Ein schmelzender Eisberg am 19. Juli 2007 vor der Insel Ammassalik in Ostgronland. Nach dem dramatischen Gipfel auf der indonesischen Ferieninsel Bali vor einem Jahr haben die Verhandlungen ueber einen neuen globalen Klimapakt längst die Mühen der Ebene erreicht. Im polnischen Posen (Poznan) versuchen Experten aus aller Welt ab Montag (1.12.) erste Pfloecke einzurammen, um den hoch komplizierten Vertrag bis Ende 2009 fertig zu bekommen.
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Glossar

28.1.2009

Paläoklimatologie



Teilgebiet der Klimatologie, das sich mit der Klimageschichte beschäftigt, um daraus Rückschlüsse für die Zukunft zu ziehen.

Parallel tracks



Multilaterale Vereinbarungen: Initiativen außerhalb des Klimaregimes.

Pedosphäre



Die Pedosphäre umfasst den obersten Bereich der festen Erde (Erdkruste) und den obersten Erdmantel (Boden).

Photochemische Reaktion



Reaktion von Teilchen miteinander unter Einwirkung von Sonnenstrahlen.

Photosynthese



Photosynthese bezeichnet die Umwandlung von Kohlendioxid und Wasser in Kohlenhydrate bei Ausnutzung der Lichtenergie der Sonne durch die Pflanzen und photo(auto)trophen Bakterien. Die Photosynthese ist die Grundlage des Lebens auf der Erde. Alle grünen Pflanzenteile sind in der Lage Photosynthese zu betreiben. Die Photosynthese läuft dabei in den Chloroplasten, das Organ in der Pflanzenzelle welches das Blattgrün, das sogenannte Chlorophyll enthält, ab. Dabei wird aus Kohlendioxid (CO2) und Wasser (H2O) unter der Einwirkung von Licht, Traubenzucker (C6H12O6) und Sauerstoff (O2) gebildet. Die Photosynthesegleichung lautet:
6CO2 + 12H2O x Licht = C6H12O6 + 6H2O + 6O2.

Post-2012



Mit dem Kyoto-Protokoll haben sich die Industriestaaten erstmals verbindlich zur Reduktion ihrer Treibhausgasemissionen verpflichtet. Diese erste Verpflichtungsperiode geht bis 2012. Der Zeitraum der nach dieser ersten Verpflichtungsperiode folgt wird "Post-2012" genannt. Für die weiteren internationalen Verhandlungen ist es wichtig, weitere Klimaschutzziele festzulegen und auch über das Jahr 2012 hinaus (post-2012) die internationale Klimaschutzpolitik voranzutreiben.

Post-SRES-Szenarien



In so genannten Post-SRES-Szenarien geht es darum, die Auswirkungen alternativer Klimapolitiken darzustellen. Hier interessiert, wie sich ein Szenario verändern könnte, wenn zum Beispiel die CO2-Emissionen auf einem bestimmten Niveau stabilisiert würden. Diese Post-SRES-Szenarien nennt man deshalb auch Stabilisierungsszenarien.

Primärenergieverbrauch



Der Primärenergiebedarf gibt an, welcher Gegenwert an Energieträgern (Braunkohle, Steinkohle, Erdgas, Erdöl, Uran) insgesamt gefördert werden muss, um zum Beispiel die notwendige Energie für Raumwärme und Warmwasserbereitung bereitzustellen. Enthalten sind alle Aufwendungen von der Förderung¸ über den Transport bis zur Umwandlung sowie Leitungsverluste und der Eigenverbrauch. Primärenergieverbrauch ist der Verbrauch von Primärenergie den ein Vorgang erfordert. Der Primärenergieverbrauch ergibt sich aus dem Endenergieverbrauch und den Verlusten die bei der Erzeugung der Endenergie aus der Primärenergie auftreten. Der Begriff Energieverbrauch ist im physikalischen Sinne falsch (Energieerhaltungssatz). Aber der Begriff Primärenergieverbrauch wird verständlich, wenn man betrachtet, dass größtenteils Kohle, Erdgas, Erdöl, Uran als Träger der Primärenergien eingesetzt werden, und diese Stoffe bei der Energieumwandlung verbraucht werden.

Public Value



Orientierung am Wohl der Bürger und der örtlichen Gemeinschaft

Radiokohlenstoffdatierung



Methode zur radiometrischen Datierung von kohlenstoffhaltigen, vor allem organischen Materialien bis zu einem Alter von etwa 50.000 Jahren.

Ressourceneffizienz



Ressourceneffizienz gibt das Verhältnis zwischen Wertschöpfung (z.B. einem Produkt oder dem Bruttoinlandsprodukt) und dem zur Erzeugung notwendigen Ressourceneinsatz (z.B. Energieverbrauch) an.

Salzkaverne



Hohlräume, die durch den Abbau von Salz entstanden sind.

Satellitenstadt



Wohnsiedlung in der Nähe einer Großstadt mit starker Abhängigkeit von dieser.

Schwellenländer



Schwellenländer sind Staaten wie China, Indien oder Brasilien, die durch einen langjährigen wirtschaftlichen Aufschwung und damit verbundene hohe wirtschaftliche Wachstumsraten geprägt sind.

Senken



Systeme, die Treibhausgase aus der Atmosphäre entfernen. Eine CO2-Senke stellt z.B. ein Wald dar, da Bäume atmosphärisches CO2 binden. Artikel 3 des Kyoto-Protokolls erklärt die Möglichkeit, die Schaffung von zusätzlichen Senken auf die Emissionsreduktionsverpflichtungen anrechnen zu lassen.

Sensibilität



Die Sensibilität eines Systems zeigt an, wie stark es auf klimatische Veränderungen reagiert. Beispielsweise könnten sich die Struktur einer Volkswirtschaft oder eines Ökosystems verändern oder deren Funktionsweise beeinträchtigt oder gar zerstört werden.

Shareholder Value



Managementprinzip, das den Nutzen für die Aktionäre an die erste Stelle setzt. Der Anteilseigner profitiert im Idealfall von einer hohen Dividende und steigenden Kursen.

Side Event



Nebenveranstaltungen bei den jährlich stattfindenden Klimaverhandlungen. Mit diesen Side Events wird durch die Bereitstellung von Informationen und fachlicher Beratung aktive Lobbyarbeit geleistet, und es besteht die Möglichkeit so direkt mit Delegationsvertretern ins Gespräch zu kommen.

Silage



Als Silage bezeichnet man Pflanzenmaterial, das durch Milchsäuregärung haltbar gemacht wurde. Dadurch lässt sich Silage gut im Silo lagern und dient als Futter für wiederkäuende Tiere (Kühe und Schalenwild) und als Grundstoff zur Erzeugung von Biogas.

Silikatverwitterung



Silikate machen rund 60 Prozent aller Minerale der Erdkruste aus. S. auch Gesteinsverwitterung.

SRES-Szenarien (Special Report on Emission Scenarios)



"Passive Referenzszenarien". Die Grundlage der aktuellen wissenschaftlichen Diskussion um den weiteren Verlauf des Klimawandels bilden die so genannten SRES-Szenarien (Special Report on Emission Scenarios), die sich auf zukünftige Emissionen der Treibhausgase beziehen. Sie wurden in dem dritten Wissensstandsbericht des Weltklimarates von 2001 vorgestellt. Insgesamt wurden 40 so genannte SRES-Szenarien entwickelt, die in vier Szenarienfamilien gruppiert wurden: A1 – A2 – B1 – B2. Den Szenarienfamilien liegt eine Koppelung unterschiedlicher sozioökonomischer Ausgangsannahmen zugrunde. Wichtige Einflüsse auf die sozioökonomischen Infrastrukturen haben etwa die Anzahl der auf dem Planeten lebenden Menschen, der Umgang mit Energie und Ressourcen und die technologische Entwicklung. Bei den Szenarienfamilien werden diese Einflussgrößen miteinander kombiniert, weil man davon ausgeht, dass sie wahrscheinlich für die zukünftige Emissionsentwicklung verantwortlich sind.

Städtebaulicher Vertrag



Der städtebauliche Vertrag regelt die Zusammenarbeit der öffentlichen Hand mit privaten Investoren. Gemäß deutschem BauGB ist dieser Vertrag als vereinfachtes Verfahren (ohne Bebauungsplanverfahren o.ä.) der Bauleitplanung möglich. Städtebauliche Verträge sind im Baugesetzbuch (§ 11) geregelt und stellen eine Sonderform der öffentlich-rechtlichen Verträge dar. Sie dienen der Erfüllung städtebaulicher Aufgaben; sie ergänzen somit das hoheitliche Instrumentarium des Städtebaurechts.

Stern Review



Der ehemalige Chefökonom der Weltbank, Sir Nicholas Stern, hat im Auftrag der britischen Regierung in einem rund 650 Seiten umfassenden Bericht den derzeitigen Wissensstand über die wirtschaftlichen Folgen der globalen Erwärmung untersucht. Eine der Hauptaussage des Reports besteht darin, dass der Nutzen frühzeitigen Handels zur Bekämpfung des Klimawandels die entstehenden Kosten überwiegen wird. Erschienen ist der Bericht Ende 2006.

Stoffkreislauf



Kreislauf von Elementen oder Verbindungen in Organismen, Ökosystemen oder in der Biosphäre. In den meisten Ökosystemen sind die Stoffkreisläufe jedoch nicht geschlossen.

Strahlungsantriebe



Maßstab für den Einfluss, den ein einzelner Faktor auf die Veränderung des Strahlungshaushalts der Atmosphäre und damit auf den Klimawandel hat. Er wird in Watt pro Quadratmeter gemessen. Ein positiver Strahlungsantrieb, z.B. durch die zunehmende Konzentration langlebiger Treibhausgase, führt zu einer Erwärmung der bodennahen Luftschicht. Ein negativer, z.B. durch die Zunahme von Aerosolen, hingegen bewirkt eine Abkühlung.

Strahlungshaushalt



Teil der Energiebilanz der Erde. Der einfallenden (Sonnen-) Strahlung wird die von der Erde reflektierte Strahlung gegenübergestellt (auch Strahlungsbilanz). Die Differenz aus Strahlungsaufnahme und Strahlungsabgabe wird als Nettostrahlung bezeichnet. Treibhausgase führen zu einer Veränderung des Strahlungshaushaltes und damit zum Strahlungsantrieb.

Suburbanisierung



Suburbanisierung beschreibt den Prozess der Dekonzentration von Agglomerationsräumen bzw. Stadtregionen. Verursacht durch den Prozess der Stadt-Rand-Wanderung von Bevölkerung und Wirtschaftsbetrieben, führt die Suburbanisierung zu einem flächenhaften Wachstum größerer Städte und Agglomerationsräume über die Stadtgrenzen hinaus in den suburbanen Raum, wobei aufgrund gleichzeitiger Entleerungstendenzen der innerstädtischen Betriebe die Gesamtzahl der Einwohner und Arbeitstätten häufig gar nicht oder nur gering anwächst. Der Prozess der Suburbanisierung wurde zuerst in den USA beobachtet und zeigt sich heute mehr oder weniger stark in allen westlichen Industrieländern.

Supplementaritätsprinzip



Das Supplementaritätsprinzip schreibt vor, dass CDM und JI nur ergänzend zu Emissionsminderungen im Inland angewendet werden sollen. Eine genaue Festlegung bzw. Quantifizierung, welcher Anteil der Minderungsverpflichtungen im Ausland erfüllt werden darf, wurde jedoch nicht vorgenommen. Bei der COP 6 in Bonn einigte man sich darauf, die Anrechenbarkeit der flexiblen Mechanismen nicht zu begrenzen. (Ein Zugeständnis an die "Bremser")

Taifun



Bezeichnung für die tropischen Wirbelstürme im westlichen Pazifik.

Tektonik



Aufbau und Verschiebung der Erdkruste.

Treibhausgaspotenzial



s. auch CO2-Äquivalent, Lachgas beispielsweise hat ein sehr hohes Treibhausgaspotenzial von 310. Das bedeutet, eine Tonne Lachgas ist so klimaschädlich wie 310 Tonnen Kohlendioxid.

Tropensturm



Tropische Wirbelstürme rotieren zyklonal, auf der Nordhalbkugel entgegen dem Uhrzeigersinn. Diese Rotation verleiht dem Wirbelsturm seine typischen, spiralförmig angeordneten Wolkenbänder. Tropische Wirbelstürme können gewöhnlich nur in den Tropen oder Subtropen entstehen. Im Spätsommer verdunsten große Mengen Wasserdampf, die mit der warmen Luft aufsteigen, diese beginnen wegen der Corioliskraft zu drehen: Ein riesiger Wirbel entsteht. In dessen Mitte befindet sich das "Auge", dort ist es völlig ruhig. Auf dem Festland wird der Wirbel schwächer, weil der Nachschub an feuchtwarmer Luft fehlt. Im Inneren des Wirbelsturms herrscht dabei ein Tiefdruckgebiet und völlige Windstille, während in den äußeren Teilen sehr hohe Windgeschwindigkeiten erreicht werden können und Hochdruck herrscht.



 

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