Eine Frau geht an einer Weltkarte, die aus Kinderporträts besteht, am Freitag (18.06.2010) im JuniorMuseum in Köln vorbei.

China

ChinaChina (© bpb)
Die Bevölkerung der 1949 gegründeten Volksrepublik China ist ethnisch und kulturell sehr heterogen. Neben der Han-Nationalität gibt es 55 ethnische Gruppen, die sogenannten anerkannten nationalen Minderheiten. Der Ausländeranteil beträgt allerdings nur 0,05 Prozent bzw. 0,1 Prozent, wenn in China lebende Personen aus Hongkong, Macao und Taiwan hinzugezählt werden. Die Volksrepublik ist damit kein Einwanderungsland. Sie verfügt nur eingeschränkt über Instrumente zur Migrationssteuerung. Ihre integrationspolitische Aufgabe sieht die chinesische Führung vielmehr in den politischen, wirtschaftlichen und soziokulturellen Herausforderungen, die sich aus der historisch gewachsenen Vielvölkerstaatlichkeit Chinas ergeben.

   
Spannungen in Chinas Provinz Xinjiang.  Eine uigurische Familie verlässt Urumqi  nach gewaltsamen Auseinandersetzungen zwischen zugezogenen Han-Chinesen und einheimischen Uiguren.

Dr. Lan Diao, Maren Opitz

Einleitung

Die Bevölkerung Chinas ist geprägt durch ethnische und kulturelle Heterogenität. Zwar gehören rund 90 Prozent der chinesischen Bevölkerung der Volksgruppe der Han an, diese sind jedoch keine homogene Volksgruppe. Neben den Han gibt es noch 55 weitere Nationalitäten. Nur etwa 0,1 Prozent der Bevölkerung sind Ausländer. Weiter...

Jüdisches Viertel in Shanghai. In den 1930er Jahren fanden mehr als 15.000 Juden aus Deutschland und Österreich Schutz vor Verfolgung in der Stadt.

Dr. Lan Diao, Maren Opitz

Historische Entwicklung der Migration

In der chinesischen Geschichte gibt es sowohl Phasen der Einwanderung als auch der Auswanderung. Zum einen ließen sich im 19. und 20. Jahrhundert viele Ausländer in den großen Metropolen wie Shanghai nieder, andererseits wanderten viele Chinesen aufgrund von Kriegen und Hungersnöten aus. Seit der Gründung der Volksrepublik China kam es vermehrt zur Rückwanderung. Erst seit der Einführung der Reformpolitik Ende der 70er Jahre kommen auch immer mehr Ausländer für temporäre und langfristige Aufenthalte nach China. Weiter...

Chinatown in San Francisco / USA. 12 Prozent der chinesischen Auswanderer wählen die USA als Zielland.

Dr. Lan Diao, Maren Opitz

Aktuelle Entwicklungen der Migration

Seit dem Jahr 2000 stieg der Anteil der ausländische Bevölkerung in China um 35 Prozent, bleibt aber im Vergleich zur chinesischen Gesamtbevölkerung gering. Zudem übersteigt die Zahl der Auswanderer die der Einwanderer weiterhin deutlich. Weiter...

Ehrung von verdienten Ausländern in Peking. Obwohl die arbeitsrechtlichen Bestimmungen für Ausländer sehr streng sind, gibt es eine wachsende Zahl von ausländischen Arbeitnehmern in China, die sich bevorzugt in den Metropolen im Osten des Landes niederlassen.

Dr. Lan Diao, Maren Opitz

Migrationspolitik

In der Volksrepublik China sind Einreise und Ausreise von Ausländern streng reglementiert. Nur sehr wenige Ausländer leben dauerhaft in China. Seit 2004 haben Ausländer die Möglichkeit, eine zehnjährige Aufenthalts- und Arbeitserlaubnis zu erlangen. Durch Rekrutierungsprogramme versucht die Regierung seit 2008 vor allem hochqualifizierte Ausländer bzw. ethnische Chinesen aus dem Ausland anzuwerben. Die arbeitsrechtlichen Bestimmungen für Ausländer sind aber weiterhin sehr strikt. Weiter...

Laden im koreanischen Viertel in Peking. Koreaner sind mit 120.750 Personen die größte Gruppe unter den ausländischen Zuwanderern in China.

Dr. Lan Diao, Maren Opitz

Die Zuwandererbevölkerung

Die größte Gruppe der Zuwanderer kommt aus Asien, vor allem aus Korea. Es gibt aber auch größere Gruppen aus Nordamerika, Europa, Indien und Australien. Die meisten Ausländer leben dabei in den Städten Shanghai und Peking und der Provinzen an der Küste. Weiter...

Laden für Brautmode in Peking. Das chinesische Staatsbürgerschaftsrecht basiert weitgehend auf dem Abstammungsprinzip. Eine Einbürgerung ist jedoch zum Beispiel über eine Hochzeit mit einem chinesischen Staatsbürger möglich, jedoch nur wenn die alte Staatsbürgerschaft aufgegeben wird.

Dr. Lan Diao, Maren Opitz

Staatsbürgerschaft

Das chinesische Staatsbürgerschaftsrecht wird nach dem Abstammungsprinzip (Jus sanguinis) vergeben und erlaubt keine Doppelstaatlichkeit. Eine Einbürgerung von nicht-ethnischen Ausländern ist an bestimmte Bedingungen geknüpft und daher wohl eher selten. Weiter...

Deutscher Teilnehmer beim Drachenbootfest. Es gibt keine nationale Gesetzgebung bezüglich der Integration von Ausländern. In einigen Provinzen sind ausländische Arbeitnehmer mit einer Genehmigung zum langfristigen Aufenthalt den einheimischen jedoch gleichgestellt.

Dr. Lan Diao, Maren Opitz

Integration

Die Integrationspolitik in der Volksrepublik China bezieht sich in erster Linie auf die Integration von Binnenmigranten und ethnischen Minderheiten bzw. die Integration von chinesischen Rückwanderern. Das Diskriminierungsverbot von nationalen Minderheiten ist jedoch mangels Rechtsstaatlichkeit nicht einklagbar. In einigen Regionen mit einem höheren Anteil an ausländischen Arbeitnehmern gibt es auch gesetzliche Regelungen zur Integration von Ausländern. Weiter...

Unterkunft für Flüchtlinge in Südchina. Die Unterbringung von Flüchtlingen ist aufgrund von fehlenden nationalen Institutionen und gesetzlichen Regelungen schlecht.

Dr. Lan Diao, Maren Opitz

Flucht und Asyl

China hat zwar die Genfer Flüchtlingskonvention ratifiziert, jedoch gibt es kein Asylgesetz und keine Institutionen auf nationaler Ebene. Die Mehrzahl der Asylsuchenden und Flüchtlinge sind ethnische Chinesen aus Vietnam. Es gibt jedoch auch eine geringe Anzahl an Flüchtlingen aus Somalia, dem Irak, Pakistan und Nordkorea. Weiter...

Ein angolanischer Händler verhandelt mit einer chinesischen Ladenbesitzerin in Guangzhou. In der südchinesischen Provinz Guangdong leben geschätzte 200.000 Personen aus afrikanischen Staaten.

Dr. Lan Diao, Maren Opitz

Irreguläre Migration

In China gibt es zunehmend auch irreguläre Migranten. Das sind zum einen afrikanische Händler oder Frauen, die zwecks Eheschließung einreisen, aber auch Migranten aus Chinas Nachbarstaaten, die Arbeit in der Landwirtschaft oder Industrie suchen. Die gesetzlichen Regelungen bezüglich irregulärer Migranten sind streng, es gibt aber auch pragmatische Ansätze. Weiter...

Demonstration zum Weltflüchtlingstag in Hongkong.  Um ihrer Verantwortung als Unterzeichnerin der Genfer Flüchtlingskonvention im Bereich Flucht und Asyl gerecht zu werden, scheint es unabdingbar, dass die Volksrepublik ein nationales Asylgesetz verabschiedet und entsprechend verantwortliche Institutionen benennt.

Dr. Lan Diao, Maren Opitz

Aktuelle Entwicklungen und künftige Herausforderungen

Trotz steigender Zuwanderung ist die Bevölkerungsbilanz für China negativ. Die Auswanderung übersteigt noch immer die Zuwanderung und der demografische Wandel lässt die Erwerbsbevölkerung wohl eher schrumpfen. Zukünftige politische Aufgaben wären die Implementierung einer Migrationspolitik und die Schaffung eines nationalen Asylgesetzes. Weiter...

Länderprofil 29: China

Literatur

Hier finden Sie Literatur und Online-Quellen zum Länderprofil 29: "China" von Lan Diaon und Maren Opitz. Weiter...