Afrika

5.12.2005 | Von:
Ulrich Jürgens

Großstädte Afrikas - Kairo, Lagos und Johannesburg

In Afrika südlich der Sahara ist trotz einer raschen Zunahme der Stadtbevölkerung die Verstädterungsquote mit etwa 30 Prozent im Vergleich zu anderen Regionen gering. Schon allein nördlich der Sahara ist diese doppelt so hoch. Mehr als zwei Drittel der subsaharischen Bevölkerung Afrikas lebt heute noch im ländlichen Raum und ist überwiegend von einer Beschäftigung in der Landwirtschaft abhängig.

Kinder als Straßenverkäufer in BeninKinder als Straßenverkäufer in Benin (© Adelheid Hahmann)

Zuwanderungsmagnet Stadt

In Afrika südlich der Sahara ist trotz einer raschen Zunahme der Stadtbevölkerung die Verstädterungsquote mit etwa 30 Prozent im Vergleich zu anderen Regionen gering; schon allein nördlich der Sahara ist diese doppelt so hoch. Mehr als zwei Drittel der subsaharischen Bevölkerung Afrikas lebt heute noch im ländlichen Raum und ist überwiegend von einer Beschäftigung in der Landwirtschaft abhängig.


Obwohl der Prozess der Verstädterung neue Dynamik hervorbrachte, hat sich diese bisher nicht spürbar auf das wirtschaftliche Wachstum der jeweiligen Länder ausgewirkt. Zwischen 1980 und 2001 nahm die städtische Bevölkerung in Afrika im Durchschnitt um 4,7 Prozent pro Jahr zu, während das wirtschaftliche Wachstum pro Kopf um 0,6 Prozent pro Jahr zurückging. Die geringe Einbindung Afrikas in die Weltwirtschaft hatte zur Folge, dass von der zunehmenden Globalisierung nur wenig positive Impulse auf die städtische Entwicklung ausgegangen sind. Der Großteil der Bevölkerung lebt an der ökonomischen, sozialen und räumlichen Peripherie. Ausnahmen bilden einzelne Städte im südlichen Afrika, wie Johannesburg, Kapstadt oder Windhuk sowie die nordafrikanischen Großstädte.

Informelles Handeln

Eine hohe Zuwanderung in die Großstädte Afrikas hat bei einem gleichzeitigen Rückgang der formellen Beschäftigungsverhältnisse eine sichtbare Informalisierung der Privatwirtschaft bewirkt. Der informelle Sektor, auch Schattenwirtschaft genannt, ist von einer hohen Flexibilität und Dynamik geprägt. Die Menschen stellen sich auf die wechselnden Bedürfnisse der Stadt und ihrer Bewohner ein und bieten entsprechende Dienstleistungen oder ihre Arbeitskraft an. Die Palette der für diesen Bereich typischen Berufe und Gewerbe ist bunt, sie umfasst unter anderem die Textilverarbeitung, das Friseurhandwerk oder den Verkauf von Alltagswaren auf der Straße. Diese Verrichtungen und die daraus gewonnenen Einkünfte werden in der Regel nicht behördlich registriert und bleiben unversteuert. In Ländern wie Mosambik oder Malawi gehen mehr als 80 Prozent der Beschäftigten informellen Tätigkeiten nach. Hierunter befinden sich viele Menschen, die sich mit Gelegenheitsarbeiten über Wasser halten, jedoch auch Inhaber von Filialen und immer häufiger global agierende Unternehmer und Unternehmerinnen, die z.B. im Schmuckgewerbe, im Verkauf von Naturarzneien oder in der Videoindustrie eine nicht unerhebliche Anzahl neuer Arbeitsplätze schaffen.


Die Geschichte des Kolonialismus und seiner Folgen wird immer wieder neu ausgehandelt. Welche Gegenerzählungen zur westlichen Kolonialgeschichte gibt es, die im Kampf um "historische Wahrheiten" häufig an den Rand gedrängt wurden? Wie wirkt das koloniale Zeitalter in ehemaligen Kolonialstaaten und anderen Gesellschaften nach?

Mehr lesen

Mediathek

Der afrikanische Kontinent

Afrika ist eng mit anderen Teilen der Welt verbunden, im Hinblick auf seine Geschichte, auf frühere Migrationen und auf die heutige Wirtschaft.

Jetzt ansehen

Dossier

Afrikanische Diaspora in Deutschland

In Texten und Bildern spiegelt dieses Dossier eine eigenständige Schwarze Geschichte wider, die einen integralen Bestandteil der deutschen Vergangenheit und Gegenwart darstellt.

Mehr lesen

Dossier

Innerstaatliche Konflikte

Vom Kosovo nach Kolumbien, von Somalia nach Süd-Thailand: Weltweit schwelen über 280 politische Konflikte. Und immer wieder droht die Lage gewaltsam zu eskalieren.

Mehr lesen

Eine Farm im Nordosten Kenias im Jahre 1938. Die aus Deutschland von den Nazis vertriebene Jüdin Jettel Redlich steht vor der unscheinbaren Wellblechfarm ihres Mannes. Kinofenster.de bietet passende filmpädagogische Begleitmaterialien für den Schulunterricht.

Mehr lesen auf kinofenster.de