Blick auf das Gebäude des brasilianischen Nationalkongress, ein Gebäude des Architekten  Oscar Niemeyer.

Woher nimmt Brasilien seine Energie?


30.5.2014
Brasilien setzt bei seiner Energieversorgung auf alle verfügbaren Ressourcen. Doch die Nutzung erneuerbarer Energien steckt – außer bei der Wasserkraft – noch in den Kinderschuhen. Die Versorgung kann mit dem steigenden Verbrauch kaum Schritt halten.

Windturbinen in Aracati im Bundesstaat CearaWindturbinen in Aracati im Bundesstaat Ceara (© picture alliance/AFP Creative )

Brasilien besitzt mit 200.000.000 Einwohnern nahezu zweieinhalbmal soviel Menschen wie Deutschland und ist die sechstgrößte Volkswirtschaft der Welt. Das Land ist mit 8.514.877 km² Fläche fast 24 Mal größer als Deutschland (357.022 km² Fläche), seine kontinentalen Ausmaße überragen selbst Europa. Um die Herausforderungen und die Probleme des Landes für die Energieversorgung richtig zu verstehen, muss man sich zunächst diese gewaltigen Dimensionen vor Augen führen.

Brasilien besitzt eine föderale Struktur (27 Bundesstaaten). Die Wirtschaftskraft und damit verbunden der Energiekonsum ist auf die einzelnen Bundesstaaten sehr ungleich verteilt. Das wirtschaftliche Geschehen konzentriert sich im Süden und Südosten des Landes im Dreieck der Ballungsräume São Paulo, Rio de Janeiro und Belo Horizonte. Der Bundesstaat São Paulo ist das wirtschaftliche Zentrum Brasiliens. Allein in diesem Bundesstaat, der nur 3 Prozent der Fläche Brasiliens (249.000 km²) ausmacht und annähernd so groß ist wie die alte Bundesrepublik Deutschland leben über 41 Millionen Einwohner (20 Prozent der Bevölkerung). Zwischen 35 Prozent und 40 Prozent der brasilianischen Industrieproduktion wird im Bundesstaat São Paulo erzeugt, ein Drittel des brasilianischen BIP. Die Energieversorgungsstruktur ist über das gesamte Land verteilt und über ein 115.000 km langes Übertragungsnetz mit den großen Verbrauchszentren verbunden. Über 93.000 km davon werden mit über 230 Kilovolt (kV) Hochspannung betrieben. Mit chinesischer Beteiligung wird seit 2014 eine 800 kV Hochspannungs-Gleichstromleitung über 2.092 km aus dem Amazonas in den Süden des Bundesstaats Minas Gerais gebaut. Die Fertigstellung ist für Januar 2018 vorgesehen.

Wohlstand, Wachstum und Energie



Seit der Regierungsübernahme durch Lula da Silva im Jahre 2003, betreibt Brasilien eine auf wirtschaftliches Wachstum und Steigerung des Wohlstands ausgerichtete Politik, die von der jetzigen Präsidentin Dilma Rousseff weitgehend unverändert fortgeführt wurde. Aus dieser Politik resultieren drei sehr starke und stabile Impulse, die den Energieverbrauch des Landes nachhaltig antreiben:

  1. Die Bevölkerung wächst weiterhin.
  2. Staatliche Programme haben den Wohlstand vor allem in den untersten Bevölkerungsschichten gesteigert, was zu einem erhöhten Konsum und höherem Pro-Kopf-Verbrauch führt.
  3. Dieser Anstieg des Konsums führte zu einem Wachstum der brasilianischen Wirtschaft.


Alle Faktoren zusammen haben den Stromverbrauch des Landes um jährlich ca. 4 Prozent in den vergangenen vier Jahren angehoben, Tendenz steigend.

Anteil der Energieträger an der Primärenergieproduktion in Brasilien (Stand 2013)Anteil der Energieträger an der Primärenergieproduktion in Brasilien (Stand 2013) Lizenz: cc by-nc-nd/3.0/de/ (bpb)
Um die Versorgung mit Energie zu gewährleisten und die genannten Wachstumstreiber auch in Zukunft stabil zu halten, setzt Brasilien ohne Einschränkungen auf alle verfügbaren Ressourcen. Dazu gehören neben der traditionellen Wasserkraft auch Atomkraftwerke, Gas-, Kohle- und Ölkraftwerke. Die Nutzung erneuerbarer Energien steckt, außer der großen Wasserkraft, noch in den Kinderschuhen.

Im Juni 2013 erklärte Präsidentin Dilma Rousseff, dass Brasilien wegen der zukünftig größeren Nutzung von Flusskraftwerken und dem Ausbau von Wind- und Solarenergie – Technologien, die nicht speicherbar sind und somit keine stabile Stromversorgung garantieren können –auf neue Kohle- und Gaskraftwerke setzen wird. Den Bau fossiler Kraftwerken mit der stärkeren Nutzung erneuerbarer Energien zu begründen, hat in Fachkreisen für große Irritation gesorgt.

Prämissen der Energiepolitik



Für die Energieversorgung gelten in Brasilien folgende Grundbedingungen:

  1. Einzelne Energieträger werden nicht subventioniert, auch nicht Erneuerbare Energien
  2. Die Energieversorgung muss schnellstmöglich ausgebaut werden, damit die Industrie und der Konsum weiter wachsen kann
  3. Allein der Preis zählt, nur die billigste Energie wird akzeptiert
  4. Es sollen nach Möglichkeit nur heimische Energieträger zum Einsatz kommen. Brasilien will schnellstmöglich energieautark werden


Gegen die Konkurrenz aus dem Ausland schottet sich Brasilien mit Vorschriften zum nationalen Fertigungsanteil und Schutzzöllen ab. Bei vielen Infrastruktur- und Energieversorgungsausschreibungen müssen die Anbieter einen brasilianischen Anteil an Material und Dienstleistungen von mindestens 60 Prozent nachweisen um als Bieter zugelassen zu werden oder um bei der BNDES (Brasilianische Entwicklungsbank, das Äquivalent zur deutschen KfW) zinsgünstige Kredite zu erhalten. Diese Regelungen erweisen sich insbesondere für Erneuerbare Energien als Hemmnis, weil es, außer im Windenergiesektor, bisher noch kaum wettbewerbsfähige brasilianische Unternehmen gibt.

Strom aus allen Ressourcen



Brasilien ist eines der wenigen Länder der Erde, das seinen Energiebedarf (noch) fast vollständig aus eigenen Ressourcen decken kann. Der durchschnittliche Jahres-Stromverbrauch beträgt in Brasilien ca. 2.600 kWh pro Kopf (EPE, 2013), was ca. einem Drittel des Pro-Kopf-Verbrauches in Deutschland (6.600 KWh pro Kopf und Jahr) entspricht. Dieser Wert hat aber nur bedingt eine Aussagekraft, da er die regionalen und sozialen Ungleichheiten nicht widerspiegelt. Daneben ist Stromdiebstahl in den riesigen Armenvierteln der Metropolregionen ein großes Problem. Die Kosten, die dadurch entstehen, werden auf die anderen Verbraucher umgelegt. Diese sogenannten "nichttechnischen Verluste" werden von den Energieversorgungsunternehmen nur sehr ungerne offiziell kommuniziert, betragen aber in einer Region wie Rio de Janeiro bis zu 10 Prozent der Strommenge. Der Versuch den Stromdiebstahl durch den Einbau von modernen Pre-Paid-Zählern einzudämmen, verlief bisher nicht besonders erfolgreich und bietet sozialen Sprengstoff.

Die gesamte installierte Stromerzeugungskapazität in Brasilien beträgt derzeit 130 Gigawatt (GW). Der Stromverbrauch betrug im Jahr 2013 insgesamt 514 Terawatt-Stunde (TWh). Die der staatlichen Energieplanungsbehörde EPE rechnet mit einem durchschnittlichen jährlichen Wachstum des Energieverbrauchs von 4,5 Prozent zwischen 2013 und 2018 und ca. 4,1 Prozent in den Jahren 2019 bis 2023. Im gesamten Zeitraum ergibt sich dadurch ein Anstieg um 4,1 Prozent pro Jahr. Damit steigt der Stromverbrauch Brasiliens bis 2023 gegenüber 2013 um etwa 52 Prozent auf ca. 782 TWh jährlich. Grundlage für die Berechnung ist das erwartete Wachstum des Bruttosozialprodukts.

Den Hauptanteil liefert nach wie vor die Wasserkraft mit 64 Prozent. An zweiter Stelle liegt mit 11 Prozent der Strom aus Gaskraftwerken, gefolgt von 8 Prozent aus Biomasse mit einem großen Anteil an Zuckerrohrbagasse. Dahinter folgen mit jeweils 6 Prozent Strom aus Ölkraftwerken und Stromimporte gefolgt von jeweils 2 Prozent Kohlestrom, Windstrom und Nuklearstrom. Solarenergie spielt in Brasilien bis heute nur eine marginale Rolle.

Die Spitzenlast an stromproduzierenden Kapazitäten beträgt 91 GW. Damit ist die Menge an Generatorleistung gemeint, die gleichzeitig Strom ins Netz einspeisen muss, um zu einem bestimmten Zeitpunkt im Jahr den momentanen Verbrauch sicher zu gewährleisten. Zum Beispiel erreichte die Stromnachfrage am 3. Februar 2014, um 15:32, einem heißen Sommertag während der Arbeitswoche den historischen Höchstwert von 84,3 GW (Quelle: ONS, Operadora Nacional de Sistema) und führte zu einem Stromausfall, von dem insgesamt zwölf Millionen Brasilianer in elf Bundesstaaten betroffen waren. Es handelte sich um den vierten Stromausfall dieser Größenordnung in den zurückliegenden acht Monaten. Dies zeigt, wie angespannt die Lage der brasilianischen Energieversorgung ist. Das System kann mit dem Wachstum kaum Schritt halten und stößt an seine technischen und physikalischen Grenzen. Es scheint sich zu wiederholen, was 1994 und 1999 mit der Energieversorgung geschah und 2001 zur "Crise do Apagao", "der großen Energiekrise", führte. Damals kam es landesweit zu massiven Stromausfällen und im Anschluss zu rigiden Rationierungsmaßnahmen.

Im Jahr der Fußballweltmeisterschaft und der Wahlen im Herbst fällt es der Regierung schwer, Versäumnisse in der Energiepolitik einzugestehen. Die Massendemonstrationen und sozialen Unruhen in 2013 erhöhen den Druck auf die Regierung, da es in der Vergangenheit eine gängige Maßnahme war, die eher sozial schwachen Gegenden bei Überlast zuerst vom Stromnetz zu trennen. Nicht vorstellbar, wenn während der Weltmeisterschaft die Stadien hell erleuchtet blieben und die arme Bevölkerung im Dunkeln sitzt.

Um das geplante Wirtschaftswachstum der nächsten zehn Jahren zu ermöglichen, müsste der Ausbau der Energieversorgung jährlich rund vier 4 Prozent betragen. Bis zum Jahr 2021 soll der Stromerzeugerpark nach Planung der EPE von derzeit ca. 130 GW auf 182,4 GW ausgebaut werden. Der Anteil der Großwasserkraft, sowohl Staudämme wie auch die geplanten großen Flusswasserkraftwerke, soll auf 116,8 GW ansteigen. Die Windenergie soll 2021 insgesamt 14,2 GW liefern und soll damit mehr produzieren als doe den thermischen Kraftwerke für Kohle und Gas mit 8,9 GW. Das Biomassepotenzial ist bereits heute am Limit angekommen und wird nur unwesentlich auf 5,7 GW ansteigen. Die kleinen Wasserkraftanlagen sind mit 2,5 GW vorgesehen und die Kapazität der Kernkraftwerke soll 1,4 GW betragen. Solarenergie ist erst seit kurzem mit einem marginalen Anteil in die Planung aufgenommen worden. Der Anteil an importiertem Strom wird ansteigen.

Die Probleme der Energieversorgung



Angesichts des dringenden benötigten des Ausbaus der Energieversorgung und der akuten Probleme, die Stromnachfrage zu decken, überraschen die moderaten Planungen für den Anteil an Wind- und Solarenergie. Energieeffizienzmaßnahmen spielen nahezu keine Rolle. Von einer Energiewende wie in Deutschland ist Brasilien noch weit entfernt und das, obwohl es gewaltige Potenziale für die Nutzung erneuerbarer Energien hat.

Die Gründe dafür sind vielfältig. Brasilien sieht sich aber mit dem Ausbau der neuen großen Wasserkraft auf den richtigen Weg und sogar weltweit als Vorbild für eine umweltfreundliche Energiepolitik. Das Land weist gern auf seinen niedrigen Kohlendioxid-Ausstoß von 347 Millionen Tonnen pro Jahr hin. Pro Einwohner macht das 1,8 Tonnen CO2. 85 Milliarden Tonnen CO² sind allein in brasilianischen Tropenwald gebunden. Zum Vergleich: Deutschland liegt weltweit an sechster Stelle mit einem totalen Kohlendioxid-Ausstoß von 798 Millionen. Jeder Deutsche stößt ca. 9,7 Tonnen Treibhausgas pro Jahr in die Atmosphäre.

Das technisch erschließbare Windenergiepotenzial in Brasilien beträgt insgesamt ca. 230 GW. Die ersten beiden Windparks mit jeweils 1,2 MW wurden in Fortaleza und Diamantina 1994 mit Hilfe des deutschen El Dorado-Fördergramms aufgebaut. Entscheidend dabei ist die Steigerung der Leistungsfähigkeit der Windkraftanlagen in den letzten Jahren in Verbindung mit den exzellenten Windverhältnissen in Brasilien. Eine Windkraftanlage unter brasilianischen Windverhältnissen erzeugt bis zu dreimal soviel Strom wie an einem Spitzenstandort in Deutschland. Ein Großteil der Windparks in Brasilien erreicht einen Kapazitätsfaktor von über 45 Prozent. Die besten Standorte liegen sogar bei bis zu 54 Prozent, das heißt an 4.730 von 8.760 Stunden des Jahres, produziert der Windpark 100 Prozent Nennleistung (maximal mögliche Energie). An einem sehr guten Standort an der deutschen Küste beträgt der Faktor weniger als die Hälfte.

Auf diese Weise ist Strom aus Wind bei den Auktionen der EPE billiger im Angebot als Strom aus Gas- und Kohlekraftwerken. Trotz dieses Erfolgs bleibt die Anzahl der Auktionen pro Jahr für Windenergie limitiert. Strafzölle, "Custo Brasil" und der Zwang zu nationalen Fertigungsanteilen von 60 Prozent wirken nach wie vor hemmend. Dazu kommen Planungsfehler beim Netzanschluss. Im Bundesstaat Bahia gab es 2013 insgesamt 700 Megawatt (MW) Windparks ohne Netzanschluss, die keinen Strom produzieren konnten. In 2014 rechnet man mit 1.200 MW Wind ohne Netzanschluss. Die Prämisse, dass nur billigster Strom bei den Auktionen eine Chance hat, lässt für Qualität, Service und Wartung der Windparks wenig Raum.

Dilma Rousseffs Verweis auf die Nichtspeicherbarkeit von Wind- und Wasserenergie ist im Kontext einer Energieversorgungsmatrix, die über ein landesweites Übertragungsnetz verbunden ist, faktisch falsch. In Brasilien ergänzen sich die großen Staudammkraftwerken im Inland und die Windenergie im Nordosten und Süden des Landes in weltweit einzigartiger Weise. Wenn der Wind im Nordostenn weht, fällt wenig Regen. Umgekehrt weht in der Regensaison etwas weniger Wind. Technisch verfügt Brasilien über eine natürliche, geradezu traumhafte Speichersituation, die sich saisonal ideal ergänzen. Dazu wurden bereits 1994 umfangreiche Studien, Szenarien und Modelle erstellt und liegen den Ministerien und Institutionen vor.

Für Photovoltaik (PV) wird von einem Potenzial von fast 300 GW in Brasilien ausgegangen. Es gibt heute allerdings sehr weniger PV-System und viele leiden an der mangelhaften Wartung und Pflege. Bis Ende 2013 waren insgesamt etwa 1,4 GW Photovoltaikanlagen in Betrieb, wobei es sich überwiegend um nichtkommerzielle Pilot- und Imageprojekte von Unternehmen und Energieversorgern handelt. Auch hier macht sich der Schutz der heimischen Industrie in Form von Einfuhrzöllen, lokale Fertigungsvorgaben und komplizierten und teuren Lizenzierungsverfahren hemmend bemerkbar. Bei den Energieauktionen hat Strom aus Sonne bisher keine Chance, da er um das drei- bis vierfache teurer ist als Strom aus Wind oder Wasser.

Eines der gravierendsten Probleme in allen Industriezweigen und ganz besonders bei neuen Technologien wie Wind und PV, ist der Mangel an qualifizierten Fachkräften. Allein im Windenergiesektor fehlen nach Studien des ABEEOLIC (Brasilianischer Windenergieverband) in den kommenden zehn Jahren rund 200.000 Fachkräfte. Im Solarsektor ist es noch gravierender.

Energieeffizienz gibt es nicht



Das wirtschaftliche Potential der Energieeffizienz ist für die brasilianische Industrie- und Gebäudewirtschaft bisher weitgehend unbekannt. Internationale Vergleiche zeigen jedoch die deutlich energieintensivere Produktion und Dienstleistung bei relativ hohen Energiepreisen. Daraus entsteht ein enormes wirtschaftliches Energieeffizienzpotential. Die staatliche Energieholding Eletrobras schätzt das gesamtwirtschaftliche Potential allein für elektrische Energieeffizienz auf 29,7 Mrd. kWh/Jahr (ca. 1.3 Milliarden Euro) und in der Industrie auf 9,2 Mrd. kWh/Jahr (ca. 400 Millionen Euro).

Mit dem Argument, die heimische Wirtschaft im internationalen Wettbewerb zu stärken, ließ die Präsidentin Dilma Rousseff Anfang 2013 die Strompreise für Industrie und Privathaushalte um durchschnittlich etwa 20-25 Prozent reduzieren. Das Ziel, mehr brasilianische Waren und Dienstleistungen im Ausland zu verkaufen, konnte damit allerdings nicht erreicht werden. Dafür gelang es den Herstellern von Klimaanlagen mit dem Argument des billigeren Stroms die Verkaufszahlen insbesondere bei der neuen brasilianischen Mittelschicht zu steigern. Die Industrie stornierte daraufhin einen großen Teil, der gerade erst begonnenen Energieeffizienzmaßnahmen. Die Strompreissenkung machte die Wirtschaftlichkeit vieler Energieeffizienzprojekte vom einen auf den anderen Tag zunichte und erstickte den Anreiz Energie zu sparen.

Die brasilianische Energieversorgung kann derzeit mit dem Anstieg des Energieverbrauchs kaum Schritt halten. An Ressourcen und Geld fehlt es nicht. Die einst so starke Wasserkraft könnte sich mit ihrem dominanten Anteil an der Stromversorgung zur Achillesferse entwickeln, weil sich die Reservoirs nicht mehr schnell genug auffüllen. Brasilien müsste eigentlich alle Optionen in Betracht ziehen, das heißt Diversifizierung der Technologien zur Nutzung aller Verfügbaren Ressourcen und Beseitigung von hausgemachten Hemmnissen, wenn es nicht Gefahr laufen möchte, daß der in den letzten Jahren begonnene Wirtschafts- und Wohlstandsaufschwung eine Delle bekommen oder sogar einen gravierenden Rückschlag erleiden.

(Dieser Artikel gibt die Meinung des Autors wieder, nicht die der Deutschen Gesellschaft für Internationale Zusammenarbeit (GIZ) GmbH. Sein Inhalt ist in alleiniger Verantwortung des Autors.)



 

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