Ein schmelzender Eisberg am 19. Juli 2007 vor der Insel Ammassalik in Ostgronland. Nach dem dramatischen Gipfel auf der indonesischen Ferieninsel Bali vor einem Jahr haben die Verhandlungen ueber einen neuen globalen Klimapakt längst die Mühen der Ebene erreicht. Im polnischen Posen (Poznan) versuchen Experten aus aller Welt ab Montag (1.12.) erste Pfloecke einzurammen, um den hoch komplizierten Vertrag bis Ende 2009 fertig zu bekommen.

Die Kehrseite der Medaille

Anpassung an den Klimawandel


25.9.2013
Die Erdoberfläche erwärmt sich schneller als je zuvor. Leidtragende werden größtenteils Entwicklungsländer sein. Aber auch hierzulande macht sich der Klimawandel bemerkbar. Um einen gerechten Ausgleich zu schaffen, finden auf internationaler und nationaler Ebene Überlegungen zur Anpassung an die neue Situation statt. Nötig sind technologische, institutionelle sowie Verhaltensanpassungen.

Zwei Frauen balacieren auf überschwemmten Zuggleisen. Der senegalesische Ort Thiaroye Sur Mer ist 2010 völlig überschwemmt.Das senegalesische Thiaroye Sur Mer unter Wasser. Der Vorort von Dakar wurde bei den Überschwemmungen in Westafrika im Jahr 2010 besonders schwer getroffen. (© AP)

Einführung



Seit jeher hat sich die Menschheit sowie die Tier- und Pflanzenwelt an wandelnde Klimaverhältnisse anpassen müssen, noch nie jedoch hat sich das Klima so schnell verändert wie unter dem vom Menschen gemachten Klimawandel. Gegenüber dem 19. Jahrhundert hat sich die globale Durchschnittstemperatur an der Erdoberfläche um 0,76 Grad Celsius erhöht. Darüber hinaus ist auf Basis der derzeitigen weltweiten Emissionstrends in Kombination mit den bereits ausgestoßenen Treibhausgasen, deren volle Wirkung sich aufgrund der Trägheit des Klimasystems erst im Laufe des 21. Jahrhunderts niederschlagen wird, eine weitere Erwärmung von mehr als 2 Grad Celsius wahrscheinlich. In sog. Emissionsszenarien werden in Abhängigkeit zur wirtschaftlichen und demographischen Entwicklung der Weltbevölkerung die möglichen Ausstöße von Treibhausgasen skizziert. Je nach Emissionsszenario erreichen die Schätzungen der durchschnittlichen Erwärmung bis zum Ende des 21. Jahrhunderts bis zu 6,4 Grad Celsius, dies entspricht einer in der Menschheitsgeschichte bisher nie dagewesenen Geschwindigkeit der Klimaerwärmung

Auf regionaler Ebene schlagen sich die Klimaänderungen schon heute, bei knapp einem Grad globaler Erwärmung, spürbar in Klimafolgen nieder. Daher ist neben den Anstrengungen zur Vermeidung eine Anpassung an den Klimawandel wichtig und für viele Regionen bereits notwendig. Anpassung hat das Ziel, sich mit bereits erfolgten Klimaänderungen zu arrangieren und auf zu erwartende Änderungen so einzustellen, dass Klimaschäden vermieden werden können - während gleichzeitig Maßnahmen zur Reduktion von Treibhausgasausstoß nicht vernachlässigt werden.

Klimaanpassung kann also entweder reaktiv oder proaktiv (vorsorgend) erfolgen und betrifft sowohl natürliche als auch soziale Systeme. Einige der wichtigsten Handlungsfelder sind Gesundheit, Land-, Forst- und Wasserwirtschaft, Natur- und Artenschutz, Hochwasser- und Küstenschutz, Tourismus, Infrastrukturen und Verkehr sowie Raum- und Siedlungsentwicklung. Die Anpassung an Klimafolgen ist stark verknüpft mit Maßnahmen zur Entwicklung eines Landes. Wenn beispielsweise eine Familie, die vor allem durch den Verkauf von landwirtschaftlichen Produkten ihr Einkommen bezieht, andere Verdienstmöglichkeiten entwickeln kann, verringert dies nicht nur die Verwundbarkeit durch klimabedingte Ernteausfälle, sondern kann gleichzeitig zur Armutsminderung beitragen.

Auch in Deutschland werden bereits heute Vorsorgemaßnahmen ergriffen, um auf mögliche Veränderungen des Klimas zu reagieren. Dazu gehören die Erhöhung von Deichen zum Schutz vor gestiegenen Wasserständen oder die Durchgrünung von Städten zur Reduzierung von Hitzebelastungen. Auch in der Wirtschaft gewinnt das Thema an Relevanz; in der Landwirtschaft werden beispielsweise vermehrt Pflanzensorten eingesetzt, die gegenüber Temperaturbelastungen und Wasserknappheit robuster sind.

Herausforderungen



Die Anpassung an den Klimawandel stellt sowohl Entwicklungs- als auch Industrieländer vor große gesellschaftliche, institutionelle, finanzielle und technologische Herausforderungen.

Ungleiche Verteilung der Anpassungslasten und -fähigkeiten

Während der durch den Menschen verursachte Klimawandel bisher maßgeblich auf die Emissionen von entwickelten Industrienationen zurückgeht, sind viele Entwicklungs- und Schwellenländer überproportional stark von den Folgen des Klimawandels betroffen. Darunter befinden sich etwa niedrig liegende Küstengebiete und Inseln wie Bangladesh und die Malediven, aber auch Länder, deren Trinkwasserversorgung maßgeblich von bereits schmelzenden Gletschern wie im östlichen Himalaja oder den Anden gespeist wird. In Zukunft werden die Emissionen der Entwicklungs- und Schwellenländer im Zuge der nachholenden Entwicklung, also dem politischen und ökologischen Aufholprozess eines Entwicklungs- oder Schwellenlandes gegenüber einem Industrieland, erwartungsgemäß kräftig ansteigen, wenn es nicht gelingt, diese Entwicklung von der Zunahme der Emissionen zu entkoppeln.

Die Vulnerabilität, also die Verletzbarkeit, ergibt sich aus einer Mischung von Klimafolgen und der (mangelnden) Fähigkeit, sich an diese anzupassen. Viele Entwicklungsländer sind beispielsweise in hohem Maße auf landwirtschaftliche Produktion angewiesen und damit abhängiger von sich ändernden Klimaverhältnissen als die meisten Industrienationen – so würde eine Wasserknappheit in Peru eher zu Ernteausfällen führen, welche die Existenzgrundlage der bäuerlichen Bevölkerung bedrohen. Auf der anderen Seite der Erde müssen die Inuit, Ureinwohner der Arktis, ihre ursprünglichen Lebens- und Jagdgewohnheiten bereits heute an die schmelzenden Eismassen anpassen. Armut, Krankheiten und Kriege sind weitere Faktoren, welche die Anpassungsfähigkeit von weniger entwickelten Ländern oftmals beeinträchtigen.

Regionen, Wirtschaftssektoren und soziale Gruppen werden unterschiedlich stark von Klimafolgen betroffen sein, aber mit entsprechend angepassten Lebens- und Wirtschaftsweisen auch davon profitieren können. Eine entsprechend angepasste Form der Landbewirtschaftung kann zum Beispiel höhere Erträge ermöglichen, unter der Voraussetzung, dass entsprechende Sorten verwendet werden, die eventuellen klimatischen Veränderungen gegenüber robuster sind. Die Möglichkeiten, sich an den Klimawandel anzupassen, sind in verschiedenen Bevölkerungsschichten und Regionen innerhalb eines Landes sehr unterschiedlich und bestehende Gender- und Armutsprobleme können durch Klimafolgen zusätzlich verschärft werden.

Auch in Deutschland werden sich die direkten und indirekten Folgen des Klimawandels zunehmend niederschlagen. Wetterbedingte Schäden durch langanhaltende Niederschläge, Stürme oder Hitzeperioden werden die Leistungs- und Funktionsfähigkeit von Infrastrukturen einschränken und zu einer Belastung für Mensch und Umwelt werden. Dazu gehören u.a. Belastungen durch langanhaltende Hitze, vor allem in Städten mit einem geringen Anteil von Grün- und Wasserflächen, die zunehmende Veränderung der Pflanzen- und Tierwelt oder Schäden an Gebäuden und Dächern durch Stürme und umstürzende Bäume. Die Auswirkungen durch indirekte Folgen, beispielsweise durch erhöhte Migration aufgrund von Klimafolgen in anderen Ländern sowie der Ausfall von Lieferketten durch Wetterextreme ist zum heutigen Zeitpunkt noch ungewiss, wird aber ebenfalls das Leben der Menschen in Deutschland beeinflussen. Daher ist auch in Industrienationen Anpassung an den Klimawandel in vielen Bereichen erforderlich, allerdings sind hier die zur Verfügung stehenden Ressourcen zur Umsetzung von Vorsorgemaßnahmen als größer einzuschätzen.

Entscheidung unter Unsicherheit

Eines der Hauptprobleme der Klimafolgenanpassung ist die Unsicherheit über das Ausmaß der zu erwartenden Klimaänderungen. Zwar hat es große Fortschritte in der Entwicklung von Klimamodellen und -szenarien gegeben, doch dürfen mögliche Klimaszenarien nicht mit Vorhersagen verwechselt werden. Aufgrund relativ grober räumlicher Auflösungen von Klimamodellen sind Aussagen über mögliche regionale oder gar lokale Klimaänderungen besonders unsicher. Hinzu kommen Unklarheiten über sozioökonomische Entwicklungen in der Zukunft, die in Form von Annahmen die Ergebnisse von Klimaszenarien, aber auch das Ausmaß der Klimafolgen und somit die Notwendigkeit und Gestalt von Anpassungsmaßnahmen beeinflussen.

Dennoch kann Unsicherheit über deren Ausmaß nicht als Vorwand gelten, sich nicht auf Klimaänderungen vorzubereiten. Vielmehr müssen die Unsicherheiten als einzuplanendes Risiko verstanden werden und eine so genannte robuste Entscheidung erfolgen. Dabei ist eine Entscheidung dann robust, wenn sie unter möglichst vielen verschiedenen Klimaszenarien die erwünschten Ergebnisse liefert. In England werden beispielsweise verschiedene ingenieurstechnische Lösungen für den Themse-Hochwasserschutz der nächsten 100 Jahre auf ihre Sicherheit unter verschiedenen Szenarien für den Meeresspiegelanstieg geprüft. Ein solcher Test macht es auch möglich, die größten Schwachstellen einer bestimmten Anpassungsstrategie zu identifizieren. Allerdings wird es häufig einen Kompromiss zwischen robuster und optimaler Anpassung geben. Solche Tests sind der Schlüssel, um ohnehin laufende Investitionsvorhaben auch langfristig gegenüber globalen Klimaveränderungen abzusichern.

Kosten und Finanzierung

Die Kostenschätzungen für Anpassungsmaßnahmen hängen sehr stark von den gemachten Annahmen zu Klimaänderungen, Bevölkerungswachstum und anderen sozioökonomischen Aspekten ab. So schätzt das Klimasekretariat der Klimarahmenkonvention der Vereinten Nationen (UNFCCC) die zusätzlich nötigen Investitionen in Entwicklungsländern im Jahr 2030 auf 28 bis 67 Mrd. US-Dollar. Die britische Nichtregierungsorganisation Christian Aid geht dagegen von einem jährlichen Investitionsbedarf von 100 Mrd. US-Dollar aus. Auch ein Autorenteam aus England kritisierte die Schätzungen der UNFCCC als zu gering und geht davon aus, dass zwei- bis dreimal höhere Beträgen für Anpassung benötigt werden (Parry u.a., 2009). Für die OECD-Länder werden in der Stern-Review die jährlichen Kosten allein im Bereich Infrastruktur und Gebäude auf mögliche 15 bis 150 Mrd. US-Dollar geschätzt. In einer vergleichbaren Studie für Deutschland werden für die Kosten von Anpassungsmaßnahmen bis zum Jahr 2050 insgesamt 170 Mrd. Euro veranschlagt.

Die zu erwartenden Kosten für Anpassung verteilen sich auf unterschiedliche Sektoren. Obgleich Investitionen in einigen Bereichen wie der Land- und Forstwirtschaft und dem Gebäudebereich eher den Privatsektor bzw. Privathaushalt betreffen werden, wird der Großteil der Kosten von der öffentlichen Hand zu tragen sein. Auf Entwicklungsländer mit schwächeren Volkswirtschaften trifft dies in besonderem Maße zu.

Dem stehen weitaus geringere Summen an verfügbaren Mitteln zur Unterstützung von Anpassungsmaßnahmen gegenüber. Laut UNFCCC sind Vertragsstaaten aus Industrienationen zwar dazu verpflichtet, Entwicklungsländer bei den Kosten der Klimafolgen zu unterstützten, dies geschieht jedoch nur in begrenztem Maße. Im Rahmen der Klimarahmenkonvention sind derzeit 25 Fördermöglichkeiten verfügbar, in denen Anpassungsmaßnahmen entwickelt werden können. Der eigens eingerichtete Anpassungsfonds stellt beispielsweise Finanzierungen für Projekte und Programme zur Klimafolgenanpassung zur Verfügung. Der Fonds wird durch den Verkauf von Emissionsreduktionszertifikaten des Clean Development Mechanism finanziert, die im Rahmen des Kyoto Protokolls die Umsetzung von Klimaschutzmaßnahmen in Entwicklungs- und Schwellenländern ermöglichen (vgl. Gemeinsam Emissionen senken). Bisher wurden durch den Fonds Maßnahmen und Programme im Umfang von ca. 166 Mio. US-Dollar finanziert (www.adaptation-fund.org).

Anpassung auf allen politischen Ebenen



Der Klimawandel endet nicht an nationalen Grenzen. Daher müssen die Bemühungen, den Ausstoß von Treibhausgasen zu reduzieren, und die Anstrengungen, die Folgen des Klimawandels einzugrenzen, sowohl international als auch lokal umgesetzt werden.

Anpassung international

International ist die Anpassung an den Klimawandel seit 1992 durch die Klimarahmenkonvention geregelt. In ihr wurde Anpassung als politisches Ziel festgeschrieben, wobei entwickelte Länder die Entwicklungsländer bei Anpassungsmaßnahmen unterstützen sollen. Seitdem hat das Thema Anpassung an den Klimawandel international auf den Konferenzen der Vertragsstaaten erst langsam an Bedeutung gewonnen, da die Vermeidung des Klimawandels lange Zeit im Mittelpunkt der Verhandlungen stand. Seit 2001 wurden jedoch zunehmend Programme und Prozesse zur Anpassung erarbeitet und die erwähnten Fonds eingerichtet.

Besonderes Augenmerk erfährt die Anpassung, seit 2005 das Nairobi Arbeitsprogramm auf den Weg gebracht wurde, das die Fähigkeit von Staaten, sich an den Klimawandel anzupassen, stärken soll. Die Umsetzung des Arbeitsprogramms soll zudem relevantes Wissen verbreiten und Tätigkeiten im Bereich der Anpassung stimulieren.

Bei der Klimakonferenz in Cancún im November 2010 wurde in dem so genannten Cancun Adaptation Framework betont, dass Klimafolgenanpassung und Klimaschutz mit der gleichen Priorität verfolgt werden müssen und daher zusätzliche Finanzierungsmöglichkeiten und Institutionen notwendig sind. Als Teil des Adaptation Framework wurde ebenfalls in Cancún das Anpassungskommittee gegründet, um die Umsetzung von Anpassungsaktivitäten unter der Konvention in abgestimmter Form voranzutreiben.

In den vergangenen Jahren hat sich ein Teil der Diskussion vermehrt mit dem Thema von Klimaschäden, die sich auch durch Anpassung und Emissionsminderung nicht mehr vermeiden lassen (loss and damage), beschäftigt. Dies betrifft insbesondere die niedrig gelegenen Inselstaaten, die durch den Meeresspiegelanstieg bedroht sind, aber auch andere am wenigsten entwickelte Länder. Zuletzt wurde auf der Klimakonferenz von Doha im Dezember 2012 der Aufbau einer Institution zu derartigen Klimaschäden im Grundsatz beschlossen.

Anpassung auf EU-Ebene

Auf EU-Ebene wurde 2007 das Grünbuch "Anpassung an den Klimawandel in Europa – Optionen für Maßnahmen der EUgefolgt 2009" von dem "Weißbuch Anpassung an den Klimawandel - Ein europäischer Aktionsrahmen" veröffentlicht; beide geben die Richtung zu einer europäischen Anpassungsstrategie vor, die im April 2013 durch die Europäische Kommission verabschiedet wurde. Die drei Säulen der Strategie umfassen die finanzielle Unterstützung der europäischen Mitgliedstaaten in der Bewältigung von Klimafolgen, weitere Forschung zum besseren Verständnis der Auswirkungen des Klimawandels sowie die Einbettung von Anpassungsmaßnahmen in die europäische Politik und entsprechende Förderprogramme. In der Strategie werden acht konkrete Maßnahmen genannt, um diese Vorhaben umzusetzen, hinzu kommen weitere Forschungs- und Unterstützungsprogramme, in denen Anpassungsmaßnahmen bereits enthalten sind.

Anpassung national

Mit der Ratifizierung der Klimarahmenkonvention verpflichtete sich auch Deutschland neben der Emissionsreduzierung zur Umsetzung von Maßnahmen, die eine systematische Anpassung an den Klimawandel ermöglichen. Die Bundesregierung hat daher 2008 die deutsche Anpassungsstrategie verabschiedet und später 2011 in einem Aktionsplan zur Anpassung Vorhaben zur Anpassung an Klimafolgen konkretisiert. In verschiedenen Forschungsvorhaben wurden auch in Deutschland die Wissensgrundlagen um Klimafolgen insbesondere auf regionaler Ebene weiter ausgebaut und entsprechende Handlungsmöglichkeiten entwickelt. Zur Bündelung, Kommunikation und Evaluation von Anpassungsoptionen und Klimafolgen wurde bereits 2006 das Kompetenzzentrum Klimafolgen und Anpassung (KomPass) im Umweltbundesamt gegründet. Zudem werden auf unterschiedlichen Ebenen Förderprogramme aufgelegt, die direkt oder indirekt Kommunen, Unternehmen oder Privatpersonen dabei unterstützen sollen, die Anpassung an den Klimawandel planen und bewältigen zu können.

Anpassung regional, in Gemeinden und Haushalten

Auf regionaler Ebene gibt es bereits heute zahlreiche Initiativen, die sich mit Anpassung befassen. Mittlerweile haben alle Bundesländer eine eigene Anpassungsstrategie entwickelt bzw. sind dabei, dies zu tun. Darin werden ähnlich wie auf Bundesebene die Informationen zum Klimawandel und möglichen Folgen gebündelt und ein Rahmen gesetzt, um konkrete Vorsorgemaßnahmen zu entwickeln. Darüber hinaus werden auch auf regionaler Ebene eine Reihe von Forschungsvorhaben sowie Beteiligungsmöglichkeiten verfolgt, um die betroffenen Menschen und Unternehmen in den Prozess der Entwicklung und Umsetzung von konkreten Vorsorgemaßnahmen einzubeziehen.

Ähnlich der regionalen Aktivitäten gibt es auch auf kommunaler Ebene in Europa zunehmend Initiativen, Anpassung in lokale Entwicklungsstrategien einzubeziehen. Der Umgang mit zunehmenden Niederschlägen im Herbst und Winter sowie mit häufigeren Hitze- und Trockenperioden nehmen dabei eine zentrale Rolle ein. Dabei stellt der Klimawandel nicht grundsätzlich neue Anforderungen an kommunales Handeln, für bisherige Themenfelder stellen sich jedoch neue Herausforderungen, beispielsweise müssen in der Planung der Kapazitäten von Abwasserkanälen zukünftig häufiger auftretende Starkregenereignisse mit eingerechnet werden, damit es nicht zu großflächigen Überschwemmungen kommt. Haushalte können sich ebenso an Klimafolgen anpassen, z.B. an heiße Sommer durch entsprechende (effiziente) Klimatisierung oder an Überschwemmungen durch das Abdichten von Kellerfenstern.

Resümee



Die Anpassung an den Klimawandel erfordert komplexe technologische, institutionelle sowie Verhaltensanpassungen auf allen Ebenen der Gesellschaft. Dabei sind Entwicklungsländer oftmals besonders anfällig für Klimafolgen, da sie nur über begrenzte Ressourcen verfügen, um Vorsorgemaßnahmen umzusetzen. Industrienationen (die Hauptverursacher des anthropogenen Klimawandels) werden diese Länder in ihren Anpassungsanstrengungen unterstützen müssen. Der Erfolg nachhaltiger Entwicklung wird in Zukunft zunehmend von der Einhaltung dieser Unterstützungsverpflichtungen der Industrienationen gegenüber den Entwicklungsländern abhängen. Doch auch in Industrieländern müssen Vorsorgemaßnahmen vielerorts erst noch umgesetzt werden. Bisher stellen die Integration von Anpassung in alle relevanten Politikfelder und das Lernen aus bereits durchgeführten Anpassungsmaßnahmen die größte Herausforderung dar.

Literatur



Stern, N. (2007) The Economics of Climate Change: The Stern Review. Camebridge University Press

Klimaveränderungen und Einfluss auf verschiedene Sektoren: »klimafolgenonline«

Kompetenzzentrum Klimafolgen und Anpassung des Umweltbundesamtes (KomPass): »Anpassung«

Deutsche Anpassungsstrategie an den Klimawandel: »Anpassungsstrategie«

»European Climate Adaption«



 
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