Afrika
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Staatliche Unabhängigkeit seit den fünfziger Jahren

5.12.2005

Erste Erfolge



Sudan und Ghana waren die ersten afrikanischen Staaten, die 1956 bzw. 1957 die Unabhängigkeit erlangten. Unter seinem Präsidenten Kwame Nkrumah wurde Ghana zum Motor der afrikanischen Unabhängigkeitsbewegung. Der ideologische Überbau für diese Aktivitäten war der Panafrikanismus, ein vor allem von Afro-Amerikanern bereits in den zwanziger Jahren entwickeltes Ordnungsmodell, demzufolge das Heil Afrikas im Abschütteln der kolonialen Grenzen und in der Einigung des gesamten Kontinents liegen würde (siehe auch Seite 35ff.). Nkrumah wurde zum herausragenden afrikanischen Vertreter dieses Modells. Seine Hoffnungen wurden allerdings im Verlaufe der Dekolonialisierung enttäuscht.

Die nationalen afrikanischen Eliten hatten kein Interesse daran, die gerade erworbene politische Macht und die damit verbundene Möglichkeit, wirtschaftliche Ressourcen zu kontrollieren, an eine kontinentale Ordnungseinheit abzutreten. Im Gegenteil: Sie konzentrierten sich in den ersten Jahren der Unabhängigkeit darauf, die Machtfülle, die die staatliche Zentralgewalt in den Kolonialregimen hatte, zu konservieren und den nationalen Zusammenhalt sowie die territoriale Einheit ihres Landes zu festigen. Die beiden wichtigsten Prinzipien, auf die sich die 1963 gegründete Organisation für Afrikanische Einheit (OAU) einigen konnte und die in der Folgezeit ihre Politik bestimmten, waren die Nichteinmischung in die inneren Angelegenheiten eines ihrer Mitgliedsstaaten und die Unverletzlichkeit der Grenzen.

Im Jahr 1960 wurden 17 afrikanische Staaten südlich der Sahara unabhängig, bis zum Jahr 1968 hatten dieses Ziel doppelt so viele Kolonien erreicht. In der Regel verlief dieser Prozeß relativ unblutig. Ausnahmen waren die sogenannten Siedlerkolonien, wozu auch die portugiesischen Besitzungen in Angola und Moçambique zu zählen sind. In Kenia, wo sich eine relativ große Zahl europäischer Siedler niedergelassen hatte, waren radikale und weniger gebildete Afrikaner, die durch die Landnahme der Europäer in der Zentralregion besonders betroffen waren, nicht bereit, eine lange Übergangsphase bis zur Erlangung der Unabhängigkeit zu akzeptieren. Ihr bewaffneter Aufstand im Jahr 1952 und die darauf folgende verschärfte Repression durch die Briten führte zum Mau-Mau-Guerillakrieg, der bis 1956 zahlreiche Opfer forderte. Kenia erlangte 1963 die Unabhängigkeit. In den beiden Siedlerkolonien Rhodesien/Simbabwe und Namibia dauerte der Prozeß der Dekolonialisierung bis 1980 bzw. 1990; in beiden Fällen war er mit langjährigen Kriegen verbunden.

Die blutigsten Unabhängigkeitskämpfe wurden allerdings in den portugiesischen Kolonien, allen voran in Angola und Moçambique, ausgetragen. Das autoritäre Regime in Portugal und die mit ihr eng verbundene Kolonialelite glaubten, ohne die Einkünfte aus den afrikanischen Kolonien nicht auskommen zu können. Sie waren deshalb auch dazu bereit, verlustreiche und teure Kriege in ihren Überseebesitzungen zu führen. Die menschlichen und monetären Kosten dieser Kriege trugen ihrerseits wiederum zum Sturz der portugiesischen Diktatur bei. Nach dem Sieg der Nelkenrevolution in Portugal im Jahr 1974 wurden auch seine afrikanischen Kolonien in die Unabhängigkeit entlassen.



 

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