Afrika

20.5.2005 | Von:
Stephan Kaußen

Südafrikas gelungener Wandel

Schlussbemerkung

In Südafrika steht - im Gegensatz zu weiten Teilen Afrikas - hinsichtlich der demokratischen Entwicklung seit Jahren nicht mehr das große Ob im Raume, sondern "nur noch" die Detailfrage des Wie. Allerdings mögen präsidialer Zentralismus und Einparteienhegemonie Anfänge eines von Konkurrenzdemokraten befürchteten Demokratiedefektes sein, den u.a. Samuel P. Huntington als Analytiker der "Dritten Demokratisierungswelle" allgemein in Transformationsstaaten festgestellt hat: "With third-wave democracies the problem is not overthrow but erosion: the intermittent or gradual weakening of democracy by those elected to lead it."[22] Eine Behauptung, die in Südafrikas Nachbarschaft Zimbabwe und in Ansätzen auch Namibia sowie etwa in Osteuropa Weissrussland und Russland als ebenso junge Demokratien wie Südafrika bestätigt haben. Das neue Südafrika hat bislang allerdings in seiner politischen und wirtschaftlichen Ordnung einen stabilen, positiven Organisations- und Rationalitätsgrad verinnerlicht, der ebenso atypisch für Afrika ist wie die Beherzigung der allgemeinen Rechtsstaatsgarantie als essenzielle Voraussetzung einer demokratischen Konsolidierung. Dabei bleibt es erstaunlich, wie wenig sich die oben angedeuteten sozio-ökonomischen Enttäuschungen und sozio-kulturellen Spannungen bislang zuungunsten der demokratischen Legitimität ausgewirkt haben.


Fußnoten

22.
Samuel P. Huntington Democracy for the Long Haul, in: Journal of Democracy, (1996) 7, S. 8.

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