Ein schmelzender Eisberg am 19. Juli 2007 vor der Insel Ammassalik in Ostgronland. Nach dem dramatischen Gipfel auf der indonesischen Ferieninsel Bali vor einem Jahr haben die Verhandlungen ueber einen neuen globalen Klimapakt längst die Mühen der Ebene erreicht. Im polnischen Posen (Poznan) versuchen Experten aus aller Welt ab Montag (1.12.) erste Pfloecke einzurammen, um den hoch komplizierten Vertrag bis Ende 2009 fertig zu bekommen.
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Glossar

28.1.2009

Hurrikan



Bezeichnung für die tropischen Wirbelstürme im westlichen Atlantik.

Hydrosphäre



Wasserhülle der Erde.

Integriertes Energie- und Klimaprogramm (IEKP)



Die Bundesregierung hat das Ziel formuliert, die CO2-Emissionen in Deutschland bis 2020 um 40 Prozent gegenüber 1990 zu verringern. In absoluten Zahlen bedeutet dies eine Reduzierung um 260 Millionen Tonnen CO2 gegenüber heutigen Werten. Zur Erreichung dieser Ziele hat die Bundesregierung bereits im August 2007 29 Eckpunkte des Integrierten Energie- und Klimaprogramms (IEKP) in Meseberg vorgestellt und deren Umsetzung beschlossen. Mit dem IEKP werden die Weichen, die der Europäische Rat der Staats- und Regierungschefs im Frühjahr 2007 unter deutscher Präsidentschaft für eine integrierte europäische Klima- und Energiepolitik gestellt hat, auf nationaler Ebene durch ein konkretes Maßnahmenprogramm umgesetzt.

Intergovernmental Panel on Climate Change (IPCC)



(Weltklimarat) Internationales Gremium aus Wissenschaftlern, das als Beratungsorgan der internationalen Klimaverhandlungen von der World Meterological Organisation, Weltorganisation für Meteorologie (WMO), und dem Umweltprogramm der Vereinten Nationen (UNEP) in Sachstandsberichten den Wissenstand der Klimaforschung umfassend darstellt.

Isotop



Isotope (griech. gleicher Ort, gemeint ist im Periodensystem) sind Atome mit gleicher Ordnungszahl aber unterschiedlicher Massenzahl. Es handelt sich also um Atome eines Elements, die sich nur durch die unterschiedliche Anzahl von Neutronen im Atomkern unterscheiden. Sehr häufig ist nur ein Isotop eines Elements stabil, während die anderen Isotope radioaktiv (d. h. instabil) sind und früher oder später zerfallen. Es gibt auch Elemente, bei denen alle Isotope instabil sind und zerfallen.

Joint Implementation (JI)



(Gemeinsame Projektumsetzung) Klimaschutzprojekt, das ein Industrieland in einem anderen Industrieland (Annex B-Land) durchführt.

JUSSCANNZ-Gruppe



Der Begriff JUSSCANNZ steht als Akronym für die Staaten Japan, die USA, die Schweiz, Kanada, Australien, Norwegen und Neuseeland. Diese OECD-Staaten haben sich im Rahmen der Klimaverhandlungen in Kyoto durch eine ablehnende bzw. blockierende Verhandlungshaltung hervorgetan.

Klima



Geschehnisse, die sich über einen längeren Zeitraum (mindestens 30 Jahre) vollziehen und die sich auf (über-)regionale, statistische Ausprägung bestimmter Variablen beziehen.

Klimaarchiv



Ein Klimaarchiv gibt Auskunft über die klimatische Vergangenheit, die Klimageschichte der Erde. Als Klimaarchiv wird somit alles bezeichnet, was Informationen über frühere Klimaverhältnisse speichert, z.B. Jahresringe von Bäumen, Sedimente aus Ozeanen und Seen, Eisbohrkerne.

Klimamodelle



Klimamodelle beinhalten die wichtigsten Elemente des Klimasystems und versuchen dessen komplexe Wechselwirkungen vereinfacht - basierend auf bekannten physikalischen Gesetzmäßigkeiten - darzustellen. Diese Rechenmodelle beziehen die einzelnen Komponenten des Systems Klima und ihre Wechselwirkungen – in unterschiedlichem Umfang – ein.

Klimasicherheit



Durch den massiven Rückgang an fruchtbaren Böden und der Wasserverfügbarkeit infolge eines schneller eintretenden Klimawandels ist auch das verstärkte Auftreten von regionalen Ressourcenkonflikten zu befürchten. Gleichzeitig ist absehbar, dass der weltweit steigende Energiebedarf in Entwicklungsländern bis 2030 überproportional zunehmen wird. Das bedeutet nicht nur die Gefahr steigender Preise für die Energieversorgung in den Industrieländern, sondern unter Umständen handfeste Konflikte um die Ausbeutung von Energieträgern. Durch die enge Beziehung zwischen Entwicklungen im Energiesektor und dem Ausmaß des Klimawandels bildet sich hierbei zunehmend ein sicherheitspolitischer Klima-Energie-Komplex heraus, für den integrierte Lösungsansätze zu suchen sind. Werden diese nicht schnell genug umgesetzt, drohen nicht mehr nur lokal begrenzte Ressourcenkonflikte, sondern (über-)regionale Konfliktlagen.

Klimaszenarien



Klimaszenarien sind Entwürfe anhand derer man zukünftige Entwicklungen der für den anthropogenen Klimawandel relevanten Faktoren ablesen kann. Szenarien sind ebenfalls Modellrechnungen, in denen bestimmte Zielwerte vorgegeben und Annahmen getroffen werden. Zum Beispiel kann man das Volumen von CO2-Emissionen in einem bestimmten Zeitraum berechnen. In einer solchen Modellrechnung lässt sich ermitteln, mit welchen Voraussetzungen bestimmte Zielvorgaben, z.B. Reduzierung von CO2 um den Betrag X, erreicht werden könnte. Klimaszenarien helfen zudem, mit Zukunftsentwürfen zu experimentieren und mögliche Entwicklungen vorab einschätzen zu können. Damit können mögliche Risiken minimiert werden und es kann vorsorgeorientiert gedacht und gehandelt werden. Derzeit konzentrieren sich die wichtigsten Klimaszenarien auf den zukünftigen Verlauf der Emissionen der Treibhausgase. Wichtig ist zu wissen, dass Szenarien – anders als Prognosen – nicht vorhersagen können, was in Zukunft passieren wird, sondern unterschiedliche Möglichkeiten dessen aufzeigen, was geschehen könnte.

Kraft-Wärme-Kopplung



Die Nutzung von Abwärme aus der Stromerzeugung, z.B. Kondensationswärme von Dampfturbinen oder heiße Abgase von Gasturbinen für industrielle Zwecke oder für Quartierbeheizung.

Kraft-Wärme-Kopplung-Gesetz (KWK)



Die in den Kraftwerken eingesetzte Primärenergie (hauptsächlich Kohle oder Gas) zur Stromerzeugung kann lediglich zu 35 Prozent genutzt werden. Der große Rest der Energie wird in Form von Wärme an die Umgebung ungenutzt abgegeben. Bei der Kraft-Wärme-Kopplung (KWK) werden Strom und Wärme synchron erzeugt, so dass mehr als 90 Prozent der eingesetzten Energie nutzbar sind. Es gibt verschiedene Möglichkeiten dieses Prinzip umzusetzen, und zwar über Fernwärme oder durch Blockheizkraftwerke (BHKW). Das bundesweite Kraft-Wärme-Kopplung-Gesetz regelt die Vergütung und Abnahme von Strom aus KWK-Anlagen, der in das allgemeine Netz eingespeist wird. Betreiber eines Blockheizkraftwerks erhalten von ihrem Netzbetreiber vor Ort einen Zuschlag für den eingespeisten Strom.

Kryosphäre



Die Kryosphäre umfasst alle Formen von Schnee und Eis (Meer-, Schelf- und Inlandeis) sowie die Gebirgsgletscher.

Kyoto-Protokoll



Das Kyoto-Protokoll ist eine Ergänzung der UNFCCC. In ihm haben sich die Industriestaaten erstmals verbindlich zur Reduktion ihrer Treibhausgasemissionen im Zeitraum 2008-2012 um 5,2 Prozent unter das Niveau von 1990 verpflichtet. Es wurde 1997 verabschiedet und trat 2005 in Kraft. Dabei haben die einzelnen Länder unterschiedliche Emissionsbegrenzungsverpflichtungen akzeptiert.

Least Developed Countries (LDCs)



Der Begriff LDCs (deutsch: am wenigsten entwickelte Länder) ist ein von den Vereinten Nationen definierter sozialökonomischer Status, den eine Gruppe von 50 besonders armen Ländern überall in der Welt besitzt. Diese am wenigsten entwickelten Länder der Welt werden oft auch als "Vierte Welt" bezeichnet.

Linking-Direktive



"Richtlinie 2004/101/EG des Europäischen Parlaments und des Rates vom 27. Oktober 2004 zur Änderung der Richtlinie 2003/87/EG über ein System für den Handel mit Treibhausgasemissionszertifikaten in der Gemeinschaft im Sinne der projektbezogenen Mechanismen des Kyoto-Protokolls." Die Linking-Direktive verbindet das europäische Emissionshandelssystem mit dem Kyoto-Protokoll, indem sich Unternehmen Reduktionszertifikate aus Joint Implementation- und Clean Development Mechanism-Projekten anerkennen lassen können, um ihre Verpflichtungen innerhalb des EU-Systems zu erfüllen.

Marrakesh Accords



Völkerrechtliche Vereinbarung zur Konkretisierung des Kyoto-Protokolls, u.a. zu den flexiblen Mechanismen und der Anrechenbarkeit von  Senken. Sie entstanden bei COP 7 (7. Vertragsstaatenkonferenz der Klimarahmenkonvention) in Marrakesch.

Meeting of the Parties (MOP)



Treffen der Unterzeichnerstaaten des Kyoto-Protokolls. Nach dem Inkrafttreten des Kyoto-Protokolls sind die jährlichen Klimakonferenzen nicht mehr nur Vertragsstaatenkonferenz der Klimarahmenkonvention (COP), sondern auch Treffen der Unterzeichnerstaaten des Kyoto-Protokolls.

Megacity / Megastadt



Als Megacity werden im Allgemeinen Städte bezeichnet, die mehr als drei (beziehungsweise je nach Definition mehr als fünf, acht oder zehn) Millionen Einwohner haben.

Milankovic-Zyklen



Zyklische Veränderungen des Abstandes zwischen Erde und Sonne und damit auch die sich im Laufe der Zeit verändernde Menge der Sonnenstrahlung.

Mitigation



Vermeidung und Minderung von klimaschädlichen Gasen.

Modal Split



Modal Split wird in der Verkehrsstatistik die Verteilung des Transportaufkommens auf verschiedene Verkehrsträger (Modi) genannt. Eine andere gebräuchliche Bezeichnung im Personenverkehr ist Verkehrsmittelwahl. Der Modal Split ist Folge des Mobilitätsverhaltens der Menschen und der wirtschaftlichen Entscheidungen von Unternehmen einerseits und des Verkehrsangebots andererseits.

Nationaler Allokationsplan (NAP)



Eine gemäß Art. 9 der europäischen Emissionshandelsrichtlinie von jedem Mitgliedsstaat der Europäischen Union jeweils am Anfang einer Handelsperiode zu erstellende Aufstellung über die Zuteilung von Emissionsberechtigungen. Die Festlegung der nationalen Mengenkontingente für Emissionsberechtigungen (zunächst nur für Kohlendioxid (CO2)) sowie die Regeln für deren Zuteilung an beteiligte Unternehmen bzw. Anlagenbetreiber waren Grundlage für das 2005 in der EU eingeführte neue klimaschutzpolitische Instrument des Emissionshandels.

Natürlicher Klimawandel



Das Klima befindet sich in einem ständigen Wandel. Warm- und Kaltzeiten haben sich im Laufe der Erdgeschichte abgelöst und neue klimatische Bedingungen auf der Erde geschaffen. Relevante Faktoren, die sich auf das Klima auswirkten, waren einst Tektonik und Vulkanismus und der sich verändernde CO2-Gehalt im Austausch mit der Vegetation und Gesteinsverwitterung.

Natürlicher Treibhauseffekt



Als Treibhauseffekt bezeichnet man die Erderwärmung durch Treibhausgase in der  Atmosphäre. Diese in der Atmosphäre angesammelten Treibhausgase verhindern die Wärmerückstrahlung von der Erdoberfläche ins All. Neben dem natürlichen gibt es den so genannten anthropogenen Treibhauseffekt. Dieser wird vom Menschen durch den vermehrten Ausstoß klimaschädlicher Treibhausgase hervorgerufen. Durch die industrialisierte Welt erhöht sich der Anteil der Spurengase, so dass es zu einer überdurchschnittlichen Erwärmung, dem so genannten Klimawandel, kommt.

Nicht-Regierungs-Organisationen / Non-Governmental Organisations (NGOs)



Eine Nicht-Regierungs-Organisation (NRO), d.h. eine nichtstaatliche Organisation, ist eine nicht auf Gewinn ausgerichtete, von staatlichen Stellen weder organisierte noch abhängige Organisation.

Ökologischer Rucksack



Der ökologische Rucksack ist die sinnbildliche Darstellung der Menge an Ressourcen, die bei der Herstellung, dem Gebrauch und der Entsorgung eines Produktes oder einer Dienstleistung verbraucht werden. Sie soll im Rahmen der Ökobilanz einen Vergleichsmaßstab bieten, mit dem verdeutlicht wird, welche ökologischen Folgen die Bereitstellung bestimmter Güter verursacht. Das Modell geht zurück auf Friedrich Schmidt-Bleek, der es 1994 im Rahmen der Überlegungen zum Material-Input pro Serviceeinheit (MIPS) erstmals veröffentlichte.

Ökosteuer



Durch das "Gesetz zum Einstieg in die ökologische Steuerreform" wurde zum April 1999 eine Besteuerung des Energieverbrauchs in mehreren Schritten beschlossen. Dadurch sollten CO2-Emissionen reduziert und zugleich der Faktor Arbeit von Steuern bzw. Sozialversicherungsbeiträgen entlastet werden. Das Aufkommen der Ökosteuer fließt zu gut 90 Prozent in die Rentenkassen.

OPEC



Erdölexportierende Staaten

Ozonbildung



Ozon bildet sich in der  Atmosphäre vor allem auf drei Arten: 1. Energiereiche Sonnenstrahlung spaltet Sauerstoff-Moleküle in der Stratosphäre in zwei einzelne Atome, die sich jeweils mit einem weiteren Sauerstoff-Molekül zu Ozon vereinigen. 2. In Erdnähe bildet sich Ozon aus einer Reaktion zwischen Stickstoffdioxid NO2 und Sauerstoff O2 unter dem Einfluss von UV-Strahlung. 3. Durch ein Gewitter: Durch den elektrischen Stromfluss zwischen Wolke und Erdboden bei der Blitzentladung entsteht Ozon (aber auch Salpetersäure und andere Stoffe).



 

Spezial

"Plastic Planet"

"Nach der Stein-, der Bronze- und der Eisenzeit haben wir jetzt die Plastikzeit" - mit diesem Zitat beginnt eine Reise des österreichischen Regisseurs Werner Boote von den 1960er-Jahren, als Plastik immer mehr verbreitet wurde, bis in die heutige Zeit. Heute sind wir von Plastik umgeben. Weiter... 

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Die ungleiche Verteilung von Naturkatastrophen

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