Eine Frau geht an einer Weltkarte, die aus Kinderporträts besteht, am Freitag (18.06.2010) im JuniorMuseum in Köln vorbei.

18.10.2013 | Von:
Jennifer Elrick

Hintergrundinformationen

Im Verhältnis zu seiner Bevölkerung hat Kanada seit den 1980er Jahren mehr Einwanderern und Flüchtlingen dauerhaften Aufenthalt gewährt als jedes andere Land der Welt.

KanadaKanada Lizenz: cc by-nc-nd/2.0/de (bpb)
Im Laufe des 20. Jahrhunderts wandelte sich die Einwanderungspolitik des Landes von einem Mechanismus zum Ausschluss von Nicht-Europäern zu einem Instrument für die herkunftsunabhängige Auswahl von Einwanderern, das die wirtschaftliche und demographische Entwicklung fördern soll. Trotz durchweg hoher Einwandererzahlen und zunehmender Diversität, besonders in den urbanen Zentren des Landes, gab es in Kanada bislang nicht die Art politischer Vorbehalte gegen Einwanderung und Multikulturalismus, die die meisten europäischen Länder im Laufe des letzten Jahrzehnts erlebt haben.

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Info

Hintergrundinformationen

Hauptstadt: Ottawa
Amtssprachen: Englisch und Französisch
Fläche: 9.984.670 km2
Bevölkerung (2011): 33.476.688
Bevölkerungsdichte (2011): 3,7 Einwohner/km2
Bevölkerungswachstum (2006-2011): + 5,9%
Erwerbsquote (4/2013): 66,7%
Anteil Einwanderer (foreign-born) an der Gesamtbevölkerung (2011): 20,6%
Arbeitslosenquote (4/2013): 7,2%
Religionen (2011): Katholiken (38,7%), Protestanten und ‘andere Christen’(15,6%), Muslime (3,25%), Christlich-Orthodoxe (1,7%), Hindus (1,5%), Sikhs (1,4%), Buddhisten (1,1%), Juden (1,0%), Konfessionslose (23,9%)

Nicht nur in Europa wird Kanadas Einwanderungspolitik – oder zumindest das sogenannte "Punktesystem"(s.u.) – oft als Vorbild betrachtet. In den vergangenen Jahren hat sich die Einwanderungspolitik jedoch grundlegend gewandelt. Drei politische Entwicklungen sind dabei besonders hervorzuheben: (1) der Zuwachs von Programmen für die temporäre Zuwanderung, (2) der restriktivere und an weitreichende Bedingungen geknüpfte Ansatz im Bereich der dauerhaften Einwanderung und (3) die Dezentralisierung der Kontrolle über die Auswahl von Einwanderern von der Bundesebene auf die Ebene der Provinzen. Alle drei Veränderungen wurden eingeführt, um wahrgenommene Defizite zu beheben, insbesondere in Bezug auf die seit den 1990er Jahren zunehmend schwierigere Situation hochqualifizierter Einwanderer auf dem kanadischen Arbeitsmarkt und sehr lange Bearbeitungszeiten für Einwanderungsanträge. Ob diese jüngsten Veränderungen den gewünschten wirtschaftlichen Effekt haben werden, ist nicht sicher. Es gibt wachsende Bedenken unter Migrationsforschern und Nichtregierungsorganisationen, dass sie negative Konsequenzen für die Integration von Einwanderern mit sich bringen könnten, die auch über den Arbeitsmarkt hinausgehen.

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Autor: Jennifer Elrick für bpb.de
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