Ein schmelzender Eisberg am 19. Juli 2007 vor der Insel Ammassalik in Ostgronland. Nach dem dramatischen Gipfel auf der indonesischen Ferieninsel Bali vor einem Jahr haben die Verhandlungen ueber einen neuen globalen Klimapakt längst die Mühen der Ebene erreicht. Im polnischen Posen (Poznan) versuchen Experten aus aller Welt ab Montag (1.12.) erste Pfloecke einzurammen, um den hoch komplizierten Vertrag bis Ende 2009 fertig zu bekommen.
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Glossar

28.1.2009

Abscheidung / Abtrennung von Kohlendioxid



Grundsätzlich lassen sich die Verfahren zur Abscheidung von Kohlendioxid in drei Kategorien unterteilen: Das CO2 kann vor der Verbrennung (engl.: precombustion) abgetrennt oder nach der Verbrennung (engl.: post-combustion) dem Abgas entzogen werden. Als dritte Variante wird die Verbrennung in reinen Sauerstoff (OxyFuel-Verfahren) diskutiert.

Adequacy of commitments



In Artikel 4.2. (d) der UN-Klimarahmenkonvention ist die Überprüfung der Angemessenheit der Verpflichtungen (review of adequacy of commitments) der Industriestaaten festgeschrieben. Mit Hilfe dieser Überprüfung soll geklärt werden, ob die vereinbarten Reduktionsziele der Klimarahmenkonvention ausreichen, um die Stabilisierung der Emissionen auf einem ungefährlichen Niveau zu erreichen.

Aerosole



Aerosole sind Partikel oder flüssige Tröpfchen, die in der Luft schweben, das Sonnenlicht reflektieren und Wolkenbildung auslösen können. Sie tragen dazu bei, die Erde direkt oder durch Wolkenbildung indirekt zu kühlen.

Albedo



Anteil der Sonnenstrahlung, der an der Erdoberfläche reflektiert wird und im Wesentlichen von der Helligkeit der Erdoberfläche abhängt. Die Werte, die die Albedo annehmen kann, reichen von 0 (kein Licht wird reflektiert) bis 1 (alles Licht wird reflektiert) bzw. werden in Prozent ausgedrückt. Die Albedo der Erde variiert hauptsächlich wegen unterschiedlicher Bewölkung, Schnee-, Eis-, oder Laubbedeckung und Landnutzungsänderungen.

Alliance of Small Island States (AOSIS)



Die Alliance of Small Island States ist ein Zusammenschluss von kleinen Inselstaaten und niedrig liegenden Küstenstaaten. Durch ihre geographische Lage zählen sie zu den ersten Verlierern des Klimawandels.

Androzentrismus



(auf den Mann, auf das Männliche zentriert, Männerzentriertheit) Der Begriff verweist darauf, dass alles Denken, Fühlen und Handeln nicht geschlechtsneutral ist. Unter Androzentrismus wird eine Sichtweise verstanden, die Männer als Zentrum, Maßstab und Norm versteht. Androzentrismus kann also als eine gesellschaftliche Fixierung auf den Mann oder das "Männliche" verstanden werden. Ein androzentrisches Weltbild versteht den Mann als die Norm, die Frau als Abweichung von dieser Norm.

Anpassung an den Klimawandel / Adaptation



(lat. adaptare = anpassen) Anpassung hat das Ziel, sich mit bereits erfolgten Klimaänderungen zu arrangieren und auf zu erwartende Änderungen so einzustellen, dass zukünftige Schäden vermieden werden können. Anpassung kann also entweder reaktiv oder proaktiv (vorsorgend) erfolgen und betrifft sowohl soziale als auch natürliche Systeme.

Anpassungsfähigkeit



Die Anpassungsfähigkeit bezeichnet die Fähigkeit einer Gesellschaft oder eines Wirtschaftssektors, so mit den Folgen des Klimawandels umzugehen, dass mögliche Schäden auf ein verträgliches Maß reduziert werden.

Anthropogener Klimawandel



(Mensch-gemachter Klimawandel) Maßgeblich verursacht durch den Anstieg der Treibhausgase in der Atmosphäre, der in engem Zusammenhang mit der vor etwa 200 Jahren beginnenden Industrialisierung steht. Zu den wichtigsten Faktoren, die dazu beitragen, dass vermehrt Treibhausgase in die Atmosphäre freigesetzt werden, zählen der Verbrauch von Ressourcen und fossilen Energieträgern vor dem Hintergrund des Anstiegs der Weltbevölkerung, der fortschreitenden »Globalisierung« der Weltwirtschaft und des technologischen Fortschritts.

Aquifere



poröse salzwasserführende Gesteinsschichten.

Atmosphäre



Gashülle der Erde

Atmosphärische Zirkulation



Die Sonne erwärmt die gesamte Erde. Die Verteilung dieser Wärme in den verschiedenen Breiten des Erdballs ist jedoch ungleichmäßig. Die tropischen Regionen um den Äquator erreicht weit mehr Sonnenenergie als die mittleren Breiten oder die Polarregionen. Die Tropen erhalten mehr Energie aus der Sonnenstrahlung, als sie wieder abgeben können. Umgekehrt strahlen die Polarregionen mehr Wärme ab, als sie erhalten. Würde kein Wärmeaustausch erfolgen, so würden die Tropen heißer und heißer werden, während es an den Polen kälter und kälter würde. Die ungleiche Wärmebilanz in verschiedenen Breiten treibt die Strömungen in  Atmosphäre und Ozeanen an. Die Wärmeenergie wird von warmen zu kalten Regionen umverteilt, etwa 60 Prozent über atmosphärische Strömungen, etwa 40 Prozent über Ozeanströme.

Atomausstieg



Elektrizitätswirtschaft und Bundesregierung haben sich in einer Vereinbarung vom 14. Juni 2000 auf die Beendigung der Nutzung der Kernenergie zur Stromerzeugung (Atomausstieg) verständigt. Künftig wird es keine Neugenehmigungen für Kernkraftwerke zur gewerblichen Erzeugung von Elektrizität mehr geben. Hat ein Kernkraftwerk seine festgelegte Strommenge erzeugt, muss es vom Netz genommen werden.

Back-end des Lebenszyklus



Im Allgemeinen können die einzelnen Teilschritte eines Lebenszyklus wie folgt beschrieben werden: Rohstoffbereitstellung; Herstellung und Verarbeitung von Halbzeugen und Produkten; Nutzung der Produkte, ggf. auch Wiederverwendung; Wieder- und Weiterverwertung (Recycling) und Entsorgung. Als Back-end des Lebenszyklus wird hierbei der nachgeschaltete Schritt der Recyclingmöglichkeiten bzw. Entsorgung bezeichnet.

Bebauungsplan



Im Bebauungsplan legt die Gemeinde rechtsverbindlich die zulässigen baulichen Nutzung in einem Gebiet fest. Man kann daraus Straßen, Grünanlagen und bebaubare Flächen ersehen. Ferner wird die Bauweise, die überbaubaren und nicht überbaubaren Grundstücksflächen, die Baugrenzen, die Anzahl der Geschosse, die Mindestgröße, -breite und -tiefe der Baugrundstücke, die Flächen für Nebenanlagen (Spiel-, Freizeit- und Erholungsflächen, Stellplätze, Garagen) u.ä. festgelegt.

Berliner Mandat



Ergebnis der 1. »COP« 1995 in Berlin war das Berliner Mandat. Mit dem Berliner Mandat wurde ein Zusatzprotokoll beschlossen, in dem festgelegt wurde, Maßnahmen zur Reduktion von Treibhausgasen zu erarbeiten und Emissionsbegrenzungs- und Reduktionsziele zu bestimmen und zu verhandeln.

Biokraftstoff



Als Biokraftstoff oder Biotreibstoff werden Kraftstoffe für Verbrennungsmotoren oder Heizungen bezeichnet, die aus »Biomasse« hergestellt werden. Unter den Anwendungen, die auf dem gezielten Anbau von Energiepflanzen basieren, hat Raps für die Produktion von Biodiesel derzeit die größte Bedeutung.

Biomasse



Als Biomasse wird all das definiert, was durch Lebewesen (Mensch, Tier, Pflanzen, Mikroorganismen) an organischer Substanz entsteht. Bereits heute existiert eine Vielzahl an Optionen, unterschiedliche Biomasse-Rohstoffe in fester, flüssiger oder gasförmiger Form umzuwandeln und anschließend energetisch zu nutzen. Biomasse kann als einzige der erneuerbaren Energien flexibel im Strom-, Wärme- und Kraftstoffsektor eingesetzt werden.

Biosphäre



Die Biosphäre umfasst alle lebenden Organismen (Pflanzen, Mikroorganismen, Tiere und Menschen).

Blockheizkraftwerke (BHKW)



Blockheizkraftwerke erzeugen Wärme und Strom in kleinen Einheiten dort, wo sie benötigt werden. Die meisten BHKW werden mit Erdgas betrieben, es ist aber auch möglich, Heiz- oder Pflanzenöl, Biogas oder -diesel sowie Holzpellets zu verwenden. Die eingesetzte Energie wird in Strom umgewandelt, die erzeugte Wärme für die Warmwasserbereitung oder zum Heizen benutzt. Zum Einsatz kommen BHKW in Siedlungen, Schulen und Krankenhäusern, Hotels oder Kleinbetrieben.

Bonner Beschluss (Bonn Agreement)



Der Bonner Beschluss war das zentrale Ergebnis der Fortsetzung der 6. Vertragsstaatenkonferenz im Juli 2001 in Bonn. In dieser politischen Entscheidung haben die verhandelnden Minister zu allen wesentlichen Fragen der Ausgestaltung des »Kyoto-Protokolls« Kompromisse geschlossen. Mit dem Bonner Beschluss ist das Kyoto-Protokoll ratifizierbar geworden.

Bruttoinlandsprodukt (BIP)



Das Bruttoinlandsprodukt (BIP) gibt den Gesamtwert aller Waren und Dienstleistungen wieder, die innerhalb eines Jahres in einer Volkswirtschaft hergestellt werden und dem Endverbrauch dienen. Die Veränderungsrate des BIP zählt als Messgröße für das Wirtschaftswachstum einer Volkswirtschaft.

Bruttosozialprodukt



Das Bruttosozialprodukt, mittlerweile Bruttonationaleinkommen genannt, ist ein Wert, der die Gesamtheit aller in einer Volkswirtschaft produzierten Güter und Dienstleistungen innerhalb eines bestimmten Zeitraums angibt. Das Bruttonationaleinkommen wird berechnet, indem man vom Bruttoinlandsprodukt zum einen die Erwerbs- und Vermögenseinkommen abzieht, die an das Ausland geflossen sind, zum anderen jedoch die von Inländern aus dem Ausland empfangenen Einkommen addiert.

Burden Sharing (Lastenteilung)



Das Burden Sharing, die so genannte EU-Lastenverteilung, bezeichnet die europarechtliche Festlegung, die gemeinsame Reduktionsverpflichtung aus dem »Kyoto-Protokoll« in unterschiedlich hohe Einzelziele der jeweiligen Staaten aufzuteilen. So liegt die Reduktionsverpflichtung für die EU insgesamt bei minus acht Prozent (bis 2012). Deutschland hat sich im Rahmen der Lastenteilung in der EU zur Reduktion von 21 Prozent aller Treibhausgase verpflichtet.

Cap-and-Trade-System



s. auch »Emissionshandel«. Das Cap bezeichnet die Emissionsobergrenze bzw. das Emissionsziel im Emissionshandel für die nationale Ebene sowie die einzelnen Ziele für alle Makro-Sektoren (Energiewirtschaft, Industrie, Gewerbe/Handel/Dienstleistungen, Verkehr und Haushalte). Das Gesamtziel leitet sich vom so genannten »Burden Sharing« ab.

Carbon Capture and Storage (CCS-Technologien)



Carbon Capture and Storage umfasst die »Abscheidung« des klimaschädlichen Kohlendioxids, das bei der Verbrennung fossiler Energieträger frei wird, dessen Transport und Speicherung. Mittels der CCS-Technologie wird das Kohlendioxid in konzentrierter Form abgeschieden und gelangt nicht ungehindert in die Atmosphäre, sondern kann etwa unterirdisch in geologischen Lagerstätten über lange Zeiträume hinweg gelagert werden. Verglichen mit anderen Maßnahmen zum Klimaschutz sind die Kosten für das Verfahren der Abscheidung, des Transports und der Speicherung des CO2 sehr hoch.

City-Maut



Städtisches "Road Pricing" (Gebührenerhebung im Straßenverkehr), bereits angewandt z.B. in Singapur, London, Oslo oder Stavanger. Auch City-Pricing genannt.

Clean Development Mechanism (CDM)



(Mechanismus für eine umweltverträgliche Entwicklung) Durchführung von Klimaschutzprojekten, bei denen ein Industrieland in einem Entwicklungsland (Annex II-Länder) investiert.

CO2-Äquivalent



Treibhauswirksamkeit eines Gases, bezogen auf diejenige von Kohlendioxid. Die sechs wichtigsten klimawirksamen Gase sind Kohlendioxid (CO2), Methan (CO4), Distickoxid (NO2, Lachgas), wasserstoffhaltige Fluorkohlenwasserstoffe (FKW), perfluorierte Fluorkohlenwasserstoffe (PFC) und Schwefelhexafluorid (SF6).

Conference of the Parties (COPs)



Jährliche Treffen der Vertragsparteien der Klimarahmenkonvention. Aufgabe dieser Konferenz ist die Überprüfung der Durchführung der Klimarahmenkonvention und der damit zusammenhängenden Rechtsinstrumente sowie die Entscheidung über notwendige Beschlüsse, um die Durchführung des Übereinkommens zu gewährleisten.

Contracting



Contracting ist ein Dienstleistungskonzept, das darauf abzielt, die Effizienz bei der Energieerzeugung, -umwandlung und -nutzung in allen Verbrauchsbereichen zu verbessern. Ein außenstehender Investor - Contractor genannt - übernimmt je nach Vertragsumfang Planung, Finanzierung, Bauausführung sowie den laufenden Betrieb des Investitionsprojektes (zum Beispiel Errichtung eines Blockheizkraftwerkes). Contractinglösungen werden beispielsweise von Heizanlagen-Herstellern, Dienstleistern der Energietechnik, großen Handwerks- und örtlichen Energieversorgungsunternehmen oder auch Energieagenturen angeboten. Contracting ist dabei nicht nur für Unternehmen, private Hausbesitzer und die öffentliche Hand interessant, sondern nützt aufgrund der erzielten Energieeinsparungen auch der Umwelt. In der Praxis haben sich zwei systematische Formen etabliert: Anlagen-Contracting und Einspar- bzw. Performance-Contracting.



 

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