Eine Frau geht an einer Weltkarte, die aus Kinderporträts besteht, am Freitag (18.06.2010) im JuniorMuseum in Köln vorbei.

Japan

Lediglich zwei Millionen Ausländer leben in Japan. (Diese Zahl umfasst alle in Japan als wohnhaft gemeldeten Ausländer). Die Registrierungspflicht besteht ab dem 90. Tag des Aufenthalts im Land für alle Statusgruppen mit der Ausnahme von Angehörigen des US-Militärs sowie Haltern von Diplomaten- bzw. Dienstpässen (Behaghel und Vogt 2006: 116). Das entspricht einem Anteil der Zuwandererbevölkerung an der Gesamtbevölkerung von 1,63% – eine verschwindend geringe Zahl für eine wirtschaftlich erfolgreiche und politisch stabile Nation und erstaunlich im Angesicht deren langer Geschichte internationaler Zu- und Abwanderung. Wollte man die Geschichte der japanischen Migration als eine von Extremen verstehen, in der sich Phasen des schier unbändigen Kontakts mit der internationalen Gemeinschaft mit solchen einer nahezu hermetischen Abgeschlossenheit abwechselten, müsste man die gegenwärtige Phase als ein halbherziges Öffnen verstehen. Dies zeigt sich in Japans internationalen Beziehungen ebenso wie in seiner Zuwanderungspolitik. Auffällig dabei ist, dass Japans Regierung die gegenwärtige zaghafte Öffnung der Grenzen des nationalen Arbeitsmarkts unter den Deckmantel anderer Felder der internationalen Politik – Repatriierung Japanischstämmiger, Entwicklungszusammenarbeit, Freihandelsabkommen – stellt. Internationale Arbeitsmigration und deren wirtschaftliche Notwendigkeit wird jedoch nicht thematisiert. So entsteht in Japans Zuwanderungspolitik eine höchst bemerkenswerte Diskrepanz zwischen politischem Anspruch und realem Ergebnis.

   
Japan

Gabriele Vogt

Historische Entwicklung der Migration

Zuwanderung aus den Gebieten des heutigen Korea und China nach Japan ist bereits für die Vor- und Frühgeschichte Japans archäologisch nachzuweisen. Eine erste, in japanischen Quellen schriftlich dokumentierte Zuwanderungswelle geht auf das 6. Jahrhundert zurück; in deren Folge wurden unter anderem der Buddhismus und das chinesische Epochensystem nach Japan importiert. Weiter...

Prozentualer Anteil der Zuwanderer an der Gesamtbevölkerung Japans

Gabriele Vogt

Aktuelle Entwicklung der Migration

Im Jahr 1990 waren 1.075.317 Zuwanderer in Japan wohnhaft gemeldet (0,87%), 1995 waren es 1.362.371 (1,08%) und im Jahr 2000 schließlich 1.686.444 (1,33%). Die Zuwandererbevölkerung Japans erreichte ihren vorläufigen numerischen Höhepunkt im Jahr 2008 mit 2.217.426 Personen (1,74%). Innerhalb von 18 Jahren verdoppelte sich der Umfang der Zuwandererbevölkerung. Einen rasanten Anstieg erfuhren dabei die Zuwanderergemeinden aus China und Brasilien. Weiter...

Gabriele Vogt

Migrationspolitik

Die oben skizzierten Kanäle für Arbeitsmigration nach Japan – die Programme für Japanischstämmige, für internationale Praktikanten und für Pflegekräfte – sind allesamt staatlich initiierte Kanäle, die jedoch den Basisprinzipien der Zuwanderungspolitik Japans entgegenstehen. Weiter...

Zuwandererbevölkerung nach Nationalitäten

Gabriele Vogt

Die Zuwandererbevölkerung

In unmittelbarer Folge der Revision des Zuwanderungsgesetzes von 1990 erfuhren insbesondere die chinesische und die brasilianische ebenso wie die peruanische Population in Japan ein rasantes Wachstum. Die chinesische (2007: 606.889 Personen) überholte 2007 die koreanische (2007: 593.489 Personen) als numerisch größte Zuwandererbevölkerung. Die drittgrößte Gruppe stellen die Brasilianer vor Zuwanderern aus den Philippinen und aus Peru. Weiter...

Gabriele Vogt

Staatsbürgerschaft

Ein offener Zugang zur Staatsbürgerschaft gilt als beste Möglichkeit, die Rechte von Zuwanderern zu schützen. Das gilt umso mehr in einem Land wie Japan, das einen Rechtstreit über die Frage kennt, ob die in der Verfassung benannten Menschenrechte auch für Zuwanderer zutreffen oder nur für japanische Staatsbürger. Auch kennt die Verfassung keinen Artikel, der ausdrücklich Rechte und Pflichten der Zuwandererbevölkerung thematisiert. Weiter...

Gabriele Vogt

Integration

Der Begriff der Integration fand als politisches Ziel im Rahmen von Migrationspolitik erstmals 2006 in einem Dokument der japanischen Regierung Erwähnung. Dieses Dokument stellte einen Rahmenplan für die einzelnen Präfekturen und Kommunen dar, welche die Integration von Zuwanderern durch das Konzept des tabunkakyōsei umsetzen sollten. Weiter...

Gabriele Vogt

Flucht und Asyl

Ähnlich wie im Themenfeld der Integration ist Japan auch im Themenfeld Flucht und Asyl eine "verspätete Nation". Erst 1981 und damit dreißig Jahre nach ihrem Inkrafttreten ratifizierte Japan die Menschenrechtskonvention der Vereinten Nationen. Weiter...

Gabriele Vogt

Irreguläre Migration

Irreguläre Migration kennt einen klaren Hauptweg nach Japan: die ausbleibende Ausreise nach Ablauf des Aufenthaltstitels. Im Jahr 2011 zählte das Justizministerium 78.488 irreguläre Zuwanderer in Japan. Weiter...

Gabriele Vogt

Aktuelle Entwicklungen und künftige Herausforderungen

Offiziell öffnet Japans Zuwanderungspolitik die Grenzen des Landes ausschließlich für temporäre Zuwanderung und die Gruppe der Hochqualifizierten. De facto jedoch erfüllen zwei Drittel der Zuwandererbevölkerung eines oder beide dieser Kriterien nicht. Weiter...

Länderprofil 24: Japan

Literatur/Internet

Hier finden Sie Literatur zum Länderprofil 24 "Japan" von Prof. Dr. Gabriele Vogt. Weiter...

 
zum Fragebogen >

Ihre Meinung ist uns wichtig


Vielen Dank für Ihren Besuch von bpb.de!

Wir wollen unseren Internetauftritt verbessern - und zwar mit Ihrer Hilfe. Dazu laden wir Sie herzlich zu einer kurzen Befragung ein. Sie dauert etwa 10-12 Minuten. Die Befragung führt das unabhängige Marktforschungsinstitut SKOPOS für uns durch.

Bitte unterstützen Sie uns mit Ihrer Teilnahme. Ihre Meinung ist uns sehr wichtig!

Ihre Bundeszentrale für politische Bildung

Information zum Datenschutz und zur Datensicherheit


Als unabhängiges Marktforschungsinstitut führt SKOPOS Institut für Markt- und Kommunikationsforschung GmbH & Co. KG im Auftrag der Bundeszentrale für politische Bildung diese Befragung durch.

Zur Durchführung der Befragung erhebt SKOPOS Ihre IP-Adresse. Diese wird umgehend anonymisiert und getrennt von den Befragungsdaten verarbeitet, deshalb ist eine Identifizierung von Personen nicht möglich. Weitere personenbeziehbare oder personenbezogene Daten werden nicht erhoben.

Die Befragung entspricht den gesetzlichen Bestimmungen zum Datenschutz und den Richtlinien des Berufsverbandes Deutscher Markt- und Sozialforscher e.V. sowie der Europäischen Gesellschaft für Meinungs- und Marketingforschung. Es erfolgt keine Weitergabe an Dritte.

Weitere Informationen und Kontaktdaten finden Sie hier.