Eine Frau geht an einer Weltkarte, die aus Kinderporträts besteht, am Freitag (18.06.2010) im JuniorMuseum in Köln vorbei.

Europäische Union

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Die Zusammenarbeit in Einwanderungs- und Asylfragen ist eines der jüngsten Felder der europäischen Integration. Seit ihrem Beginn Ende der 1980er Jahre hat diese Zusammenarbeit jedoch eine rasante Ausweitung erfahren. Heute gehört sie zweifellos zu einem der Kernbereiche des europäischen Integrationsprojekts. Dennoch bleiben die Souveränitätsansprüche der Mitgliedstaaten allgegenwärtig, nicht zuletzt wegen der innenpolitischen Sensibilität einwanderungspolitischer Fragen und ihrer Relevanz für die staatliche Souveränität und nationale Identität. Die deutliche Ausweitung europäischer Kompetenzen hat deshalb bisher nur vereinzelt zu gemeinsamen Politiken geführt und die Zusammenarbeit konzentriert sich auf die Bereiche, in denen die Mitgliedstaaten gemeinsame Interessen verfolgen. Diese betreffen vor allem die Verbesserung der staatlichen Kontrolle über Migration, die grenzpolizeiliche Zusammenarbeit und den Kampf gegen irreguläre Einwanderung und Asylmissbrauch. (Stand 9/2015)

PDF-Icon Länderprofil Europäische Union 2015
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Das Länderprofil Europäische Union wurde im Sommer 2015 von der Redaktion von focus Migration aktualisiert.

   
FRONTEX-Einsatz an der griechisch-türkischen Grenze

Sandra Lavenex

Einleitung

Während das Recht der EU-Bürger, sich im Hoheitsgebiet der Mitgliedstaaten frei zu bewegen und aufzuhalten, zu den Grundfreiheiten des europäischen Binnenmarktes gehört und bereits in den Gründungsverträgen der Europäischen Gemeinschaften vorgesehen war, hatte die Europäische Union ursprünglich keine Kompetenzen im Bereich Migrationspolitik. Die Zusammenarbeit in Einwanderungs- und Asylfragen ist eines der jüngsten Felder der europäischen Integration. Seit ihrem Beginn Ende der 1980er Jahre hat diese Zusammenarbeit jedoch eine rasante Ausweitung erfahren. Weiter...

Einwanderer aus Jamaika bei ihrer Ankunft in Plymouth/Großbritannien 1955

Sandra Lavenex

Historische Entwicklung der Migration in der Europäischen Union

Die Länder der Europäischen Union weisen historisch wie auch aktuell unterschiedliche Erfahrungen mit internationaler Migration auf. Und diese Verschiedenartigkeit der Einwanderungsproblematiken gilt als eine wesentliche Hürde in der Entwicklung einer gemeinsamen Europäischen Migrationspolitik. Weiter...

Straße mit türkischen Läden in Mannheim

Sandra Lavenex

Die vielen Gesichter der Migration in der Europäischen Union

Die heutige Einwanderungssituation in den EU-Mitgliedstaaten ist von großer Heterogenität gekennzeichnet. Dies zeigt sich auf den ersten Blick in den unterschiedlichen Wanderungssalden, das heißt der Differenz von Zuzügen und Fortzügen. Weiter...

Passkontrolle am Flughafen Frankfurt/Main

Sandra Lavenex

Institutionelle Grundlagen der europäischen Migrationspolitik

Die europäische Zusammenarbeit in asyl- und migrationspolitischen Fragen ist sukzessive vergemeinschaftet worden. Bis Ende der 1990er Jahre herrschten intergouvernementale Entscheidungsverfahren vor, welche den Einfluss auf die gemeinsamen Politiken in den Händen der Vertreter der Mitgliedstaaten im Rat der Europäischen Union konzentrierten, in diesem Fall der Innen- und Justizminister. Unter den nun vergemeinschafteten Entscheidungsregeln teilen sich die Mitgliedstaaten zentrale Kompetenzen mit den supranationalen Organen der EU. Weiter...

Eingang zum Goethe-Institut in Istanbul

Sandra Lavenex

Zuwanderungspolitik der Europäischen Union

Der Anfang Dezember 2009 in Kraft getretene Lissabon-Vertrag beinhaltet auch das Ziel einer "gemeinsamen Einwanderungspolitik" (Art. 79 Abs. 1 AEUV). Dennoch besitzt die EU bis heute keine umfassenden gemeinsamen Regeln hinsichtlich der Aufnahme von Drittstaatsangehörigen sowie der Arbeitsmigration. Bislang haben sich die Mitgliedsländer nur auf einige wenige Richtlinien verständigen können, die die legale Zuwanderung und den Aufenthalt von Nicht-EU-Bürgern regeln. Stattdessen hat sich die Kooperation auf die Erarbeitung gemeinsamer Regeln bei der Überschreitung der Außengrenze konzentriert, worunter vor allem die gemeinsame Visapolitik fällt. Weiter...

Beratung von syrischen Flüchtlingen im "Integration Point" der Bundesagentur für Arbeit in Düsseldorf, 24.09.2015

Sandra Lavenex

Integrationspolitik der Europäischen Union

Mit der Suche nach den bestgeeigneten Konzepten und Maßnahmen, Zuwanderer in die Zielgesellschaften zu integrieren, befasst sich die europäische Ebene erst seit Ende der 1990er Jahre. Allerdings verfügt die EU im Bereich der Integrationspolitik über keine Rechtssetzungskompetenzen. Weiter...

Die österreichische Polizei bei der Kontrolle eines LKW auf illegal einreisende Flüchtlinge an der österreichisch-ungarischen Grenze, 30.08.2015

Sandra Lavenex

Irreguläre Migration in der Europäischen Union

Zunehmend selektive Einwanderungsregeln seit den 1970er Jahren und Restriktionen im Asylbereich haben die Möglichkeiten eingeschränkt, legal in die Europäische Union einzuwandern oder sich dort längerfristig aufzuhalten. Drittstaatsangehörige, die versuchen, ohne ein Visum in die EU einzureisen oder keine gültige Aufenthalts- und/oder Arbeitserlaubnis haben, gelten als irreguläre Migranten. Weiter...

Ein Flüchtling mit Wartemarke wartet im Berliner Landesamt für Gesundheit und Soziales auf seine Registrierung, 03.03.2015

Sandra Lavenex

Flüchtlings- und Asylpolitik der Europäischen Union

1992 wurde mit 672.000 Gesuchen die bislang höchste Zahl an Asylanträgen in der EU registriert. Im Anschluss daran ging die Zahl der Asylgesuche aufgrund einer Verschärfung der Asylpolitik, die weitgehend auf europäischer Ebene koordiniert worden ist, deutlich zurück und erreichte 2006 mit unter 200.000 Anträgen einen Tiefstand. Weltpolitische Entwicklungen, insbesondere der anhaltende Bürgerkrieg in Syrien, haben seit 2012 wieder für einen starken Anstieg der Asylantragszahlen in der Europäischen Union gesorgt. 2014 wurde mit 626.000 Anträgen der höchste Stand seit 1992 erreicht, 20 Prozent aller Asylanträge wurden dabei von Syrern gestellt. Weiter...

Ein Mann aus Kamerun bei seiner Einbürgerung, Hannover 2015

Sandra Lavenex

Unionsbürgerschaft

Mit dem Vertrag von Maastricht wurde die Unionsbürgerschaft eingeführt. Sie fasst heute alle Rechte und Pflichten zusammen, welche den Bürgern der Mitgliedstaaten aus der Personenfreizügigkeit erwachsen. Jeder Angehörige eines Mitgliedstaates ist automatisch auch Unionsbürger. Die Unionsbürgerschaft ergänzt die nationale Staatsangehörigkeit, ersetzt sie aber nicht. Weiter...

Flüchtlinge am neu errichteten Grenzzaun zwischen Ungarn und Serbien, 16.09.2015.

Sandra Lavenex

Länderprofil Europäische Union: Herausforderungen und Fazit

Die europäische Asyl- und Migrationspolitik hat sich seit ihren Anfängen Mitte der 1990er Jahre dynamisch weiterentwickelt und gehört heute zu den Prioritäten der Europäischen Union. Weiter...

Länderprofil 17: Europäische Union

Literatur

Hier finden Sie Literatur zum Länderprofil 17: "Europäische Union" von Sandra Lavenex. Weiter...