Ein schmelzender Eisberg am 19. Juli 2007 vor der Insel Ammassalik in Ostgronland. Nach dem dramatischen Gipfel auf der indonesischen Ferieninsel Bali vor einem Jahr haben die Verhandlungen ueber einen neuen globalen Klimapakt längst die Mühen der Ebene erreicht. Im polnischen Posen (Poznan) versuchen Experten aus aller Welt ab Montag (1.12.) erste Pfloecke einzurammen, um den hoch komplizierten Vertrag bis Ende 2009 fertig zu bekommen.
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Glossar

28.1.2009

Abscheidung / Abtrennung von Kohlendioxid



Grundsätzlich lassen sich die Verfahren zur Abscheidung von Kohlendioxid in drei Kategorien unterteilen: Das CO2 kann vor der Verbrennung (engl.: precombustion) abgetrennt oder nach der Verbrennung (engl.: post-combustion) dem Abgas entzogen werden. Als dritte Variante wird die Verbrennung in reinen Sauerstoff (OxyFuel-Verfahren) diskutiert.

Adequacy of commitments



In Artikel 4.2. (d) der UN-Klimarahmenkonvention ist die Überprüfung der Angemessenheit der Verpflichtungen (review of adequacy of commitments) der Industriestaaten festgeschrieben. Mit Hilfe dieser Überprüfung soll geklärt werden, ob die vereinbarten Reduktionsziele der Klimarahmenkonvention ausreichen, um die Stabilisierung der Emissionen auf einem ungefährlichen Niveau zu erreichen.

Aerosole



Aerosole sind Partikel oder flüssige Tröpfchen, die in der Luft schweben, das Sonnenlicht reflektieren und Wolkenbildung auslösen können. Sie tragen dazu bei, die Erde direkt oder durch Wolkenbildung indirekt zu kühlen.

Albedo



Anteil der Sonnenstrahlung, der an der Erdoberfläche reflektiert wird und im Wesentlichen von der Helligkeit der Erdoberfläche abhängt. Die Werte, die die Albedo annehmen kann, reichen von 0 (kein Licht wird reflektiert) bis 1 (alles Licht wird reflektiert) bzw. werden in Prozent ausgedrückt. Die Albedo der Erde variiert hauptsächlich wegen unterschiedlicher Bewölkung, Schnee-, Eis-, oder Laubbedeckung und Landnutzungsänderungen.

Alliance of Small Island States (AOSIS)



Die Alliance of Small Island States ist ein Zusammenschluss von kleinen Inselstaaten und niedrig liegenden Küstenstaaten. Durch ihre geographische Lage zählen sie zu den ersten Verlierern des Klimawandels.

Androzentrismus



(auf den Mann, auf das Männliche zentriert, Männerzentriertheit) Der Begriff verweist darauf, dass alles Denken, Fühlen und Handeln nicht geschlechtsneutral ist. Unter Androzentrismus wird eine Sichtweise verstanden, die Männer als Zentrum, Maßstab und Norm versteht. Androzentrismus kann also als eine gesellschaftliche Fixierung auf den Mann oder das "Männliche" verstanden werden. Ein androzentrisches Weltbild versteht den Mann als die Norm, die Frau als Abweichung von dieser Norm.

Anpassung an den Klimawandel / Adaptation



(lat. adaptare = anpassen) Anpassung hat das Ziel, sich mit bereits erfolgten Klimaänderungen zu arrangieren und auf zu erwartende Änderungen so einzustellen, dass zukünftige Schäden vermieden werden können. Anpassung kann also entweder reaktiv oder proaktiv (vorsorgend) erfolgen und betrifft sowohl soziale als auch natürliche Systeme.

Anpassungsfähigkeit



Die Anpassungsfähigkeit bezeichnet die Fähigkeit einer Gesellschaft oder eines Wirtschaftssektors, so mit den Folgen des Klimawandels umzugehen, dass mögliche Schäden auf ein verträgliches Maß reduziert werden.

Anthropogener Klimawandel



(Mensch-gemachter Klimawandel) Maßgeblich verursacht durch den Anstieg der Treibhausgase in der Atmosphäre, der in engem Zusammenhang mit der vor etwa 200 Jahren beginnenden Industrialisierung steht. Zu den wichtigsten Faktoren, die dazu beitragen, dass vermehrt Treibhausgase in die Atmosphäre freigesetzt werden, zählen der Verbrauch von Ressourcen und fossilen Energieträgern vor dem Hintergrund des Anstiegs der Weltbevölkerung, der fortschreitenden Globalisierung der Weltwirtschaft und des technologischen Fortschritts.

Aquifere



poröse salzwasserführende Gesteinsschichten.

Atmosphäre



Gashülle der Erde

Atmosphärische Zirkulation



Die Sonne erwärmt die gesamte Erde. Die Verteilung dieser Wärme in den verschiedenen Breiten des Erdballs ist jedoch ungleichmäßig. Die tropischen Regionen um den Äquator erreicht weit mehr Sonnenenergie als die mittleren Breiten oder die Polarregionen. Die Tropen erhalten mehr Energie aus der Sonnenstrahlung, als sie wieder abgeben können. Umgekehrt strahlen die Polarregionen mehr Wärme ab, als sie erhalten. Würde kein Wärmeaustausch erfolgen, so würden die Tropen heißer und heißer werden, während es an den Polen kälter und kälter würde. Die ungleiche Wärmebilanz in verschiedenen Breiten treibt die Strömungen in  Atmosphäre und Ozeanen an. Die Wärmeenergie wird von warmen zu kalten Regionen umverteilt, etwa 60 Prozent über atmosphärische Strömungen, etwa 40 Prozent über Ozeanströme.

Atomausstieg



Elektrizitätswirtschaft und Bundesregierung haben sich in einer Vereinbarung vom 14. Juni 2000 auf die Beendigung der Nutzung der Kernenergie zur Stromerzeugung (Atomausstieg) verständigt. Künftig wird es keine Neugenehmigungen für Kernkraftwerke zur gewerblichen Erzeugung von Elektrizität mehr geben. Hat ein Kernkraftwerk seine festgelegte Strommenge erzeugt, muss es vom Netz genommen werden.

Back-end des Lebenszyklus



Im Allgemeinen können die einzelnen Teilschritte eines Lebenszyklus wie folgt beschrieben werden: Rohstoffbereitstellung; Herstellung und Verarbeitung von Halbzeugen und Produkten; Nutzung der Produkte, ggf. auch Wiederverwendung; Wieder- und Weiterverwertung (Recycling) und Entsorgung. Als Back-end des Lebenszyklus wird hierbei der nachgeschaltete Schritt der Recyclingmöglichkeiten bzw. Entsorgung bezeichnet.

Bebauungsplan



Im Bebauungsplan legt die Gemeinde rechtsverbindlich die zulässigen baulichen Nutzung in einem Gebiet fest. Man kann daraus Straßen, Grünanlagen und bebaubare Flächen ersehen. Ferner wird die Bauweise, die überbaubaren und nicht überbaubaren Grundstücksflächen, die Baugrenzen, die Anzahl der Geschosse, die Mindestgröße, -breite und -tiefe der Baugrundstücke, die Flächen für Nebenanlagen (Spiel-, Freizeit- und Erholungsflächen, Stellplätze, Garagen) u.ä. festgelegt.

Berliner Mandat



Ergebnis der 1. COP 1995 in Berlin war das Berliner Mandat. Mit dem Berliner Mandat wurde ein Zusatzprotokoll beschlossen, in dem festgelegt wurde, Maßnahmen zur Reduktion von Treibhausgasen zu erarbeiten und Emissionsbegrenzungs- und Reduktionsziele zu bestimmen und zu verhandeln.

Biokraftstoff



Als Biokraftstoff oder Biotreibstoff werden Kraftstoffe für Verbrennungsmotoren oder Heizungen bezeichnet, die aus Biomasse hergestellt werden. Unter den Anwendungen, die auf dem gezielten Anbau von Energiepflanzen basieren, hat Raps für die Produktion von Biodiesel derzeit die größte Bedeutung.

Biomasse



Als Biomasse wird all das definiert, was durch Lebewesen (Mensch, Tier, Pflanzen, Mikroorganismen) an organischer Substanz entsteht. Bereits heute existiert eine Vielzahl an Optionen, unterschiedliche Biomasse-Rohstoffe in fester, flüssiger oder gasförmiger Form umzuwandeln und anschließend energetisch zu nutzen. Biomasse kann als einzige der erneuerbaren Energien flexibel im Strom-, Wärme- und Kraftstoffsektor eingesetzt werden.

Biosphäre



Die Biosphäre umfasst alle lebenden Organismen (Pflanzen, Mikroorganismen, Tiere und Menschen).

Blockheizkraftwerke (BHKW)



Blockheizkraftwerke erzeugen Wärme und Strom in kleinen Einheiten dort, wo sie benötigt werden. Die meisten BHKW werden mit Erdgas betrieben, es ist aber auch möglich, Heiz- oder Pflanzenöl, Biogas oder -diesel sowie Holzpellets zu verwenden. Die eingesetzte Energie wird in Strom umgewandelt, die erzeugte Wärme für die Warmwasserbereitung oder zum Heizen benutzt. Zum Einsatz kommen BHKW in Siedlungen, Schulen und Krankenhäusern, Hotels oder Kleinbetrieben.

Bonner Beschluss (Bonn Agreement)



Der Bonner Beschluss war das zentrale Ergebnis der Fortsetzung der 6. Vertragsstaatenkonferenz im Juli 2001 in Bonn. In dieser politischen Entscheidung haben die verhandelnden Minister zu allen wesentlichen Fragen der Ausgestaltung des Kyoto-Protokolls Kompromisse geschlossen. Mit dem Bonner Beschluss ist das Kyoto-Protokoll ratifizierbar geworden.

Bruttoinlandsprodukt (BIP)



Das Bruttoinlandsprodukt (BIP) gibt den Gesamtwert aller Waren und Dienstleistungen wieder, die innerhalb eines Jahres in einer Volkswirtschaft hergestellt werden und dem Endverbrauch dienen. Die Veränderungsrate des BIP zählt als Messgröße für das Wirtschaftswachstum einer Volkswirtschaft.

Bruttosozialprodukt



Das Bruttosozialprodukt, mittlerweile Bruttonationaleinkommen genannt, ist ein Wert, der die Gesamtheit aller in einer Volkswirtschaft produzierten Güter und Dienstleistungen innerhalb eines bestimmten Zeitraums angibt. Das Bruttonationaleinkommen wird berechnet, indem man vom Bruttoinlandsprodukt zum einen die Erwerbs- und Vermögenseinkommen abzieht, die an das Ausland geflossen sind, zum anderen jedoch die von Inländern aus dem Ausland empfangenen Einkommen addiert.

Burden Sharing (Lastenteilung)



Das Burden Sharing, die so genannte EU-Lastenverteilung, bezeichnet die europarechtliche Festlegung, die gemeinsame Reduktionsverpflichtung aus dem Kyoto-Protokoll in unterschiedlich hohe Einzelziele der jeweiligen Staaten aufzuteilen. So liegt die Reduktionsverpflichtung für die EU insgesamt bei minus acht Prozent (bis 2012). Deutschland hat sich im Rahmen der Lastenteilung in der EU zur Reduktion von 21 Prozent aller Treibhausgase verpflichtet.

Cap-and-Trade-System



s. auch Emissionshandel. Das Cap bezeichnet die Emissionsobergrenze bzw. das Emissionsziel im Emissionshandel für die nationale Ebene sowie die einzelnen Ziele für alle Makro-Sektoren (Energiewirtschaft, Industrie, Gewerbe/Handel/Dienstleistungen, Verkehr und Haushalte). Das Gesamtziel leitet sich vom so genannten Burden Sharing ab.

Carbon Capture and Storage (CCS-Technologien)



Carbon Capture and Storage umfasst die Abscheidung des klimaschädlichen Kohlendioxids, das bei der Verbrennung fossiler Energieträger frei wird, dessen Transport und Speicherung. Mittels der CCS-Technologie wird das Kohlendioxid in konzentrierter Form abgeschieden und gelangt nicht ungehindert in die Atmosphäre, sondern kann etwa unterirdisch in geologischen Lagerstätten über lange Zeiträume hinweg gelagert werden. Verglichen mit anderen Maßnahmen zum Klimaschutz sind die Kosten für das Verfahren der Abscheidung, des Transports und der Speicherung des CO2 sehr hoch.

City-Maut



Städtisches "Road Pricing" (Gebührenerhebung im Straßenverkehr), bereits angewandt z.B. in Singapur, London, Oslo oder Stavanger. Auch City-Pricing genannt.

Clean Development Mechanism (CDM)



(Mechanismus für eine umweltverträgliche Entwicklung) Durchführung von Klimaschutzprojekten, bei denen ein Industrieland in einem Entwicklungsland (Annex II-Länder) investiert.

CO2-Äquivalent



Treibhauswirksamkeit eines Gases, bezogen auf diejenige von Kohlendioxid. Die sechs wichtigsten klimawirksamen Gase sind Kohlendioxid (CO2), Methan (CO4), Distickoxid (NO2, Lachgas), wasserstoffhaltige Fluorkohlenwasserstoffe (FKW), perfluorierte Fluorkohlenwasserstoffe (PFC) und Schwefelhexafluorid (SF6).

Conference of the Parties (COPs)



Jährliche Treffen der Vertragsparteien der Klimarahmenkonvention. Aufgabe dieser Konferenz ist die Überprüfung der Durchführung der Klimarahmenkonvention und der damit zusammenhängenden Rechtsinstrumente sowie die Entscheidung über notwendige Beschlüsse, um die Durchführung des Übereinkommens zu gewährleisten.

Contracting



Contracting ist ein Dienstleistungskonzept, das darauf abzielt, die Effizienz bei der Energieerzeugung, -umwandlung und -nutzung in allen Verbrauchsbereichen zu verbessern. Ein außenstehender Investor - Contractor genannt - übernimmt je nach Vertragsumfang Planung, Finanzierung, Bauausführung sowie den laufenden Betrieb des Investitionsprojektes (zum Beispiel Errichtung eines Blockheizkraftwerkes). Contractinglösungen werden beispielsweise von Heizanlagen-Herstellern, Dienstleistern der Energietechnik, großen Handwerks- und örtlichen Energieversorgungsunternehmen oder auch Energieagenturen angeboten. Contracting ist dabei nicht nur für Unternehmen, private Hausbesitzer und die öffentliche Hand interessant, sondern nützt aufgrund der erzielten Energieeinsparungen auch der Umwelt. In der Praxis haben sich zwei systematische Formen etabliert: Anlagen-Contracting und Einspar- bzw. Performance-Contracting.

Emissionshandel



Der Emissionshandel ist ein marktwirtschaftliches klimapolitisches Instrument, das zum Ziel hat, den Ausstoß klimaschädlicher Gase zu möglichst geringen volkswirtschaftlichen Gesamtkosten zu reduzieren. Dazu wird zunächst entweder durch den Staat oder durch eine andere Körperschaft eine Gesamtmenge an Treibhausgasemissionen festgelegt, die innerhalb eines bestimmten Zeitraums und innerhalb eines bestimmten Territoriums ausgestoßen werden darf. Die festgelegte Gesamtmenge wird den in einem Emissionshandelssystem erfassten Emittenten in Form von Emissionsberechtigungen/Emissionszertifikaten gratis zugeteilt oder versteigert.

Emissionsszenario



Eine plausible Darstellung der zukünftigen Entwicklung der Emissionen von Substanzen, die möglicherweise strahlungswirksam sind (z.B. Treibhausgase, Aerosole), basierend auf einer kohärenten und in sich konsistenten Reihe von Annahmen über die zugrunde liegenden Kräfte (wie demographische und sozioökonomische Entwicklung oder Technologiewandel) und deren Schlüsselbeziehungen. Von Emissionsszenarien abgeleitete Konzentrationsszenarien werden als Vorgabe für die Berechnung von Klimaprojektionen mit Klimamodellen eingesetzt.

Emissionszertifikate



Ein Emissionszertifikat stellt eine nicht-übertragbare oder handelbare Genehmigung für die Emission einer bestimmten Menge einer Substanz dar, die einer juristischen Person (Firma oder anderem Emittenten) durch eine Regierung zugewiesen wird. Ein handelbares Zertifikat ist ein wirtschaftliches Instrument, im Rahmen dessen die Rechte zum Ausstoß von Verschmutzung – in diesem Fall einer Menge an Treibhausgasemissionen – über einen entweder freien oder geregelten Zertifikatsmarkt ausgetauscht werden können.

Endenergie



Primärenergie (auch als Energiequellen bezeichnet) ist die Energie, die in natürlichen Ressourcen (z.B. Kohle, Rohöl, Erdgas, Uran) enthalten ist und keinerlei Umwandlung durch den Menschen erfahren hat. Sie wird durch Reinigung (Erdgas), Raffination (Öl in Ölprodukte) oder durch Umwandlung in Strom oder Wärme zu Sekundärenergie. Wird die Sekundärenergie an die Einrichtungen der Endverbraucher geliefert, so heißt sie Endenergie (z.B. Strom in der Steckdose), wo sie zur nutzbaren Energie (z.B. Licht) wird.

Energieeffizienz



Das Verhältnis von Energieertrag zu Energieeinsatz in einem System, einem Umwandlungsprozess oder einer Aktivität.

Energieeinsparverordnung



Die Energieeinsparverordnung (EnEV) ist die Fortführung der Wärmeschutzverordnung (WSchV) unter Einbeziehung der Heizanlagenverordnung (HeizAnlV). Ziel der Verordnung ist die Reduzierung des Energieverbrauchs. Wesentliche Neuerung der EnEV war die Begrenzung des Primärenergiebedarfs für Heizung und Warmwasser statt des Heizwärmebedarfs wie in der WSchV. Damit wurden erstmalig bei der Erstellung der Energiebilanz die primärenergetische Effizienz der Energieträger und die Effizienz der Anlagentechnik mit berücksichtigt. Die EnEV (2002) wurde am 1. Oktober 2007 von der neuen EnEV (2007) abgelöst. In der neuen Energieeinsparverordnung sind - als gesetzliche Grundlage diente die so genannte Europäische Gebäuderichtlinie "Gesamtenergieeffizienz von Gebäuden" (EPBD) - Fristen für alle Wohn- bzw. Nichtwohngebäude festgelegt worden. Diese Fristen beziehen sich auf die Pflicht bei Erstellung, Verkauf oder Vermietung einen Energieausweis vorlegen zu müssen.

Enhanced Oil Recovery (EOR)



CO2-Speicherungstechnik, mit deren Hilfe man durch das Einpressen von CO2 die Ausbeute von Ölfeldern erhöhen kann.

Erneuerbare Energien Gesetz (EEG)



Mit Hilfe des EEG soll der Anteil der erneuerbareren Energien an der deutschen Stromversorgung bis 2010 auf 12,5 Prozent verdoppelt werden. Der Anteil erneuerbarer Energien am gesamten deutschen Energieverbrauch beträgt mit 219 Milliarden Kilowattstunden inzwischen neun Prozent, der Anteil am Stromverbrauch sogar 14 Prozent, womit das Ziel des EEG bereits 2007 übertroffen wurde. Das Gesetz regelt die Abnahme und die Vergütung von Strom, der ausschließlich aus Wasserkraft, Windkraft, solarer Strahlungsenergie, Geothermie, Deponiegas, Klärgas, Grubengas oder aus Biomasse erzeugt wird. Stadtwerke oder private Energiekonzerne als Netzbetreiber sind verpflichtet, die Anlagen an ihre Stromnetze anzuschließen und die dafür festgelegte Vergütung zu zahlen.

Erneuerbare Energien



Erneuerbare Energien - auch regenerative oder alternative Energien genannt - sind Energieträger/-quellen, die sich ständig erneuern bzw. nachwachsen und somit nach menschlichem Ermessen unerschöpflich sind. Hierzu zählen: Sonnenenergie (mit den indirekten Formen Biomasse, Wasserkraft, Windenergie, Umgebungswärme etc.) sowie Erdwärme (Geothermie) und Gezeitenenergie.

Erste Verpflichtungsperiode



Der Zeitraum 2008-2012, für den sich die Industriestaaten im Kyoto-Protokoll zur Reduktion ihrer Treibhausgasemissionen verpflichtet haben. Ihr sollen nach 2012 weitere Verpflichtungsperioden nachfolgen.

EU-Emissionshandel



s. auch Emissionshandel. Der Emissionshandel findet auf verschiedenen Ebenen statt. Auf der einen Seite existiert der Emissionsrechthandel zwischen Staaten, wie im Rahmen des Kyoto-Protokolls vereinbart. Auf der anderen Seite besteht eine Reihe von Emissionshandelssystemen, in denen Emissionsberechtigungen zwischen Unternehmen gehandelt werden, wie etwa in der Europäischen Union. Eine EU Richtlinie (EHRL) regelt den Start des Emissionshandels für Unternehmen in Europa ab dem 1. Januar 2005. Die Menge an Emissionsberechtigungen wird zugeteilt und nimmt von Periode zu Periode ab. Unternehmen, die bereits größere Anstrengungen zum Klimaschutz geleistet haben oder sich als besonders innovativ zeigen, können überschüssige Berechtigungen verkaufen. Sie haben eine zusätzliche Einnahmequelle. Reicht dagegen die zugeteilte Menge nicht aus, um die Verpflichtungen zu erfüllen, müssen zusätzliche Anstrengungen unternommen oder Emissionsberechtigungen zugekauft werden. Andernfalls ist eine Strafe zu zahlen. Dadurch erfolgen die Emissionsminderungen dort, wo die Vermeidungskosten am niedrigsten sind. S. auch Europäisches Emissionshandelssystem (EU-EHS)

EU-Emissionshandelsrichtlinie



"Richtlinie 2003/87/EG des Europäischen Parlaments und des Rates vom 13. Oktober 2003 über ein System für den Handel mit Treibhausgasemissionszertifikaten in der Gemeinschaft und zur Änderung der Richtlinie 96/61/EG des Rates"

Europäisches Emissionshandelssystem (EU-EHS)



Im Gegensatz zum internationalen Emissionshandel im Rahmen des Kyoto-Protokolls sind im EU-EHS die Marktteilnehmer nicht Staaten, sondern Unternehmen bzw. Betreiber bestimmter emissionsintensiver Industrieanlagen, welche gemäß der nationalen Allokationspläne Emissionsberechtigungen zugewiesen bekommen.

Exposition



Die Exposition gibt an, wie sehr eine bestimmte Region bzw. ihr soziales oder Ökosystem den klimatisch bedingten Risiken ausgesetzt ist. Diese sind regional deutlich unterschiedlich ausgeprägt.

Fluorkohlenwasserstoffe (FCKW)



FCKW sind in hohem Maße für die Zerstörung der Ozonschicht verantwortlich, da sie in der  Atmosphäre in großer Höhe vom energiereichen Sonnenlicht gespalten werden und Chlorverbindungen entstehen, die das Ozon angreifen und zerstören (Ozonloch).

Fermentativer Prozess/ Fermentation



Unter Fermentation versteht man die Umwandlung von organischen Materialien mit Hilfe von Bakterien-, Pilz- oder Zellkulturen oder den Zusatz von Enzymen (Fermenten). Der ursprüngliche Begriff beschreibt dabei eine biochemische Reaktion unter Ausschluss von Licht und Luft.

Fernwärme



Bei der Fernwärme wird die Wärme, die durch die Stromerzeugung in großen Kraftwerken anfällt, auch für Heizzwecke genutzt und durch ein Fernwärmenetz direkt zu den Haushalten oder Gewerbebetrieben geleitet. Dabei entsteht nur ein geringer Wartungsaufwand und das versorgte Haus benötigt weder Heizanlage noch Schornstein. Allerdings geht durch die langen Wege bei der Verteilung wieder Wärme verloren.

FKW (fluorierte Verbindungen)



Perfluorierte Kohlenwasserstoffe (FKW) gehören zu den sechs Treibhausgasen, deren Emission durch das Kyoto-Protokoll begrenzt werden soll. Sie haben eine 6.500 bis 9.200mal stärkere Treibhauswirkung als Kohlendioxid. Sie sind rein menschlichen Ursprungs und entstehen u.a. beim Schmelzen von Aluminium und in der Halbleiterherstellung.

Flexible Mechanismen / Instrumente



Die flexiblen Instrumente umfassen den Emissionshandel, Clean Development Mechanism (CDM) und Joint Implementation (JI). Wichtig ist zu wissen, dass nur ein Teil der Emissionsminderungsauflagen durch CDM und JI erfüllt werden darf, und dies nur eine Ergänzung zu Emissionsminderungsmaßnahmen im Inland darstellt.

Flottenverbrauch



Flottenverbrauch bezeichnet den durchschnittlichen Kraftstoffverbrauch einer Fahrzeugflotte. Der Begriff Flotte fasst dabei Fahrzeuge einer ausgewählten Gruppe zusammen. Die Zusammensetzung der Gruppe kann sehr verschieden sein, wie z.B. alle Fahrzeuge eines Unternehmens, alle Fahrzeuge eines Herstellers oder alle Fahrzeuge einer Fahrzeugklasse (z.B. LKW, PKW oder Kleinwagen).

Fossile Energieträger



Die in der erdgeschichtlichen Vergangenheit (vor mehr als 60 Jahrmillionen) vor allem aus abgestorbenen Pflanzen und tierischem Plankton entstandenen festen, flüssigen und gasförmigen Brennstoffe wie Stein- und Braunkohle, Erdöl, Erdgas und Torf. Diese Rohstoffe werden zur Energiegewinnung verwertet. Sie decken heute zusammen fast 90 Prozent des Welt-Energiebedarfs. Der Hauptbestandteil ist immer Kohlenstoff, der bei der Energieumwandlung (Verbrennung) zu Kohlendioxid umgewandelt wird. Da das Kohlendioxid der Hauptverursacher des Treibhauseffektes ist, ist die Verbrennung von fossilen Energieträgern die Ursache für die drohende Klimaveränderung. Neben dem Kohlendioxid werden als Schadstoffe je nach Zusammensetzung des Brennstoffes in unterschiedlichen Mengen auch Schwefeldioxid und Stickoxide freigesetzt.

Freiwillige Selbstverpflichtungen



Freiwillige Selbstverpflichtungen sind rechtlich nicht-bindende Erklärungen von Unternehmen oder Wirtschaftsverbänden, bestimmte Handlungen vorzunehmen oder Regeln einzuhalten. Diese werden vom Staat informell entgegengenommen. Im Gegenzug verzichtet der Staat in der Regel auf den Erlass von Rechtsvorschriften. Damit haben die Akteure aus der Wirtschaft die Möglichkeit, bestimmte Ziele in einer bestimmten Frist durch eigenverantwortliches Handeln zu verwirklichen. So kam es beispielsweise 2001 zu einer Vereinbarung zwischen der Bundesregierung und der deutschen Wirtschaft zur Minderung der CO2-Emissionen und der Förderung der Kraft-Wärme-Kopplung in Ergänzung zur Klimavereinbarung.

Front-end des Lebenszyklus



Im Allgemeinen können die einzelnen Teilschritte eines Lebenszyklus wie folgt beschrieben werden: Rohstoffbereitstellung; Herstellung und Verarbeitung von Halbzeugen und Produkten; Nutzung der Produkte, ggf. auch Wiederverwendung; Wieder- und Weiterverwertung (Recycling) und Entsorgung. Als Front-end des Lebenszyklus wird hierbei der vorgeschaltete Schritt der Rohstoffförderung bezeichnet.

Fruchtfolge



Im Feldbau eine Abfolge von geeigneten Kulturen, um eine bestmögliche Ausnutzung des Bodens unter dauernder Erhaltung seiner Fruchtbarkeit zu erreichen. Eine gute Fruchtfolge vermeidet die Aufeinanderfolge biologisch gleichartiger Pflanzen und wechselt vor allem Halmfrüchte mit Klee, Kartoffeln oder Rüben ab.

Gender



Im Gegensatz zum biologischen Geschlecht handelt es sich beim Gender um das soziale Geschlecht bzw. gesellschaftlich bedingte Unterschiede zwischen Frauen und Männern. Diese sind nicht "natürlich", können sich im Laufe der Zeit ändern und unterscheiden sich sowohl innerhalb einer Kultur als auch zwischen den einzelnen Kulturen erheblich voneinander. Relevant ist die Unterscheidung zwischen Gender (sozialem Geschlecht) und Sex (biologischem Geschlecht) vor allem in Hinblick auf die mit den Begriffen Mann/Frau bzw. männlich/weiblich verbundenen Erwartungen und Zuschreibungen.

Gender Mainstreaming



Der Begriff Gender Mainstreaming bezeichnet den Prozess und die Vorgehensweise, die Geschlechterperspektive in die Gesamtpolitik aufzunehmen. Dies bedeutet, die Entwicklung, Organisation und Evaluierung von politischen Entscheidungsprozessen und Maßnahmen so zu betreiben, dass in jedem Politikbereich und auf allen Ebenen die Ausgangsbedingungen und Auswirkungen auf die Geschlechter berücksichtigt werden, um auf das Ziel einer tatsächlichen Gleichstellung von Frauen und Männern hinwirken zu können. Dieser Prozess soll Bestandteil des normalen Handlungsmusters aller Ressorts und Organisationen werden, die an politischen Entscheidungsprozessen beteiligt sind. Dies trifft auch auf die Klimapolitik zu.

Geosphäre



Gesamtheit von Atmosphäre, Hydrosphäre, Kryposphäre, Biosphäre und Pedosphäre.

Gesteinsverwitterung



Verwitterung ist der allgemeine Begriff für die kombinierte Arbeit aller Prozesse, welche den physikalischen Zerfall und die chemische Zersetzung des Gesteins wegen dessen exponierter Lage an oder nahe der Erdoberfläche herbeiführen. Beispiele solcher Kräfte sind die Wirkungen von Wasser, Eis, Wind und Temperaturänderungen. Das Ergebnis von Verwitterung ist Gesteinszerstörung, bei der je nach Art der Verwitterung die gesteinsbildenden Minerale erhalten bleiben (physikalische Verwitterung) oder um- bzw. neu gebildet werden (chemische Verwitterung).

Global Environmental Facility (GEF)



Global Environmental Facility (deutsch: Globale Umweltfazilität) ist ein multilaterales Finanzierungsinstrument. Es wurde 1991 eingerichtet, um bei Vorhaben in Entwicklungsländern Belange des globalen Umweltschutzes berücksichtigen zu können. Die GEF wird von der Weltbank, dem United Nations Development Programme (UNDP) und dem Umweltprogramm der Vereinten Nationen (UNEP) gemeinsam verwaltet.

Globalisierung



Unter Globalisierung versteht man in erster Linie die zunehmende weltweite wirtschaftliche Verflechtung. Es handelt sich also um einen wirtschaftlichen Vorgang, dessen Kern der weltweite Austausch von Produkten, Ressourcen, Technologie und Kapital ist. Aber auch ökologische, kulturelle und soziale Aspekte werden mit Globalisierung in Verbindung gebracht.

Gruppe 77 und China



Schwellenländer, OPEC, AOSIS und Least Developed Countries. Die Gruppe der 77 (G 77) ist ein loser Zusammenschluss von Staaten der Dritten Welt. Die Vereinigung wurde 1964 im Verlauf der ersten Welthandelskonferenz (UNCTAD) gegründet und hat mittlerweile 131 Mitglieder. Aus dem losen Zusammenschluss folgt eine relativ schwache Institutionalisierung: Ein jährlich stattfindendes Ministertreffen in New York fasst die Grundsatzbeschlüsse, die von einem Koordinierungsausschuss an regionale Untergruppen in Genf, Nairobi, Paris, Rom und Wien weitergegeben werden. Hauptziel der G 77 ist es, die Position der Entwicklungsländer auf dem Weltmarkt zu verbessern und durch gemeinsames Auftreten eine starke Verhandlungsposition auf den UNFCCC-Klimakonferenzen und den Welthandelskonferenzen zu haben. Die Gruppe verfasst gemeinsame Erklärungen zu entwicklungspolitischen und weltwirtschaftlichen Themen wie der "Charta der wirtschaftlichen Rechte der Dritten Welt" und startet eigene handels- und wirtschaftspolitische Programme, z. B. das "Global System of Trade Preferences Among Developing Countries" (GSTP).

Hurrikan



Bezeichnung für die tropischen Wirbelstürme im westlichen Atlantik.

Hydrosphäre



Wasserhülle der Erde.

Integriertes Energie- und Klimaprogramm (IEKP)



Die Bundesregierung hat das Ziel formuliert, die CO2-Emissionen in Deutschland bis 2020 um 40 Prozent gegenüber 1990 zu verringern. In absoluten Zahlen bedeutet dies eine Reduzierung um 260 Millionen Tonnen CO2 gegenüber heutigen Werten. Zur Erreichung dieser Ziele hat die Bundesregierung bereits im August 2007 29 Eckpunkte des Integrierten Energie- und Klimaprogramms (IEKP) in Meseberg vorgestellt und deren Umsetzung beschlossen. Mit dem IEKP werden die Weichen, die der Europäische Rat der Staats- und Regierungschefs im Frühjahr 2007 unter deutscher Präsidentschaft für eine integrierte europäische Klima- und Energiepolitik gestellt hat, auf nationaler Ebene durch ein konkretes Maßnahmenprogramm umgesetzt.

Intergovernmental Panel on Climate Change (IPCC)



(Weltklimarat) Internationales Gremium aus Wissenschaftlern, das als Beratungsorgan der internationalen Klimaverhandlungen von der World Meterological Organisation, Weltorganisation für Meteorologie (WMO), und dem Umweltprogramm der Vereinten Nationen (UNEP) in Sachstandsberichten den Wissenstand der Klimaforschung umfassend darstellt.

Isotop



Isotope (griech. gleicher Ort, gemeint ist im Periodensystem) sind Atome mit gleicher Ordnungszahl aber unterschiedlicher Massenzahl. Es handelt sich also um Atome eines Elements, die sich nur durch die unterschiedliche Anzahl von Neutronen im Atomkern unterscheiden. Sehr häufig ist nur ein Isotop eines Elements stabil, während die anderen Isotope radioaktiv (d. h. instabil) sind und früher oder später zerfallen. Es gibt auch Elemente, bei denen alle Isotope instabil sind und zerfallen.

Joint Implementation (JI)



(Gemeinsame Projektumsetzung) Klimaschutzprojekt, das ein Industrieland in einem anderen Industrieland (Annex B-Land) durchführt.

JUSSCANNZ-Gruppe



Der Begriff JUSSCANNZ steht als Akronym für die Staaten Japan, die USA, die Schweiz, Kanada, Australien, Norwegen und Neuseeland. Diese OECD-Staaten haben sich im Rahmen der Klimaverhandlungen in Kyoto durch eine ablehnende bzw. blockierende Verhandlungshaltung hervorgetan.

Klima



Geschehnisse, die sich über einen längeren Zeitraum (mindestens 30 Jahre) vollziehen und die sich auf (über-)regionale, statistische Ausprägung bestimmter Variablen beziehen.

Klimaarchiv



Ein Klimaarchiv gibt Auskunft über die klimatische Vergangenheit, die Klimageschichte der Erde. Als Klimaarchiv wird somit alles bezeichnet, was Informationen über frühere Klimaverhältnisse speichert, z.B. Jahresringe von Bäumen, Sedimente aus Ozeanen und Seen, Eisbohrkerne.

Klimamodelle



Klimamodelle beinhalten die wichtigsten Elemente des Klimasystems und versuchen dessen komplexe Wechselwirkungen vereinfacht - basierend auf bekannten physikalischen Gesetzmäßigkeiten - darzustellen. Diese Rechenmodelle beziehen die einzelnen Komponenten des Systems Klima und ihre Wechselwirkungen – in unterschiedlichem Umfang – ein.

Klimasicherheit



Durch den massiven Rückgang an fruchtbaren Böden und der Wasserverfügbarkeit infolge eines schneller eintretenden Klimawandels ist auch das verstärkte Auftreten von regionalen Ressourcenkonflikten zu befürchten. Gleichzeitig ist absehbar, dass der weltweit steigende Energiebedarf in Entwicklungsländern bis 2030 überproportional zunehmen wird. Das bedeutet nicht nur die Gefahr steigender Preise für die Energieversorgung in den Industrieländern, sondern unter Umständen handfeste Konflikte um die Ausbeutung von Energieträgern. Durch die enge Beziehung zwischen Entwicklungen im Energiesektor und dem Ausmaß des Klimawandels bildet sich hierbei zunehmend ein sicherheitspolitischer Klima-Energie-Komplex heraus, für den integrierte Lösungsansätze zu suchen sind. Werden diese nicht schnell genug umgesetzt, drohen nicht mehr nur lokal begrenzte Ressourcenkonflikte, sondern (über-)regionale Konfliktlagen.

Klimaszenarien



Klimaszenarien sind Entwürfe anhand derer man zukünftige Entwicklungen der für den anthropogenen Klimawandel relevanten Faktoren ablesen kann. Szenarien sind ebenfalls Modellrechnungen, in denen bestimmte Zielwerte vorgegeben und Annahmen getroffen werden. Zum Beispiel kann man das Volumen von CO2-Emissionen in einem bestimmten Zeitraum berechnen. In einer solchen Modellrechnung lässt sich ermitteln, mit welchen Voraussetzungen bestimmte Zielvorgaben, z.B. Reduzierung von CO2 um den Betrag X, erreicht werden könnte. Klimaszenarien helfen zudem, mit Zukunftsentwürfen zu experimentieren und mögliche Entwicklungen vorab einschätzen zu können. Damit können mögliche Risiken minimiert werden und es kann vorsorgeorientiert gedacht und gehandelt werden. Derzeit konzentrieren sich die wichtigsten Klimaszenarien auf den zukünftigen Verlauf der Emissionen der Treibhausgase. Wichtig ist zu wissen, dass Szenarien – anders als Prognosen – nicht vorhersagen können, was in Zukunft passieren wird, sondern unterschiedliche Möglichkeiten dessen aufzeigen, was geschehen könnte.

Kraft-Wärme-Kopplung



Die Nutzung von Abwärme aus der Stromerzeugung, z.B. Kondensationswärme von Dampfturbinen oder heiße Abgase von Gasturbinen für industrielle Zwecke oder für Quartierbeheizung.

Kraft-Wärme-Kopplung-Gesetz (KWK)



Die in den Kraftwerken eingesetzte Primärenergie (hauptsächlich Kohle oder Gas) zur Stromerzeugung kann lediglich zu 35 Prozent genutzt werden. Der große Rest der Energie wird in Form von Wärme an die Umgebung ungenutzt abgegeben. Bei der Kraft-Wärme-Kopplung (KWK) werden Strom und Wärme synchron erzeugt, so dass mehr als 90 Prozent der eingesetzten Energie nutzbar sind. Es gibt verschiedene Möglichkeiten dieses Prinzip umzusetzen, und zwar über Fernwärme oder durch Blockheizkraftwerke (BHKW). Das bundesweite Kraft-Wärme-Kopplung-Gesetz regelt die Vergütung und Abnahme von Strom aus KWK-Anlagen, der in das allgemeine Netz eingespeist wird. Betreiber eines Blockheizkraftwerks erhalten von ihrem Netzbetreiber vor Ort einen Zuschlag für den eingespeisten Strom.

Kryosphäre



Die Kryosphäre umfasst alle Formen von Schnee und Eis (Meer-, Schelf- und Inlandeis) sowie die Gebirgsgletscher.

Kyoto-Protokoll



Das Kyoto-Protokoll ist eine Ergänzung der UNFCCC. In ihm haben sich die Industriestaaten erstmals verbindlich zur Reduktion ihrer Treibhausgasemissionen im Zeitraum 2008-2012 um 5,2 Prozent unter das Niveau von 1990 verpflichtet. Es wurde 1997 verabschiedet und trat 2005 in Kraft. Dabei haben die einzelnen Länder unterschiedliche Emissionsbegrenzungsverpflichtungen akzeptiert.

Least Developed Countries (LDCs)



Der Begriff LDCs (deutsch: am wenigsten entwickelte Länder) ist ein von den Vereinten Nationen definierter sozialökonomischer Status, den eine Gruppe von 50 besonders armen Ländern überall in der Welt besitzt. Diese am wenigsten entwickelten Länder der Welt werden oft auch als "Vierte Welt" bezeichnet.

Linking-Direktive



"Richtlinie 2004/101/EG des Europäischen Parlaments und des Rates vom 27. Oktober 2004 zur Änderung der Richtlinie 2003/87/EG über ein System für den Handel mit Treibhausgasemissionszertifikaten in der Gemeinschaft im Sinne der projektbezogenen Mechanismen des Kyoto-Protokolls." Die Linking-Direktive verbindet das europäische Emissionshandelssystem mit dem Kyoto-Protokoll, indem sich Unternehmen Reduktionszertifikate aus Joint Implementation- und Clean Development Mechanism-Projekten anerkennen lassen können, um ihre Verpflichtungen innerhalb des EU-Systems zu erfüllen.

Marrakesh Accords



Völkerrechtliche Vereinbarung zur Konkretisierung des Kyoto-Protokolls, u.a. zu den flexiblen Mechanismen und der Anrechenbarkeit von  Senken. Sie entstanden bei COP 7 (7. Vertragsstaatenkonferenz der Klimarahmenkonvention) in Marrakesch.

Meeting of the Parties (MOP)



Treffen der Unterzeichnerstaaten des Kyoto-Protokolls. Nach dem Inkrafttreten des Kyoto-Protokolls sind die jährlichen Klimakonferenzen nicht mehr nur Vertragsstaatenkonferenz der Klimarahmenkonvention (COP), sondern auch Treffen der Unterzeichnerstaaten des Kyoto-Protokolls.

Megacity / Megastadt



Als Megacity werden im Allgemeinen Städte bezeichnet, die mehr als drei (beziehungsweise je nach Definition mehr als fünf, acht oder zehn) Millionen Einwohner haben.

Milankovic-Zyklen



Zyklische Veränderungen des Abstandes zwischen Erde und Sonne und damit auch die sich im Laufe der Zeit verändernde Menge der Sonnenstrahlung.

Mitigation



Vermeidung und Minderung von klimaschädlichen Gasen.

Modal Split



Modal Split wird in der Verkehrsstatistik die Verteilung des Transportaufkommens auf verschiedene Verkehrsträger (Modi) genannt. Eine andere gebräuchliche Bezeichnung im Personenverkehr ist Verkehrsmittelwahl. Der Modal Split ist Folge des Mobilitätsverhaltens der Menschen und der wirtschaftlichen Entscheidungen von Unternehmen einerseits und des Verkehrsangebots andererseits.

Nationaler Allokationsplan (NAP)



Eine gemäß Art. 9 der europäischen Emissionshandelsrichtlinie von jedem Mitgliedsstaat der Europäischen Union jeweils am Anfang einer Handelsperiode zu erstellende Aufstellung über die Zuteilung von Emissionsberechtigungen. Die Festlegung der nationalen Mengenkontingente für Emissionsberechtigungen (zunächst nur für Kohlendioxid (CO2)) sowie die Regeln für deren Zuteilung an beteiligte Unternehmen bzw. Anlagenbetreiber waren Grundlage für das 2005 in der EU eingeführte neue klimaschutzpolitische Instrument des Emissionshandels.

Natürlicher Klimawandel



Das Klima befindet sich in einem ständigen Wandel. Warm- und Kaltzeiten haben sich im Laufe der Erdgeschichte abgelöst und neue klimatische Bedingungen auf der Erde geschaffen. Relevante Faktoren, die sich auf das Klima auswirkten, waren einst Tektonik und Vulkanismus und der sich verändernde CO2-Gehalt im Austausch mit der Vegetation und Gesteinsverwitterung.

Natürlicher Treibhauseffekt



Als Treibhauseffekt bezeichnet man die Erderwärmung durch Treibhausgase in der  Atmosphäre. Diese in der Atmosphäre angesammelten Treibhausgase verhindern die Wärmerückstrahlung von der Erdoberfläche ins All. Neben dem natürlichen gibt es den so genannten anthropogenen Treibhauseffekt. Dieser wird vom Menschen durch den vermehrten Ausstoß klimaschädlicher Treibhausgase hervorgerufen. Durch die industrialisierte Welt erhöht sich der Anteil der Spurengase, so dass es zu einer überdurchschnittlichen Erwärmung, dem so genannten Klimawandel, kommt.

Nicht-Regierungs-Organisationen / Non-Governmental Organisations (NGOs)



Eine Nicht-Regierungs-Organisation (NRO), d.h. eine nichtstaatliche Organisation, ist eine nicht auf Gewinn ausgerichtete, von staatlichen Stellen weder organisierte noch abhängige Organisation.

Ökologischer Rucksack



Der ökologische Rucksack ist die sinnbildliche Darstellung der Menge an Ressourcen, die bei der Herstellung, dem Gebrauch und der Entsorgung eines Produktes oder einer Dienstleistung verbraucht werden. Sie soll im Rahmen der Ökobilanz einen Vergleichsmaßstab bieten, mit dem verdeutlicht wird, welche ökologischen Folgen die Bereitstellung bestimmter Güter verursacht. Das Modell geht zurück auf Friedrich Schmidt-Bleek, der es 1994 im Rahmen der Überlegungen zum Material-Input pro Serviceeinheit (MIPS) erstmals veröffentlichte.

Ökosteuer



Durch das "Gesetz zum Einstieg in die ökologische Steuerreform" wurde zum April 1999 eine Besteuerung des Energieverbrauchs in mehreren Schritten beschlossen. Dadurch sollten CO2-Emissionen reduziert und zugleich der Faktor Arbeit von Steuern bzw. Sozialversicherungsbeiträgen entlastet werden. Das Aufkommen der Ökosteuer fließt zu gut 90 Prozent in die Rentenkassen.

OPEC



Erdölexportierende Staaten

Ozonbildung



Ozon bildet sich in der  Atmosphäre vor allem auf drei Arten: 1. Energiereiche Sonnenstrahlung spaltet Sauerstoff-Moleküle in der Stratosphäre in zwei einzelne Atome, die sich jeweils mit einem weiteren Sauerstoff-Molekül zu Ozon vereinigen. 2. In Erdnähe bildet sich Ozon aus einer Reaktion zwischen Stickstoffdioxid NO2 und Sauerstoff O2 unter dem Einfluss von UV-Strahlung. 3. Durch ein Gewitter: Durch den elektrischen Stromfluss zwischen Wolke und Erdboden bei der Blitzentladung entsteht Ozon (aber auch Salpetersäure und andere Stoffe).

Paläoklimatologie



Teilgebiet der Klimatologie, das sich mit der Klimageschichte beschäftigt, um daraus Rückschlüsse für die Zukunft zu ziehen.

Parallel tracks



Multilaterale Vereinbarungen: Initiativen außerhalb des Klimaregimes.

Pedosphäre



Die Pedosphäre umfasst den obersten Bereich der festen Erde (Erdkruste) und den obersten Erdmantel (Boden).

Photochemische Reaktion



Reaktion von Teilchen miteinander unter Einwirkung von Sonnenstrahlen.

Photosynthese



Photosynthese bezeichnet die Umwandlung von Kohlendioxid und Wasser in Kohlenhydrate bei Ausnutzung der Lichtenergie der Sonne durch die Pflanzen und photo(auto)trophen Bakterien. Die Photosynthese ist die Grundlage des Lebens auf der Erde. Alle grünen Pflanzenteile sind in der Lage Photosynthese zu betreiben. Die Photosynthese läuft dabei in den Chloroplasten, das Organ in der Pflanzenzelle welches das Blattgrün, das sogenannte Chlorophyll enthält, ab. Dabei wird aus Kohlendioxid (CO2) und Wasser (H2O) unter der Einwirkung von Licht, Traubenzucker (C6H12O6) und Sauerstoff (O2) gebildet. Die Photosynthesegleichung lautet:
6CO2 + 12H2O x Licht = C6H12O6 + 6H2O + 6O2.

Post-2012



Mit dem Kyoto-Protokoll haben sich die Industriestaaten erstmals verbindlich zur Reduktion ihrer Treibhausgasemissionen verpflichtet. Diese erste Verpflichtungsperiode geht bis 2012. Der Zeitraum der nach dieser ersten Verpflichtungsperiode folgt wird "Post-2012" genannt. Für die weiteren internationalen Verhandlungen ist es wichtig, weitere Klimaschutzziele festzulegen und auch über das Jahr 2012 hinaus (post-2012) die internationale Klimaschutzpolitik voranzutreiben.

Post-SRES-Szenarien



In so genannten Post-SRES-Szenarien geht es darum, die Auswirkungen alternativer Klimapolitiken darzustellen. Hier interessiert, wie sich ein Szenario verändern könnte, wenn zum Beispiel die CO2-Emissionen auf einem bestimmten Niveau stabilisiert würden. Diese Post-SRES-Szenarien nennt man deshalb auch Stabilisierungsszenarien.

Primärenergieverbrauch



Der Primärenergiebedarf gibt an, welcher Gegenwert an Energieträgern (Braunkohle, Steinkohle, Erdgas, Erdöl, Uran) insgesamt gefördert werden muss, um zum Beispiel die notwendige Energie für Raumwärme und Warmwasserbereitung bereitzustellen. Enthalten sind alle Aufwendungen von der Förderung¸ über den Transport bis zur Umwandlung sowie Leitungsverluste und der Eigenverbrauch. Primärenergieverbrauch ist der Verbrauch von Primärenergie den ein Vorgang erfordert. Der Primärenergieverbrauch ergibt sich aus dem Endenergieverbrauch und den Verlusten die bei der Erzeugung der Endenergie aus der Primärenergie auftreten. Der Begriff Energieverbrauch ist im physikalischen Sinne falsch (Energieerhaltungssatz). Aber der Begriff Primärenergieverbrauch wird verständlich, wenn man betrachtet, dass größtenteils Kohle, Erdgas, Erdöl, Uran als Träger der Primärenergien eingesetzt werden, und diese Stoffe bei der Energieumwandlung verbraucht werden.

Public Value



Orientierung am Wohl der Bürger und der örtlichen Gemeinschaft

Radiokohlenstoffdatierung



Methode zur radiometrischen Datierung von kohlenstoffhaltigen, vor allem organischen Materialien bis zu einem Alter von etwa 50.000 Jahren.

Ressourceneffizienz



Ressourceneffizienz gibt das Verhältnis zwischen Wertschöpfung (z.B. einem Produkt oder dem Bruttoinlandsprodukt) und dem zur Erzeugung notwendigen Ressourceneinsatz (z.B. Energieverbrauch) an.

Salzkaverne



Hohlräume, die durch den Abbau von Salz entstanden sind.

Satellitenstadt



Wohnsiedlung in der Nähe einer Großstadt mit starker Abhängigkeit von dieser.

Schwellenländer



Schwellenländer sind Staaten wie China, Indien oder Brasilien, die durch einen langjährigen wirtschaftlichen Aufschwung und damit verbundene hohe wirtschaftliche Wachstumsraten geprägt sind.

Senken



Systeme, die Treibhausgase aus der Atmosphäre entfernen. Eine CO2-Senke stellt z.B. ein Wald dar, da Bäume atmosphärisches CO2 binden. Artikel 3 des Kyoto-Protokolls erklärt die Möglichkeit, die Schaffung von zusätzlichen Senken auf die Emissionsreduktionsverpflichtungen anrechnen zu lassen.

Sensibilität



Die Sensibilität eines Systems zeigt an, wie stark es auf klimatische Veränderungen reagiert. Beispielsweise könnten sich die Struktur einer Volkswirtschaft oder eines Ökosystems verändern oder deren Funktionsweise beeinträchtigt oder gar zerstört werden.

Shareholder Value



Managementprinzip, das den Nutzen für die Aktionäre an die erste Stelle setzt. Der Anteilseigner profitiert im Idealfall von einer hohen Dividende und steigenden Kursen.

Side Event



Nebenveranstaltungen bei den jährlich stattfindenden Klimaverhandlungen. Mit diesen Side Events wird durch die Bereitstellung von Informationen und fachlicher Beratung aktive Lobbyarbeit geleistet, und es besteht die Möglichkeit so direkt mit Delegationsvertretern ins Gespräch zu kommen.

Silage



Als Silage bezeichnet man Pflanzenmaterial, das durch Milchsäuregärung haltbar gemacht wurde. Dadurch lässt sich Silage gut im Silo lagern und dient als Futter für wiederkäuende Tiere (Kühe und Schalenwild) und als Grundstoff zur Erzeugung von Biogas.

Silikatverwitterung



Silikate machen rund 60 Prozent aller Minerale der Erdkruste aus. S. auch Gesteinsverwitterung.

SRES-Szenarien (Special Report on Emission Scenarios)



"Passive Referenzszenarien". Die Grundlage der aktuellen wissenschaftlichen Diskussion um den weiteren Verlauf des Klimawandels bilden die so genannten SRES-Szenarien (Special Report on Emission Scenarios), die sich auf zukünftige Emissionen der Treibhausgase beziehen. Sie wurden in dem dritten Wissensstandsbericht des Weltklimarates von 2001 vorgestellt. Insgesamt wurden 40 so genannte SRES-Szenarien entwickelt, die in vier Szenarienfamilien gruppiert wurden: A1 – A2 – B1 – B2. Den Szenarienfamilien liegt eine Koppelung unterschiedlicher sozioökonomischer Ausgangsannahmen zugrunde. Wichtige Einflüsse auf die sozioökonomischen Infrastrukturen haben etwa die Anzahl der auf dem Planeten lebenden Menschen, der Umgang mit Energie und Ressourcen und die technologische Entwicklung. Bei den Szenarienfamilien werden diese Einflussgrößen miteinander kombiniert, weil man davon ausgeht, dass sie wahrscheinlich für die zukünftige Emissionsentwicklung verantwortlich sind.

Städtebaulicher Vertrag



Der städtebauliche Vertrag regelt die Zusammenarbeit der öffentlichen Hand mit privaten Investoren. Gemäß deutschem BauGB ist dieser Vertrag als vereinfachtes Verfahren (ohne Bebauungsplanverfahren o.ä.) der Bauleitplanung möglich. Städtebauliche Verträge sind im Baugesetzbuch (§ 11) geregelt und stellen eine Sonderform der öffentlich-rechtlichen Verträge dar. Sie dienen der Erfüllung städtebaulicher Aufgaben; sie ergänzen somit das hoheitliche Instrumentarium des Städtebaurechts.

Stern Review



Der ehemalige Chefökonom der Weltbank, Sir Nicholas Stern, hat im Auftrag der britischen Regierung in einem rund 650 Seiten umfassenden Bericht den derzeitigen Wissensstand über die wirtschaftlichen Folgen der globalen Erwärmung untersucht. Eine der Hauptaussage des Reports besteht darin, dass der Nutzen frühzeitigen Handels zur Bekämpfung des Klimawandels die entstehenden Kosten überwiegen wird. Erschienen ist der Bericht Ende 2006.

Stoffkreislauf



Kreislauf von Elementen oder Verbindungen in Organismen, Ökosystemen oder in der Biosphäre. In den meisten Ökosystemen sind die Stoffkreisläufe jedoch nicht geschlossen.

Strahlungsantriebe



Maßstab für den Einfluss, den ein einzelner Faktor auf die Veränderung des Strahlungshaushalts der Atmosphäre und damit auf den Klimawandel hat. Er wird in Watt pro Quadratmeter gemessen. Ein positiver Strahlungsantrieb, z.B. durch die zunehmende Konzentration langlebiger Treibhausgase, führt zu einer Erwärmung der bodennahen Luftschicht. Ein negativer, z.B. durch die Zunahme von Aerosolen, hingegen bewirkt eine Abkühlung.

Strahlungshaushalt



Teil der Energiebilanz der Erde. Der einfallenden (Sonnen-) Strahlung wird die von der Erde reflektierte Strahlung gegenübergestellt (auch Strahlungsbilanz). Die Differenz aus Strahlungsaufnahme und Strahlungsabgabe wird als Nettostrahlung bezeichnet. Treibhausgase führen zu einer Veränderung des Strahlungshaushaltes und damit zum Strahlungsantrieb.

Suburbanisierung



Suburbanisierung beschreibt den Prozess der Dekonzentration von Agglomerationsräumen bzw. Stadtregionen. Verursacht durch den Prozess der Stadt-Rand-Wanderung von Bevölkerung und Wirtschaftsbetrieben, führt die Suburbanisierung zu einem flächenhaften Wachstum größerer Städte und Agglomerationsräume über die Stadtgrenzen hinaus in den suburbanen Raum, wobei aufgrund gleichzeitiger Entleerungstendenzen der innerstädtischen Betriebe die Gesamtzahl der Einwohner und Arbeitstätten häufig gar nicht oder nur gering anwächst. Der Prozess der Suburbanisierung wurde zuerst in den USA beobachtet und zeigt sich heute mehr oder weniger stark in allen westlichen Industrieländern.

Supplementaritätsprinzip



Das Supplementaritätsprinzip schreibt vor, dass CDM und JI nur ergänzend zu Emissionsminderungen im Inland angewendet werden sollen. Eine genaue Festlegung bzw. Quantifizierung, welcher Anteil der Minderungsverpflichtungen im Ausland erfüllt werden darf, wurde jedoch nicht vorgenommen. Bei der COP 6 in Bonn einigte man sich darauf, die Anrechenbarkeit der flexiblen Mechanismen nicht zu begrenzen. (Ein Zugeständnis an die "Bremser")

Taifun



Bezeichnung für die tropischen Wirbelstürme im westlichen Pazifik.

Tektonik



Aufbau und Verschiebung der Erdkruste.

Treibhausgaspotenzial



s. auch CO2-Äquivalent, Lachgas beispielsweise hat ein sehr hohes Treibhausgaspotenzial von 310. Das bedeutet, eine Tonne Lachgas ist so klimaschädlich wie 310 Tonnen Kohlendioxid.

Tropensturm



Tropische Wirbelstürme rotieren zyklonal, auf der Nordhalbkugel entgegen dem Uhrzeigersinn. Diese Rotation verleiht dem Wirbelsturm seine typischen, spiralförmig angeordneten Wolkenbänder. Tropische Wirbelstürme können gewöhnlich nur in den Tropen oder Subtropen entstehen. Im Spätsommer verdunsten große Mengen Wasserdampf, die mit der warmen Luft aufsteigen, diese beginnen wegen der Corioliskraft zu drehen: Ein riesiger Wirbel entsteht. In dessen Mitte befindet sich das "Auge", dort ist es völlig ruhig. Auf dem Festland wird der Wirbel schwächer, weil der Nachschub an feuchtwarmer Luft fehlt. Im Inneren des Wirbelsturms herrscht dabei ein Tiefdruckgebiet und völlige Windstille, während in den äußeren Teilen sehr hohe Windgeschwindigkeiten erreicht werden können und Hochdruck herrscht.

Umbrella Group



Erweiterung der JUSSCANNZ-Gruppe um Russland und die Ukraine kurz nach der COP 3 in Kyoto.

United Nations Framework Convention on Climate Change (UNFCCC)



Internationales Umweltabkommen zur Bündelung der weltweiten Anstrengungen zur Bekämpfung der globalen Erwärmung. Die Konvention legt die Kernziele und Prinzipien der internationalen Klimapolitik fest und bildet die Grundlage für weiter gehende Abkommen wie das Kyoto-Protokoll. Sie wurde 1992 verabschiedet und trat 1994 in Kraft.

Verwundbarkeit (Vulnerability)



Verwundbarkeit ist das Ausmaß der Gefährdung, den negativen Folgen des Klimawandels ausgesetzt zu sein, bzw. der Unfähigkeit, sich dem Charakter und der Intensität des Wandels anzupassen.

Wertschöpfung



Wertschöpfung ist – in einer Geldwirtschaft – das Ziel produktiver Tätigkeit. Diese transformiert vorhandene Güter in Güter mit höherem Geldwert. Der zusätzlich geschaffene Wert kann als Einkommen verteilt werden. Wertschöpfung als Kennzahl misst den Ertrag wirtschaftlicher Tätigkeit als Differenz zwischen der Leistung einer Wirtschaftseinheit und der zur Leistungserstellung verbrauchten Vorleistung.

Wetter



kurzfristige Geschehnisse in der  Atmosphäre an einem bestimmten Ort und zu einer bestimmten Zeit.

Wetterextreme



Mit Wetterextremen kann ein Einzelereignis gemeint sein, das im Verhältnis selten auftritt, jedoch einen großen Schaden verursacht, wie beispielsweise ein Orkan oder auch jahreszeitliche Ausprägungen, wie ein besonders heißer Sommer. Extrem bedeutet dabei, dass die aufgetreten Werte von dem geläufigen Mittelwert relativ weit abweichen und nicht mehr der Norm entsprechen.

Wirkungsgrad



Der Wirkungsgrad ist das Verhältnis von abgegebener und aufgenommener Leistung bei der Energieumwandlung. Er ist ein Maß für die Energieeffizienz und für den notwendigen Ressourceneinsatz. Dabei muss unterschieden werden zwischen dem elektrischen Wirkungsgrad, der nur die Stromerzeugung berücksichtigt, dem thermischen Wirkungsgrad bei der Wärmeumwandlung und dem Gesamt-Wirkungsgrad. Typische heute technisch erreichte Wirkungsgrade sind: Photovoltaik 10 Prozent, Kohlekraftwerke 45 Prozent, Brennstoffzelle 30 - 55 Prozent, Gaskraftwerke 60 Prozent, Blockheizkraftwerke 70 – 85 Prozent, Dieselmotor 30 Prozent, Benzinmotor 25 Prozent. Die Erhöhung der Wirkungsgrade ist ein wesentliches Ziel der Energieforschung.

Zwischenstaatliche Organisationen



Eine zwischenstaatliche Organisation bezeichnet eine staatliche internationale Organisation. Der Begriff wird nur in Abgrenzung zu den nichtstaatlichen internationalen Organisationen verwendet, die in den Sozialwissenschaften ebenfalls als internationale Organisationen bezeichnet werden.

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