Eine Frau geht an einer Weltkarte, die aus Kinderporträts besteht, am Freitag (18.06.2010) im JuniorMuseum in Köln vorbei.

Schweden

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Schweden ist ein Land mit einer langen Einwanderungstradition. Bereits in den 1960er Jahren, als vor dem Hintergrund eines wirtschaftlichen Aufschwungs ausländische Arbeitskräfte angeworben wurden, verfolgte Schweden keine klassische "Gastarbeiterpolitik". Vielmehr ging die Regierung von Beginn an davon aus, dass die Arbeitsmigranten im Land bleiben würden. Heute gilt Schwedens Integrationspolitik international als eine der ehrgeizigsten und erfolgreichsten. Dennoch stellt die aktuell hohe Zuwanderung, insbesondere von Asylsuchenden, die schwedische Gesellschaft vor große Herausforderungen: Einheimische und Zugewanderte konkurrieren um bezahlbaren Wohnraum, die Arbeitslosigkeit unter Drittstaatsangehörigen ist hoch und die rechtspopulistischen "Schwedendemokraten" gewinnen zunehmend an politischem Einfluss.

PDF-Icon Länderprofil Schweden 2015
PDF-Icon Länderprofil Schweden 2009

   
Fußgängerzone in Malmö. Im europäischen Vergleich nimmt Schweden viele Flüchtlinge auf und bemüht sich aktiv um neue Arbeitsmigranten, ungeachtet ihrer Bildungsabschlüsse und Qualifikationen.

Bernd Parusel

Einleitung

Schweden – mit gut zehn Millionen Einwohnern das bevölkerungsreichste Land Skandinaviens – ist heute eine multikulturelle Gesellschaft. In den vergangenen Jahren ist die Einwanderung von Asylsuchenden und Flüchtlingen, Familienangehörigen bereits ansässiger Migranten sowie internationalen Studierenden gestiegen. Darüber hinaus können sich EU-Bürger, Norweger und Isländer frei in Schweden niederlassen und eine Arbeit suchen. Weiter...

Einwanderinnen aus Galizien in Jahr 1910. In der Vergangenheit befürworteten Schwedens Regenten Einwanderung und betrachteten Abwanderung als Verlust.

Bernd Parusel

Historische Entwicklung der Migration nach und aus Schweden

Schweden ist ein Einwanderungsland mit einer multikulturellen Gesellschaft. Das Land bemüht sich aktiv um die Zuwanderung von Arbeitskräften aus dem Ausland. Statt eine klassische "Gastarbeiterpolitik" zu verfolgen, ging Schweden bereits in den 1960er Jahren davon aus, dass viele der Arbeitskräfte bleiben, sich integrieren und schließlich schwedische Staatsbürger werden würden. Weiter...

Syrischer Flüchtling vor der Schwedischen Botschaft in Ankara. In den vergangenen Jahren war die Familienzusammenführung und -gründung der häufigste Einwanderungsgrund von Migranten aus Ländern, die nicht zum Nordischen Rat oder der EU gehören.

Bernd Parusel

Aktuelle Entwicklungen der Einwanderung nach Schweden

Schweden blickt auf eine lange Einwanderungsgeschichte zurück, die bereits bis in die Zeit vor der Entstehung des heutigen Nationalstaats zurückreicht. In den vergangenen Jahren kamen neben Arbeitsmigranten vor allem Familienangehörige von bereits im Land lebenden Zugewanderten nach Schweden. Auch die Zahl der Asylsuchenden ist deutlich angestiegen. Weiter...

Ein Vertreter der Schwedischen Migrationsbehörde (Migrationsverket) empfängt Flüchtlinge am Bahnhof in Malmö.  Das Migrationsverket verwaltet u.a. das System zur Aufnahme von Asylbewerbern inklusive der Zurverfügungstellung von Wohnraum und Tagegeldern.

Bernd Parusel

Schwedens Einwanderungspolitik

Schweden ist für seine vergleichsweise offene Einwanderungspolitik bekannt. Obwohl die ausländerfeindliche Partei der "Schwedendemokraten" seit 2010 im politischen System deutlich an Einfluss gewonnen hat, hält die Regierung an der Offenheit gegenüber Zuwanderung fest. Weiter...

Verlegung der North-Stream-Pipeline in Gotland. Im Jahr 2008 traten neue Regeln für die Zuwanderung von Arbeitskräften aus Nicht-EU-Staaten in Kraft. Die wichtigste Besonderheit des neuen Systems ist, dass die Arbeitszuwanderung nunmehr fast ausschließlich von der Nachfrage der schwedischen Arbeitgeber abhängt.

Bernd Parusel

Arbeitsmigration und zirkuläre Migration in Schweden

Schweden verfolgt eine offene Einwanderungspolitik und bemüht sich in diesem Rahmen aktiv um ausländische Arbeitskräfte. 2008 wurde das System der Arbeitszuwanderung reformiert. Zudem hat das Parlament 2014 der Erleichterung zirkulärer Mobilität nach und aus Schweden zugestimmt. Weiter...

Muslimischer Demonstrant auf der Stockholm Pride Parade 2014. Die aktuelle Integrationspolitik betont weniger den Multikulturalismus, sondern versucht kulturelle Unterschiede zurückzudrängen und nimmt den Zusammenhalt der Gesellschaft in den Blick.

Bernd Parusel

Schwedens Integrationspolitik

Schweden hat früh erkannt, dass Zuwanderer häufig nicht nur für eine begrenzte Zeit, sondern dauerhaft im Land bleiben. Anders als viele Länder, die in den 1960er und 1970er Jahren "Gastarbeiter" anwarben, setzte es daher von Beginn an auf eine aktive Integrationspolitik. Die hohe Zuwanderung der vergangenen Jahre stellt aber auch Schweden vor Herausforderungen. Weiter...

Einwanderin bei der Parlamentswahl in Schweden 2010. Seit 2001 gibt es in Schweden ein vergleichsweise liberales Staatsangehörigkeitsgesetz, das sowohl auf Elementen des Abstammungs- als auch des Territorialprinzips beruht.

Bernd Parusel

Schweden: Staatsangehörigkeit

Im Vergleich zu vielen anderen Staaten hat Schweden ein liberales Staatsangehörigkeitsrecht. Bereits nach wenigen Jahren Aufenthalt im Land können sich Ausländer einbürgern lassen. Weiter...

Flüchtlinge besteigen in Kiel die Fähre nach Schweden, 2015. Trotz seiner geografischen Randlage ist Schweden eines der Hauptzielländer von Schutzsuchenden in der Europäischen Union.

Bernd Parusel

Asyl und Flüchtlinge in Schweden

Schweden zählt zu den Ländern, die in der Europäischen Union die meisten Asylsuchenden aufnehmen. Die deutliche Zunahme der Asylmigration in den vergangenen Jahren stellt das Aufnahmesystem jedoch vor Herausforderungen. Dies gilt insbesondere für die Unterbringung von Asylbewerbern und anerkannten Flüchtlingen. Weiter...

Die schwedische Polizei räumt ein illegales Camp im Malmö. Das engmaschige Kontrollsystem des skandinavischen Wohlfahrtsstaats lässt wenig Raum für ein Leben in der Illegalität.

Bernd Parusel

Irreguläre Migration in Schweden

Schweden zieht viele Einwanderer an. Nicht alle von ihnen verfügen jedoch über eine gültige Aufenthaltserlaubnis. Insbesondere abgelehnte Asylbewerber tauchen ab, um so der Abschiebung zu entgehen. Das engmaschige Kontrollsystem des skandinavischen Wohlfahrtsstaats lässt jedoch wenig Raum für ein Leben in der Illegalität. Weiter...

Temporäre Erstaufnahmestelle für Flüchtlinge in einem Dorf in Dalarna/Mittelschweden. Die ausgesprochen hohen Zahlen von Asylsuchenden, die in den Jahren 2013, 2014 und im Laufe des Jahres 2015 in Schweden eingetroffen sind, haben zu Engpässen im Aufnahmesystem geführt.

Bernd Parusel

Einwanderung in Schweden: Zukünftige Herausforderungen

Die Zuwanderung nach Schweden hat in den vergangenen Jahren Rekordwerte erreicht. Daraus ergeben sich Herausforderungen, die gelöst werden müssen. Insbesondere auf dem Wohnungs- und Arbeitsmarkt konkurrieren Zugewanderte mit anderen Bevölkerungsgruppen. Im politischen System wächst der Einfluss der ausländerfeindlichen "Schwedendemokraten". Dennoch hält Schwedens Regierung (bislang) weiter an einer offenen Einwanderungspolitik fest. Weiter...

Länderprofil 18: Schweden

Literatur

Hier finden Sie Literatur zum Länderprofil 18: "Schweden" von Bernd Parusel. Weiter...