehörigkeit (jus sanguinis). Obwohl es in der Schweiz bereits Bestrebungen zur Einführung des jus soli gab, beispielsweise zu Beginn des 20. Jahrhunderts, kam es bis heute nicht zu einer entsprechenden Gesetzesreform.

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Ständige und nichtständige Wohnbevölkerung nach detaillierter Staatsangehörigkeit, 2010.

Noemi Carrel

Die Zuwandererbevölkerung

Im europäischen Vergleich weist die Schweizer Bevölkerung einen hohen Ausländeranteil auf. 2009 betrug er 22,9%. Dabei verfügt ein Großteil der ausländischen Bevölkerung über eine unbefristete Aufenthaltserlaubnis

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Noemi Carrel

Integration

Die Teilnahme- und Teilhabemöglichkeiten der ausländischen Bevölkerung an verschiedenen Gesellschaftsbereichen unterscheiden sich teilweise von denjenigen der Schweizer Staatsangehörigen. Verschiedene Rechte, wie beispielsweise das Stimm- und Wahlrecht auf nationaler Ebene, werden ausschließlich Schweizer Staatsangehörigen zugestanden.

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Noemi Carrel

Aktuelle Entwicklungen und künftige Herausforderungen

Das direktdemokratische System der Schweiz ermöglicht den Schweizer Bürgerinnen und Bürgern einzigartige politische Partizipationsmöglichkeiten. Wie die Geschichte zeigt, sind diese auch für die Entwicklung der schweizerischen Migrationspolitik von besonderer Bedeutung. Zwei Volksabstimmungen haben dabei in jüngster Zeit großes Aufsehen erregt.

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Länderprofil 22

Literatur, Internetquellen und weiterführende Internetseiten

Hier finden Sie Literatur, Internetquellen und weiterführende Internetseiten zum Länderprofil 22: "Schweiz" von Noemi Carrel.

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Kurzdossiers

Zuwanderung, Flucht und Asyl: Aktuelle Themen

Ein Kurzdossier legt komplexe Zusammenhänge aus den Bereichen Zuwanderung, Flucht und Asyl sowie Integration auf einfache und klare Art und Weise dar. Es bietet einen fundierten Einstieg in eine bestimmte Thematik, in dem es den Hintergrund näher beleuchtet und verschiedene Standpunkte wissenschaftlich und kritisch abwägt. Darüber hinaus enthält es Hinweise auf weiterführende Literatur und Internet-Verweise. Dies eröffnet die Möglichkeit, sich eingehender mit der Thematik zu befassen. Unsere Kurzdossiers erscheinen bis zu 6-mal jährlich.

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